Ich bin schon lange großer Fan der Ernährungsdocs, liebe ihre Rezepte und war daher sehr gespannt auf das neueste Buch.
Zielgruppe sollen Menschen sein, die endlich gesund abnehmen wollen. Ansatzpunkt ist der, dass die Abnahme an stillen Entzündungen im Körper scheitern kann. Diese spielen nicht nur bei der Entstehung vieler Krankheiten eine Rolle, sondern stellen auch ein zusätzliches Problem bzgl. Übergewicht und Abnahme dar, da sie Sättigungshormone schwächen und Heißhunger fördern und so eine Abnahme oft unmöglich machen. Daher enthält das neue Buch 70 antientzündlich wirkende Rezepte, mit denen die Abnahme endlich gelingt.
Grundsätzlich stimme ich dem zu - aber ich würde die Zielgruppe noch deutlich weiter fassen. Aus meiner Sicht ist das Buch keineswegs nur was für Menschen, die abnehmen wollen. Entzündungen sind letztlich DIE Ursache ALLER Krankheiten. Daher sollten alle Menschen, gleich welchen Alters und gleich welcher Figur, ein Interesse an gesunder und antientzündlicher Ernährung haben. Daher würde ich auch tatsächlich alle Menschen als Zielgruppe ansehen. Denn die antientzündlichen Rezepte helfen keineswegs nur bei einer Gewichtsreduktion, sondern stärken Stoffwechsel und Immunsystem, insbesondere auch den Darm, wo sich bekanntlich der allergrößte Teil des Immunsystems befindet.
Der erste Teil des Buches besteht aus einer Einführung und Erklärungen. Es wird erklärt, warum man keine Diäten mehr machen sollte, warum Entzündungen Übergewicht und andere Krankheiten fördern, was ein gesundes Gewicht ist ...
Es folgt ein Test, mit dem man herausfinden kann, wie sehr man sich schon antientzündlich ernährt - und dann wird ausführlich aufgezeigt, wie die Ernährungsumstellung gelingt. Zusätzlich gibt es eine Liste mit den besten antientzündlichen Lebensmitteln zum Abnehmen sowie zahlreichen Ernährungstips. Auch gibt es Tips zum Anfangen, die Bedeutung von Schlaf und einem generell gesunden Lebensstil, auch also genügend Bewegung und Entspannung, wird betont. Auch das gefällt mir, denn Schlafmangel und Stress lassen Stresshormone in die Höhe schnellen, welche ebenfalls erstens eine Abnahme unmöglich machen können und zweitens alles andere als gesund sind und viele Krankheiten auslösen können. Auch Dauerstress löst Entzündungen aus bzw. befeuert sie. Daher gefällt mir der ganzheitliche Ansatz der Ernährungsdocs sehr.
Es folgt der Rezeptteil. Das Buch ist übrigens wie gewohnt hochwertig aufgemacht, es gibt zu jedem Gericht ein Foto, meist ein großes ganzseitiges. Alle Fotos machen viel Appetit und Lust aufs Testen der Rezepte. Diese sind unterteilt in Frühstück, Hauptgerichte, kleine Gerichte sowie Gebäck im Mini-Format und Cremes & Eis. Ein Kickstart-Wochenplan sowie ein Sach- und Rezeptregister runden das Buch ab.
Die Rezepte sind meist für zwei Personen, enthalten stets Kalorien- und weitere Nährwertangaben sowie zusätzliche Tips bzw. Erklärungen der Ernährungsdocs. Die Rezepte sind sehr übersichtlich und gelingen und schmecken meist toll. Sie sind bunt gemischt, sodass eigentlich für jeden Geschmack etwas dabei ist. So gibt es etwa ein Basis-Proteinmüsli, Beeren-Granola mit Zimt und Vanille, Roggenvollkornbrot und Vollkornbaguettes, verschiedene bunte und gesunde Brotaufstriche, ein Fitnessomelett mit Paprika-Spinat-Gemüse, smoothies, ein buntes Gemüsecurry mit Kichererbsen und Basmatireis, Asia-Gemüse-Nudeln mit Pak Choi und Ei, Spaghetti mit Pilzfrischkäsesauce, Linsennudeln mit Blumenkohl und Spinat, Grünkernbratlinge mit jungem Gemüse, gefüllte Paprika mit Linsen-Avjar-Sugo, ein paar Gerichte mit Fisch und Fleisch, Kräutersalat mit Blumenkohlbällchen sowie weitere Salate, Gemüsespaghetti mit Spinat-Käse-Sauce, Paprika-Tomaten-Suppe mit Quinoa, Kürbis-Kokos-Suppe mit Wakame-Algen, Johannisbeer-Muffins, Dattel-Haselnuss-Cookies, Schoko-Vollkorn-Haferkekse ...
Unsere Favoriten bisher sind das Beeren-Granola, das Roggenvollkornbrot, das Fitnessomelett, die Asia-Gemüse-Nudeln, die Grünkernbratlinge, die auch hervorragend zu Salat passen, die gefüllten Paprika, die Gemüsespaghetti sowie die Kürbis-Kokos-Suppe. Auch die Johannisbeer-Muffins, die Dattel-Haselnuss-Cookies sowie die Schoko-Vollkorn-Haferkekse sind lecker.
Einzelne Rezepte konnten uns nicht ganz überzeugen - so sind die Vollkornbaguettes zwar grundsätzlich eine tolle Rezeptidee, doch leider enthält das Rezept viel zu viel Hefe, sodass die Baguettes stark nach Hefe schmeckten und ich mich schon gefragt hatte, ob es sich vielleicht um einen Druckfehler handelt? Hier werden wir die Hefemenge künftig einfach deutlich reduzieren und damit experimentieren. Irgendwo zwischen 20-40 g dürfte die perfekte Hefemenge auf 800g Mehl (wir hatten das Rezept verdoppelt) liegen. Wenn man die herausgefunden hat, dann ist auch das ein tolles Rezept.
Ich persönlich hätte mir ein paar schokoladige Frühstücksrezepte gewünscht. Da gibt es so viele tolle Sachen im Internet, zum Beispiel mit rohem Kakao. Sowas im Buch wäre toll gewesen, da ich morgens am liebsten schokoladig esse, aber natürlich gesund und zuckerfrei (ich kann rohen Kakao nur empfehlen!).
Auch hätten es für uns gerne mehr süße, insbesondere schokoladige Rezepte hinten sein dürfen. Die vermissen wir etwas im Buch. Auch da gibt es sooo viele Möglichkeiten für gesunde, schokoladige, aber doch zuckerfreie und antientzündliche Süßigkeiten ...
Auch erschloss sich mir nicht ganz, warum für die Dattel-Haselnuss-Cookies Zuckerrübensirup verwendet wird. Die Konsistenz und Formbarkeit bekäme man sicher auch anders hin, und antientzündlich ist Zuckerrübensirup ja nun auch definitiv nicht ... nun kann man sagen, dass ja nur eine geringe Menge reinkommt und man diese Cookies zudem nur ab und an isst. Dennoch werde ich sie auch mal ohne den Zuckerrübensirup backen, denn mich störte der Geschmack etwas und ich könnte mir vorstellen, dass sie ohne nicht nur noch gesünder sind, sondern auch noch besser schmecken.
-Aber das ist Kritik auf hohem Niveau, denn es ist wie gesagt insgesamt ein sehr wertvolles und lehrreiches Buch mit tollen Rezepten, die gesund sind und schmecken! Die Rezepte mit Fisch und Fleisch sind wirklich überschaubar, sodass das Buch auch für Vegetarier bestens geeignet ist.
Insgesamt ist es wirklich ein absolut empfehlenswertes Buch, nicht nur für Menschen, die abnehmen wollen. Antientzündliche Ernährung ist für alle Menschen so wichtig; daher würde ich dieses Buch wirklich jedem empfehlen. Wir freuen uns schon auf das nächste Buch der Ernährungsdocs!