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Veröffentlicht am 07.10.2025

Direkt in meine Top-Lieblingsbücher aufgestiegen

Die Nacht der Bärin
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Dieser Roman ist krass. Und gut. Richtig gut. Ich konnte das Buch kaum aus den Händen legen und habe es innerhalb weniger Stunden gelesen. Eine Geschichte, die sich mit den familiären Schattenseiten und ...

Dieser Roman ist krass. Und gut. Richtig gut. Ich konnte das Buch kaum aus den Händen legen und habe es innerhalb weniger Stunden gelesen. Eine Geschichte, die sich mit den familiären Schattenseiten und generationsübergreifenden Traumata beschäftigt. Intensiv. Emotional. Auf den Punkt.

Kira Mohns "Die Nacht der Bärin" behandelt dabei zwei Zeitebenen: die Gegenwart, in der Jule nach einem heftigen Streit mit ihrem Freund Zuflucht bei ihren Eltern sucht. Und: Wir blicken in die tiefen Abgründe der Vergangenheit ihrer Mutter, Tante und Oma, die massive häusliche Gewalt erleben mussten. Diese psychischen Spuren sind eng mit Jules Lebensrealität verbunden.

Der Roman ist direkt in meine Top-Liste der Lieblingsbücher eingestiegen. Warum bin ich so begeistert? Die Autorin hat Bilder in meinem Kopf gezeichnet, ohne plakativ zu sein. Feinfühlig. Eindringlich. Sie deutet an, überlässt jedoch meist den LeserInnen die Übersetzung in die heftige Realität. Große literarische Kunst.

Viel mehr möchte ich an dieser Stelle nicht hinzufügen. Lest selbst! Ich freue mich in jedem Fall schon auf das neue Buch von Kira Mohn, das am 27. Januar 2026 erscheint und den Titel "Alle glücklich" trägt. Auch hier wird es wieder um Familienpsychologie gehen.

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Veröffentlicht am 23.09.2025

Cosy-Crime zum Abschalten

Der Tote im Netz
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"Der Tote im Netz" spielt auf der Ostseeinsel Usedom. Die Radiojournalistin Franziska Mai ruft mit ihrem Volontär Janis die Sendung „Die Problemlöser“ ins Leben, um den Sender vor dem Ende zu bewahren. ...

"Der Tote im Netz" spielt auf der Ostseeinsel Usedom. Die Radiojournalistin Franziska Mai ruft mit ihrem Volontär Janis die Sendung „Die Problemlöser“ ins Leben, um den Sender vor dem Ende zu bewahren. Bereits der erste Fall verläuft dramatisch: Ein Fischer wird tot im Hafen gefunden. Gemeinsam mit Kommissar Kay Lorenz beginnt sie zu ermitteln. Es geht um TierschützerInnen, dubiose Immobilienhaie und fragwürdige Fischereibeamte - wer war der Mörder? Fazit: Die Geschichte ist echt gut erzählt, der Spannungsbogen vorhanden, die Lösung ist bis zum Schluss nicht wirklich vorhersehbar. Las sich gut, las sich flüssig. Kann ich empfehlen, hat mir gefallen.

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Veröffentlicht am 23.09.2025

Wer sind wir, wenn (vermeintliche) Träume platzen?

Das leise Platzen unserer Träume
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Der Titel des Romans hatte es mir sofort angetan. Vermutlich kennt das jeder von uns. Dass Dinge geschehen, auf die wir keinen Einfluss haben - so sehr wir hoffen, so sehr wir festhalten. Das Aufwachen ...

Der Titel des Romans hatte es mir sofort angetan. Vermutlich kennt das jeder von uns. Dass Dinge geschehen, auf die wir keinen Einfluss haben - so sehr wir hoffen, so sehr wir festhalten. Das Aufwachen aus Illusionen oder Risse, die nicht mit einem riesen Knall kommen, sondern sich über Monate, Jahre vollziehen. Wer sind wir, wenn wir uns von unseren eigenen und den Erwartungen anderer lösen? Und wer sind wir, wenn (vermeintliche) Träume oder Lebensentwürfe platzen?

In Lohmann's Roman lernen wir Jule kennen. Jule lebt mit ihrem Mann David auf dem Land. Idyllisch, scheinbar perfekt. Jedoch ungewollt kinderlos. Und zunehmend perspektivlos. David schweigt. Und steht zwischen zwei Frauen. Zwischen Pflichtgefühl und Sehnsucht. Und dann ist da Hellen. Seine Affäre in der Stadt. Sie denkt viel über Jule nach, fühlt sich ihr seltsam verbunden und bringt eine völlig andere Sichtweise ins Spiel. Denn das ist das Besondere an der Geschichte: Sie wird abwechselnd aus der Sicht von Jule und Hellen, die Jule direkt anspricht, erzählt. Ein spannendes Wechselspiel aus Nähe und Distanz, Wissen und Unwissen. Eva Lohmann gelingt durch die wechselnde Erzählperspektive ein neuer Blickwinkel auf die Gedanken, Sehnsüchte und Wünsche dieser Dreier-Konstellation. Die Protagonisten sind fein gezeichnet, die Beziehungen wunderbar herausgearbeitet, existenzielle Fragen werden aufgeworfen. Ein ruhiges, aber eindringliches Buch, das mich sehr zum Nachdenken gebracht hat. Empfehlung!

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Veröffentlicht am 23.09.2025

Unbedingt lesen

Geordnete Verhältnisse
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Im Mittelpunkt steht hier eine intensive, komplexe und vor allem toxische Beziehung. Es geht dabei um noch viel mehr als das. Es geht um Migration und das Ankommen in einer Welt, die einen nicht immer ...

Im Mittelpunkt steht hier eine intensive, komplexe und vor allem toxische Beziehung. Es geht dabei um noch viel mehr als das. Es geht um Migration und das Ankommen in einer Welt, die einen nicht immer mit offenen Armen empfängt. Es geht um Identitätssuche. Zerrüttete Familienverhältnisse. Hilflosigkeit. Es geht um Freundschaft. Liebe. Zerrissenheit. Abhängigkeit. Und die gefährliche Dynamik dysfunktionaler Beziehungen.

Ich finde es gut, dass die Geschichte aus beiden Perspektiven, sowohl aus Sicht von Faina als auch von Philipp, erzählt wird. Wir lernen ihre jeweilige Innenwelt und Denkweise kennen - von der Kindheit und dem Beginn ihrer Freundschaft an. Opfer und Täter. Seite an Seite. Eine Frau, die in einer verwundbaren Zeit Schutz sucht. Und ein Mann, der - statt zu retten - manipuliert, kontrolliert und zerstört. Der Roman geht emotional stark in die Tiefe und ist im Kopf geblieben. Definitiv ein Buch, das man ein zweites oder drittes Mal lesen kann und sollte.

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Veröffentlicht am 23.09.2025

Eindringlich, heftig, mitten aus dem Leben

Die schönste Version
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Dieser Debütroman bleibt im Kopf und hinterlässt Spuren. Er ist erschütternd und eindringlich. Die Sprache intensiv, nüchtern, klar. Die Dialoge ungeschönt und authentisch. Mitten aus dem (verborgenen) ...

Dieser Debütroman bleibt im Kopf und hinterlässt Spuren. Er ist erschütternd und eindringlich. Die Sprache intensiv, nüchtern, klar. Die Dialoge ungeschönt und authentisch. Mitten aus dem (verborgenen) Leben gegriffen. Kurze Sätze, viele Gedankenfetzen spiegeln die emotionale Lage von Jella eindrucksvoll wider. Was als Liebesgeschichte beginnt, endet in einem Kreislauf aus Kontrolle, Gewalt und Selbstverlust. Eine Ambivalenz von Liebe und Abhängigkeit. Rückblenden in Jellas Kindheit und Jugend zeigen, wie früh gesellschaftliche Erwartungen und Schönheitsideale ihr Selbstbild geprägt haben.

Das, was Ruth-Maria Thomas hier erzählt, zeigt beispielhaft die oft schwer greifbare Dynamik toxischer Beziehungen. Jede Beziehung folgt ihren eigenen Regeln, ihren eigenen Abgründen. Sie lässt spüren, was es heißt, sich zu verlieren, zu verbiegen, bis man sich kaum noch erkennt. Es ist definitiv kein leichtes Buch, aber ein wichtiges. Es hallt nach, lange nachdem man die letzte Seite gelesen hat.

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