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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.01.2026

Poetisch, eindringlich und hervorragend geschrieben

Tage des Lichts
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"Tage des Lichts" beleuchtet das Leben von Ivy. Der Roman beginnt an Ostern 1938; Kulisse ist ein englisches Landhaus. Zu diesem Zeitpunkt ist Ivy eine Teenagerin. Der Roman erzählt von sechs Tagen, die ...

"Tage des Lichts" beleuchtet das Leben von Ivy. Der Roman beginnt an Ostern 1938; Kulisse ist ein englisches Landhaus. Zu diesem Zeitpunkt ist Ivy eine Teenagerin. Der Roman erzählt von sechs Tagen, die das Leben von Ivy entscheidend geprägt haben. An seinem Ende ist sie 80 Jahre alt, sodass er nahezu ihr gesamtes Leben umfasst.
Als wir sie kennenlernen, ist sie voller Träume und Pläne. Ihr Leben soll groß, besonders, außergewöhnlich, leuchtend werden. Doch dann ereignet sich an diesem Ostersonntag 1938 eine Tragödie, die dazu führt, dass ihr Leben ganz anders als gedacht verläuft - sehr normal. So heiratet sie und bekommt Kinder. Doch aus dieser Normalität bricht sie Jahre später wieder aus, als sie Frances wieder begegnet - der Frau, die sie an diesem Ostersonntag 1938 zum ersten Mal sah. Zwischen den beiden Frauen besteht eine enorme Anziehungskraft, sie verlieben sich ineinander, haben heimlich eine Affäre miteinander.

Megan Hunters Schreib- und Erzählstil hat mir sehr gefallen, er ist sehr atmosphärisch, fast schon poetisch, man kann viel zwischen den Zeilen lesen. Es ist ein stiller und doch eindringlicher Roman, ein ebenso schöner wie dramatischer, einer, auf den man sich konzentrieren muss - sicher keiner für zwischendurch. Doch wer sich darauf einlässt, der wird belohnt.
Stellenweise empfand ich ihn als anstrengend zu lesen, musste Dinge erneut lesen - ich glaube, dass es daran lag, dass die Geschichte stellenweise etwas vor sich hinplätschert, Längen entstehen.
Trotzdem blieben sowohl Ivy als auch Frances für mich leider sehr blass und distanziert. Ich glaube, wenn die Autorin das anders gelöst hätte, dann hätte sie diese Liebesgeschichte anders und besser darstellen können, dann hätte man viel eher eine Verbindung zu Ivy und Frances aufbauen können. Ich hatte mir hier viel mehr erwartet und fand den Roman in dieser Hinsicht leider enttäuschend.
Die Auflösung und das Ende des Romans war überraschend und verblüffend.
Es geht also um Familie, Freundschaft, Pläne, Wünsche und Träume, Sehnsucht und Leidenschaft, gleichgeschlechtliche Liebe, Verlust, Schuld und Reue, die Frage, ob man seinem Herz oder seinem Verstand folgen sollte, die Frage, ob man sich wirklich gegen seine Gefühle wehren kann oder ob man nicht vielmehr machtlos gegen sie ist ...
Es ist ohne Frage ein sehr guter Roman, aber leider auch einer, der etwas hinter meinen Erwartungen zurückblieb.
Dennoch ist er lesens- und empfehlenswert für alle Leser, die dieses Genre und diese Art von Roman mögen.

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Veröffentlicht am 14.01.2026

Ein Moment, der alles verändert

Hazel sagt Nein
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Familie Blum -das sind Vater Gus, Mutter Claire sowie die beiden Kinder Hazel und Wolf- zieht von New York nach Riverburg in Maine. Gus hat dort eine Professur bekommen. Hazel befindet sich in ihrem letzten ...

Familie Blum -das sind Vater Gus, Mutter Claire sowie die beiden Kinder Hazel und Wolf- zieht von New York nach Riverburg in Maine. Gus hat dort eine Professur bekommen. Hazel befindet sich in ihrem letzten Jahr vor dem College.
Die Familie hofft auf ein ruhiges und schönes Leben am neuen Wohnort, doch daraus soll nichts werden: Direkt am ersten Schultag lässt der Direktor Hazel in sein Büro rufen. Sie kann sich das nicht erklären, da sie sich nichts hat zu Schulden kommen lassen - und ist noch viel fassungsloser, als sie dann im Büro ist und der Direktor ihr sagt, warum er sie zu sich rufen ließ: Jedes Schuljahr sucht er sich eine Schülerin aus, mit der er Sex haben will - und dieses Jahr hat er sich Hazel ausgesucht. Für den Fall, dass sie sich weigert, droht er ihr Konsequenzen für ihre Zukunft an.
Bisher hat noch keine Schülerin Nein gesagt, alle haben aus Angst um ihre Zukunft mitgemacht und es über sich ergehen lassen - doch Hazel ist anders. Hazel will es nicht. Hazel tut es nicht. Hazel sagt sofort Nein. Und vertraut sich ihren Eltern an. Und natürlich ist fortan nichts mehr so, wie es mal war für Hazel, für ihre Familie, an ihrer Schule und in Riverburg ...
******
Der Klappentext klang interessant und gut, die Leseprobe gefiel mir; und so wollte ich diesen Roman unbedingt lesen. Die Erwartungen waren hoch.
Positiv ist Jessica Berger Gross´ Schreib- und Erzählstil. Er hat mir gut gefallen, die Geschichte lässt sich sehr angenehm und flüssig lesen, und Angela Koonen hat das Ganze (wie übrigens bspw. auch schon Colleen Cambridge´s Phyllida-Bright-Krimireihe) sehr gut übersetzt.
Absoluter Mittelpunkt der Geschichte ist natürlich Hazel, doch auch die übrigen Familienmitglieder stehen im Mittelpunkt. Am liebsten mochte ich ihren kleinen Bruder Wolf; er ist wirklich wundervoll.
Die Geschichte fing stark an, ließ dann aber leider auch stark nach. Und damit sind wir leider auch bei einer Reihe von Kritikpunkten.
Die Geschichte wirkte auf mich immer wieder sehr konstruiert und unglaubwürdig. So kann ich mir bspw. beim besten Willen nicht vorstellen, dass der Direktor sich vor Hazel schon mehrere Opfer gesucht und gefunden haben soll, dass alle das mitgemacht haben sollen, dass kein Mädchen etwas gesagt und sich gewehrt haben soll, dass es nicht mal ernsthafte Gerüchte gegeben haben soll, dass es noch keine Konsequenzen für ihn gegeben haben soll.
Claire und Gus haben mich als Figuren an sich und auch als Eltern nicht überzeugt (Stichwort Gras, um eine Sache von vielen zu nennen). Sie bleiben auch sehr blass und distanziert - ganz im Gegensatz zu Wolf, den man sofort ins Herz schließt.
Der Roman entwickelte sich ganz anders als gedacht und erwartet. Die Sache, um die es eigentlich gehen sollte, stand für mich irgendwann nicht mehr genug im Mittelpunkt. So lag der Fokus bspw. viel zu wenig auf dem Direktor und seinem Leben, nachdem sein Verhalten öffentlich wurde, und den anderen Opfern. Darüber liest man fast nichts. Die Autorin schien irgendwie den roten Faden verloren zu haben. Plötzlich ging es um ein Buch, Interviews, sogar ein VOGUE-Fotoshooting ... es wurde alles zu märchenhaft, rosarot, happy. Nicht nur für Hazel, sondern auch für die übrigen Familienmitglieder lief in der Folge einfach alles viel zu glatt. Das wirkte sehr konstruiert, unglaubwürdig - und es passte für mich einfach hinten und vorne nicht zum Rest, zum Thema, zum eigentlichen und vermeintlichen Schwerpunkt der Geschichte. So viele Probleme, so ein schweres, ernstes Thema - und plötzlich führen alle ein Traumleben?
Es scheint, als wollte die Autorin allzu viele Themen in diesen Roman packen. Dadurch konnten nicht alle in der nötigen und wünschenswerten Tiefe behandelt werden, werden oft nur oberflächlichlich angekratzt und verlaufen dann im Sande - was für den Leser unbefriedigend ist. Weniger wäre hier also mehr gewesen.
Auch das Verhalten der Frau des Direktors war für mich schwer nachvollziehbar und unglaubwürdig. Ebenso die Sache mit Hazel und Noah - irgendwie konstruiert, wenig nachvollziehbar, wenig glaubwürdig.
Die Geschichte entwickelte sich wie gesagt ganz anders als erwartet, und das leider im negativen Sinne.
Gut fand ich hingegen bspw. die Tatsache, dass Hazel zu Erkenntnissen kommt, dass sie lernt, wächst, reift, erwachsener wird - wenngleich ich noch nicht weiß, inwieweit das zu der Hazel zu Beginn passt, inwieweit das glaubwürdig oder auch unglaubwürdig ist. Und obwohl das den allzu rosaroten Eindruck etwas ausgleicht, bleibt es doch am Ende ein allzu konstruiertes happy end, ist alles zu schnell zu einfach, zu schön, geraten das eigentliche Thema und die eigentlichen Probleme viel zu sehr in den Hintergrund.
Schließlich haben mir auch die Botschaften, die dieses Buch vermittelt, sehr gut gefallen.
Insgesamt konnte mich Jessica Berger Gross´ Debüt leider nicht ganz überzeugen - dennoch ist es eine Autorin, auf deren weitere Romane ich gespannt bin.

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Veröffentlicht am 12.01.2026

Unfassbar gut!

The Ordeals
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Sophia de Winter kennt ihre Eltern nicht, sie wuchs bei jemandem auf, der sie durch einen Vertrag an sich gebunden hat, der jeden ihrer Schritte überwachen konnte und für den sie Aufträge erledigen musste.
Sie ...

Sophia de Winter kennt ihre Eltern nicht, sie wuchs bei jemandem auf, der sie durch einen Vertrag an sich gebunden hat, der jeden ihrer Schritte überwachen konnte und für den sie Aufträge erledigen musste.
Sie hat genug von diesem Leben und flieht daher an die Killmarth-Academy, einer Akademie für Magie. Hinter diesen Mauern ist sie sicher, denkt sie. Und nicht zuletzt hofft sie, dort doch noch etwas über ihre Eltern erfahren zu können. Doch um wirklich dort studieren zu können, muss sie zuerst schwere und brutale Prüfungen, die sogenannten Ordeals, bestehen, in denen Illusionisten, Maskierer, Botaniker und Alchemisten antreten. Nur die Besten überleben die Ordeals und werden schließlich Studenten an der Killmarth-Academy. Man muss vorsichtig sein, denn man weiß nicht, wer Freund und wer Feind ist. Doch zu zweit ist man stärker, und so tun sich die Illusionistin Sophia und der Botaniker Alden Locke zusammen. Gemeinsam wollen sie die Ordeals meistern und ihre Magie stärken.
Zwischen Sophia und Alden besteht von Anfang an eine starke Anziehungskraft, doch für die Liebe bleibt nicht viel Zeit, denn in Killmarth drohen nicht nur durch die Ordeals, sondern auch durch andere Dinge größte Gefahren ...
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Fantasy ist wirklich nicht mein Genre - ich lese es nur äußerst selten, weil mir nur sehr wenige Werke gefallen. Oft bin ich schon nach dem Klappentext raus. Und noch weniger Werke dieses Genres können mich dann auch wirklich begeistern.
Hier war es jedoch anders - Cover und Klappentext fand ich auf Anhieb toll, und auch die Leseprobe fand ich großartig. Ich wollte "The Ordeals" also unbedingt lesen - und ich bereue es keine Sekunde, ganz im Gegenteil! Ich hätte was verpasst, wenn ich nicht zu dem Buch gegriffen hätte. "The Ordeals" ist absolut empfehlens- und lesenswert.
Die Geschichte ist unfassbar gut geschrieben, Rachel Greenlaws Stil ein wahrer Genuss, und schon deshalb lohnt sich die Lektüre absolut!
Auch ist sie herrlich atmosphärisch. Die Kulisse und die Figuren sind ebenfalls großartig. Die Autorin hat viele tolle neue Ideen, sodass man nie das Gefühl hat, die Geschichte so ähnlich schon mal gelesen zu haben. Auch Längen sucht man vergeblich.
Vor allem Sophia und Alden, ihre Annäherung, ihre Gefühle und ihre Liebe, die Szenen zwischen ihnen, ihre Dialoge ... sind einfach so toll ge- und beschrieben. Selten haben mich Protagonisten und ihre Dialoge so begeistert.
Nicht nur durch die Ordeals, sondern auch durch die anderen Dinge, die geschehen, herrscht eine düster-gefährliche Grundstimmung, die mir ebenfalls sehr gut gefallen hat. "The Ordeals" ist auch in jeder Hinsicht unglaublich spannend. Diese Spannung nimmt noch zu - und am Ende möchte man am liebsten sofort zum zweiten Band greifen und weiterlesen!
Neben all der Spannung und Gefahr kommen aber wie gesagt auch Leben und Lernen an der Akademie, Freundschaft, Liebe, Gefühle und auch ein paar spicy Szenen nicht zu kurz.
Ich bin absolut begeistert und überzeugt und freue mich schon sehr auf die Fortsetzung.
Uneingeschränkte Leseempfehlung! Wer dieses Buch nicht liest, der verpasst wirklich was. Dieses Buch wird allen gefallen, auch Lesern wie mir, bei denen Fantasy nun wirklich nicht zu den Lieblingsgenres gehört.
Dark Academia mag ich sehr. Romantasy mag ich eigentlich nicht allzu sehr - aber hier hat es mir unglaublich gut gefallen.
Rachel Greenlaw ist definitiv eine Autorin, von der man noch viel, viel mehr lesen will!

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Veröffentlicht am 10.01.2026

Nur ein absolut durchschnittlicher Thriller

Eisnebel
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Theodora und Connor sind noch nicht lange zusammen, aber schon verlobt. Seine Familie ist skeptisch, da sie steinreich ist und vermutet, dass Theodora nur hinter dem Geld her ist. Also wollen sie sie genau ...

Theodora und Connor sind noch nicht lange zusammen, aber schon verlobt. Seine Familie ist skeptisch, da sie steinreich ist und vermutet, dass Theodora nur hinter dem Geld her ist. Also wollen sie sie genau unter die Lupe nehmen.
Sie ist eingeladen, eine ganze Weile mit der Familie auf Idlewood, einem Berg, der der Familie gehört, mit ihnen zu verbringen.
Doch sie bekommt schon bald anonyme Nachrichten auf ihr Handy, die sagen, dass sie sich von Connor fernhalten soll und besser nicht nach Idlewood gekommen wäre. Und es geschehen noch mehr mysteriöse Dinge.
Theodora hat das Gefühl, schon mal an diesem Ort gewesen zu sein, doch zunächst kann sie sich die Sache nicht erklären. Nach und nach kehren ihre Erinnerungen zurück - und es sind keine guten ...
Bald wird klar, dass sowohl Theodora als auch die Familie viel zu verbergen haben und dunkle Geheimnisse hüten. Geheimnisse, die besser nie ans Licht kämen.
Theodora stellt heimlich Nachforschungen an - und macht eine Entdeckung, die ihr das Blut in den Adern gefrieren lässt und ihr sagt, dass sie schnellstmöglich verschwinden sollte. Doch das ist wegen des Wetters nicht möglich. Wird Idlewood zur tödlichen Falle werden?
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Es klang nach einem Thriller, der perfekt in die Jahreszeit passt. Die Leseprobe hatte mir gut gefallen, und so waren die Erwartungen hoch.
Rückblickend muss ich leider sagen, dass sie nicht erfüllt wurden.
Der Schreibstil ist in Ordnung, wenn auch nichts Besonderes, lässt sich immerhin angenehm flüssig lesen.
Die Figuren blieben mir zu blass und distanziert. Die Handlung wirkt sehr konstruiert und dadurch nicht glaubwürdig.
Und es war auch längst nicht so spannend und fesselnd wie erhofft, auf die versprochenen schwindelerregenden Wendungen musste man lange warten. Erst auf den letzten 100 Seiten kam Tempo in die Sache, wurde es spannend und nervenaufreibend.
Insgesamt leider nur ein absolut durchschnittlicher Thriller; es gibt wesentlich bessere. Das erwartete Highlight war es nicht. Aber immerhin passt er gut in die Jahreszeit.

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Veröffentlicht am 31.12.2025

Ein großartiges Kochbuch!

Meine Tiroler Welt
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Viktoria Fahringer ist die jüngste Haubenköchin Österreichs. Mit "Meine Tiroler Welt" ist nun ihr erstes Kochbuch erschienen. Hierfür ist sie ein Jahr lang durch ihre Heimat gereist, hat einige ihrer Produzenten ...

Viktoria Fahringer ist die jüngste Haubenköchin Österreichs. Mit "Meine Tiroler Welt" ist nun ihr erstes Kochbuch erschienen. Hierfür ist sie ein Jahr lang durch ihre Heimat gereist, hat einige ihrer Produzenten besucht - ein Road Trip durch Tirol. Und so ist es nicht nur ein Kochbuch, sondern auch ein Reisebericht, eine Reportage, durch den/die man Tirol und die Produzenten näher kennenlernt.

Das Buch umfasst über 200 Seiten, ist sehr hochwertig aufgemacht, auch mit Lesebändchen, und enthält sehr viele ganz- und doppelseitige Bilder, sowohl von den Gerichten als auch von Viktoria, Tieren und Natur sowie von den Besuchen bei den Produzenten. Schon das Durchblättern ist eine wahre Freude, lässt einen die Fotos genießen und macht viel Lust auf die Arbeit mit dem Buch und das Nachkochen der Rezepte. Man möchte sofort loslegen - und genau das habe ich auch getan.

Die Rezepte sind nach Jahreszeiten geordnet. Im Frühling gibt es Getreide und Gemüse, im Sommer Käse, Fisch, Lamm und Rind, im Herbst Knödel, Wild, Pilze und Kalb, im Winter Nachspeisen. Abgerundet wird das Buch durch Register und Glossar. Nach einem Vorwort von Viktoria geht es los.

Im Frühling gibt es bspw. Grießnockerlsuppe, Kartoffelblattln, Bärlauchsuppe, Rahmwirsing mit Speck, Kartoffel-Millefeuille, Tomatensalat, Apfelrotkraut, im Sommer Käsespätzle und Röstzwiebeln, Krautsalat, Kaspressknödel, im Herbst Kartoffelknödel, Semmelknödel, Spinatknödel, Schupfnudeln mit Kräuterseitlingen, Eierschwammerl-Gulasch, im Winter Kaiserschmarren, Apfelmus, Apfelradl, Sauerrahm-Holunderblüteneis, Buchteln mit Marillenmarmelade, Germknödel, Kiachl mit Preiselbeermarmelade, Nuss-Schupfnudeln, Topfenknödel mit Zwetschgen, Zwetschgenröster, Topfen-Rahm-Strudel, Honigparfait mit Ribiselkonfit, geeisten Kaiserschmarren ...

Erwähnenswert ist auch, dass es zu manchen Rezepten, etwa zu den Käsespätzle und Kartoffelknödeln, neben den klassischen Rezepten auch glutenfreie und vegane alternative Rezepte gibt. Auch bei den Desserts sind manche vegan und manche vegan und glutenfrei möglich und es gibt dafür ein alternatives Rezept.

Sehr positiv finde ich, dass es wirklich zu jedem Gericht ein Foto gibt, und zwar ein großes ganzseitiges. Diese sind wunderschön anzusehen, machen viel Appetit - und man weiß sofort, wie das jeweilige Gericht aussehen soll und wird.

Die Koch- und Arbeitszeiten und die Portionen sind immer angegeben. Nährwert- oder wenigstens Kalorienangaben gibt es nicht, was mich hier aber nicht stört - schließlich weiß man, dass die Tiroler Küche deftig und nicht kalorienarm ist. Auf Kalorien achtet man da sicher nicht.

Die Rezepte sind absolut übersichtlich, gut erklärt, gelingsicher, oft durch zusätzliche Tips von Viktoria abgerundet. Man sieht sofort, welche Zutaten man braucht. Wenn man sich an die Arbeitsschritte, die immer einfach und klar beschrieben sind, hält, kann nichts schiefgehen. Und Viktorias Tips tragen zusätzlich zum Gelingen bei. Neben Zubereitungstips an sich findet man bspw. auch Tips dazu, welche Gerichte man gut miteinander kombinieren kann.

Es finden sich im Buch auf viele QR-Quodes bei den Rezepten; dort erhält man weitergehende Tips, Infos und Anleitungen, etwa zur Millefeuille-Schichtung. Ich könnte mir vorstellen, dass das für ältere Menschen nachteilig ist und es für sie besser wäre, wenn solche Anleitungen im Buch selbst bei den jeweiligen Rezepten enthalten wären. Und ich muss gestehen, dass ich dies auch bevorzugt hätte, obwohl ich jung und in Sachen Technik fit bin. Ich hätte Sachen wie die Anleitung zur Millefeuille-Schichtung und weitere Anleitungen lieber direkt im Buch gehabt. Mit QR-Code finde ich persönlich es umständlicher und auch nicht so schön. Aber das soll nicht allzu sehr ins Gewicht fallen, da das Buch ansonsten einfach nur großartig ist und das auch nur eine persönliche Vorliebe bzw. Abneigung ist.

Zu vielen Rezepten braucht man meiner Meinung nach aber auch keinen QR-Code - für Käsespätzle, Kaspressknödel oder Apfelmus braucht man sicher keine Herstellungsanleitung (jedenfalls dann nicht, wenn man kein blutiger Kochanfänger ist), sodass es sicher auch ohne diese QR-Codes geht, wenn man kein Fan davon ist.

Das Buch enthält wirklich viele vegetarische Rezepte, sodass es auch perfekt für Vegetarier ist. Ich als Vegetarierin bin mit dem Buch absolut glücklich - die Fleisch- und Fischesser der Familie aber ebenso, weil sich für sie auch genug tolle Rezepte mit Fleisch und Fisch finden und man ansonsten bei Gerichten wie Käsespätzle mit Röstzwiebeln auch sicher kein Fleisch vermisst.

Die Rezepte weisen verschiedene Schwierigkeitsgrade auf, viele sind jedoch wirklich einfach und gelingsicher, zumal die Anleitungen in den Rezepten und Viktorias Tips nicht besser sein könnten. Daher denke ich, dass auch Kochanfänger viel Freude und Erfolgserlebnisse mit diesem Buch haben werden. Aber auch für Leute wie mich, die schon ewig und viel und gerne kochen, ist das Buch perfekt, da man so viele tolle Rezepte entdecken kann. Alle Rezepte, die wir bisher getestet haben, waren ein voller Erfolg. So kochen wir bspw. schon ewig Käsespätzle mit Röstzwiebeln, Rahmwirsing, Kartoffelknödel, Semmelknödel, Spinatknödel, Schupfnudeln, und haben schon entsprechend viele Rezepte getestet - aber nichts war so gut wie die Rezepte von Viktoria! Wir werden diese Gerichte nur noch nach ihren Rezepten zubereiten. Andere Rezepte, etwa Kartoffelblattln, Kartoffel-Millefeuille, Apfelradl, Sauerrahm-Holunderblüteneis, Kiachl mit Preiselbeermarmelade, Topfen-Rahm-Strudel, Honigparfait ... haben wir neu entdeckt.

Es ist eines dieser Kochbücher, die wir auf Anhieb geliebt haben, das jetzt schon fleißig benutzt wird und das schon jetzt aus unserer Küche nicht mehr wegzudenken ist. Das ist ein Lieblingskochbuch und wird es ganz sicher auch immer bleiben.

"Meine Tiroler Welt" ist einfach uneingeschränkt empfehlenswert und ein Muss für alle, die die Tiroler Küche entdecken und auch zu Hause genießen wollen!