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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.05.2025

Eher blass

Faebound
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Yeeran ist die jüngste Colonel ihres Stammes. Leider ist sie dies auch nur kürzeste Zeit, da sie sich einen tödlichen Fehler erlaubt. Aus diesem Grund wird sie verbannt. Ihre Schwester Lettle und ihr Kommandant ...

Yeeran ist die jüngste Colonel ihres Stammes. Leider ist sie dies auch nur kürzeste Zeit, da sie sich einen tödlichen Fehler erlaubt. Aus diesem Grund wird sie verbannt. Ihre Schwester Lettle und ihr Kommandant folgen ihren Spuren. In ihrer Suche nach Vergebung werden die drei von Fae entführt und in ihr verstecktes Land verschleppt. Während Yeeran noch immer nach Vergebung strebt, versucht Lettle ihre Seherfähigkeiten wieder aufleben zu lassen. Umso mehr sie die Fae kennenlernen, umso mehr verschieben sich jedoch ihre Prioritäten und schon bald wissen sie nicht mehr, wo ihre Loyalitäten liegen.

Anfangs hatte ich Schwierigkeiten, in das Buch zu finden. Ich fand die Geschichte und die Beschreibungen eher blass und hatte nicht so wirklich vor Augen, wie die Welt aussieht. Das hat sich gebessert, nachdem unsere Hauptcharaktere in die Stadt der Fae entführt wurden, wo die Geschichte dann endlich etwas lebendiger geworden ist. Es gab einige interessante Plottwists, die der Geschichte immer wieder eine neue Dynamik gegeben haben. Leider waren die Charaktere auch weiterhin eher blass. Nur Lettle war nicht so farblos, aber das lag leider eher daran, dass ich sie anstrengend fand.
Das größere Worldbuilding für die ganze Welt war vielversprechend, hat sich aber in diesem Teil irgendwie noch recht unfertig und nicht ganz rund angefühlt.

Letztendlich habe ich es nicht bereut, das Buch gelesen zu haben, aber ich habe es auch nicht überaus genossen. Den zweiten Teil werde ich wahrscheinlich trotzdem irgendwann mal lesen, weil ich gerne wissen möchte, wie sich bestimmte Dinge auflösen.

Veröffentlicht am 17.05.2025

Hochemotional und schockierend

Das Echo der Sommer
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Der See hat einst das Dorf verschluckt. Und heute tut er dies wieder. Der See war einst Rávdnás Freund, doch seit die Firma einen Damm gebaut hat, verschluckt er immer und immer wieder Rávdnás Zuhause. ...

Der See hat einst das Dorf verschluckt. Und heute tut er dies wieder. Der See war einst Rávdnás Freund, doch seit die Firma einen Damm gebaut hat, verschluckt er immer und immer wieder Rávdnás Zuhause. Sie versucht ihrer Tochter Iŋgá und ihrer Schwester Ánne, ein echtes Zuhause zu schaffen, das nicht wieder verschlungen wird. Leider stellen sich die Firma und die Behörden ihnen in den Weg. Ein lebenslanger Kampf beginnt.

Die Geschichte der Samen interessiert mich seit einiger Zeit, da ich es faszinierend finde, dass sie das einzige einheimische Volk Europas sind. Und genau wie die meisten einheimischen Völker, werden die Samen leider diskriminiert.
Dieses Buch beschäftigt sich damit. Es ist die fiktionalisierte Geschichte über die reale Stauung mehrerer Seen in Schweden. In unserem Buch ist es ein bestimmter See, der so angestaut wird, dass er die Dörfer der Samen flutet. Dabei können wir sehen, wie ihre Meinung außer Acht gelassen wird, wie ihrem Leben einfach wenig Bedeutung zugemessen wird und wie sie mehr oder weniger über den Tisch gezogen werden. Einfach nur weil sie nicht die dominante Bevölkerungsgruppe in ihrem Land sind. Ihnen wird vorgeschrieben, wie sie ihr Leben leben sollen, weil irgendwelche fälschlichen Annahmen über ihre Charaktere gemacht werden. Dabei können wir eine breite Palette der Auseinandersetzung mit ihrer Realität sehen. Wir sehen Leute, die sich in den Widerstand begeben, aber auch Leute, die sich klein machen und erschöpft und resigniert sind.
Die Beschreibungen im Buch sind dabei so aufwühlend und herzzerreißend, dass man sich wirklich fragt, wie nur irgend jemand so über andere Menschen denken kann.

Das Buch ist wirklich sehr emotional geschrieben und zeigt in seiner Spanne über fast ein ganzes Menschenleben sehr viele Ungerechtigkeiten auf, die die Samen über sich ergehen lassen mussten und die auch leider heutzutage noch geschehen.

Veröffentlicht am 17.05.2025

Besuch im Matriarchat

Urlaub vom Patriarchat
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Die Autorin dieses Buches braucht Urlaub. Urlaub vom Patriarchat, wie sie selbst sagt. Und wo kann man das besser als in einem der wenigen Matriarchate der Welt? Daher fliegt sie nach Juchitan, einer Stadt ...

Die Autorin dieses Buches braucht Urlaub. Urlaub vom Patriarchat, wie sie selbst sagt. Und wo kann man das besser als in einem der wenigen Matriarchate der Welt? Daher fliegt sie nach Juchitan, einer Stadt in Mexiko, die als Stadt der Frauen bezeichnet wird. Ob die Stadt wirklich ein Matriarchat ist und inwieweit sie sich vom Patriarchat unterscheidet, ist das Thema dieses Buches.

Ich habe inzwischen schon einige feministische Bücher gelesen und bin immer wieder auf der Suche nach einigen, die nicht nur generell über Feminismus sind, sondern einen konkreteren Fokus haben.
Und dieses Buch verspricht genau das. Es hält außerdem, was es verspricht. Das Buch beschäftigt sich vor allem mit dem Matriarchat in Juchitan und macht dabei aber immer wieder kleinere Ausflüge und erklärt uns, welche anderen Matriarchate es gibt, Studien zur Korrelation zwischen Frauenrechten und regressiven Idealen und wie Sprache die Wahrnehmung von Geschlechterverhältnissen beeinflusst.
Das Thema war unheimlich interessant. Es ist spannend zu sehen, was die Autorin über Juchitan herausgefunden hat. Die Dichotomie der Tatsache, dass Frauen “das Sagen” haben und trotzdem tief patriarchale Ideale in ihrer Kultur existieren.

Das Buch ist wirklich lesenswert für jeden, den das Thema interessiert. Alle die feministische Literatur suchen, die nicht immer dasselbe ist, finden hier ein großartiges Buch.

Veröffentlicht am 16.04.2025

Leider letztendlich sehr nervig

Wo wir uns treffen
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Im Buch geht es um Philip Brooke und den großen Schatten, den er auf seine Verbliebenen wirft. Die Familienmitglieder der Familie Brooke haben sich alle auf dem Familienanwesen eingefunden, um den ehemaligen ...

Im Buch geht es um Philip Brooke und den großen Schatten, den er auf seine Verbliebenen wirft. Die Familienmitglieder der Familie Brooke haben sich alle auf dem Familienanwesen eingefunden, um den ehemaligen Hausherren zu beerdigen. Sie alle haben Philip und das Anwesen Zeit ihres Lebens unterschiedlich wahrgenommen. Was der Großteil von ihnen noch nicht weiß, ist, dass ein Überraschungsgast auftauchen wird, der eine erschütternde Wahrheit mit sich bringt.

Das Buch beschäftigt sich mit Rassismus und Klassismus und wie diese Dinge noch immer beeinflussen, wer was hat und wer was machen kann.
Grundsätzlich haben mir die Themen des Buches gut gefallen, da wir sehen, was in dieser Gesellschaftsschicht üblich ist und wie privilegiert ihre Ansichten zum Teil sind. Das Problem war, dass es sich sehr auf die Nase gebunden angefühlt hat. Es hat nicht die Feinfühligkeiten dieser Probleme beschrieben, sodass wir es sehen konnten und uns einfühlen konnten. Stattdessen war die Message einfach: Klassismus ist schlecht.
Was mir gefallen hat, war, dass die Charaktere ganz unterschiedliche Blickwinkel auf Philip und das Haus, in dem sie wohnten, hatten. So fand eine das Anwesen scheußlich und ein anderer empfand es als Höhepunkt menschlicher Architektur.
Die Charaktere waren alle sehr unterschiedliche Menschen mit sehr unterschiedlichen Problemen. Das fand ich auch ganz gut geschrieben. Was mich genervt hat, ist, dass das Buch bestimmte Charaktere scheinbar bevorzugt hat, die ich persönlich furchtbar fand.

Das Buch fand ich anfangs sehr spannend und irgendwann dann leider nur noch nervig.

Veröffentlicht am 16.04.2025

Schockierend

Beeren pflücken
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Im Buch geht es um Norma, die sich mit Albträumen herumschlägt, seit sie klein ist. Es gibt keine Fotos von ihr, auf denen sie jünger als fünf ist, ihre Haut wird dunkler im Sommer als die aller anderen ...

Im Buch geht es um Norma, die sich mit Albträumen herumschlägt, seit sie klein ist. Es gibt keine Fotos von ihr, auf denen sie jünger als fünf ist, ihre Haut wird dunkler im Sommer als die aller anderen Familienmitglieder und außerdem hat sie das Gefühl, eine andere Mutter und einen Bruder zu haben.
Im Buch geht es auch um Joe. Im August des Jahres 1962 verschwindet seine kleine Schwester Ruthie. Seine Familie gibt nie wirklich auf zu suchen und Joe, der in sich selbst den Schuldigen sieht, wird immer und immer wütender und verbaut sich damit das Leben.

Das Buch behandelt in zwei Handlungssträngen das Leben von Norma und das Leben von Joe. Wir können parallel sehen, wie sich Joes Leben entwickelt und wie Norma immer wieder Unstimmigkeiten in den Geschichten ihrer Familie findet.
Es war sehr schockierend, das Buch zu lesen. Man ist Teil dieser furchtbaren Sache, die einfach einer Familie angetan wird. Die Art und Weise, wie der Schock und die Wut aus Joes Sicht mit den Ungereimtheiten, die Norma aufdeckt, verbunden wird, sorgt dafür, dass man auch selbst beim Lesen diese furchtbare hilflose Wut empfindet.
Das Buch ist sehr berührend und behandelt die Ungerechtigkeiten, die den Ureinwohnern Amerikas angetan wurden. Dabei ist die Schreibweise, wie dieses Schicksal dafür ausgewählt wurde, sehr gut gemacht. Denn auch wenn Norma nicht tatsächlich existiert hat, gab es unzählige Kinder, deren Vergangenheit ebenso ausgelöscht wurde.

Das Buch ist berührend, in der Art und Weise, wie es sich mit dem Rassismus auseinandersetzt, dem die Ureinwohner Amerikas ausgesetzt waren und sind, und ist sehr empfehlenswert.