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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.12.2024

nichts ist Vergebens

Vergebens
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Das Cover ist sehr ansprechend und authentisch, passt auch sehr gut zu den örtlichen Gegebenheiten. Der aktuelle Ermittlungsfall betrifft die Klärung um die Leiche eines getöteten Gerichtsvollziehers und ...

Das Cover ist sehr ansprechend und authentisch, passt auch sehr gut zu den örtlichen Gegebenheiten. Der aktuelle Ermittlungsfall betrifft die Klärung um die Leiche eines getöteten Gerichtsvollziehers und dies gestaltet sich nicht so einfach. Wie man sich denken kann, hat Willi als Gerichtsvollzieher einen undankbaren Job und somit mehr Feinde als Freunde und dementsprechend groß kann auch der Kreis der Verdächtigen angesetzt werden. Klaudia und ihr Team ermitteln fast rund um die Uhr, geben alles und bringen sich wieder einmal selbst in Lebensgefahr. Zudem ringt Klaudia mit der Entscheidung, ob sie die Chefposition, die bald neu zu besetzen ist, annehmen soll oder doch nicht, da einiges für sie dagegen spricht. Die Charaktere waren mir schon aus den vorigen Teilen bekannt, hier ist es immer schön zu lesen, wie sie sich weiterentwickelt haben oder was in ihrem Privatleben in der Zwischenzeit passiert ist. Leider kommt Schiebschick diesmal nur sehr kurz vor, ich hoffe auf einen längeren Auftritt von ihm im kommenden Teil.

Veröffentlicht am 13.12.2024

Wohnfamilie

Wohnverwandtschaften
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Vier Personen, unterschiedlich alt, in verschiedenen Berufen und mit völlig unterschiedlichen Sichtweisen auf das Leben, wohnen als Erwachsene in einer WG zusammen und unterstützen sich bei ihren Alltagsproblemen. ...

Vier Personen, unterschiedlich alt, in verschiedenen Berufen und mit völlig unterschiedlichen Sichtweisen auf das Leben, wohnen als Erwachsene in einer WG zusammen und unterstützen sich bei ihren Alltagsproblemen. Mir gefällt es sehr gut, dass die einzelnen Situationen aus der Sicht der vier Charaktere geschildert werden und teilweise auch eine Situation von mehreren Personen unterschiedlich wahrgenommen wird. Spannend ist hier auch, dass die Autorin jeder Person den eigenen Platz gelassen hat und niemand dominiert, sondern alle vier etwa gleichwertig gesehen werden. Der Roman behandelt unter anderem auch das Thema Demenz auf sensible, einfühlsame Weise und zeigt zu Beginn die schönen Seiten, aber dann immer mehr die nicht so schönen und traurigen Seiten auf. Jörg, dem die Wohnung gehört, verschwindet immer schneller in die Erkrankung seiner Demenz und seine drei Freunde kümmern sich rührend um ihn und ermöglichen ihm eine fast normale Teilhabe am Alltagsleben. Doch mit der Zeit wird es immer schwieriger und sie stellen sich die Fragen: Wie lange kann es so noch weitergehen und was passiert danach? Das Ende ist bewusst offengehalten, sodass man als Leser*in selbst interpretieren und die Gedanken schweifen lassen kann. Der Roman ist sehr schön geschrieben, aber auch sehr emotional aufwühlend und traurig.

Veröffentlicht am 11.12.2024

breite Vielfalt an schwierigen Themen

Das Haus der Lügen
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Im aktuellen Teil der Serie dreht die Journalistin Kajsa einen Dokumentarfilm über ihre Jugendfreundin Anki, der am Ende des Krimis vorgestellt und beworben wird. Inhaltlich erfährt man nicht mehr, welche ...

Im aktuellen Teil der Serie dreht die Journalistin Kajsa einen Dokumentarfilm über ihre Jugendfreundin Anki, der am Ende des Krimis vorgestellt und beworben wird. Inhaltlich erfährt man nicht mehr, welche Themen im Film behandelt werden, das hat mich allerdings schon neugierig gemacht. Die aufzuarbeitenden Themen sind Ankis aktuelle Vergewaltigung, ihre traumatischen Erlebnisse ihrer Kindheit, Tablettenabhängigkeit, psychische Erkrankungen und Verdrängung und noch einiges mehr. Keine leichte Aufgabe für Kajsa, die selbst erst ihre Krebserkrankung überwunden hat und auch noch nervös auf die Diagnose ihres Mannes wartet.
Inhaltlich sind die Themen sehr gut und vielfältig ausgewählt, aber auch schwierig zu behandeln. Der Schreibstil der Autorin ist mitreißend, die kurzen Kapitel wechseln sich inhaltlich ab und verleiten zum Weiterlesen, der Stil ist einfach und direkt, ungeschönt, was mir sehr gut gefallen hat. Ich bin schon neugierig, wie es weitergeht und ob wir im nächsten Teil noch mehr über den Dokumentarfilm erfahren werden.

Veröffentlicht am 07.12.2024

Leidenschaft oder Beständigkeit?

Sieben Sommer
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Das Buch konnte mich nicht von Anfang an fesseln, aber danach konnte ich es nicht mehr weglegen. Ich finde den Einstieg nicht so spannend ausgewählt, es wird ausschweifend über das Leben von Liv und Finn ...

Das Buch konnte mich nicht von Anfang an fesseln, aber danach konnte ich es nicht mehr weglegen. Ich finde den Einstieg nicht so spannend ausgewählt, es wird ausschweifend über das Leben von Liv und Finn berichtet, auch das Thema Kunst ist sehr zentral, erst danach kommt der emotionale Faktor ins Spiel und ab dem Zeitpunkt war es fesselnd und spannend.
Liv und Finn begegnen sich in ihren Teenagerjahren, zu einem ungünstigen Zeitpunkt an den beruflichen Wendepunkten in ihren Leben. Sie können kaum ohne den anderen leben, aber niemand kann oder will seinen Lebensmittelpunkt dafür aufgeben. Das Arrangement, das sie treffen, sich das Jahr über nicht zu kontaktieren und im Sommer wieder neu zu schauen, ob ihre Liebe noch immer standhält, finde ich schwer auszuhalten, vor allem über einen so langen Zeitraum von mehreren Jahren. Währenddessen passieren einige weitere Schicksalsschläge, aber auch positive Wendungen, sodass es beim Lesen unter die Haut geht und an gewissen Stellen sehr emotional wird.
Liv wird auch vor die Entscheidung gestellt, Liebe und Leidenschaft mit Finn oder Liebe und Beständigkeit mit Tom. Wie ihre Entscheidung ausfallen wird, möchte ich an dieser Stelle nicht verraten, aber es war für mich sehr nervenaufreibend mitzufiebern. Inhaltlich war es keine leichte Kost und für mich auch nicht nur eine Liebesgeschichte, sondern es ging um weitere relevante Themen, die tiefgründig behandelt wurden.

Veröffentlicht am 04.12.2024

Pointe nutzt sich mit der Zeit ab

Mordscoach
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Der Kriminalroman ist in einfacher, lockerer Sprache, fast schon umgangssprachlich geschrieben und liest sich wie die Erzählung einer Freundin. Somit schafft es die Autorin nahbar zu erzählen und ein hohes ...

Der Kriminalroman ist in einfacher, lockerer Sprache, fast schon umgangssprachlich geschrieben und liest sich wie die Erzählung einer Freundin. Somit schafft es die Autorin nahbar zu erzählen und ein hohes Maß an Ironie und Satire hineinzubringen, denn wirklich ernst nehmen sollte man die therapeutischen Mordsfantasien nicht. Spannend finde ich die Sichtweise der Therapeutin auf ihre Klientinnen, was sie sich während der Sitzung denkt und was sie dann tatsächlich sagt und empfiehlt. Anscheinend kann Sophie ihre Klientinnen und deren Umfeld sehr gut einschätzen, aber dass ihr Mann fremdgeht, das hat sie so nicht vorhergesehen und dies wirft sie dermaßen aus der Bahn, dass sie nicht mehr professionell denken und handeln kann. Die ersten beiden Morde passieren im Effekt und aus einer Notsituation heraus, das konnte ich noch nachvollziehen, aber alles weitere war für mich schon zu viel des Guten. Im Grunde geht es danach nur noch darum, jede Person, deren Meinung Sophie nicht passt, aus dem Weg zu räumen. Auch dass sie so einfach mit ihren Taten davonkommt, ist nicht realistisch zu sehen. Leider hat sich der Spaßfaktor nach dem zweiten Mordfall für mich etwas abgenutzt und der Rest der Geschichte war nicht mehr so prickelnd.