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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 07.01.2026

Süchtigmachender Psychothriller

Der Nachbar
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Das war mein erster Fitzek - und ich bin absolut begeistert! Sarah lebt alleine mit ihrer Tochter, weit weg von ihrem inhaftierten Exmann. In ihrem Haus geschehen kleine Dinge, die sie stutzig machen. ...

Das war mein erster Fitzek - und ich bin absolut begeistert! Sarah lebt alleine mit ihrer Tochter, weit weg von ihrem inhaftierten Exmann. In ihrem Haus geschehen kleine Dinge, die sie stutzig machen. Eigentlich hat Sarah grosse Angst, alleine zu sein. Doch scheinbar hat sie jemand, der ihre Einkäufe tätigt und sie stets beobachtet.



Die ersten Kapitel waren für mich verwirrend und ich konnte noch nicht alles einordnen. Gleichzeitig beginnt die Geschichte mit viel Spannung, sodass der Leser gleich vollkommen in die Handlung hineingezogen wird. Durch die kurzen Kapitel, die alle mit einem Cliffhanger enden, konnte ich das Buch gar nicht mehr auf die Seite legen. Ich habe wann immer möglich weitergelesen. So stark gepackt hat mich ein Buch schon lange nicht mehr.

Vorsicht: Es gibt einige explizite und verstörende Beschreibungen.

Die Ereignisse überschlagen sich ständig. Das Erzähltempo ist durchgehend hoch. Besonders gegen Ende kommt ein Paukenschlag nach dem anderen (fast wurde es zu viel). Dennoch hat mich die Geschichte vollkommen überzeugt.



Für alle, die noch keinen Fitzek gelesen haben, empfehle ich „Der Nachbar“ wärmstens.

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Veröffentlicht am 07.01.2026

Weihnachtsromanze für Zwischendurch

Winterküsse unterm Nordstern
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Diese Weihnachtsromanze entführt den Leser in die nördlichste Region Finnlands: in das Dorf des Weihnachtsmanns. Charlotte, auf der Suche nach einem Neuanfang, fängt den Job als Weihnachtselfe an und trifft ...

Diese Weihnachtsromanze entführt den Leser in die nördlichste Region Finnlands: in das Dorf des Weihnachtsmanns. Charlotte, auf der Suche nach einem Neuanfang, fängt den Job als Weihnachtselfe an und trifft auf den attraktiven Einzelgänger Eljas.



Ohne viel über den Inhalt zu wissen, habe ich mich in die Geschichte gestürzt. Was mir sofort positiv ins Auge gestochen ist, ist der lebendige Schreibstil. Besonders die Beschreibungen der winterlichen Umgebung in Rovaniemi hat Julie Larsen sehr gut eingefangen. Sie schreibt auf eine lockere und unkomplizierte Weise.



Die Geschichte hat einen klassischen Spannungsbogen. Der Verlauf der Handlungen wird ab einem gewissen Punkt auch vorhersehbar, was aber meinen Ansprüchen an eine gemütliche Winterromanze entspricht. Wir haben zwischenmenschliche Konflikte, leichte Kommunikationsprobleme, die die zwei Protagonisten miteinander klären müssen. Mir ging die Annäherung zwischen den beiden dann doch zu schnell. Einige Dramas wirkten für mich auch künstlich aufgebauscht. Im Nachhinein wirkte die Story insgesamt zu konstruiert. Alle Nebencharaktere sind freundlich und weisen fast keine Ecken und Kanten auf, was mir leider auch nicht gefallen hat.



Wer nicht allzu viel Kitsch mag, ist mit dem Buch jedoch gut bedient. Insgesamt also eine anspruchslose Lektüre für Zwischendurch - während der Adventszeit.

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Veröffentlicht am 26.12.2025

Über den Kosovokrieg

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Dieses Werk wird durch eine namenlose Ich-Erzählerin getragen, die durch Rückblicke ihres eigenen Lebens und die ihrer Vorfahren dem Leser die politischen Konflikte und Kriegsschilderungen des Kosovos ...

Dieses Werk wird durch eine namenlose Ich-Erzählerin getragen, die durch Rückblicke ihres eigenen Lebens und die ihrer Vorfahren dem Leser die politischen Konflikte und Kriegsschilderungen des Kosovos nahebringt.

Die Erzählerin selbst hat den Kosovokrrieg Ende der 90er nicht unmittelbar selbst erlebt. Dennoch zeigt der Roman auf, wie auch die folgenden Generationen unter den Folgen leiden. Eindrücklich ist hier, dass es auch sehr unterbewusste oder tief verankerte Folgen sein können, wie bei der Ich-Erzählerin das starke Zähneknirschen, was der Zahnarzt unwissend auf erhöhten Stress zurückführt.

Einzigartig an dem Werk ist, wie die Autorin Sprache und Krieg zusammenführt. Die Einschübe der Zahnarztbesuche, bei denen das Zähneknirschen im Zentrum steht, drücken die sprachlichen Schwierigkeiten sowie die Sprachlosigkeit der Ich-Erzählerin aus. Dies zeigt, wie stark nachhallend Kriegserlebnisse von Familienmitgliedern sein können.

Das Werk leistet einen wichtigen Beitrag zur Sichtbarkeit vergessener Kriege und vergessener Opfer.

Ein aussergewöhnlicher Roman, der für den Leser lehrreich und bewegend ist.

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Veröffentlicht am 26.12.2025

Venezuela durch die Augen einer Familiensaga

Der Traum des Jaguars
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Der Aufbau der Familiengeschichte, die sich über mehrere Generationen erstreckt, wurde hervorragend umgesetzt. Der fliessende Wechsel in die nächste Lebensgeschichte hat Bonnefoy gekonnt eingefädelt. Durch ...

Der Aufbau der Familiengeschichte, die sich über mehrere Generationen erstreckt, wurde hervorragend umgesetzt. Der fliessende Wechsel in die nächste Lebensgeschichte hat Bonnefoy gekonnt eingefädelt. Durch die Perspektivenwechsel wird die Spannung konstant aufrechterhalten. Für mich persönlich hat die Spannung lediglich in der Mitte leicht nachgelassen, ist aber danach wieder auf das anfängliche Niveau angestiegen. An vereinzelten Passagen geht die Geschichte etwas zu schnell voran. Da hätte eine Entschleunigung der Geschichte gutgetan. Der Unterhaltungsfaktor ist einer der grössten Stärken der Erzählung. Der Leser lernt viel über Südamerika und die venezolanische Lebensrealität. Wie in Allendes Werken wurden im Werk auch geschichtspolitische Ereignisse integriert, wodurch ich viel über Venezuela erfahren habe. Was mir an der Handlung gefallen hat, sind die Konflikte und Probleme, mit denen die Figuren zu kämpfen hatten. Dass das Ende und der Anfang der Geschichte eng zusammenhängen, bildet den krönenden Abschluss.

Bonnefoy schreibt sehr atmosphärisch und sehr poetisch, wodurch der Leser sanft durch die Seiten und die Geschichte getragen wird.

Das Werk umfasst viele starke, eigensinnige Figuren. Genau das hat mir so gefallen. Ich habe besonders Venezuela sehr in mein Herz geschlossen. Sie ist eine starke, tapfere Frau, die eine riesige Abenteuerlust hat. Oder Antonio mit seiner grossen Vision, eine Universität zu gründen. Es kommen zudem viele Nebencharaktere vor, sodass ich nebenbei eine Liste geführt habe mit allen Figuren. Dieses Vorgehen würde ich den Lesenden empfehlen.

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Veröffentlicht am 07.12.2025

Ein Leben mit oder ohne Männer?

Crushing
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Marnie steht vor einem Umbruch: In ihren Zwanzigern hat sie einige Beziehungen durchgemacht, welche alle nicht gehalten haben. Nach der letzten Trennung von ihrem Ex Eddie beschliesst sie, dass sie sich ...

Marnie steht vor einem Umbruch: In ihren Zwanzigern hat sie einige Beziehungen durchgemacht, welche alle nicht gehalten haben. Nach der letzten Trennung von ihrem Ex Eddie beschliesst sie, dass sie sich von der Männerwelt verabschieden will. Somit startet ihre Selbstfindungsphase.

Die Handlung startet kurz nach der Trennung von ihrem Exfreund. Marnie trauert erst eine zeitlang, bis sie dann beschliesst, dass sie nichts mehr mit Beziehungen zu tun haben will. An diesem Punkt, dachte ich, startet für sie eine Reise zu sich selbst. Doch recht schnell taucht ein weiterer Mann auf, Isaac. Sie freunden sich schnell an, zwischen ihnen entsteht eine gewisse Anziehung, doch mehr passiert nicht. Leider hatte ich hier ganz andere Erwartungen. Der Fokus des Buches lag schlussendlich doch auf einem Mann. Dies hat mich etwas gestört. Andererseits wäre das im echten Leben wahrscheinlich nicht anders. Eine Veränderung braucht eine gewisse Zeit und passiert meistens nicht von heute auf morgen. Marnie verfällt innerhalb der Freundschaft mit Isaac in alte Verhaltensmuster und passt sich ihm an, um ihr zu gefallen. Da versucht sie, sich herauszukämpfen.

Insgesamt habe ich mich unterhalten gefühlt. Die letzten 50 Seiten waren für mich dann besonders spannend, da sich da nochmal viel für Marnie verändert hat.

Der Verlauf der Geschichte hat ein angenehmes Tempo. Der Schreibstil ist modern, locker und humorvoll.

Die Charakterentwicklung von Marnie, vor allem gegen Ende der Geschichte, hat mir sehr gut gefallen. Sie hat es geschafft, zu sich zu finden und sich nicht mehr abhängig von Männern oder von anderen Personen zu machen - eine tolle Message. Auch ihre Schlagfertigkeit hat mich angesprochen. Die anderen Figuren waren alle einzigartig und vielschichtig.

Für mich persönlich nicht unbedingt ein Must Read, aber dennoch eine gute Lektüre für zwischendurch. Letzten Endes stellt das Buch Gedankenwelt einer Frau gut dar, die bewusst keine neue Beziehung eingehen will und ihr Leben entsprechend ändert.

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