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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.01.2026

Originell, rasant und nimmt sich nicht zu ernst

Whispers of Destiny
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Justine Pust hat mit „Whispers of Destiny“ sicherlich eine der originellsten Ideen umgesetzt, die ich seit langem gelesen habe: Ein Call-Center für den Tod!

Unbedingt lesen wollte ich es ja schon bei ...

Justine Pust hat mit „Whispers of Destiny“ sicherlich eine der originellsten Ideen umgesetzt, die ich seit langem gelesen habe: Ein Call-Center für den Tod!

Unbedingt lesen wollte ich es ja schon bei der Ankündigung: „Säureregen statt Spice“ und ich finde das trifft das Lesevergnügen doch sehr gut (plus einige andere Dinge unter anderem ein Hund! Juchuh!)
Pusts Schreibstil ist dabei locker, flockig, gefühlt von der Hüfte Weg und passend zur Story nimmt sich das gesamte Buch auch nicht all zu ernst (Ja, Bonald Bump, ich schiele dabei auf dich!).
Dabei muss man schon einiges an Humor ab können um diese Geschichte zu feiern. Klar, hier und da war mir mancher Gag auch mal etwas zu konstruiert oder zu drüber und so kleinere Plotholes sind auch nicht wirklich Wasser... bzw Säureregen dicht. Aber ganz ehrlich: Der Tod hat sich hier den Menschen offenbart, möchte Mister genannt werden und hat ein Call Center eröffnet. Wie viel Ernsthaftigkeit habt ihr erwartet?
Die Charaktere haben mir gut gefallen, auch wenn so mancher nicht in die absolute Tiefe geht und hier und da auch mal die Klischee Kiste bemüht wird. Etwas flach waren da zb die „Magenta Moms“ oder auch die Bösen , aber irgendwie hat das hier nicht mein Lesevergnügen gestört.
Blue als Protagonistin war herrlich zynisch und ich konnte richtig nachvollziehen wie schwer ihr die Entscheidung über Leben und Tod jedes Mal gefallen ist.

Ich hoffe nur, dass Pusts Zukunftsvision mal nie Realität wird.

Ab und zu musste ich es dann doch mal aus Seite legen, weil ich dann doch durch die aktuelle Weltlage ein, zwei Tage nichts von Dystopie lesen wollte. Aber das geht absolut nicht zu Lasten des Buches.

Für mich hatte das Buch etwas davon eine wirklich gute Action Komödie zu sehen: Ich fühlte mich sehr, sehr gut unterhalten und wie Jason Statham den Wagen genau weiter fährt nachdem er dreimal durch die Luft Saltos gemacht hat interessiert dabei ja auch niemanden.

Wer ein schnelles, lustiges und sich selbst nicht zu ernst nehmendes Buch lesen möchte, dass einige schräge und sehr coole Ideen parat hat ist hier genau richtig.

Von mir gibts 4,5 Sterne

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Veröffentlicht am 25.01.2026

McCurdys erster Roman - Rohe erzählerische Kraft

Half His Age
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Mit „Half his Age“ haben wir das zweite Buch von Jennette McCurdy und ihren ersten Roman.
McCurdy erzählt dabei mit roher, teilweise brutaler Ehrlichkeit eine Geschichte über die Besessenheit zweier Menschen ...

Mit „Half his Age“ haben wir das zweite Buch von Jennette McCurdy und ihren ersten Roman.
McCurdy erzählt dabei mit roher, teilweise brutaler Ehrlichkeit eine Geschichte über die Besessenheit zweier Menschen voneinander die sie irgendwie mit Liebe verwechseln. Zeitgleich schwingt immer wieder die Moralfrage mit, denn, wie der Titel nun mal vermuten lässt, ist Waldo halb so alt wie ihr Love Interest. Und das ist noch nicht einmal das größte Problem, ist er auch noch ihr Lehrer und verheiratet mit Kind.
McCurdy lässt kein noch so unschönes Detail aus und schafft es genau mit dieser Art mich in Waldos Bann zu ziehen.
Waldo ist eine starke Protagonistin, auch wenn sie es selbst nicht immer so sieht. Dabei seziert McCurdy durch Waldos Ich-Perpektive gekonnt die Schwächen unserer Generation und der der jüngeren.
Die „Liebes“geschichte ziwschen Waldo und ihrem Lehrer (den sie im übrigen immer nur Mr Korgy und nicht beim Vornamen nennt) ist dabei für den/die Leser:in kein bisschen romantisch. Ganz im Gegenteil, es ist fast körperlich schmerzhaft die Szenen zu lesen. Und das ist hier nichts schlechtes. Teilweise fühlte ich mich angeekelt und ich denke genau so sollte es auch sein.
Dabei ist der gesamte Roman klug und durch seine Unverblümtheit fesselnd. Meine Gefühle gingen zwischen „hoffentlich schafft sie es endlich da raus“, „was zur Hölle bin ich lesend?“ und „Oh f*ck, ich verstehe genau was sie meint und fühle mit ihr“ hin und her.

Einzig am Ende hätte ich mir die ein oder andere moralische Einordnung gewünscht, andersrum kann ich nicht sagen, wie genau ich mir diese vorstelle.
Da wir den Roman ja, wie bereits erwähnt, aus Waldos Sicht erfahren, wüsste ich auch nicht wie genau das gemacht werden sollte. Eventuell über einen Epilog ein paar Jahre später?
Alles in allem enttäuscht aber auch das Ende nicht. Ich hätte gerne einfach nur noch ein bisschen mehr erfahren.

Das Buch ist für alle, die zeitgenössische Protagonistinnen und die harte Realität in Romanen lieben und sich nicht vor der genauen Beschreibung diverser Körperflüssigkeiten scheuen.

Von mir gibt es 4,5 Sterne

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Veröffentlicht am 10.01.2026

Ein Spiegel der (Internet)Gesellschaft

Die Unbußfertigen
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Hey, du!

Möchtest du einen Roman lesen/hören, der dich alles was du auf Social Media erlebst hinterfragen lässt? Der dir die bittere Wahrheit zeigt? Der dich überlegen lässt ob der vermeintliche „Segen“ ...

Hey, du!

Möchtest du einen Roman lesen/hören, der dich alles was du auf Social Media erlebst hinterfragen lässt? Der dir die bittere Wahrheit zeigt? Der dich überlegen lässt ob der vermeintliche „Segen“ der sozialen Medien nicht doch viel mehr ein Fluch ist? Eine Honigfalle in die du, wir alle, beinahe die gesamte Welt getappt sind ohne es zunächst zu bemerken?

Dann bist du hier genau richtig!

Denn Elina Penner ist mit „Die Unbußfertigen“ ein Glanzstück gelungen durch dessen Schein die Gesellschaft den Spiegel vorgehalten bekommt. Komm rein, schau dich um und hinterfrage dich selber.

Ich fand die Geschichte um zehn Menschen, wie sie das Internet hervorgebracht hat sehr spannend und realistisch (in dem Sinne wie sie im Internet handeln). Klar, es ist alles überspitzt und jeder der zehn stellt einen Stereotypen dar und doch sind sie alle Charaktere für sich. Ich möchte nicht zu viel vom Inhalt verraten, denn ich habe das Buch vollkommen unvoreingenommen gehört und wurde dadurch an manchen Stellen selbst überrascht und das möchte ich auch dir gönnen.
Die Fragen die hier aufgeworfen werden sind Fragen die man sich beim lesen oder hören zum Teil selbst stellt. Selbst stellen sollte.
Vieles in dem Buch ist nicht neu, das ist klar. Aber die Art und Weise wie es erzählt wird ist großartig. Der Stil ist nüchtern und sachlich. Was die Geschehnisse nur umso deutlicher aufzeigt.
Viele der Zitate (besonders die von Natash) wollte ich herausschreiben um sie immer mal wieder lesen zu können. Was für mich zeigt: Das Buch ist ganz klar genial geschrieben.

Die Hörbuchversion, auf die ich hier zurückgegriffen habe, wird sehr passend vertont von Jana Kozewa, die es schafft für jede Szene einen angemessenen, stellenweise berichtend, neutralen Tonfall zu treffen, der die Geschehnisse im Buch perfekt unterstützt und somit nur noch stärker hervortreten lässt. Perfekte Wahl würde ich sagen.

Dies ist kein Roman, den man liest, zuklappt, ins Regal stellt und dann vergisst. Dies ist ein Roman der dich Dinge hinterfragen lässt. Der dich, im besten Fall, wach rüttelt. Es ist ein gesellschaftlicher, ein feminsitischer Roman der dich die Dinge eventuell neu bewerten lässt.
Solltest du dir natürlich vorher schon Gedanken zu den Themen gemacht haben die hier behandelt werden, dann ist sicher nicht alles neu, aber es lohnt sich dennoch.

Na los. Nicht so schüchtern. We`re all mad here!

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Veröffentlicht am 10.01.2026

Spannend bis zur letzten Seite: Braucht sich nicht hinter Potter oder Panem zu verstecken

The Ordeals
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Irgendwo wurde „The Ordeals“ als Mischung aus Harry Potter und Tribute von Panem angepriesen. Leicht schmunzelnd dachte ich da noch: Ja, ja, klar... Augenrollen inklusive.
Aber was soll ich sagen: Ich ...

Irgendwo wurde „The Ordeals“ als Mischung aus Harry Potter und Tribute von Panem angepriesen. Leicht schmunzelnd dachte ich da noch: Ja, ja, klar... Augenrollen inklusive.
Aber was soll ich sagen: Ich wurde eines Besseren belehrt, zum Glück.
Denn dieses Buch hat mich wirklich gefesselt und die Vergleiche mit den beiden Genre Größen können sich durchaus sehen lassen.

„The Ordeals“ muss sich auf jeden Fall weder hinter Potter noch Panem verstecken. Es ist auch keine reine Mischung oder gar ein Abklatsch. Es nimmt einfach einige Grundgedanken und wandelt diese für sich in eine ganz eigene Geschichte um. Eine Geschichte die mich stellenweise atemlos durch die Seiten hat fliegen lassen. Ich wollte schneller lesen, nur um endlich diese großartigen Spannungsbögen zu durchschauen, um zu verstehen was in dieser Welt vor sich geht und um zu wissen was mit diesen wundervollen Charakteren geschieht.
Auf keiner Seite wurde ich enttäuscht. Sowohl die Welt, als auch die Figuren sind fantastisch ausgearbeitet, haben Tiefe und Potential zu etwas ganz großem zu werden (Zweiter Band, ich schiele auf dich!).

Rachel Greenlaw erschafft eine ganz eigene Art von Magie und Gesetzmäßigkeiten. Dabei ist sie nicht zimperlich mit den Nerven und Gefühlen der Leser:innen und das ist gut so. Alles fühlte sich so echt, so zum Greifen an.
Mein einziger Kritikpunkt ist der Spice, der hier aus meiner Sicht nur reingebracht wurde weil es auf dem Buchmarkt momentan zum guten Ton gehört mindestens eine Spice Szene drin zu haben. Da die Szene aber nichts für die Story oder ihre Charaktere getan hat, war sie mMn nur drin um drin zu sein... Allerdings störte es auch weder das Pacing noch sonst etwas und war auch nicht total unsinnig platziert. Von daher alles fein. Ich hätte die Seiten halt nur persönlich lieber mit mehr Inhalt gefüllt.

Was das Ende angeht... Puh. Sagen wir mal so: Ich hoffe Band zwei kommt ganz, ganz bald.

4,5 Sterne von mir.

Ein Buch für alle die Potter und Panem geliebt haben und doch etwas ganz eigenes mit Vibe in die Richtung lesen möchten. Etwas für jeden der Magie, Machtspiele und eine ganz eigene Welt zu schätzen weiß.

Stellt sich nur noch die Frage: Botaniker, Alchemist, Illusionist oder Maskierer? Was wärst du am liebsten und wie willst du überleben?

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Veröffentlicht am 31.12.2025

Süße, weihnachtliche Lovestory, für meinen Geschmack aber zu cozy und unlogisch

Good Spirits
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Vorweg: Ich habe das Buch nicht beendet. Diese Rezension bezieht sich somit auf die ersten 31% des Buches.

Ich wollte diese Geschichte so sehr lieben, aber irgendwie passten wir zum jetzigen Zeitpunkt ...

Vorweg: Ich habe das Buch nicht beendet. Diese Rezension bezieht sich somit auf die ersten 31% des Buches.

Ich wollte diese Geschichte so sehr lieben, aber irgendwie passten wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht so richtig zusammen.
Das Buch ist gut geschrieben. B.K. Borison versteht ihr Handwerk. Und ich kann auch absolut nachvollziehen, dass es da draußen eine Menge Leute gibt, die dieses Buch total lieben.
Ich habe sehr viel positives Feedback zu „Good Spirits“ gesehen und sehr viele Menschen die Nolan und Harriet in ihr Herz geschlossen haben und das ist auch gut so. Denn die beiden verdienen es eine Fangemeinde zu haben.

Es waren einfach viele kleine Dinge die mich an dem Buch am Ende dann doch so gestört haben, dass ich es nicht weiterlesen wollte (Achtung ab jetzt Spoiler für die ersten 31%):
Zunächst ist da der Anfang in dem eine Katze Harriet einen Brief übergibt (also mit der Schnauze, eine normale Katze), ja ist cute aber irgendwie war ich doch irritiert. Dann taucht Nolan plötzlich bei Harriet aus dem Nichts im Wohnzimmer auf, sie macht noch (wirklich witzige) Sprüche über Mörder, findet das dann aber alles doch nicht allzu schlimm und schiebt es später auf abgelaufenen Pfefferminztee? Naja, ok, auch das kann ich noch „überlesen“ zumal der Schlagabtausch der beiden mich wirklich zum Lachen gebracht hat.
Aber als dann die Szene kommt in der Harriets winzige, absolut zierliche Hand (wird zumindest gesagt) in ihrer Manteltasche stecken bleibt, weil die zu eng für ihr kleines, kleines Händchen ist, Nolan sie dann rettet, nur um zu sagen: „Lass mich das jetzt lieber für dich erledigen!“ (zitiert aus dem Gedächtnis) und ihr dann offensichtlich die Süßigkeiten aus der ZU ENGEN (ich schreie nicht, ich betone!) Manteltasche holt, obwohl immer wieder gesagt wird WIE RIESIG seine Hände im Vergleich zu ihren sind... Ist das schon dieses Männerding „ich starker Mann rette die Frau die nicht gerettet werden muss“ oder nur ein egoistisches „ich kann eh alles besser“ von Nolan?
Aber offensichtlich klappt es ja. Da musste ich mich dann doch zwingen nicht zu sehr mit den Augen zu rollen, damit ich überhaupt weiterlesen konnte.
Auch die Tatsache dass Nolan und Harriet immer wieder und wieder in ihre Vergangenheit eintauchen nur um festzustellen, dass Harriet einfach nur perfekt ist und noch nicht mal als Kind vom Löffel nascht war für mich nicht cozy, sondern einschläfernd. Ich meine da passiert wirklich nichts. Sie hackt nen Baum ab. Yeah! Allein. Im Wald. Über Stunden. Aber das ist ja so, so süß von ihr...
Als dann auch noch unsere Turteltäubchen in einen solchen Streit geraten, gerade weil nichts in ihrer Vergangeheit passiert und sie es wagt den Vorschlag zu machen, dass es sich vielleicht um ihn dreht musste ich dann aufhören zu lesen. Nolan geht dabei dermaßen die Hutschnur hoch, obwohl sie ihm nur helfen will... Puh. Kann man jetzt noch damit entschuldigen, dass er halt ein Jahrhundert oder so alt ist und dementsprechend da ein bisschen toxisches Männerbild von damals mit sich rum trägt. Aber zu einer Cozy, cuten Lovestory passt das dann für mich doch nicht.
Ich glaube ganz sicher, dass es sehr viele Leute gibt, die das alles überhaupt nicht stört und wenn man diese Punkte überlesen kann oder/und sie gar nicht schlimm findet, ist das sicherlich ein richtig gutes Buch.
Witzig, romantisch (bestimmt ab irgendeinem Punkt) und einfach wunderbar für die weihnachtliche Jahreszeit geeignet. Und genau deswegen würde ich es auch mit 2,5 Sternen bewerten.

Wer jetzt all diese Punkte gelesen hat und sagt: „Was hat die denn? Ist doch gar nicht schlimm.“ Wird mit diesem Buch ganz sicher eine wundervolle Weihnachtsgeschichte haben. Für mich war es dann doch an vielen Stellen zum einen zu unlogisch und an anderen Stellen zu cozy, da darf dann für mich ruhig doch ein bisschen mehr passieren.

Es handelt sich hier komplett um meine eigene Meinung. Wenn ihr das Buch feiert, seid bitte lieb in den Kommentaren (und falls es jemand zu Ende gelesen hat würde ich mich über eine kurze Nachricht, was denn nun hinter allem steckt freuen).

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