Cover-Bild Unaufhaltsam ehrlich
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11,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Tinte & Feder
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: Familienleben
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 320
  • Ersterscheinung: 20.01.2026
  • ISBN: 9782496740059
Catherine Ryan Hyde

Unaufhaltsam ehrlich

Marion Plath (Übersetzer)

Eine bewegende Geschichte über die Schönheit der Unvollkommenheit und den Mut, sich seiner Vergangenheit zu stellen, von Kindle-#1-Bestsellerautorin Catherine Ryan Hyde

Seit einem verheerenden Unfall, der ihn als Siebenjährigen für immer zeichnete, versteckt Michael seine Brandnarben vor der Welt. Doch vor allem kann er nicht verkraften, dass er damals zur Adoption freigegeben wurde. An der Filmhochschule begegnet Michael Jahre später Professor Robert Dunning, der seine eigenen Narben mit bemerkenswerter Offenheit trägt. Ermutigt von dessen Beispiel, startet der junge Mann ein Dokumentarfilmprojekt und entdeckt hinter perfekten Fassaden Menschen, die wie er mit ihrem Spiegelbild kämpfen. Mit jeder Geschichte, die seine Kamera einfängt, öffnet sich Michael mehr für das Leben – und für die Liebe. Doch um wirklich bei sich selbst anzukommen, muss er sich noch seiner schmerzhaftesten Frage stellen: Warum haben seine Eltern ihn damals verlassen?

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.01.2026

Unfallfolgen

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Michael ist sieben, als er durch ein entsetzliches Unglück großflächige Brandverletzungen erleidet. Fortan hadert er mit seinem entstellten Körper, verzichtet darauf, sich sommerlich zu kleiden, geschweige ...

Michael ist sieben, als er durch ein entsetzliches Unglück großflächige Brandverletzungen erleidet. Fortan hadert er mit seinem entstellten Körper, verzichtet darauf, sich sommerlich zu kleiden, geschweige denn, schwimmen zu gehen. Zu den körperlichen Narben gesellen sich aber auch seelische, denn seine Eltern geben ihn bald darauf scheinbar leichten Herzens zur Adoption frei. Erst als Erwachsener kann er sich, ermutigt durch seinen Professor an der Filmhochschule, seinem Schicksal stellen.

Warmherzig und gefühlvoll erzählt Catherin Ryan Hyde die Geschichte von Michael, der schon früh viel ertragen muss. Da ist sein älterer Bruder, der ihn oft hänselt, da sind Eltern, welche ihn „wegwerfen“, seine sichtbaren und unsichtbaren Wunden begleiten ihn ständig durch seine Kindheit und Jugend. Mit neunzehn begegnet der junge Mann Professor Dunning, selbst gezeichnet durch Narben im Gesicht, welche er aber nicht zu verbergen versucht. Nach ernsthaften Gesprächen und durch die Seminaraufgabe, eine kurze Filmreportage zu erstellen, beschäftigt sich Michael erstmals mit seiner Vergangenheit und erkennt, dass seine Sicht der Dinge nicht die alleinige Wahrheit widerspiegelt. Vertrauen, Offenheit und die Akzeptanz seiner eigenen Unvollkommenheit sind nur einige der breitgefächerten Themen, welche dieser Roman anspricht. Mit vielerlei Problemen werden nicht nur die Figuren im Buch, sondern auch die Leser konfrontiert, sodass die Aufarbeitung kaum zu bewältigen ist. Weniger wäre da vielleicht mehr gewesen? Der Umgang mit Unfallfolgen und dem Verlust der leiblichen Eltern wird auf einfühlsame Weise betrachtet ohne sensationslüstern zu wirken. Interessante Gedanken der handelnden Personen und ihre Beweggründe für ihr Tun lässt Abwechslung ins Geschehen kommen und Verständnis entwickeln für die unterschiedlichen Seiten. Die unaufgeregte Herangehensweise an die Geschichte ist ein großer Pluspunkt dieses Romans.

Eine Vielzahl an Fragestellungen findet sich in diesem Buch, wichtige Themen werden aufgegriffen – mit dem ein oder anderen wird man sich als Leser noch länger beschäftigen und eigene Antworten suchen.

Veröffentlicht am 20.01.2026

Ein Blick hinter die Fassaden

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Im Zentrum der Geschichte steht ein junger Mann, der gelernt hat, sich zu verstecken. Seit seiner Kindheit trägt er sichtbare und unsichtbare Narben. Die äußeren lassen sich verdecken, die inneren nicht. ...

Im Zentrum der Geschichte steht ein junger Mann, der gelernt hat, sich zu verstecken. Seit seiner Kindheit trägt er sichtbare und unsichtbare Narben. Die äußeren lassen sich verdecken, die inneren nicht. Dieses Spannungsfeld begleitet ihn durch sein Leben.
Der Weg an die Filmhochschule ist ein vorsichtiger Schritt nach vorn. Dort trifft er einen Professor, der offen mit seinen eigenen Verletzungen umgeht und dadurch Nähe zulässt. Er hilft ihm, offener zu werden und sich nicht mehr ständig zu verstecken.
Aus dieser Begegnung entsteht ein Dokumentarfilmprojekt. Es führt zu Gesprächen mit Menschen, die nach außen hin sicher wirken, innerlich aber mit sich kämpfen. Es geht um Scham, Selbstzweifel und das Gefühl, nicht zu genügen.
Auch das Thema Adoption wird zurückhaltend behandelt. Die Frage nach den leiblichen Eltern ist nicht immer gegenwärtig, aber spürbar. So bleibt die Frage immer im Hintergrund. Diese leise Präsenz macht das Thema glaubwürdig und berührend.
Der Schreibstil ist klar und leicht zu lesen. Die Autorin zeigt viel Verständnis für ihre Figuren. Einige Entwicklungen sind vorhersehbar und manches wirkt tröstlich. Spannung fehlt stellenweise, doch die Nähe zu den Figuren bleibt.
Die Haltung des Romans ist ruhig und menschlich. Es geht nicht um Mitleid, sondern darum, sich selbst anzunehmen. Nicht perfekt zu sein und sich nicht dafür zu entschuldigen. Diese Botschaft zieht sich durch die ganze Geschichte.
Am Ende bleibt ein Buch, das leise erzählt, von Verletzlichkeit und Nähe berichtet und zeigt, wie schwer es sein kann, sich selbst zu akzeptieren. Nicht alles überrascht, aber vieles wirkt ehrlich. Daher vergebe ich vier Sterne. 4 Sterne und eine klare Leseempfehlung für alle, die Geschichten über Menschen und ihre leisen Kämpfe schätzen.

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Veröffentlicht am 11.01.2026

Narben auf Körper und Seele

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Sein älterer Bruder animiert den siebenjährigen Michael dazu, eine Feuerwerksrakete zu zünden. Dabei wird er schwerstverletzt. Anschließend verbringt er Monate im Krankenhaus und auf Reha, erfährt er schließlich, ...

Sein älterer Bruder animiert den siebenjährigen Michael dazu, eine Feuerwerksrakete zu zünden. Dabei wird er schwerstverletzt. Anschließend verbringt er Monate im Krankenhaus und auf Reha, erfährt er schließlich, dass seine Eltern ihn zur Adoption freigegeben haben. Er kommt bei liebevollen Pflegeeltern unter, dennoch kann er nie verwinden, dass seine Eltern ihn »weggegeben« haben. Als Erwachsener versteckt er die Narben unter seinem Hemd und zeigt sich niemals ohne. Durch die Begegnung mit seinem Professor an der der Uni, der ebenfalls Brandwunden allerdings auf Gesicht und Hals trägt, wird ihm bewusst, dass er keinen Grund hat, sich zu schämen. Und er beschließt, einen Dokumentarfilm über Menschen zu machen, die unter ihrem Äußeren leiden. Auch Madeleine meldet sich, die sich beide Brüste hat amputieren lassen müssen ...

Die Autorin hat hier ein bedeutendes Thema aufgegriffen, das mich in der Umsetzung leider nicht ganz abholen konnte. Es schien mir auch, dass sie ein Zuviel an Problemen hineingepackt hat, die jedoch dann für mich ein wenig an der Oberfläche blieben. So beispielsweise Drogen und Alkoholkonsum, Krankenhaus und lange Reha, Adoption, Altersunterschied in einer Beziehung, Krebserkrankung und einiges mehr. Spannend war das Gespräch mit einem 103-Jährigen, der bei der Olympiade 1936 gewonnen und Hitler die Hand geschüttelt hat, statt ihm ins Gesicht gespuckt zu haben. In einem späteren Kapitel wird in einem Nebensatz erwähnt, dass er gestorben ist. Genauso Michaels Liebe Madeline: Der Altersunterschied wurde öfter erwähnt als ihre tödliche Krebserkrankung.
Meine Lieblingsfigur war Professor Dunning, eine starke Persönlichkeit, der mit seinem Schicksal beneidenswert offen und positiv umgeht. Gut dargestellt fand ich auch Michaels (schreckliche) leibliche Familie und wie viel besser er sich abseits von ihnen entwickeln konnte.
Fazit: Eine Story, die wichtige Themen anspricht und zum Nachdenken anregt.

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