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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.12.2025

Süß und unterhaltend

The Penguin Paradox
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Das ganz besondere Setting des Romans auf einer Forschungsstation in der Antarktis hat mich total angesprochen und war auch eindeutig das Beste an dem Roman für mich. Die Beschreibungen der Landschaft, ...

Das ganz besondere Setting des Romans auf einer Forschungsstation in der Antarktis hat mich total angesprochen und war auch eindeutig das Beste an dem Roman für mich. Die Beschreibungen der Landschaft, die Abschnitte über Pinguine, die gemütliche Forschungsstation und die winterliche Atmosphäre waren einfach super und perfekt für ein paar Lesestunden in der kalten Jahreszeit.
Leider hat mich die Liebesgeschichte zwischen den beiden Hauptcharakteren nicht so ganz überzeugt. Besonders Emmeries Gedanken waren ein bisschen schwierig nachzuvollziehen, vor allem weil sie ja eine rationale, schlaue Wissenschaftlerin sein soll, aber sich die ganze Zeit von Vorurteilen und Gerüchten leiten lässt. Ihre ganze Abneigung zu Beckett macht einfach nicht wirklich Sinn und wirkt konstruiert. Das Hin und Her zwischen den beiden war zum Teil auch einfach nervig und übertrieben.
Trotzdem war das Buch eine ganz nette Unterhaltung für zwischendurch.

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Veröffentlicht am 13.12.2025

Weibliche Selbstbestimmung und Erwachsenwerden im Faschismus

Was vor uns liegt
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In dem Roman aus dem Jahr 1938 geht es um 8 junge Frauen aus verschiedenen sozialen Schichten und Regionen Italiens, die während ihres Studiums in Rom zusammen in einem Konvikt leben, und alle unterschiedliche ...

In dem Roman aus dem Jahr 1938 geht es um 8 junge Frauen aus verschiedenen sozialen Schichten und Regionen Italiens, die während ihres Studiums in Rom zusammen in einem Konvikt leben, und alle unterschiedliche Wege gehen im Streben nach Freiheit und Selbstbestimmung.

Dieser Roman hat mir sehr gut gefallen. Wir erfahren viel über die Lebensrealitäten von jungen Frauen im Italien der 30er Jahre. Strenge Regeln und kaum Alternativen zu einem Leben als "nur" Ehefrau und Mutter. Der Konvikt ist für die Frauen wie ein Zwischenraum bevor es ins richtige Leben, in die Realität geht. Hier kommen Frauen aus den unterschiedlichsten sozialen Schichten zusammen, die sich sonst nie kennengelernt hätten. Alle haben unterschiedliche Hintergründe, Ziele und Bestrebungen und doch leiden alle gleichermaßen unter den strengen Konventionen für Frauen. Alle Charaktere sind interessant und haben ihre Stärken und Schwächen. Besonders beeindruckt hat mich, wie die nach den damaligen Konventionen moralisch fragwürdigen Entscheidungen der Mädchen behandelt werden -mit Erklärungen, Verständnis und Empathie und kaum moralischer Wertung.
Das Buch liest sich sehr gut und kurzweilig, was sicher auch der guten Übersetzung geschuldet ist. Generell ist es beachtlich wie modern der Roman wirkt und teilweise zeitlos, obwohl er fast 100 Jahre alt ist. Einige Handlungsstränge sind wirklich bemerkenswert für die Zeit und es ist offensichtlich warum das Buch verboten wurde im Faschismus.
Ich hätte mir nur gewünscht, dass es ein paar weniger Hauptcharaktere gäbe, da es am Anfang ein bisschen schwer ist den Überblick zu behalten und man so einige Handlungsstränge noch vertiefen hätte können.

Insgesamt ist es aber ein sehr besonderes Buch, das mich auf andere Bücher der Autorin neugierig gemacht hat und mir auf jeden Fall in Erinnerung bleiben wird. Ich würde es allen empfehlen, die Interesse an vielfältigen und starken Frauencharakteren und an der Geschichte von Frauenrechten haben.

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Veröffentlicht am 03.12.2025

Düster, tragisch und sehr bewegend

Medea
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In diesem Roman wird die Figur Medea aus der griechischen Mythologie zur Protagonistin und wir bekommen einen Einblick in die Hintergründe ihrer tragischen Geschichte. Medea ist seit ihrer Kindheit ...

In diesem Roman wird die Figur Medea aus der griechischen Mythologie zur Protagonistin und wir bekommen einen Einblick in die Hintergründe ihrer tragischen Geschichte. Medea ist seit ihrer Kindheit von Einsamkeit und Missachtung gequält wegen ihrer magischen Fähigkeiten. Als der tollkühne Held Jason in Kolchis auftaucht, sieht sie ihrer Chance auf eine Flucht mit ihm aus ihrer Heimat, die sich wie ein grausames Gefängnis anfühlt. Es folgt eine spannende und immer düsterer werdende Geschichte von Liebe, Leidenschaft, Macht, Verrat und Rache.

Medea ist eine faszinierende Protagonistin. Extrem facettenreich und komplex. Mächtig und gleichzeitig so verletzlich. Opfer und Täterin. Irgendwo zwischen Heldin und Bösewicht. Obwohl sie furchtbare Dinge tut, versteht man als Leser wieso sie sich dafür entscheidet und fühlt mit ihr.

Ein Faden, der sich durch die ganze tragische Geschichte zieht, sind machtsüchtige und manipulative Männer. Medea ist am Anfang im Prinzip nur ein trauriges, einsames Mädchen, was nur geliebt werden möchte und wird erst von ihrem Vater, dann von ihrer ersten Liebschaft ausgenutzt und immer weiter auf einen düsteren Weg getrieben. Der Roman zeigt gut wie das Patriarchat junge, naive Mädchen in den Ruin treiben kann und wie mächtige, selbstbestimmte Frauen verteufelt und gefürchtet werden.
Das Ende hat mir besonders gut gefallen, da es nicht war wie erwartet, aber der perfekte Abschluss für Medeas düstere Geschichte war.

Ein wirklich tolles Buch, was von Anfang bis Ende spannend war und mich sehr bewegt hat. Ein absolutes Jahreshighlight für mich! Medeas Geschichte hat mich zum Nachdenken gebracht und wird mich wahrscheinlich noch lange begleiten. Ich werde auf jeden Fall den Roman über Medusa von der selben Autorin lesen, da es mir so gut gefallen hat.

Eine klare Empfehlung für alle, die sich für griechische Mythologie oder die Geschichten von starken, mächtigen Frauen interessieren.

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Veröffentlicht am 23.11.2025

Leichter durch den Winter kommen

Wintern
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Die Autorin und Psychologin Karin Leibowitz ist für eine Forschungsstelle für ein Jahr in den Norden Norwegens gezogen und hat sich dort viel mit dem Winter und der Dunkelheit auseinander gesetzt. ...

Die Autorin und Psychologin Karin Leibowitz ist für eine Forschungsstelle für ein Jahr in den Norden Norwegens gezogen und hat sich dort viel mit dem Winter und der Dunkelheit auseinander gesetzt. Mithilfe von psychologischen Studien und persönlichen Anekdoten versucht sie dem Leser verschiedene Strategien näher zu bringen, die die kalte und dunkle Jahreszeit erträglicher oder sogar schön machen sollen. Dafür besucht sie viele unterschiedliche Orte auf der Welt im Norden und schaut sich die Wintertraditionen und Bräuche in den verschiedensten Kulturen an.

Das Buch hat sich für mich durch die vielen persönlichen Anekdoten sehr leicht gelesen, obwohl es ein Sachbuch ist und viele Studien, die genannt wurden, fand ich auch ganz interessant. Für Leute, die sich schon ein bisschen mit dem Thema, wie man den Winter schöner gestalten kann, beschäftigt haben, ist aber leider nicht viel neues dabei. Für mich waren eigentlich keine Ratschläge neue Erkenntnisse und es wurde auch viel wiederholt oder durch unnötig viele Beispiele unterlegt. Also das Buch hätte meiner Meinung nach deutlich gekürzt werden können.

Ich würde es allen empfehlen, die sich für Wintertraditionen in unterschiedlichen Ländern und für psychologische Studien zu dem Thema interessieren. Außerdem für Leute, die den Winter hassen und sich noch nicht viel mit dem Thema beschäftigt haben.

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Veröffentlicht am 10.11.2025

Originelle Idee, aber leider enttäuschend

Plant Lady
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In Plant Lady geht es um Yu-hee, die mit großer Leidenschaft einen Pflanzenladen betreibt und dort einen Zufluchtsort für Frauen, die Probleme (insbesondere mit übergriffigen Männern) haben, aufbaut.

Das ...

In Plant Lady geht es um Yu-hee, die mit großer Leidenschaft einen Pflanzenladen betreibt und dort einen Zufluchtsort für Frauen, die Probleme (insbesondere mit übergriffigen Männern) haben, aufbaut.

Das Cover des Buches ist absolut toll gestaltet und fängt auch die besondere Stimmung sehr gut ein. Da mir die Leseprobe sehr gut gefallen hat, war ich sehr gespannt auf das Buch und hatte auch einige Erwartungen daran. Die originelle Idee, das besondere Setting, eine mystische Atmosphäre und ein feministisches Thema - alles genau mein Geschmack.

Leider war die Umsetzung letzenendes enttäuschend und ist dem Potenzial der Geschichte meiner Meinung nach nicht gerecht geworden.
Die verschiedenen Charaktere hatten kaum Tiefe und die Sprache ist komplett emotionslos. Der Aufbau war teilweiße verwirrend und es kam nie wirklich Spannung auf, da jedes Kapitel in sich abgeschlossen war. Dies könnte aber auch eventuell an der Übersetzung liegen.
Ich denke als Kurzgeschichte, wie es wohl am Anfang gedacht war, hätte es deutlich besser funktioniert oder man hätte noch mehr ausarbeiten müssen.

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