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Veröffentlicht am 13.03.2022

Historischer Roman mit See, Sonne, Atmosphäre und Asthma

Die Frauen vom Inselsalon
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Inhalt
Der erste Band der auf Norderney spielenden Familiensaga folgt den Freundinnen Frieda und Grete, die aus grundverschiedenen sozialen Verhältnissen kommen: Während die Insulanerin Frieda von Kindheit ...

Inhalt
Der erste Band der auf Norderney spielenden Familiensaga folgt den Freundinnen Frieda und Grete, die aus grundverschiedenen sozialen Verhältnissen kommen: Während die Insulanerin Frieda von Kindheit an Arbeit gewöhnt ist und vom Ruf ihres ehemaligen Alkoholiker-Vaters verfolgt wird, stammt die unter Hautausschlag und Atemproblemen leidende Grete aus der Berliner Oberschicht und soll möglichst gewinnbringend heiraten. Die Handlung setzt mit der ersten Begegnung der beiden auf Norderney im Alter von 14 Jahren ein und schließt rund 10 Jahre später mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges und dem Abschied von ihren Männern.
Meinung
Der Roman ist von der ersten bis zur letzten Seite spannend, wobei nicht nur die Handlung fesselt, sondern auch die überaus gelungene Atmosphäre, welche durch ein geschicktes verweben historischer Begebenheiten und dem Umgang der fiktiven Personen mit diesen geradezu greifbar wird. Über die Recherche der Autorin kann man sich nur positiv äußern, ich persönlich war angenehm überrascht, die oft ungenannte Harden-Eulenburg Affäre hier erstmals in einem historischen Roman anzutreffen. Neben Reformbemühungen und medizinischem Fortschritt werden konsequent auch die Missstände der Zeit angesprochen. Ich war ehrlich überrascht, wie detailliert-unterhaltsam der Alltag eines Friseursalons zu Beginn des 20. Jahrhunderts vermittelt wurde.
Das Herzstück des Romans sind allerdings die individuellen, glaubwürdigen Charaktere. Jedem einzelnen wird neben Marotten eine eigene Stimme verliehen, ohne dass dies überzogen wird. Besonders bei Frieda und Grete kann man so beim Lesen anhand ihrer Sprechweisen ein Älterwerden und Veränderung wahrnehmen.
Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und findet ein (für mich) perfektes Maß zwischen Beschreibungen und Handlungen, das es einem wunderbar ermöglichen im Roman zu versinken.
Auszusetzen habe ich nur, dass ich nun mehrere Monate auf die Fortsetzung warten muss.
Fazit
Unbedingte Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 07.03.2022

Hanbuch zur Verbesserung der Welt

Good News - Warum die Welt besser ist, als du denkst
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Laut der Rückseite richtet sich dieses kleine, hübsch gestaltete Sachbuch an Kinder ab 10 Jahren, tatsächlich aber würde ich den lockeren, verständlichen Schreibstil schon für Kinder ab 6 Jahren empfehlen. ...

Laut der Rückseite richtet sich dieses kleine, hübsch gestaltete Sachbuch an Kinder ab 10 Jahren, tatsächlich aber würde ich den lockeren, verständlichen Schreibstil schon für Kinder ab 6 Jahren empfehlen.
„Good News – Warum die Welt besser ist als du denkst“ stellt keine reine Sammlung positiver Fakten und Entwicklungstrends dar, sondern ist viel mehr eine Handreichung zu Themengebieten, in denen Verbesserung angestrebt wird. Es wird anschaulich erklärt, wie Falschnachrichten entstehen und Verbreitung finden, wodurch jüngere Leser in das heute so wichtige Thema der Medienkritik eingeführt werden.
Doch nicht nur zum Denken wird hier ermutigt, sondern auch zum Mitfühlen und Handeln.
Mit Beispielen und Zitaten bekannter Persönlichkeiten wird ein mutmachender Kontext geschaffen, allerdings fällt hierbei doch auf, dass es sich um eine Übersetzung handelt: ein Übermaß britischer Beispiele ist bemerkbar. Vielleicht wäre es sinnvoll gewesen, statt NHS deutsche Krankenkassen oder Unfallversicherungen anzusprechen.

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Veröffentlicht am 25.02.2022

Großartiger Seefahrerroman & spannender Reihenauftakt

Loreley
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Das Offensichtliche als Erstes: Das Cover ist ein echter Blickfang!
Dem wird der Inhalt des Buches absolut gerecht. In diesem Seefahrerroman mit Fantasyelementen agieren eine Vielzahl an gut ausgeformten ...

Das Offensichtliche als Erstes: Das Cover ist ein echter Blickfang!
Dem wird der Inhalt des Buches absolut gerecht. In diesem Seefahrerroman mit Fantasyelementen agieren eine Vielzahl an gut ausgeformten Charakteren, die alle über eigene Motivation, Ziele, Geheimnisse sowie Ansichten über die Mythologie(n) der Welt verfügen. Aus den drei Perspektiven von Kapitänstochter Jermaine, Prinzessin Belén und selbstdeklarierter Ozeanologin Atlas wird eine spannende Geschichte erzählt, deren einzelne Handlungsstränge nahtlos ineinander übergehen.
Neben starken Charakteren mit unterhaltsamen Dialogen punktet der Roman auch durch eine interessante Welt, die mittels eines schönen Schreibstils vermittelt wird. Hierbei wird dem Leser genau die richtige Menge an Details gegeben, um sich in die Welt zu versetzen. Viele Szenen sind so bildhaft geschildert, dass man sie als geradezu cineastisch bezeichnen kann.
Die Handlung beginnt schnell und die Spannung bleibt bis zum Ende hoch, das Ende ist offen und weist den Weg zum nächsten Buch der Reihe.
Fazit: Unbedingte Empfehlung an alle, die Fantasy mit Meer suchen.

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Veröffentlicht am 25.02.2022

Atmosphärische Lektüre

HOME – Haus der bösen Schatten
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Im Wechsel mit Maggies Suche nach der Wahrheit in der Gegenwart werden einzelne Kapitel aus jenem Buch, welches ihr Vater 25 Jahre zuvor über die Ereignisse schrieb präsentiert. Dabei entstehen Parallelen ...

Im Wechsel mit Maggies Suche nach der Wahrheit in der Gegenwart werden einzelne Kapitel aus jenem Buch, welches ihr Vater 25 Jahre zuvor über die Ereignisse schrieb präsentiert. Dabei entstehen Parallelen und Unterschiede, der Leser rätselt mit, ob es sich bei den Vorkommnissen um Übernatürliches handelt oder nicht. Allerdings ist dies kein Thriller, indem Ereignisse Schlag auf Schlag erfolgen, vielmehr wird eine spannungsgeladene Atmosphäre erzeugt und rasche plot twists gibt nur zum Ende hin. Absolut Empfehlenswert.

(Da ich die englische Ausgabe gelesen habe, kann ich hier den deutschen Schreibstil nicht kommentieren)

Veröffentlicht am 19.02.2022

Poetisches Märchen um einen Mörder

Das Parfum
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Süskinds Parfum ist eine jener wenigen Pflichtlektüren meiner Schulzeit, die mir positiv in Erinnerung geblieben ist. Eben deshalb entschloss ich mich kürzlich, es noch einmal zu lesen:

Der Schreibstil ...

Süskinds Parfum ist eine jener wenigen Pflichtlektüren meiner Schulzeit, die mir positiv in Erinnerung geblieben ist. Eben deshalb entschloss ich mich kürzlich, es noch einmal zu lesen:

Der Schreibstil Süßkinds ist angenehm zu lesen, vorallem seine Beschreibungen der Gerüche bzw. der Geruchwahrnehmungen des Hauptcharakters Grenouille sind mit rhetorischem Feingefühl als wahrhaft poetisch-lebendigen Momente inszeniert.

Die Handlung betreffend erschien mir der Verlauf in sich schlüssiger und stringenter, als ich ihn zur Schulzeit empfand (vorallem was das Handlungsende angeht). Leider sinkt im mittleren Teil des Buches der Spannungsbogen merklich, das Lesen wird nicht zäh, aber doch deutlich weniger kurzweilig.

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