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Veröffentlicht am 08.02.2026

Atemlose Spannung

Das Signal
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Ursula Poznanski ist eine meiner allerliebsten Autorinnen! Ob Jugendbuch, Krimi oder Thriller für Erwachsene – jedes ihrer Bücher übt eine enorme Sogwirkung aus. Und worauf sich die Leser verlassen können: ...

Ursula Poznanski ist eine meiner allerliebsten Autorinnen! Ob Jugendbuch, Krimi oder Thriller für Erwachsene – jedes ihrer Bücher übt eine enorme Sogwirkung aus. Und worauf sich die Leser verlassen können: Dank überraschender Wendungen und verblüffender Enthüllungen ist nichts so wie es scheint. Und zum Schluss sieht alles ganz anders aus.
Ganz kribbelig vor Vorfreude habe ich mich auf neuen Nervenkitzel und tiefe Abgründe eingelassen. Und bin abgetaucht. Viola durch die schwere Zeit nach ihrem Unfall zu begleiten, erst ans Bett, dann an das große Haus mitten im Wald gefesselt, hat viel von einem spannungsgeladenen Kammerspiel. Insbesondere, da Adams Verhalten zunehmend auffällig wird. Verwundert. Verstört. Und auf dunkle Geheimnisse hindeutet. Und auch Otilia, die strenge, missmutige Pflegerin, scheint düstere Pläne zu verfolgen. Und lässt dabei Viola keine Sekunde aus den Augen. Und Haus und Grundstück nicht verlassen.
Doch Viola kämpft. Mit den Folgen des schrecklichen Unfalls. Um ihre Selbstständigkeit. Ihre Freiheit. Und schließlich um ihr Leben. Anders als in „Das Fenster zum Hof“ nicht mit einem Fernglas sondern mit moderner Technik ausgestattet, observiert sie und behält Freund und Feind mit Handy und Tablet im Blick. Ist der Adler, der über ihnen kreist. Der Jagdhund, der sich an ihre Fährten heftet. Und der Maulwurf, der ihre Pläne untergräbt. Doch wem kann Viola vertrauen? Und wer arbeitet gegen sie? Die Grenzen scheinen zu verschwimmen, und erst im großem Showdown fallen die Masken.
Atemlos habe ich gemeinsam mit Viola das große Puzzle zusammengesetzt. Stück für Stück. Habe mit ihr gerätselt, mich gefürchtet, nach Antworten gesucht. Und bin aufgetaucht mit Gänsehaut und strahlenden Augen. Sicher in meiner Wohnung in der großen Stadt, fernab vom dunklen Wald.

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Veröffentlicht am 25.01.2026

Höllisch gut

Katabasis
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Tief hinab in die Hölle und hinein in das Lesevergnügen! Dass mich Katabasis so packen, durchschütteln und glücklich, glücklich, glücklich wieder ausspucken würde, hätte ich nicht zu hoffen gewagt. Auch, ...

Tief hinab in die Hölle und hinein in das Lesevergnügen! Dass mich Katabasis so packen, durchschütteln und glücklich, glücklich, glücklich wieder ausspucken würde, hätte ich nicht zu hoffen gewagt. Auch, wenn ich ein kleines Fantasygirl bin und mir die Inhaltsangabe schon Wochen vor dem Erscheinungstermin den Kopf verdreht hat. Und mich ganz kribbelig machte.
Und dann war es soweit: Ich bin mit Alice und Peter in die Hölle hinabgestiegen. Oder eher: mittels eines überaus raffinierten Pentagramms hineinkatapultiert worden. Und was die beiden dort erwartet, ist verstörend. Und zwar verstörend gut. Auf der Suche nach ihrem kürzlich ganz ausversehen und äußerst blutig verstorbenen Mentor und Magier Jacob Grimes durchwandern sie die verschiedenen Höfe der Unterwelt und werden mit intelligent konstruierten Aufgaben und überirdischen Gefahren konfrontiert. Mit Göttern, Monstern und Magie vom Feinsten und Dunkelsten. Sowie mit sich und ihrer Vergangenheit. Und einer mehr als fraglichen Zukunft.
Was dabei herauskommt: ein Pageturner wie er seinesgleichen sucht. Denn Fantasie und vor allem Wissen, Wissenschaft und akademische Laufbahn der Autorin haben ein Werk geformt, das unterhält und so viel Spaß macht, in Erstaunen versetzt und mich ehrfürchtig staunen lässt. Und mich vor allem lesen, lesen, lesen ließ. Ganz ehrlich und total wahr: Der Roman steigt in meine Top 5-Lieblingsbücher ever auf! Die ich sicherlich nicht zum letzten Mal gelesen habe. Dafür ist er einfach zu gut. Höllisch gut.

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Veröffentlicht am 03.01.2026

Eine tiefe Freundschaft und die gemeinsame Liebe zur Kunst

Dius
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Ein Manifest und Denkmal für die Freundschaft! Denn das ist, was Anton und Dius ehrlich und tief über die Jahrzehnte miteinander verbindet und ein starkes, unlösbares Band zwischen den beiden so verschiedenen ...

Ein Manifest und Denkmal für die Freundschaft! Denn das ist, was Anton und Dius ehrlich und tief über die Jahrzehnte miteinander verbindet und ein starkes, unlösbares Band zwischen den beiden so verschiedenen Männern knüpft. Gefühle, die Krisen überdauern, das eigene Glück verdoppeln und gemeinsam zu Höhen bringen. Und dabei den jeweils anderen in seiner Entfaltung unterstützen, ohne zu beschneiden, einzuschränken.
Ausgangslage und Beginn sind dabei so ungewöhnlich wie die Entwicklung ihrer Beziehung selbst. Denn dass Dius als Student seinen Dozierenden Anton um die Freundschaft bittet, ist für diesen ebenso verstörend wie der außergewöhnlich talentierte und introvertierte junge Mann seine Neugier weckt. Und in seinem selbstbewussten Schaffen und freien Leben einen unwiderstehlichen Reiz auf ihn ausübt. In Jahren des gemeinsamen Strebens und der Ergebenheit für die Kunst sind so nicht nur ein symbiotisches Arbeiten und Denken sondern auch eine Verbindung entstanden, welche Zeiten der Trennung und Stille ebenso überdauert wie jeweilige Affairen, Liebesbeziehungen und schicksalhafte Wendungen.
So wie auch die Freundschaft der beiden Männer in Vertrauen und Verlässlichkeit wächst und zunehmend an Tiefe und Reinheit gewinnt, so ist auch die Geschichte getragen von ruhigen, leisen Tönen und von einer Sogkraft, welche der gegenseitigen Anziehung von Dius und Anton gleichkommt. Die Sprache ist entsprechend präzise, klar, auf den Punkt in Formulierungen und Bildern. Und ebenso ausdrucksstark wie von starkem Gefühl.
„Dius“ hat mich durch die stillen Tage zwischen Weihnachten und Neujahr begleitet. Und mich ganz unvermittelt getroffen – tief in Herz und Verstand. Und sich in beides eingegraben. Und dort seinen ganz eigenen Platz gefunden.

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Veröffentlicht am 30.12.2025

Eine große Erzählerin und ihr mutiger Blick auf das Ungesagte

Autobiografie meines Körpers
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Intensiv und nah. Und in seiner Offenheit erschütternd. „Autobiografie meines Körpers“ wagt die Grenzen des Schweigens und der Scham einzureißen und mit klarer, direkter Sprache zum Ausdruck zu bringen, ...

Intensiv und nah. Und in seiner Offenheit erschütternd. „Autobiografie meines Körpers“ wagt die Grenzen des Schweigens und der Scham einzureißen und mit klarer, direkter Sprache zum Ausdruck zu bringen, was für die Ich-Erzählerin Jahrzehnte im Verborgenen war. Verschwiegen wurde vor sich selbst und der Außenwelt.
Als Lize eine E-Mail ihrer Mutter erhält, in welcher diese mit knappen Worten bekannt gibt, schwer an Krebs erkrankt zu sein, setzt diese Nachricht einen Prozess in Gang. Einen Prozess der Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Familie, ihrer Rolle in dieser und ihrem Körper, in welchem all das Erlebte, Erlittene, Ungesagte eingeschrieben wurde. Und sich in Form von Krankheit, Zwängen und einer fehlenden Identifikation mit sich selbst bis in die erzählerische Gegenwart verfestigte. Und manifestiert in zahllosen Stunden des Zweifels, Ablehnung und einer Suche nach Liebe, Zuneigung und einem Angenommenwerden um ihrer selbst willen.
Was nach außen wie eine glückliche Kindheit in einem kleinen Dorf in Belgien erscheinen konnte, war doch von dem schweren Alkoholismus der Mutter, der emotionalen Instabilität und Übergriffigkeit des Vaters und der eigenen Einsamkeit in Mitten einer Großfamilie geprägt. Den nahen Tod der Mutter vor Augen, ergreift die Ich-Erzählerin Wort und Mut, um mit ihrer Mutter doch noch in das Gespräch zu kommen und zu erfahren und aufzuarbeiten, was in der Zeit des Aufwachsens Körper und Seele niederdrückte und nie mehr verließ. Neben all der Traurigkeit und Wut entstehen so auch Helligkeit und Klarheit und eine innere Ruhe und Versöhnung, nach der Lize so lange auf der Suche war.
Lize Spit ist eine der großen Erzählerinnen unserer Gegenwart. Fulminant in Wahl ihres Sujets, in ihrer Sprache, die zielgerichtet beschreibt und trifft und mit einem Mut und Entschlossenheit, hinter das Sichtbare, das vermeintlich Schöne zu schauen. Und auch das Dunkle im Tageslicht zu betrachten.

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Veröffentlicht am 20.12.2025

Zurück in der Welt der Monster und einer Hexe mit zwölf Schatten

Nächte einer Hexe
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Wenn Schnee im Sommer fällt und ein Varkolak Dir im Dunkeln auflauert, dann stimmt etwas so ganz und gar nicht. Und lässt in Kosara sämtliche Alarmglocken schrillen. Inzwischen zur mächtigsten Hexe Chernograds ...

Wenn Schnee im Sommer fällt und ein Varkolak Dir im Dunkeln auflauert, dann stimmt etwas so ganz und gar nicht. Und lässt in Kosara sämtliche Alarmglocken schrillen. Inzwischen zur mächtigsten Hexe Chernograds aufgestiegen, nimmt sie die unheimliche Spur auf und stößt dabei nicht nur auf Kreaturen und unheimliche Gestalten sondern trifft auch auf alte Bekannte und Verbündete. Denn wenn der Himmel plötzlich in Scherben bricht, sind alle Kräfte gefragt. Und nur gemeinsam kann das Reich der Monster zurückgedrängt werden.
Zur großen Überraschung der Hexe verschlägt es auch Arsen zurück nach Chernograd. In die Falle der korrupten Bürgermeisterin gegangen, steht der ehemalige Polizist plötzlich auf Kosaras verschneiter Fußmatte. Und weckt in ihr Gefühle, die sie die vergangenen Monate erfolgreich überwunden zu haben glaubte. Gemeinsam mit ihren zwölf Hexenschatten wird er schon bald zu ihrem wichtigsten Gefährten und Unterstützer im Kampf gegen die mächtigen Gegner. Und dabei schneller als gedacht selbst zum Teil dieser Welt. Und zur Zielscheibe des Zmey, dem großen Zaren der Monster.
Wieder in die Welt der Hexen, Monster und dunklen Geheimnisse abtauchen und mit Kosara von einem Abenteuer in die nächste Katastrophe stolpern zu können, fühlt sich an wie die Rückkehr in ein warmes, kuschliges Zuhause. In welchem jedoch die Hauskatze unsichtbar um Deine Beine streift. Die Küchenfee mit Deinen Töpfen klappert. Und Deine Glaskugel Deinen Fernseher ersetzt. Und vor allem: Das Du nie wieder verlassen möchtest.

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