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Veröffentlicht am 16.04.2025

Ein sehr besonderes Buch!

Wenn wir lächeln
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"Wenn wir lächeln" handelt von den Freundinnen Jara und Anto, beide in ihren Jugendjahren. Sie sind ständig wütend, ständig unterwegs und immer betrunken mit dem Baseball-Schläger in der Hand.

Zu dem ...

"Wenn wir lächeln" handelt von den Freundinnen Jara und Anto, beide in ihren Jugendjahren. Sie sind ständig wütend, ständig unterwegs und immer betrunken mit dem Baseball-Schläger in der Hand.

Zu dem Zeitpunkt, wo die Handlung einsetzt, steht Jara auf einer Brücke über dem Rhein, in den Anto soeben gesprungen ist. Die ganze Geschichte spielt sich in diesem Moment in Jaras Kopf ab und ist ein einziger, teilweise zusammenhangsloser Bewusstseinsstrom, der ihr durch den Kopf geht. Sie denkt an unzählige Situationen, springt gedanklich hin und her. Was soll sie jetzt tun, wie haben sie und Anto sich kennengelernt, was haben sie gemeinsam erlebt, was hat zu diesem Moment geführt? Das alles ist sehr chaotisch und in Jaras Subjektivität. Dementsprechend ist sie in diesem Moment der Panik eine unzuverlässige Erzählerin und es gibt vieles, was nicht wirklich zusammenpasst, nicht real ist, unlogisch wirkt oder in der falschen Reihenfolge erzählt wird. Und genau das macht dieses Buch aus, denn beim Lesen entwickelt man ein Gefühl für diese Nuancen!

Ich habe es komplett geliebt! Es ist mir zu Anfang etwas schwergefallen, in diesen Gedankenstrom reinzukommen, aber sobald er mich einmal eingesogen hatte, bin ich nicht mehr rausgekommen und habe das Buch in nur einer Nacht komplett beendet.

Beim Lesen habe ich alle Emotionen durchlebt, weil mich Jaras Gedanken so sehr mitreißen konnten. Ich habe geweint und war mit ihr unglaublich wütend auf die Welt. Darum geht es in diesem Buch vor allem: um die Wut von jungen aufwachsenden Frauen.

Der Schreibstil ist einfach unglaublich! Ich liebe dieses stilistische Mittel des Bewusstseinsstroms, weil es für eine gewisse Poetik und Nahbarkeit sorgt. Es muss nicht alles passen und glatt sein, sondern ist genau auf den Punkt und sagt dabei so viel aus.

Jara und Anto sind als Figuren schwer greifbar. Ich kann nicht wirklich sagen, ob ich sie mag, da ich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl hatte, einen genauen Blick auf sie zu bekommen. Jaras Gedanken sind so sprunghaft und die beiden so viel in Bewegung, dass das einfach schwer ist. Zumal wir Anto nur aus Jaras Perspektive kennenlerne, die nicht zuverlässig ist und Jara selbst auch nur durch ihre Gedanken kennenlernen. Dadurch bleibt viel offen, worüber ich immer noch nachdenke und das macht die beiden für mich so besonders.

Über das ganze Buch werde ich definitiv noch länger nachdenken! Ein großes Highlight und eins meiner neuen Lieblingsbücher!

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Veröffentlicht am 25.01.2025

Ganz anders als erwartet aber dennoch ein großes Highlight!

The Courting of Bristol Keats
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"The Courting of Bristol Keats" handelt von einem bedrohten Elfheim, das verborgen neben unserer Welt existiert. Die Waise Bristol Keats gerät ins Visier des Elfenkönigs der Danu, Tyghan und scheint die ...

"The Courting of Bristol Keats" handelt von einem bedrohten Elfheim, das verborgen neben unserer Welt existiert. Die Waise Bristol Keats gerät ins Visier des Elfenkönigs der Danu, Tyghan und scheint die einzige Chance zu sein, sein Volk zu retten. Bristol schließt einen Handel mit ihm: sie reist nach Elfheim und lässt sich ausbilden, dafür findet Tyghan ihren bislang totgeglaubten Vater. Doch je länger sie in Elfheim ist, desto mehr scheint ihr bisheriges Leben eine Lüge zu sein...

"The Courting of Bristol Keats" ist in vielerlei Hinsicht anders als ich es erwartet habe, weil sich das Buch so sehr von den bisherigen Büchern von Mary E. Pearson, von anderen Fae Büchern und generell Romantasy Büchern unterscheidet. Daran musste ich mich erstmal gewöhnen. Doch schnell habe ich mich verliebt!

Sowohl die Menschenwelt, als auch Elfheim sind sehr detailverliebt. Es gibt viele Orte, Gegenstände und Personen, die scheinbar keine große Rolle spielen aber trotzdem intensiv beschrieben werden. Das wirkt allerdings zu keinem Zeitpunkt erschlagend, sondern hilft, sich in die Welt hineinzufühlen und es wird deutlich, wie beide Welten miteinander verwoben sind.

Der große Plottwist am Ende des Buches bleibt aus, da wir als Leser*innen relativ früh in der Handlung den Großteil der Wahrheit erfahren und mehr Einblick in die höfischen Intrigen bekommen als Bristol. Das habe ich so in der Form noch nie gelesen und ich finde dieses unkonventionelle Mittel sehr interessant! Die Spannung wird ein Stück weit rausgenommen und es gibt den großen Schock-Moment nur für Bristol. Sie reagiert allerdings toll und das zeigt für mich ihre Stärke. Sie ist loyal, tapfer und gerissener als manche Elfen dachten...

Auch Tyghan finde ich interessant. Seine POV trägt viel zur Geschichte bei, vor allem was die Intrigen betrifft. Er befindet sich in einem inneren Konflikt, dazu kämpft er im wahrsten Sinne des Wortes mit inneren Dämonen und ich fand es toll zu lesen, wie er damit umgeht und mit Bristol interagiert. Die allmähliche Annäherung der beiden ist sehr süß!

In dieser Geschichte werden die Elfen als sehr menschlich dargestellt und ihre Welt ist eng mit der unseren verknüpft. Nicht nur Bristol verliert schnell ihr Herz daran, sondern auch ich als Leserin.

Ich hatte hohe Erwartungen an "The Courting of Bristol Keats", da ich bisher jedes Buch von Mary E. Pearson geliebt habe! Das Buch war zwar ganz anders als gedacht, aber enttäuscht wurde ich nicht! Wer gerne etwas Ungewöhnlicheres lesen möchte, ist hier genau richtig! Ich gebe 5 von 5 Sternen und kann es kaum erwarten, Band 2 zu lesen! Ich kann jetzt offiziell sagen, dass Mary E. Pearson zu meinen Lieblingsautorinnen gehört!

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Veröffentlicht am 24.11.2024

Ein Muss für Fans!

Morrighan - Wie alles begann
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"Morrighan" erzählt die Vorgeschichte zu "Die Chroniken der Verbliebenen" und "Die Chroniken der Hoffnung". In den Trümmern einer zerstörten Welt kämpfen zwei verfeindete Gruppen ums nackte Überleben. ...

"Morrighan" erzählt die Vorgeschichte zu "Die Chroniken der Verbliebenen" und "Die Chroniken der Hoffnung". In den Trümmern einer zerstörten Welt kämpfen zwei verfeindete Gruppen ums nackte Überleben. Dabei treffen zwei Kinder aufeinander, deren Wege sich auch in den folgenden Jahren immer wieder kreuzen sollen...

Zu Beginn wird anekdotenhaft von den Aufeinandertreffen zwischen Morrighan und Jafir erzählt. Anfänglich sind diese von Angst, Misstrauen und Neugier geprägt, doch nach mehreren Jahren verlieben sie sich ineinander. Das fand ich sehr süß gemacht.

Ich kannte Morrighans Geschichte schon aus den anderen Reihen der Autorin, allerdings nie aus Morrighans Perspektive. Daher war ich sehr gespannt auf ihre Sichtweise und hatte direkt eine Bindung zu ihr. Auch das Ende kannte ich schon, allerdings nicht aus ihrer Sicht und es macht mich einfach nur froh, dass sie glücklich ist.

Die Aufmachung dieser Ausgabe ist wunderschön! Der Zeichenstil der Illustrationen hat zwar nicht immer meinen persönlichen Geschmack getroffen, aber sie sind trotzdem schön anzusehen, weil man viel in ihnen entdeckt und sie die Geschichte unterstützen.

Mit ihrem wunderschönen poetischen Schreibstil stellt Mary E. Pearson erneut unter Beweis, warum sie mittlerweile eine meiner liebsten Autorinnen ist. Bisher hat mich noch kein Buch von ihr enttäuscht.

"Morrighan" ist ein toller Zusatz für alle Fans dieser Welt, die mehr über ihre Entstehung erfahren wollen. Ich habe mich komplett in der Geschichte verloren und gebe 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 24.10.2024

Dark Academia mit Manipulation und Intrigen!

The Atlas Six
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Irgendjemand hat "The Atlas Six" mal als "pseudointellektueller Fiebertraum" bezeichnet. Das hat mein Interesse an diesem Buch umso mehr geweckt und ich habe mich sehr auf das Lesen gefreut. Dieser Aussage ...

Irgendjemand hat "The Atlas Six" mal als "pseudointellektueller Fiebertraum" bezeichnet. Das hat mein Interesse an diesem Buch umso mehr geweckt und ich habe mich sehr auf das Lesen gefreut. Dieser Aussage stimme ich tatsächlich zu, allerdings auf eine positive Weise!

In "The Atlas Six" werden sechs unfassbar starke Magier*innen aufeinander losgelassen und als Leserin konnte ich beobachten, wie sie einander zugrunde richten.

Es geht um menschliche Abgründe, Machthunger, Wissbegierde, Intrigen und Ehrgeiz. Für mich war es die ganze Zeit über unmöglich zu sagen, wer wen manipuliert und wer die Oberhand behält. Außerdem verliert man beim Lesen komplett den Überblick, wer "gut" und wer "böse" ist. Denn die Strippenzieher im Hintergrund bleiben völlig unbemerkt...

Ich liebe und hasse gleichzeitig alle Figuren. Libby, Nico, Parisa, Callum, Tristan und Reina sind sehr vielschichtig und ich möchte über jede einzelne Person mehr erfahren.

Denn das Bild, das man von den Figuren bekommt, setzt sich daraus zusammen, wie die anderen diese Person einordnen. Nicht aus der POV von den jeweiligen Figuren selbst, sondern aus den POVs der anderen Protas erfährt man das Spannende!

Diese Mischung aus Dark Academia, Intrigen und Magie liebe ich! Ich musste teilweise Sätze mehrmals lesen, um sie zu verstehen, aber hatte großen Spaß dabei! Deshalb bekommt "The Atlas Six" 5 von 5 Sternen und ich bin sehr gespannt, wie es weitergeht!

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Veröffentlicht am 07.10.2024

Ich bin im Rungholt Fieber!

Rungholt
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Rungholt erzählt die bewegende Geschichte unterdrückter Frauen, die sich nach Freiheit sehnen in einer Stadt, die dem Untergang geweiht ist...

Wir erhalten Einblicke in den Alltag zweier vergangener ...

Rungholt erzählt die bewegende Geschichte unterdrückter Frauen, die sich nach Freiheit sehnen in einer Stadt, die dem Untergang geweiht ist...

Wir erhalten Einblicke in den Alltag zweier vergangener Jahrhundete (1362 und 1907). Auf zwei Zeitebenen wird der Rungholt Mythos behandelt. Lenore, die sich nach Selbstbestimmung sehnt, lebt 1362 in Rungholt, während die neugierige und rastlose Janna im Jahr 1907 auf die fahrende Händlerin Sigal stößt, die ihr Lenores Tagebuch gibt. Stück für Stück erfahren wir, was damals passiert ist und wie Jannas Gegenwart mit der Vergangenheit verknüpft ist...

Ich hatte überhaupt keine Erwartungen an dieses Buch und wurde umso mehr überrascht! Als Geschichtsfan bekommt man mich mit Mythen immer und da ich zuvor noch nie von Rungholt gehört hatte, hat dieses Buch meine Faszination für diese Stadt geweckt!

Diese Mischung aus historischem Roman und dieser Prise Übernatürlichem ist für mich perfekt! Die Geschichte enthält viele Rätsel, die mich gefesselt haben. Vor allem um Sigal bleiben viele Fragen offen, aber gerade das macht ihre Figur aus!

Beim Lesen habe ich sehr mit Lenore und den Anderen mitgefiebert! Ich habe einen großen Gerechtigkeitsdrang verspürt und wurde teilweise richtig sauer auf bestimmte Figuren... Nachdem ich das Buch beendet hatte, hatte ich einen fetten Kloß im Hals und weil mich Rungholt so viel hat fühlen lassen, gehört es auf jeden Fall zu meinen Lieblingsbüchern!

Natürlich bekommt Rungholt von mir 5 von 5 Sternen!

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