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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.02.2025

Als Denkanstoß grundsätzlich geeignet

Kraftakt: Warum wir uns neu bewähren müssen
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Meine Meinung
Wer nicht gerade unter einem Stein lebt oder mit völligem Desinteresse an der Gesellschaft durch die Welt läuft, dem dürfte sicherlich aufgefallen sein, dass es nicht nur in Deutschland nicht ...

Meine Meinung
Wer nicht gerade unter einem Stein lebt oder mit völligem Desinteresse an der Gesellschaft durch die Welt läuft, dem dürfte sicherlich aufgefallen sein, dass es nicht nur in Deutschland nicht gerade perfekt läuft. Soziale, wirtschaftliche und gesellschaftliche Problematiken sind dabei definitiv Dinge, die angesprochen werden müssen – und daher ist dieses Buch als Anregung zur Beschäftigung mit diesen Themen in meinen Augen durchaus eine geeignete Lektüre.

Der Aufbau des Buches hat in meinen Augen ehrlich gesagt keine logische Struktur erkennen lassen, es werden zwar zahlreiche Problematiken aufgegriffen, warum aber gerade diese Reihenfolge der Beiträge gewählt wurde, hat sich mir nicht erschlossen. Ohne einen roten Faden gab es für mich zwar keine wirkliche Struktur, für eine Gesamtaufnahme aktueller Problemstellungen ist das aber vielleicht tatsächlich auch einfach zweitrangig.

Inhaltlich fand ich die Auswahl der Themen durchaus spannend, auch wenn ich ehrlich gesagt nicht mit allen Anregungen und Aussagen übereinstimme. Um sich Gedanken über nötige Veränderungen zu machen ist das meiner Meinung nach aber auch gar nicht nötig, da die Grundidee des Buches im Idealfall eine selbstständige Beschäftigung mit den Problemstellungen anregen sollte und daher auch dann interessant sein kann, wenn man sich mit dem ein oder anderen Thema vielleicht schon eingehender beschäftigt hat.


Fazit
Auch wenn ich definitiv nicht allen Aussagen in diesem Buch zu einhundert Prozent zustimmen würde, fand ich die aufgegriffenen Problematiken durchaus interessant zu lesen. Um sich eine eigene Meinung zu bilden und Denkprozesse anzustoßen eignet sich das Buch in meinen Augen daher auf jeden Fall, insbesondere in der aktuellen Situation und selbst dann, wenn man sich selbst nicht unbedingt für den politisch bestinformiertesten Menschen hält.

Dafür gibt es knappe vier Bücherstapel von mir.

Veröffentlicht am 12.02.2025

Hochspannendes Setting

Eisrausch
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Worum geht’s?
Nach dem Mord an zwei Arbeitern eines Tagebauprojekts in Grönland wird John Kaunak mit den Ermittlungen in diesem Fall beauftragt. Als vermeintlicher Sicherheitschef stößt er jedoch schon ...

Worum geht’s?
Nach dem Mord an zwei Arbeitern eines Tagebauprojekts in Grönland wird John Kaunak mit den Ermittlungen in diesem Fall beauftragt. Als vermeintlicher Sicherheitschef stößt er jedoch schon bald auf deutlichen Widerstand bei seinen Ermittlungen – und begegnet dabei nicht nur den „Interessenvertretern“ der globalen Wirtschaftsmächte, sondern auch skrupellosen Verbrechern, die auch vor weiteren Morden nicht zurückschrecken.


Meine Meinung
Von dem in Grönland angesiedelten Setting war ich bei diesem Buch tatsächlich schon nach dem Lesen des Klappentextes angefixt, weshalb ich wirklich hohe Erwartungen an die Geschichte hatte. Überzeugt hat mich dann beim Lesen vor allem das hohe Erzähltempo, auch wenn es sicherlich Szenen gab, bei denen es der Autor vielleicht ein kleines bisschen übertrieben hat.

Die Handlung an sich steigt direkt mit dem ersten Mord ein, was ich grundsätzlich sehr spannend fand, danach folgen dann aber einige Sprünge, die es mir persönlich schwer gemacht haben, mich vernünftig zu orientieren. Etwas mehr Ruhe und Struktur wären an dieser Stelle sicherlich ganz praktisch gewesen, insbesondere da Ermittler John Kaunak eine Figure war, an die ich mich erst gewöhnen musste.

Grundsätzlich bin ich nach einigen Kapiteln recht schnell mit ihm warm geworden, auch wenn ich persönlich nicht den Eindruck hatte, dass man über seine doch eher eigenwillige Persönlichkeit besonders viel hätte erfahren sollen. Im Laufe der Geschichte fand ich allerdings schon, dass er sich recht gut entwickelt hat und mir dabei als Figur auch durchaus sympathisch wurde.

Die Ermittlungen selber waren mitunter durch eine Prise Zufall und etwas Glück vielleicht etwas zu konstruiert für meinen Geschmack, die Kombination aus Öko- und Politthriller hat das thematisch für mich aber durchaus ausgleichen können. Die obligatorische Action ließ sich dabei zwar nicht vermeiden, die Geschichte hat bei mir aber definitiv nicht den Eindruck einer schlechten Bond.-Parodie hinterlassen, weshalb ich beim Lesen trotzdem gut unterhalten wurde.


Fazit
Dieses Buch setzt zwar nicht nur beim Setting mitunter auf das ein oder andere Extrem, völlig überzeichnet wird die Geschichte dadurch aber glücklicherweise nicht. Wer nach einem spannenden Thriller vor spektakulärer Kulisse sucht, wird mir diesem Buch daher sicherlich glücklich werden.

Von mir gibt es dafür vier Bücherstapel.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.02.2025

Ein etwas enttäuschendes Motiv

Stummer Schrei
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Worum geht’s?
Als in Schweden ein fanatischer Klimaaktivist Amok zu laufen scheint, werden Eva Nymann und ihre Sonderermittlungseinheit auf die Mordfälle angesetzt. Die Suche nach einem Tatverdächtigen ...

Worum geht’s?
Als in Schweden ein fanatischer Klimaaktivist Amok zu laufen scheint, werden Eva Nymann und ihre Sonderermittlungseinheit auf die Mordfälle angesetzt. Die Suche nach einem Tatverdächtigen gestaltet sich eher schwierig, was die Bevölkerung in helle Aufregung versetzt – bis Eva mysteriöse Briefe erhält, deren Inhalt auf einen Täter hinweisen, der ausgerechnet einmal Evas Mentor und großes Vorbild war.


Meine Meinung
Mit Arne Dahl kann man eigentlich kaum etwas falsch machen, vor allem dann nicht, wenn man ohnehin schon bekennender Schweden-Krimi-Fan ist. Auch in diesem Fall fand ich die Idee der Geschichte unglaublich spannend, weshalb ich trotz eigentlich anders lautenden Vorsätzen mal wieder in eine neue Reihe eingestiegen bin.

Gut gefallen haben mir auf jeden Fall das Setting und der Erzählstil, da man beim Lesen einfach direkt im Geschehen landet und in Erwartung weiterer Mordanschläge ganz automatisch ins Mitfiebern kommt. Der Spannungsbogen lässt bis zum Schluss auch wirkilch keinen Hänger zu, weshalb eigentlich konstant irgendetwas passiert und man definitiv ein wenig aufpassen muss, um nicht von der Dynamik der Handlung überrollt zu werden.

Womit ich mich dann allerdings tatsächlich ein wenig schwer getan habe, waren leider die Figuren, da ich bis weit in die zweite Hälfte der Geschichte teils nicht zuordnen konnte, wer eigentlich wer ist. Da ich mich sowohl am Buch, als auch am Hörbuch versucht habe und das Problem bei beiden Formaten hatte, ist mir das leider auch im Nachhinein noch recht deutlich in Erinnerung geblieben.

Auch die Auflösung fand ich ein wenig enttäuschend, da sämtliche Ereignisse zuvor eigentlich auf einen Täter mit einer festen Ideologie, einem Plan und einem deutlichen Ziel hinweisen, was für mich auch thematisch zur Idee der Geschichte gepasst hat. Schlussendlich läuft es dann allerdings auf ein eher substanzloses Motiv und jede Menge verletzte Gefühle hinaus, was ich leider recht klischeehaft, platt und daher eher enttäuschend fand.


Fazit
Auch wenn mich die Charaktere und vor allem das Motiv des Täters schlussendlich nicht wirklich überzeugen konnten, fand ich das Buch an sich doch sehr spannend zu lesen. Thematisch bewegt sich die Geschichte dabei meiner Meinung nach wirklich am Zahn der Zeit, was die eher enttäuschenden Elemente des Buches für mich tatsächlich größtenteils kompensieren konnte.

Dafür gibt es knappe vier Bücherstapel von mir.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 12.02.2025

Spannender Reihenauftakt mit Realitätsbezug

Tode, die wir sterben
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Worum geht’s?
Im Süden Malmös fällt ein 13-Jähriger einer Schießerei zum Opfer – die Vermutungen reichen von Terror bis zur Bandenkriminalität, doch für die Öffentlichkeit steht schnell fest, dass in jedem ...

Worum geht’s?
Im Süden Malmös fällt ein 13-Jähriger einer Schießerei zum Opfer – die Vermutungen reichen von Terror bis zur Bandenkriminalität, doch für die Öffentlichkeit steht schnell fest, dass in jedem Fall Drogen schuld am Abwärtsstrudel des Brennpunktviertels und damit auch am Tod des Jungen sein müssen. Für das eilig zusammengewürfelte Ermittlerteam Karhuu und Nordh ist dieser Fall sicherlich kein Geschenk, doch als dann ein weiterer Mord geschieht, müssen sich nicht nur die beiden zusammenraufen, um das Verbrechen aufzuklären.


Meine Meinung
Schweden gehört wirklich zu meinen absoluten Lieblingssettings für Krimis und Thriller, von daher stand es für mich ohnehin völlig außer Frage, dass dieses Buch früher oder später auf meiner Leseliste landen musste. Auch als Reihenauftakt konnte mich die Geschichte dabei überzeugen, weshalb ich schon jetzt auf das Erscheinen der Fortsetzung hinfiebere.

Abgesehen vom Setting fand ich unabhängig von der Handlung an sich auch sehr spannend, wie aktuell das Thema Bandenkriminalität für Schweden ist. Je nach dem wie aufmerksam man die internationale Berichterstattung verfolgt, ist das zwar immer mal wieder Thema, in einem Buch verarbeitet habe ich das so ausführlich dargestellt allerdings noch nicht gesehen.

So traurig wie dieser Hintergrund natürlich ist, fand ich den Spannungsbogen unglaublich gut gelungen. Die beiden Protagonisten haben jeweils ein ganz ordentliches Päckchen zu tragen, was auch immer wieder thematisiert wird, im Verhältnis zu den Ermittlungen und den Entwicklungen im Bandenmilieu kam bei mir deswegen aber keine Langeweile oder Ungeduld auf. Darüber hinaus wollte ich insbesondere über Svea noch deutlich mehr herausfinden, was mein Interesse an der Geschichte hoch gehalten und die Spannung auf Band zwei der Reihe noch einmal verstärkt hat.

Über die Gestaltung der Charaktere lässt sich sicherlich streiten, was meiner Meinung nach vor allem daran lag, dass mitunter einige recht unangenehme Klischees bedient wurden. An dieser Stelle hätte man einige Dinge definitiv anders lösen können, da ich aber definitiv noch mehr über die Protagonisten und ihre jeweiligen Problemstellen erfahren möchte, hoffe ich in Band zwei auf eine etwas andere Umsetzung – denn der Rest der Geschichte hat mir ausgesprochen gut gefallen.


Fazit
Wer sich von Krimis mit sozialpolitischen Inhalten nicht abschrecken lässt, findet in diesem Buch definitiv eine spannende Mischung aus polizeilichen Ermittlungen, Protagonisten mit jeder Menge persönlichem Ballast und einem Einblick in die gesellschaftlichen Probleme Schwedens, die mich durch den gut entwickelten Handlungsbogen auf jeden Fall neugierig auf den nächsten Teil der Reihe gemacht hat.

Dafür gibt es alle fünf Bücherstapel von mir.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.02.2025

Eine wirklich enttäuschende Auflösung

4 Nächte - Fürchte die Dunkelheit
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Worum geht’s?
Anwalt Marc ist mehr als nur überrascht, als er gemeinsam mit seinem älteren Bruder und einigen Kollegen zu einem Survival-Camp mitten im Wald geschickt wird. Zwischen Teambuilding und Burn-Out-Prävention ...

Worum geht’s?
Anwalt Marc ist mehr als nur überrascht, als er gemeinsam mit seinem älteren Bruder und einigen Kollegen zu einem Survival-Camp mitten im Wald geschickt wird. Zwischen Teambuilding und Burn-Out-Prävention kommt es jedoch schnell zu mysteriösen Vorfällen – und als die erste Leiche gefunden wird, muss sich nicht nur Marc fragen, wer da eventuell noch so alles im Wald unterwegs ist.


Meine Meinung
An dieses Buch hatte ich tatsächlich relativ hohe Erwartungen, was nicht nur daran lag, dass die Geschichte sehr spannend klang, sondern auch daran, dass meine von Büchern nur eher schwer zu begeisternde Schwester den Autor wirklich gut fand. Die Umsetzung hat mich dann aber leider enttäuscht, auch wenn ich beim Lesen definitiv keine Langeweile hatte.

Das Setting an sich fand ich zunächst sehr spannend, da ich Geschichten mit „zivilisationsfernen“ Handlungsorten und den damit einhergehenden besonderen Gegebenheiten in letzter Zeit unglaublich gerne lese.

Bereits von den Figuren war ich dann leider schon nicht mehr überzeugt, was ich allerdings beim Lesen tatsächlich überraschend gut ausblenden konnte. Leider waren weder Protagonist Marc, noch sein Bruder Jens für mich irgendwie greifbar, da ihnen meiner Meinung nach konkrete Charaktereigenschaften gefehlt haben und ich ihr Handeln auch vor den Hintergründen der Geschichte mitunter einfach nicht nachvollziehen konnte. Darüber hinaus haben beide dezent manisch auf mich gewirkt, was man bei Marc ja noch halbwegs nachvollziehen konnte, das Verhalten von Jens konnte ich aber bis zum Schluss einfach nicht logisch erklären.

Der Spannungsbogen und die eingesetzten Effekte haben bei mir interessanterweise trotzdem ihr Ziel erreicht, denn beim Lesen kam bei mir trotz der teils unlogisch handelnden und seltsam wirkenden Figuren keine Langeweile auf und ich hatte auch nicht das Bedürfnis, das Buch abzubrechen. Insbesondere vor diesem Hintergrund kann ich daher über das Ende leider nur den Kopf schütteln, da ich die Zusammenhänge als ziemlich an den Haaren herbeigezogen empfunden habe und definitiv nicht den Eindruck hatte, dass diese Auflösung der aufgebauten Spannung gerecht werden konnte.


Fazit
Meine Erwartungen an diese Geschichte konnten leider nicht erfüllt werden, wobei mir das Ende als besonders enttäuschend in Erinnerung geblieben ist. Während des Lesens wollte ich zwar immer wissen, wer oder was hinter den Ereignissen im Wald steckt, da ich über die Auflösung dann allerdings nur den Kopf schütteln konnte, wende ich mich in Zukunft lieber anderen Büchern zu.

Dafür gibt es knappe drei Bücherstapel von mir.

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