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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.04.2026

Eine nette Fortsetzung, die jedoch nicht ganz überzeugen konnte

Die Rätsel meines Großvaters
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Nachdem mir der erste Teil sehr gut gefallen hat, bin ich mit positiven Erwartungen an die Fortsetzung herangegangen. Dieses Mal hat mich die Geschichte jedoch leider nicht im gleichen Mass abgeholt, und ...

Nachdem mir der erste Teil sehr gut gefallen hat, bin ich mit positiven Erwartungen an die Fortsetzung herangegangen. Dieses Mal hat mich die Geschichte jedoch leider nicht im gleichen Mass abgeholt, und ich habe mich stellenweise etwas durchs Buch kämpfen müssen.

Die neuen Fälle von Kaede und ihrem Grossvater sind, durchaus einfallsreich, wirken für mein Empfinden aber teilweise etwas konstruiert. Obwohl die Ansätze vom verschwundenen Weihnachtsmann bis hin zu einer rätselhaften Suizidserie, spannend klingen, blieb die Umsetzung für mich eher zurückhaltend.

Auch die Entwicklungen im persönlichen Umfeld der Figuren und das Auftauchen eines alten Widersachers konnten mich weniger fesseln als im ersten Band. Insgesamt fehlte mir etwas von der Leichtigkeit und dem Charme, die den Auftakt so ansprechend gemacht haben.

Leserinnen und Leser, die Freude an ruhig erzählten, episodenhaften Geschichten haben, könnten dennoch Gefallen daran finden. Für mich persönlich reicht die Fortsetzung jedoch nicht ganz an Teil 1 heran.

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Veröffentlicht am 05.04.2026

Atmosphärischer Krimi mit sympathischer Ermittlerin

Schwarze Schuld
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Schwarze Schuld ist ein gelungener Auftakt zu einer neuen Krimireihe, die vor allem durch ihre besondere Hauptfigur überzeugt. Lena Becker, frisch eingesetzte Bezirksschornsteinfegerin in Jork, stolpert ...

Schwarze Schuld ist ein gelungener Auftakt zu einer neuen Krimireihe, die vor allem durch ihre besondere Hauptfigur überzeugt. Lena Becker, frisch eingesetzte Bezirksschornsteinfegerin in Jork, stolpert mitten in einen Todesfall, der schnell mehr Fragen aufwirft als Antworten. Die Atmosphäre des Alten Landes ist stimmig eingefangen und vermittelt ein authentisches Bild einer kleinen Gemeinde mit ihren Traditionen und unterschwelligen Konflikten.
Die Figuren sind lebendig gestaltet, besonders das Zusammenspiel zwischen Lena und dem jungen Bürgermeister Hajo von Kiesow sorgt für Spannung und einige amüsante Momente. Auch die Sprecherin Lisa Boos trägt viel zur Wirkung des Hörbuchs bei, denn sie verleiht den Charakteren klare Konturen und gibt dem Krimi eine angenehme Erzählstimme.
Der Fall selbst entwickelt sich ruhig, bleibt aber durchgehend interessant. Wer actionreiche Thriller erwartet, wird hier nicht fündig, doch für Hörerinnen und Hörer, die gemütliche, atmosphärische Krimis mögen, ist dieser Reihenauftakt sehr passend.

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Veröffentlicht am 02.04.2026

Eine starke Frau in einer berührenden Geschichte

Der Gesang der See
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Der Gesang der See hat mich positiv überrascht. Die Geschichte spielt auf einer kleinen Fischerinsel an der norwegischen Küste, und man spürt sofort, wie hart und einsam das Leben dort gewesen sein muss. ...

Der Gesang der See hat mich positiv überrascht. Die Geschichte spielt auf einer kleinen Fischerinsel an der norwegischen Küste, und man spürt sofort, wie hart und einsam das Leben dort gewesen sein muss. Die Natur, das Wetter, die Atmosphäre – alles wird so lebendig beschrieben, dass man sich mitten ins Geschehen versetzt fühlt.

Im Mittelpunkt steht Kristiane, eine junge Frau mit beeindruckender innerer Stärke. Als ihr Mann bei einem Sturm ums Leben kommt, ist sie hochschwanger und muss zusammen mit ihrer Mutter und Schwester um das Lotsenmandat kämpfen – ihre einzige Lebensgrundlage. Statt aufzugeben, stellt sie sich mutig allen Herausforderungen. Ihr Durchhaltewille und ihr Kampfgeist haben mich wirklich bewegt.

Besonders schön finde ich, wie natürlich die Autorin erzählt. Nichts wirkt überdramatisiert, und trotzdem ist man emotional voll dabei. Kristianes Konflikt zwischen Pflicht, Familie und dem Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben ist sehr authentisch und macht die Geschichte unglaublich eindrücklich.

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Veröffentlicht am 01.04.2026

Mit geschlossenen Augen in die Provence

Das Lavendelkloster
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„Lavendelkloster“ von Alexander Oetker hat mich schon nach wenigen Minuten tief in die Provence mitgenommen. Beim Hören hatte ich sofort die Bilder von blühenden Lavendelfeldern, warmem Licht und alten ...

„Lavendelkloster“ von Alexander Oetker hat mich schon nach wenigen Minuten tief in die Provence mitgenommen. Beim Hören hatte ich sofort die Bilder von blühenden Lavendelfeldern, warmem Licht und alten Klostermauern vor Augen. Die ruhige Erzählweise hat mir besonders gut gefallen, weil sie Raum zum Eintauchen lässt und eine ganz eigene, sanfte Spannung erzeugt.

Das Hörbuch lebt für mich weniger von grossen Überraschungen als von der Atmosphäre und den fein gezeichneten Figuren. Ich mochte, wie sich ihre Geschichten langsam entfalten und wie viel Gefühl in den leisen Momenten steckt. Der Sprecher trägt entscheidend dazu bei: Mit seiner warmen, unaufgeregten Stimme verleiht er den Charakteren Tiefe und unterstreicht die leicht melancholische Stimmung, ohne je zu übertreiben.

Manche Entwicklungen sind vorhersehbar, doch das hat meinen Hörgenuss nicht geschmälert. Im Gegenteil – ich konnte mich entspannt auf die Geschichte einlassen und einfach der Stimmung folgen. Das gemächliche Tempo empfinde ich als angenehm, auch wenn es sicher nicht jeden anspricht. Für mich war es genau das, was dieses Hörbuch zu einem kleinen Auszeit-Gefühl gemacht hat.

Am Ende blieb bei mir der Eindruck eines stimmungsvollen, warmen und wohltuenden Hörbuchs, das mich für einige Stunden aus dem Alltag geholt hat. Fast wie ein kurzer Urlaub in der Provence – nur mit geschlossenen Augen.

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Veröffentlicht am 30.03.2026

Charmant, witzig und mit viel Herz!

Willkommen in Deerhusen. Scheitern mit Seeblick
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Das luxuriöse Leben von Society Lady Isabell Duval und ihren erwachsenen Kindern Clara und Lucas nimmt von einem Tag auf den anderen ein abruptes Ende. Nachdem Familienoberhaupt Sebastian wegen eines spektakulären ...

Das luxuriöse Leben von Society Lady Isabell Duval und ihren erwachsenen Kindern Clara und Lucas nimmt von einem Tag auf den anderen ein abruptes Ende. Nachdem Familienoberhaupt Sebastian wegen eines spektakulären Finanzskandals im Gefängnis landet und sämtliche Konten gesperrt werden, bleibt der Familie kaum mehr als ein Schulterzucken und 27 Euro. Also packen sie ihre Sachen und machen sich auf den Weg nach Nordfriesland in das ruhige Deerhusen.
Dort werden sie von Isabells Schwester Stine in deren kleiner Pension aufgenommen. Und plötzlich heisst es: Instantkaffee statt Barista, mit dem Fahrrad statt mit dem Chauffeur unterwegs sein und überall selber mit anpacken. Diese Gegensätze sorgen für viele amüsante Momente, die wunderbar typisch sind für einen Kulturclash zwischen Stadtluxus und Landbodenständigkeit.
Der Roman überzeugt mit warmherzigen Figuren, feinen Zwischentönen und einem Humor, der nie plump wird. Besonders schön ist zu sehen, wie sich die Familie Schritt für Schritt neu erfindet. Oft widerwillig, manchmal etwas chaotisch, aber immer mit viel Gefühl. Isabells Entwicklung, Claras Pragmatismus und Lucas charmante Tollpatschigkeit geben der Geschichte viel Wärme.
Wer gerne leichte und humorvolle Familiengeschichten liest, die trotzdem etwas Tiefgang haben, wird dieses Buch sehr mögen. Ein echter Wohlfühlroman, angenehm, herzlich und mit einem Augenzwinkern erzählt. Klare Leseempfehlung!

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