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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.10.2024

mit Flair und Gemütlichkeit

Der blaue Salamander
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Der Capri-Krimi beginnt gemütlich und dennoch temperamentvoll und bietet vor allem das Flair der Region mit den Schrullen und Eigenheiten der dort lebenden Personen. Der Mordfall geschieht schon zu Beginn ...

Der Capri-Krimi beginnt gemütlich und dennoch temperamentvoll und bietet vor allem das Flair der Region mit den Schrullen und Eigenheiten der dort lebenden Personen. Der Mordfall geschieht schon zu Beginn und die Ermittlungen ziehen sich dahin. Rizzi hat interessante Ermittlungsansätze, aber insgesamt geht es mir zu langsam bis endlich Licht ins Geschehen kommt. Es werden alle möglichen Geschichten ausgegraben und Gerüchte und Vermutungen angesprochen, gleichzeitig spielt auch das Privatleben der Beteiligten eine große Rolle. Insgesamt ist er zwar lokal und interessant geschrieben, aber für mich etwas zu wenig Krimiflair und zu langsam. Das Cover finde ich hingegen sehr gelungen!

Veröffentlicht am 29.10.2024

die Geister der Vergangenheit

Blutbuße
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Die Mordfälle sind spannend angelegt und kniffelig zu lösen, auch für das Ermittlungsteam. Mir haben besonders die Atmosphäre des Krimis und die Rückblenden in die Vergangenheit sehr gut gefallen. Hier ...

Die Mordfälle sind spannend angelegt und kniffelig zu lösen, auch für das Ermittlungsteam. Mir haben besonders die Atmosphäre des Krimis und die Rückblenden in die Vergangenheit sehr gut gefallen. Hier besonders die Geschichten über das ehemalige, noble Hotel, das nun abgerissen und neu erbaut werden soll. Es ist immer spannend, wenn man noch Zeitzeugen findet, die lebhaft berichten können.
Einen Großteil der Themen nehmen auch die privaten Beziehungssituationen der Ermittlerinnen ein, vor allem Daniel hat diesmal sehr um seine Frau und Familie zu kämpfen, da lebt man als Leserin schmerzhaft mit. Im Mittelteil waren für mich persönlich zu viele Erläuterungen und Wiederholungen aus dem vorigen Teil, zum besseren Verständnis für Neueinsteiger*innen, aber mir war es zu viel.
Die Aufklärung am Ende des Falles war nervenaufreibend, anstrengend und ist gelungen. Ich freue mich auf den nächsten Teil.

Veröffentlicht am 29.10.2024

keine entspannende Stimmung

Still ist die Nacht (Ein Fall für Maya Topelius 2)
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Der Krimi ist gemütlich und langsam aufgebaut, wahrscheinlich auch durch den Bezug zum Yoga-Retreat und hat das typische Flair von schwedischen Krimis. Die Hauptcharaktere waren mir schon aus dem Vorgänger-Teil ...

Der Krimi ist gemütlich und langsam aufgebaut, wahrscheinlich auch durch den Bezug zum Yoga-Retreat und hat das typische Flair von schwedischen Krimis. Die Hauptcharaktere waren mir schon aus dem Vorgänger-Teil bekannt, somit war ich sofort mitten im Geschehen. Man hat als Leserin das Gefühl direkt vor Ort zu sein, so detailliert werden Situationen und Orte beschrieben. Dass sich ein Möder auf der Insel befinden müsste und zusätzlich noch ein Gewitter aufkommt, sodass die Teilnehmerinnen auf der Insel festsitzen, ist eine grausame und nervenaufreibende Situation. Ich könnte mir nicht vorstellen, weiterhin am Yoga-Retreat teilzunehmen und auch nur kurz entspannen zu können. Die Geschichten aus der Vergangenheit, die auch ins aktuelle Geschehen mit einwirken, finde ich spannend und bereichernd. Maya als verdeckte Ermittlerin finde ich lustig, von Pär hätte ich gerne mehr gelesen, er kam in diesem Teil recht kurz vor, was ich schade finde.
Der etwas offene Schluss über Mayas beruflichen Pläne und auch über die Sicht der Freundschaft haben mir sehr gut gefallen und machen Lust auf den nächsten Teil.

Veröffentlicht am 23.10.2024

Der Schauspieler?

Stalker – Er will dein Leben.
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Der Psychothriller ist genauso, wie ich es mir vom Autor erwartet habe: Er ist voller Wendungen und Überraschungen und hat am Ende noch eine Überraschung parat, mit der man so nicht gerechnet hätte.
Der ...

Der Psychothriller ist genauso, wie ich es mir vom Autor erwartet habe: Er ist voller Wendungen und Überraschungen und hat am Ende noch eine Überraschung parat, mit der man so nicht gerechnet hätte.
Der Schreibstil ist einfach gehalten und verleitet zum schnellen Weiterlesen, die Geschichte wird gut aufgebaut, aber trotzdem bleiben die Charaktere undurchsichtig. Man hat als Leserin das Gefühl, dass vor allem Eric nicht alles von sich preisgeben möchte und noch Geheimnisse aus der Vergangenheit mit sich trägt, die auch trotz Psychotherapie und Hypnose nicht ganz zum Vorschein kommen oder gut verdrängt werden. Zwischenzeitlich habe ich mir die Frage gestellt, ob er tatsächlich so ein guter Schauspieler ist. Ob er schuldig oder unschuldig ist, konnte ich mir auch lange Zeit nicht einfach beantworten, ich wurde durch neue Fakten hin- und hergelockt von einer Theorie zur nächsten und genau das macht für mich einen guten und spannenden Thriller aus. Die Ungewissheit bis zum Schluss und das Spiel mit den Leserinnen beherrscht der Autor perfekt.

Veröffentlicht am 22.10.2024

Wer ist Ava?

Ava liebt noch
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Der Roman ist sprachgewaltig und voller Emotionen, sodass man als Leser*in zumeist mit Ava mitfühlt und sich sehr gut in ihre Lebenssituationen hineinversetzen kann. Die Themenrange finde ich gelungen, ...

Der Roman ist sprachgewaltig und voller Emotionen, sodass man als Leser*in zumeist mit Ava mitfühlt und sich sehr gut in ihre Lebenssituationen hineinversetzen kann. Die Themenrange finde ich gelungen, von Muttersein, das nicht immer nur glücklich macht, über Selbstfindung, Umgang mit dem Auszug der Kinder, Krankheit bis hin zum Tabuthema ältere Frau hat einen jüngeren Liebhaber. Die Situationen werden aus Sicht von Ava geschildert und sind alltägliche Situationen direkt aus dem Leben gegriffen, über die man sich normalerweise kaum Gedanken macht, aber wenn man es liest und reflektiert, gewinnen sie an Bedeutung. Ava ist mit dem Hausfrau- und Muttersein alleine nicht ausgefüllt und glücklich, von ihrer Familie wird dies allerdings gar nicht wahrgenommen, auch sie wird „nur“ als Mutter und Alltagsmanagerin wahrgenommen. Darf man das zugeben? Darf man sich dazu bekennen, dass man nicht immer alles gerne macht und glücklich und zufrieden damit ist, wenn es die anderen sind? Geht es nur mir so oder auch anderen Frauen? Diese und viele weitere Fragen beschäftigen sie. Was könnte Ava tun, um wieder mehr sie selbst zu sein? Und plötzlich tritt Kieran, 19 Jahre jünger und der Schwimmlehrer ihrer Tochter in ihr Leben. Lange Zeit versucht sie sich zu wehren, setzt sich die Vernunft durch oder das Herz? Diese lange Phase des Überlegens, Bereuens, Ausprobieren und dann doch wieder zurück zum Altbekannten und Bequemem hat mir sehr gut gefallen, auch mit den Überlegungen, die sich Ava darüber macht. Zwischenzeitlich werden einige Kapitel auch aus Sicht von Kieran geschildert, wie er die Situation betrachtet, was er fühlt und wie es ihm damit geht.
Das Ende konnte mich nicht ganz überzeugen, ich hätte mir für Ava wirkliche Selbstständigkeit gewünscht und dass sie sich den lockeren ungezwungenen Alltag beibehält und nicht von einer Abhängigkeit in eine ähnliche rutscht. Das Gefühl hat sie mir am Ende vermittelt, vor allem durch Ausdrücke wie „den Rücken freihalten“ usw., da erkennt man schon wieder ihr Verhaltensmuster, aus dem sie nicht komplett ausbrechen kann.