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Veröffentlicht am 26.01.2026

Geheimnisse auf der Insel

Die Housesitterin – Ein Traum von einem Job. Oder?
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Auf einer kleinen privaten Insel der einflussreichen Familie Waldner soll Cecilia (Lia) als Housesitterin fungieren. So hält sie sich zusätzlich zu ihren Online-Nachhilfestunden finanziell über Wasser ...

Auf einer kleinen privaten Insel der einflussreichen Familie Waldner soll Cecilia (Lia) als Housesitterin fungieren. So hält sie sich zusätzlich zu ihren Online-Nachhilfestunden finanziell über Wasser seit ihre Mutter gestorben ist. Dass sie ein Geheimnis hütet, wissen ihre Freunde nicht, welche sie übers Wochenende geladen hat, und auch diese spielen nicht mit offenen Karten. Ein listiges Katz-und-Maus-Spiel nimmt seinen Lauf.

Aus abwechselnden Blickwinkeln und mit etlichen Rückblenden im Handlungsverlauf erfährt der Leser diese spannende Geschichte aus Cecilias Leben. Als dieses eine böse Wendung nimmt, ist Nick, ihr Freund aus Kindertagen, eine wichtige Stütze. Allerdings ist er nicht sehr erfreut darüber, dass Lia plötzlich mit dem schnöseligen Millionärserben aus der Familie Waldner ausgeht. Hat sie sich tatsächlich in den arroganten jungen Mann verliebt oder stecken andere Beweggründe dahinter? Viele Erzählstränge müssen miteinander verflochten werden, etliche lose Enden miteinander verknüpft, bis es zu einem passenden Schluss kommen kann. Spannende Szenen wecken die Neugierde und den Wunsch zum Miträtseln, die raffinierte Strategie, einzelne Geschehnisse mehrfach aus unterschiedlichen Sichtweisen zu erzählen, geht voll auf. So wiederholen sich einige Episoden mit größerem Abstand und lassen jeweils ein weiteres Puzzlestück an den richtigen Platz fallen. Die wenigen beteiligten Figuren sind lebendig charakterisiert, die idyllische Privatinsel ein perfekter Schauplatz für allerlei Geheimnisse.

Psychologische Spielchen, Macht und Wissen im Schlagabtausch, Entscheidungen, die je nach Betrachtungsweise gut oder schlecht sein können – von der Housesitterin kann man so Einiges lernen. Leseempfehlung!


Veröffentlicht am 22.01.2026

Cöln im Ausnahmezustand

Sündflut 1784
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Nach der verheerenden Flutkatastrophe 1784 herrscht in Cöln der Ausnahmezustand, viele Häuser sind fortgerissen, Hab und Gut verloren, natürlich sind auch Menschenleben zu betrauern. Mitten in den Ruinen ...

Nach der verheerenden Flutkatastrophe 1784 herrscht in Cöln der Ausnahmezustand, viele Häuser sind fortgerissen, Hab und Gut verloren, natürlich sind auch Menschenleben zu betrauern. Mitten in den Ruinen sucht die Witwe Anna-Maria Scheidt nach brauchbaren Überresten aus ihrer Apotheke und wird prompt des Mordes an einem Advocaten bezichtigt. Während sie im Kerker darbt, versucht Henrik van Venray, Amtmann für policeyliche Wohlfahrterei, ihre Unschuld zu beweisen.

Mit ebenso akribischer Recherche zur Lebensweise der Menschen im 18. Jahrhundert wie beim Vorgänger Eisflut besticht Autor Marco Hasenkopf und lässt ein bildgewaltiges Schauspiel vor dem Auge des Lesers entstehen. Die Handlung erstreckt sich über die Monate März und April 1784, passenderweise als Lenzing und Launing bezeichnet. Auch sonst ist die Sprache so gewählt, dass man sich in die entsprechende Zeit zurückversetzt fühlt, die sorgfältig verwendeten Ausdrücke für Berufsbezeichnungen, Gewand oder Werkzeuge tun ihr Übriges für die spürbare Atmosphäre. Und schon ist man mittendrin in der aufregenden Geschichte, die in die Stuben der Reichen und Mächtigen führt, aber auch ins hiesige Hurenhaus und ein Netzwerk an Intrigen ans Licht befördert. Obgleich dieser Roman in sich abgeschlossen ist, ist es vorteilhaft, die Hauptfiguren schon aus Eisflut zu kennen, wodurch Zusammenhänge möglicherweise besser greifbar werden.

Mit vielen Einzelheiten zeichnet Hasenkopf eine überzeugende Ansicht von Cöln und dem benachbarten Mühlheim, charakterisiert seine Figuren aufs Genaueste. Der Ablauf der Geschehnisse ist logisch durchdacht und wird auf spannende Art und Weise zu Papier gebracht. Wenngleich die ersten Absätze noch gewöhnungsbedürftig scheinen in ihrer Ausdrucksweise, so taucht man recht schnell ein in die meisterlich eingefangene Stimmung der Zeit. Der Scheiterhaufen ist aufgeschichtet, Venray kämpft gegen Windmühlen und ein Urteil nach dem berüchtigten Hexenhammer – Spannung ist garantiert.

Akribische Recherche, historische Details samt Glossar und geschichtlicher Einordnung im Nachwort, gelungene fiktive Handlung – Sündflut liefert alles, was ein ausgezeichneter Historischer Roman bieten muss, somit auch diesmal eine Leseempfehlung!

Veröffentlicht am 22.01.2026

Geisterhafte Weihnachten

Good Spirits
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Nolan ist seit seinem Tod vor etwa hundert Jahren gefangen in der Welt der Geister. Alljährlich kommt er im Dezember auf die Erde zurück, um schlechte Menschen heimzusuchen und auf den rechten Weg zu bringen. ...

Nolan ist seit seinem Tod vor etwa hundert Jahren gefangen in der Welt der Geister. Alljährlich kommt er im Dezember auf die Erde zurück, um schlechte Menschen heimzusuchen und auf den rechten Weg zu bringen. Dieses Jahr wird er zu Harriet gesandt, aber die junge Frau ist doch ein durch und durch guter Mensch? Gemeinsam tauchen die beiden wie ein Wirbelwind in ihre Vergangenheit ein, um diese Mission zu verstehen.

Abwechselnd blicken wir aus Harriets und Nolans Sicht auf die ziemlich surreale Handlung, welche aufdecken soll, warum ausgerechnet diese zwei hier aufeinandertreffen. Harrietts vollgestopfter Antiquitätenladen und die stürmischen Zeitreisen bieten dafür einen gelungenen Rahmen, auch den Bezug zu Weihnachten betreffend. Die Botschaft hinter der Geschichte gefällt mir ebenfalls gut, sowohl Harriet als auch Nolan lernen wesentliche Dinge über sich selbst und dürfen sich weiterentwickeln. Man merkt schon, jetzt kommt ein „aber“: die beiden Figuren konnten mich im Laufe der Kapitel nicht wirklich fesseln in ihrem Tun oder besondere Gefühle in mir auslösen. Die Szenen – besonders im Mittelteil – wirken auf mich wie aufgefädelte Perlen, wiederholen sich, und liefern nicht ganz die humorvolle Unterhaltung, welche ich mir aufgrund anderer Leserstimmen auf der Buchrückseite erwartet habe. Die heißen Liebesmomente hingegen haben mich überrascht, das Ende wiederum gefällt mir ausgesprochen gut.

Ein ungewöhnlicher Weihnachtsroman mit einer süßen Katze, die verbindet.


Veröffentlicht am 21.01.2026

Herzliche Stimmung

Schneeflockenfunkeln
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Kurz vor Weihnachten reicht Lynn ihre Kündigung ein und quartiert sich in der Kleinstadt Starwood in Colorado bei ihrer Tante Rebecca ein. Da wird sie herzlich aufgenommen und auch sonst herrscht fernab ...

Kurz vor Weihnachten reicht Lynn ihre Kündigung ein und quartiert sich in der Kleinstadt Starwood in Colorado bei ihrer Tante Rebecca ein. Da wird sie herzlich aufgenommen und auch sonst herrscht fernab von Seattle eine [Zitat] weihnachtige Stimmung. Wenn da nur nicht die hässlichen Erinnerungen an den abgelegten Job wären und der charmante Tannenbaumverkäufer Miles.

Winterlich-weihnachtlich ist die Atmosphäre im Buch, funkelndes Schneeglitzern, würziger Tannenduft und süßer Keksgeschmack legen sich über unsere Sinne, während wir der Geschichte von Lynn und Miles folgen. Die Romanze muss Hürden überwinden, bevor sie richtig aufflammen kann und könnte gerne noch stärker knistern, währenddessen passieren bei Tante Rebecca und Lynns Eltern wahre Weihnachtswunder. Ein wenig überzogen, aber dennoch liebevoll in Szene gesetzt werden die Tage, an denen ein Adventkalender die Wartezeit verkürzt und die Kälte aus den Herzen vertreibt. Momente zum Schmunzeln – wie zum Beispiel der Bürgermeister und seine Dating-App – erheitern den Leser, die heiße Quelle für ein entspanntes Bad nach der Schneeschuhwanderung weckt Sehnsucht auf ein Wohlfühl-Wochenende und zum Schluss bekommt jeder das, was er verdient.

Wie anhand der Playlist unschwer zu erkennen ist, nimmt auch Taylor Swift einen entsprechenden Platz im Geschehen ein, somit ist dieser Roman für deren Fans bestimmt ein besonders willkommenes Geschenk.

Veröffentlicht am 20.01.2026

Unfallfolgen

Unaufhaltsam ehrlich
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Michael ist sieben, als er durch ein entsetzliches Unglück großflächige Brandverletzungen erleidet. Fortan hadert er mit seinem entstellten Körper, verzichtet darauf, sich sommerlich zu kleiden, geschweige ...

Michael ist sieben, als er durch ein entsetzliches Unglück großflächige Brandverletzungen erleidet. Fortan hadert er mit seinem entstellten Körper, verzichtet darauf, sich sommerlich zu kleiden, geschweige denn, schwimmen zu gehen. Zu den körperlichen Narben gesellen sich aber auch seelische, denn seine Eltern geben ihn bald darauf scheinbar leichten Herzens zur Adoption frei. Erst als Erwachsener kann er sich, ermutigt durch seinen Professor an der Filmhochschule, seinem Schicksal stellen.

Warmherzig und gefühlvoll erzählt Catherin Ryan Hyde die Geschichte von Michael, der schon früh viel ertragen muss. Da ist sein älterer Bruder, der ihn oft hänselt, da sind Eltern, welche ihn „wegwerfen“, seine sichtbaren und unsichtbaren Wunden begleiten ihn ständig durch seine Kindheit und Jugend. Mit neunzehn begegnet der junge Mann Professor Dunning, selbst gezeichnet durch Narben im Gesicht, welche er aber nicht zu verbergen versucht. Nach ernsthaften Gesprächen und durch die Seminaraufgabe, eine kurze Filmreportage zu erstellen, beschäftigt sich Michael erstmals mit seiner Vergangenheit und erkennt, dass seine Sicht der Dinge nicht die alleinige Wahrheit widerspiegelt. Vertrauen, Offenheit und die Akzeptanz seiner eigenen Unvollkommenheit sind nur einige der breitgefächerten Themen, welche dieser Roman anspricht. Mit vielerlei Problemen werden nicht nur die Figuren im Buch, sondern auch die Leser konfrontiert, sodass die Aufarbeitung kaum zu bewältigen ist. Weniger wäre da vielleicht mehr gewesen? Der Umgang mit Unfallfolgen und dem Verlust der leiblichen Eltern wird auf einfühlsame Weise betrachtet ohne sensationslüstern zu wirken. Interessante Gedanken der handelnden Personen und ihre Beweggründe für ihr Tun lässt Abwechslung ins Geschehen kommen und Verständnis entwickeln für die unterschiedlichen Seiten. Die unaufgeregte Herangehensweise an die Geschichte ist ein großer Pluspunkt dieses Romans.

Eine Vielzahl an Fragestellungen findet sich in diesem Buch, wichtige Themen werden aufgegriffen – mit dem ein oder anderen wird man sich als Leser noch länger beschäftigen und eigene Antworten suchen.