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Veröffentlicht am 08.02.2020

Das Aufweichen der Grenzen

Die Toten von Marnow
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Die Toten von Marnow: Ein Fall für Lona Mendt und Frank Elling von Holger Karsten Schmidt

"Da ist unheimlich viel Blut auf der Stirn", antwortete sie ihrem Kollegen, "und da ist eine Gerade. Und..."
Sie ...

Die Toten von Marnow: Ein Fall für Lona Mendt und Frank Elling von Holger Karsten Schmidt

"Da ist unheimlich viel Blut auf der Stirn", antwortete sie ihrem Kollegen, "und da ist eine Gerade. Und..."
Sie benetzte ihren linken Einweghandschuh mit etwas Wasser. "Und die Natur zieht keine Geraden", kleidete Elling ihre Gedanken in Worte.
"Ja", bestätigte sie, "es gibt keine absolute Gerade, an der kein Mensch beteiligt ist."

So ungleich sie erscheinen, zeigt sich das perfekte Zusammenspiel der Ermittlungsarbeit der beiden Rostocker Kommissare Frank Elling und Lona Mendt. Der Autor erschafft mit seinem fiktiven Roman, der auf Tatsachen beruht, eine brisante Atmosphäre und blindes Verstehen zwischen den beiden Ermittlern. Das Konträre unterstreicht die flotte Handlung. Ein Aufweichen und die Fragwürdigkeit des gesetzlich Möglichen und moralisch Korrekten sowie ein Handeln abseits der Legalität ermöglichen einen Krimi der besonderen Art. Der deutliche Schreibstil, die schnellen Aktionen, das entsprechende Erzähltempo sowie bildhafte Beschreibungen und authentische Emotionen tragen die Spannung und das unterhaltsame Niveau bleibt durchweg hoch.

Holger Karsten Schmidt, der auch Drehbücher für Film und Fernsehen schreibt, bedient sich einer breiten Palette stilistischer Mittel, die ab und an leicht übertrieben wirken. Doch das ist vollkommen in Ordnung. Es passt und fügt sich am Ende, wie die vielen differenzierten und scheinbar losen Handlungsfäden, gekonnt zu einem Ganzen zusammen.

Die Charaktere sind interessant und rufen entsprechende Sympathien oder Abneigungen beim Leser hervor. Letztendlich führen viele vom Autor angelegte Irrwege nach Marnow und die Handlung und deren Auflösung bleibt spannend bis zum Schluss. Das macht einen guten Krimi aus!

Fazit: Eine deutsch-deutsche Geschichte in der man viel Privates über die Ermittler erfährt. Holger Karsten Schmidt schreibt hinter einem brisanten, actionreichen Plot über Mord, Erpressung, Verrat, Geld, alte Stasiseilschaften, moralische Dilemma und vieles mehr. Wer diese Konstellation mag ist hier vollkommen richtig. Eine klare Leseempfehlung! Mich haben Elling und Lona überzeugt!

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Veröffentlicht am 22.12.2019

Tolle Kombi mit viel Lokalkolorit

Gewittersee
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Gewittersee ein Emons Krimi von Tina Schlegel

Die unkomplizierte, geradlinige Kommissarin Cora Merlin ermittelt in Lindau am Bodensee. Zusammen mit ihrem Kollegen Christian Fischl und dem Profiler Dr. ...

Gewittersee ein Emons Krimi von Tina Schlegel

Die unkomplizierte, geradlinige Kommissarin Cora Merlin ermittelt in Lindau am Bodensee. Zusammen mit ihrem Kollegen Christian Fischl und dem Profiler Dr. Peter Kronenberg versucht sie, hinter das Geheimnis eines Mörders und seiner makaber zur Schau gestellten Frauenleiche zu kommen. Durch ein berühmtes Gemälde inspiriert wirft die Tat Fragen auf, die die Ermittler vor ein Rätsel stellen. Dabei gerät Cora in einen persönlichen Zwiespalt und in die Fänge der schönen, geheimnisumwitterten Ela und deren Ränkespiel im internationalen Kunstmarkt.

Tina Schlegel schreibt beeindruckend, anspruchsvoll, geradlinig mit der richtigen Portion Gefühl und Esprit. Der anhaltende Spannungsbogen ist durchgehend hoch und sorgt für ein packendes Leserlebnis. Die Protagonisten sind ehrlich mit allen Vorzügen, kleinen Besonderheiten, Fehlern, Höhen und Tiefen, direkt aus dem Leben gegriffen. Ergreifend verfolgt man die persönliche Entwicklung der Figuren, die die Geschichte tragen. Neben den Ermittlern gibt die Autorin den Begleitfiguren ausreichend Raum zur Entfaltung. In kurzen Episoden kommt der Täter und dessen Seelenleben zu Wort, was für Gänsehautmomente sorgt. In Tina Schlegels Romanen ist jede Figur wichtig und jeder trägt etwas Nichtgesagtes mit sich herum. So versucht man als Leser hinter die Fassade der jeweiligen Akteure zu blicken und ein Rätselspiel voller Emotionen und Geheimnisse begleitet das Geschehen.

Die Einbindung von Coras Synästhesie in den Fall und die Ermittlungen geben eine interessante Sichtweise auf das Geschehen und die Suche nach der Lösung. Dabei vertiefen sich die Ermittlungen in verschiedene Milieus. Die Kunstszene und deren unkonventionellen Wege sowie die Gemäldebeschreibungen und Einblicke in das Leben der Künstler hinter den Bildern bereichern die Handlung und unterstreichen die sehr gute Recherche der Autorin.

Gleichsetzend zu den Darstellern haucht Tina Schlegel den Schauplätzen gekonnt Leben ein. Durch präzise eingebundene Ortsbeschreibungen fühlt man sich als wandelnder Tourist an den Bodensee versetzt oder sieht sich durch die Gassen Venedigs ziehen. Dieser Krimi stellt das Kopfkino per Knopfdruck an und sorgt für lebhafte Momente.

Der passende Einband und der treffende Titel unterstreichen das Gesamtkonzept dieses Krimis. Abrundend schließen sich an die 296 Seiten der Geschichte ergänzende, kurze Abschnitte zum Hintergrund und allgemeinen Verständnis an.

Fazit: Meine Erwartungen waren nach der vorangegangenen Literatur rund um Konstanz und den Ermittler Sito sehr hoch. Doch ich wurde nicht enttäuscht. Gewohnt großartig lesen sich die Aktionen der neuen, jungen, frischen Kommissarin Cora Merlin und ich freue mich auf kommende Fälle rund um den Bodensee!

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Veröffentlicht am 08.12.2019

Kraftvolle Mandalas

Kreise der Kraft. 40 Inspirationen zur inneren Harmonie
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Kreise der Kraft 40 Karten mit Begleitheft Edda Costantini/Bettina Kaever (Königsfurth-Urania Verlag)

Dieses Set findet Anlehnung an den Rhythmus der Zeit und des Lebens. Durch 40 durchnummerierte, fein ...

Kreise der Kraft 40 Karten mit Begleitheft Edda Costantini/Bettina Kaever (Königsfurth-Urania Verlag)

Dieses Set findet Anlehnung an den Rhythmus der Zeit und des Lebens. Durch 40 durchnummerierte, fein illustrierte Karten und deren Begleittexte findet man Inspiration und Motivation. Nach einer Einleitung werden verschiedene Legetechniken und das Arbeiten mit den Karten in dem kleinen beiliegendem Heft beschrieben. Nachfolgend findet sich zu jeder Karte ein Text mit feinsinnigen Erläuterungen, Anregungen und hilfreichen Tips sowie alltägliche, leichte Übungen. Sehr vielseitig und mit behutsamen Worten entfaltet sich ein Repertoire an kleinen Motivationstexten und Aufgaben, die sich positiv auf Geist und Körper auswirken. Oftmals schmunzelt man beim Lesen, weil es sich einfach gut anfühlt.

Besonders gut gefällt mir der Bezug zur Natur in jahreszeitlicher Abfolge. Die liebevoll entworfenen Karten liegen gut in der Hand und es macht Spaß, die unterschiedlichen Anregungen auszuprobieren.

Fazit: Mich hat dieses Kartenset aus dem Königsfurth Urania Verlag positiv überrascht. Ich habe es allein, mit meiner Tochter und in einer Frauenrunde ausprobiert und die Reaktionen waren durchweg anerkennend und von Neugierde gezeichnet. Als kleines Geschenk oder Mitbringsel kommt es sicher gut an. Ich kann die Kraft der Kreise uneingeschränkt weiter empfehlen.

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Veröffentlicht am 08.12.2019

Die tägliche Dosis Leben

Leichter lernen, handeln, leben
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Leichter lernen, handeln, leben: Motivation und Evolution ein Ratgeber von Gundula Dorothea Schielicke (BoD)

Es fällt mir nicht leicht diese Buch zu bewerten, weil es ein ausreichendes Beschäftigen mit ...

Leichter lernen, handeln, leben: Motivation und Evolution ein Ratgeber von Gundula Dorothea Schielicke (BoD)

Es fällt mir nicht leicht diese Buch zu bewerten, weil es ein ausreichendes Beschäftigen mit dem vorliegendem Text erfordert und jeder seine eigene Lehre aus dem Geschriebenen ziehen kann. Wie heißt es so schön: Bevor man urteilt, sollte man sich an die eigene Nase fassen. Dieses Buch hält dem Leser den Spiegel vors Gesicht und es fällt schwer, wegzuschauen.

Die 407 Seiten sind keine leichte Kost und bieten sicher hinreichend Diskussionsstoff, doch lohnt sich ein Blick auf die Sichtweise und die Gedanken der Autorin zum Thema: Umgang mit unseren Lieben, unserem Gegenüber und uns selbst. Die Worte Respekt, Würde, Wertschätzung, Lernen, Entwicklung, Motivation, Leben, Liebe,... die im alltäglichen Umgang selbstverständlich sein sollten, verdienen in der heutigen Zeit eine genauere Betrachtung. Die Autorin spannt einen weiten Bogen und sucht Erklärungen, warum uns das Leben und so mancher Weg oft so schwer fällt. Sie beschreibt, wie es sich im Idealfall anfühlen könnte und was uns eigentlich daran hindert glücklich und ausgeglichen in den Tag zu leben. Hierfür findet sie verschiedene Ursachen. Sie beleuchtet den Zustand der gesamten Menschheit in einzelnen Situationen und Themengebieten.

Besonders nachdenklich und traurig stimmen mich hierbei die Selbstreflexion und der Umgang mit unseren Kindern. Die Empfehlungen im Text empfinde ich als erleichternd und nachvollziehbar. Unser wertvollstes Gut verdient Respekt und Kommunikation auf Augenhöhe.
S. 224 "Die Verbindung von Herz und Verstand lässt uns glücklich und zufrieden leben, lernen, handeln."

Fazit: Auch wenn man nicht mit jedem Gedanken der Autorin mitgeht, so finden sich hilfreiche Wegbereiter um einen ausgeglicheneren Zustand, einen liebevollen Umgang und ein respektvolles, friedliches Miteinander anzustreben. Diese Lektüre hat mich Kraft gekostet, doch es lohnt sich und ich hoffe das die Menschen nicht ihre Augen verschließen, sondern ihre Herzen öffnen. Jeder hat die Möglichkeit durch sei Handeln etwas zu verändern und zu verbessern.

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Veröffentlicht am 08.12.2019

Hier braucht man ein dickes Fell

Die Weihnachtsgeschwister
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Die Weihnachtsgeschwister
Alexa Henning von Lange
Dumont

Die Geschichte beginnt sehr vielversprechend in einem exzellenten Schreibstil. Bis einschließlich Seite 17 kann man sich gut in die Protagonistin ...

Die Weihnachtsgeschwister
Alexa Henning von Lange
Dumont

Die Geschichte beginnt sehr vielversprechend in einem exzellenten Schreibstil. Bis einschließlich Seite 17 kann man sich gut in die Protagonistin Tamara hineinfühlen. Doch was nach dem Auftauchen ihrer Geschwister Elisabeth und Ingmar und deren Familien, insbesondere Elisabeths neuem Freund Holger mit ihr geschieht, kann ich nicht ansatzweise nachvollziehen. Äußerst unsympathisch präsentiert sich Tamara, treibt es mit ihren Anspielungen zum Thema Sex und ihrem exzentrischen, hysterischen Auftreten auf die Spitze.

Die Charaktere sind gut gezeichnet und man bekommt gute Einblicke in die Gedankenwelt der Figuren, wobei die Autorin hier nur an der Oberfläche kratzt. Einige Akteure sind äußerst dominant, andere treten auf deren Kosten zu weit in den Hintergrund.

Trotzdem gingen mir die allgemeinen Streitigkeiten, Sticheleien, Empfindlichkeiten, Zweifel und Elisabeths Weinerlichkeit mit der Zeit auf die Nerven. Nach dem Frühstück im Hotel und einem inhaltlichen Fehler konnte ich den Text nur noch überfliegen. Elisabeths Tochter Marie, welterfahren und abgeklärt sowie ihr Bruder Finni verlassen den Frühstücksraum des Hotels und plötzlich sitzen sie wieder mit am Tisch bei der Diskussion um den Besuch des Weihnachtsmanns?...

Es wollen hier viele aktuelle Themen erzählt werden, doch diese werden nur angerissen und es bleibt beim Leser diesen Faden weiterzuspinnen (z.B. Ingmars und Siris Ökobewusstsein, Erziehung und Beziehungen,...).
Auch das abrupte Ende hat mir weniger gefallen. Im Text wird auf die Aktion der Eltern Bezug genommen, trotzdem bleibt mir zu vieles offen und ich leider ratlos zurück!

Fazit: Literatur ist immer Geschmackssache. Ich konnte mich mit den Weihnachtsgeschwistern und deren "Lieben" nicht anfreunden. Im Roman konnte ich nichts Wunderbares finden. Für mich definitiv keine nette Weihnachtslektüre.
Die Idee ist gut. Vielleicht bietet sich, diese Grundlage eher als Theaterstück, welches Interpretationen frei lässt, an?

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