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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 09.02.2026

Liebevolles Vorlesebuch, auch für Erstlesende

Was Drachen im Frühling machen
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Alle freuen sich auf den Frühling, erwachen vom Winterschlaf und machen erste Spaziergänge, beginnen mit dem Frühjahrsputz oder anderen wichtigen Dingen. Doch auf einmal beginnt es wieder zu schneien. ...

Alle freuen sich auf den Frühling, erwachen vom Winterschlaf und machen erste Spaziergänge, beginnen mit dem Frühjahrsputz oder anderen wichtigen Dingen. Doch auf einmal beginnt es wieder zu schneien. Drache Alfi und seine Freunde sind sich sicher: Der Frühling wurde entführt. Sie machen sich auf den Weg und wollen ihn retten.
Das Buch ist in einzelne kurze Kapitel aufgeteilt und eignet sich daher vorzüglich als Vorlesegeschichten vor dem Schlafengehen. Meinen Enkelkindern hat es gut gefallen, vor allem in den etwas tapsigen Alfi haben sie sich verliebt, es geschehen Missgeschicke, die zu lustigen Situationen führen. Auch die Illustrationen sind liebevoll und haben den Kleineren Spaß gemacht, während sich meine älteste Enkelin (7 Jahre) im Lesen versucht hat. Durch die einfach gehaltene Sprache war das schon gut möglich.
Mein Fazit: Ein gelungenes Vorlesebuch, das meine Enkelkinder und mich begeistert hat. Dass ich es bereits mehrmals vorlesen musste (durfte) sagt alles.

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Veröffentlicht am 04.02.2026

Ein Neuanfang auf dem Land

Ein Zuhause im Frühling
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Ella hat eine Fehlgeburt, auf die ihr Freund Patrick empathielos reagiert. Sie fragt sich, ob die Beziehung Zukunft hat und schlüpft im Haus ihrer Tante Magda in Wilsgrave unter, einem fiktiven Ort am ...

Ella hat eine Fehlgeburt, auf die ihr Freund Patrick empathielos reagiert. Sie fragt sich, ob die Beziehung Zukunft hat und schlüpft im Haus ihrer Tante Magda in Wilsgrave unter, einem fiktiven Ort am Land. Magda befindet sich gerade auf einer längeren Reise. Überrascht stellt Ella fest, dass sie nicht nur das Haus, sondern auch eine Hündin namens Tess hüten soll. Anfangs ist sie verbittert und verschlossen, doch mit Tess muss sie lange Spaziergänge unternehmen. Dabei trifft sie auf Devon, den Tierarzt, der ebenso wie sie aus der Stadt kommt und seinen kranken Vater vertritt. Die erste Begegnung verläuft turbulent, doch in dem kleinen Ort können sie einander nicht ausweichen. Zudem wird Ella bald in die Dorfgemeinschaft einbezogen, sie muss einen Dienst im Dorfladen übernehmen, den Blumenschmuck in der Kirche und die Tombola auf einem Fest. Anfangs nur widerwillig, zunehmend findet sie jedoch Gefallen daran. Doch dann erhält sie Besuch aus der Stadt ...

Die Autorin kannte ich noch nicht, aber ihr Schreibstil hat mir sofort zugesagt: gut lesbar, flüssig und mit einigem Humor. Die Wandlung der Protagonistin ist besonders deutlich hervorgehoben und gefiel mir gut. Devon blieb lange geheimnisvoll, auch er hat Probleme, die ihn sympathisch erscheinen lassen. Die Nebenfiguren runden die Story ab und ich hoffe, dass vor allem Bets, Tierarzthelferin und Verlobte von Devons Bruder, eine eigene Geschichte bekommt. Ein zusätzliches Highlight ist das Ambiente von dem kleinen Ort Wilsgrave, (für mich liegt er in Cornwall), die Herzlichkeit der Dorfgemeinschaft (obwohl die Übergriffigkeit manchmal sprachlos macht) und Tess, die liebenswerte Hündin.
Ein Wohlfühlroman, mit Geheimnissen und überraschenden Wendungen, der mich überzeugt hat und den ich sehr gern weiterempfehle.

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Veröffentlicht am 27.01.2026

Nette Geschichte mit Tipps für Eltern

Familienreihe 1: Ich bin noch gar nicht müde!
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Mika möchte abends nicht schlafen gehen, meist ist er mitten im Spiel und zahlreiche Gedanken wirbeln in seinem Kopf. An diesem Abend bringt ihn Papa ins Bett, denn Mama ist noch mit seiner kleinen Schwester ...

Mika möchte abends nicht schlafen gehen, meist ist er mitten im Spiel und zahlreiche Gedanken wirbeln in seinem Kopf. An diesem Abend bringt ihn Papa ins Bett, denn Mama ist noch mit seiner kleinen Schwester beschäftigt. Das passt Mika nicht und er er macht es seinem – sehr geduldigen – Papa recht schwer. Papa kann nicht so gut vorlesen wie Mama, dann fehlt im sein Kuscheltier, er muss auf die Toilette, es ist ihm zu warm, er will Mama und das sofort. Doch Papa hat sehr viele Tricks auf Lager: Er lässt Mikas Gedanken auf Papierfliegern zum Fenster hinausfliegen, er vertreibt imaginäre Monster und vieles mehr.
Die Geschichte ist für Kinder ab vier, fünf Jahren geeignet, es gibt immer noch eine Frage auf jeder Seite, wie beispielsweise »Hast du schon alles, was du brauchst, um einschlafen zu können?« Dieser Elternteil enthält für mich nichts Neues und komm an manchen Stellen belehrend rüber.
Unter dem Strich eine nette Geschichte zum Vorlesen, bei der – wie bei vielen pädagogisch wertvollen Kinderbüchern, die Spannung einen Tick größer sein könnte. Meinen Enkelkindern (3 bis 5) hat die Story ganz gut gefallen, besonders die Illustrationen haben sie begeistert.

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Veröffentlicht am 12.01.2026

Sehr traurig und bedrückend zu lesen

Bis mein Herz dich findet (Liebesroman)
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Maja lebt schon seit Jahrzehnten mit ihrer Herzkrankheit, ihr Leben ist dadurch eingeschränkt und wiederholt muss sie sich Untersuchungen und Behandlungen im Krankenhaus unterziehen. Ihr Verlobter war ...

Maja lebt schon seit Jahrzehnten mit ihrer Herzkrankheit, ihr Leben ist dadurch eingeschränkt und wiederholt muss sie sich Untersuchungen und Behandlungen im Krankenhaus unterziehen. Ihr Verlobter war der Herausforderung nicht gewachsen und hat sie verlassen, worüber sie lange Zeit nicht hinwegkam. Ihr Halt ist ihre Schwester Tessa und deren Familie. Bei einer Kontrolluntersuchung im Krankenhaus lernt sie den ebenfalls herzkranken Ben kennen. Beide fühlen sich zueinander hingezogen, doch Ben möchte keine Beziehung, weil der glaubt, ihr nichts bieten zu können. Zudem hat er bereits einen tragischen Schicksalsschlag in der Vergangenheit hinnehmen müssen. Doch die Liebe ist stärker ....

Die Autorin gehört zu meinen Lieblingsautorinnen, weil sie immer wieder tiefgreifende Themen aufgreift. Dieses Mal ist es eine Herzkrankheit und ich konnte mit Maja mitleben, wie sehr sie im täglichen Leben gehandicapt ist. Berührend fand ich ihre Schwester Tessa, die aufopferungsvoll für sie da ist, aber auch deren Mann Gerrit. Bens Schicksal ging mir ebenfalls unheimlich nahe, seine Schuldgefühle und seine Erkenntnis, dass er seine Krankheit selbst verschuldet hat und sie dementsprechend verdient. Die Annäherung der beiden ist wieder ergreifend geschrieben und wie sie miteinander umgehen ist wunderbar. In der Mitte wurde es mir ein wenig langatmig, viele Gedanken und Betrachtungen, die sich im Kreis drehen und die ich bereits in anderen Büchern der Autorin in ähnlicher Form gelesen habe. Der Verlauf der Handlung ist leider tragisch und hat mich erschüttert, auch der etwas versöhnlichere Schluss konnte mich nicht vollständig glücklich machen.
Fazit: ein herzzerreißender Roman über ein schwieriges Thema, den ich mir an manchen Stellen positiver gewünscht hätte. Aber das ist natürlich meine persönliche Meinung, ich kann ihn trotzdem allen empfehlen, die gern ernst zu nehmende hochemotionale Bücher lesen.

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Veröffentlicht am 11.01.2026

Narben auf Körper und Seele

Unaufhaltsam ehrlich
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Sein älterer Bruder animiert den siebenjährigen Michael dazu, eine Feuerwerksrakete zu zünden. Dabei wird er schwerstverletzt. Anschließend verbringt er Monate im Krankenhaus und auf Reha, erfährt er schließlich, ...

Sein älterer Bruder animiert den siebenjährigen Michael dazu, eine Feuerwerksrakete zu zünden. Dabei wird er schwerstverletzt. Anschließend verbringt er Monate im Krankenhaus und auf Reha, erfährt er schließlich, dass seine Eltern ihn zur Adoption freigegeben haben. Er kommt bei liebevollen Pflegeeltern unter, dennoch kann er nie verwinden, dass seine Eltern ihn »weggegeben« haben. Als Erwachsener versteckt er die Narben unter seinem Hemd und zeigt sich niemals ohne. Durch die Begegnung mit seinem Professor an der der Uni, der ebenfalls Brandwunden allerdings auf Gesicht und Hals trägt, wird ihm bewusst, dass er keinen Grund hat, sich zu schämen. Und er beschließt, einen Dokumentarfilm über Menschen zu machen, die unter ihrem Äußeren leiden. Auch Madeleine meldet sich, die sich beide Brüste hat amputieren lassen müssen ...

Die Autorin hat hier ein bedeutendes Thema aufgegriffen, das mich in der Umsetzung leider nicht ganz abholen konnte. Es schien mir auch, dass sie ein Zuviel an Problemen hineingepackt hat, die jedoch dann für mich ein wenig an der Oberfläche blieben. So beispielsweise Drogen und Alkoholkonsum, Krankenhaus und lange Reha, Adoption, Altersunterschied in einer Beziehung, Krebserkrankung und einiges mehr. Spannend war das Gespräch mit einem 103-Jährigen, der bei der Olympiade 1936 gewonnen und Hitler die Hand geschüttelt hat, statt ihm ins Gesicht gespuckt zu haben. In einem späteren Kapitel wird in einem Nebensatz erwähnt, dass er gestorben ist. Genauso Michaels Liebe Madeline: Der Altersunterschied wurde öfter erwähnt als ihre tödliche Krebserkrankung.
Meine Lieblingsfigur war Professor Dunning, eine starke Persönlichkeit, der mit seinem Schicksal beneidenswert offen und positiv umgeht. Gut dargestellt fand ich auch Michaels (schreckliche) leibliche Familie und wie viel besser er sich abseits von ihnen entwickeln konnte.
Fazit: Eine Story, die wichtige Themen anspricht und zum Nachdenken anregt.

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