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Veröffentlicht am 12.10.2025

Damenrunde in Aufarbeitungslaune

Damentour
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Damentour von Theres Roth-Hunkeler
„Hast du schon erzählt, unterbrach sie Claudia und zu Louise gewandt sagte sie: Hörst du bloß nicht mehr gut oder haperts auch bei deinem Gedächtnis? Als Louise nicht ...

Damentour von Theres Roth-Hunkeler
„Hast du schon erzählt, unterbrach sie Claudia und zu Louise gewandt sagte sie: Hörst du bloß nicht mehr gut oder haperts auch bei deinem Gedächtnis? Als Louise nicht reagierte auf die Provokation, erzählte Vera weiter:... S.86
Mir ist es schwer gefallen in diese Geschichte hineinzukommen, nein falsch, in diese vielleicht gut gemeinte „Damenwelt“ einzutauchen.
Ruth und Anna laden sich ihre „Auftaktfrauen“: Vera, Hella, Claudia, Louise und Mathilde auf das mondäne Anwesen von Ruth zu ihrem „Damenprogramm“, übrigens oft erwähnt und der Bedeutung zuliebe kursiv geschrieben, ein. Gestelzt gehen die Frauen der Frage nach dem Alter und dem Altern auf den Grund ohne in richtige Tiefen abzutauchen. Es kommt kein richtiger Schwung auf bei dem die stereotypischen Frauenbilder ihre Vergangenheit, Rollenbilder und Zukunftsaussichten hinterfragen. Krampfhaft versuchen sie etwas herbeizureden, suchen die Verantwortlichkeit für ihr Leben bei anderen Personen, direkte Gespräche von oben herab, andererseits interessante Thesen, die es gelohnt hätten, näher beleuchtet zu werden.
Anfänglich täuschte mich „Damentour“ mit einem edlen Cover und einem interessanten Klappentext. Doch im Laufe der Geschichte geht die Autorin Themen provokant an und enttäuschte mich mit der ein oder anderen Aussage und Ansicht. Dann schreibt Theres Roth-Hunkeler so weise Worte, dass ich mich darin verlieren kann und ehrlich nachdenklich gestimmt bin. Das Extrem und dieser Zwiespalt in diesem Buch verwirren mich und lassen mich zu dem Schluss kommen, dass ich den Text und auch so manche Protagonistin nicht wirklich mag.
Fazit: Geschmäcker gehen auseinander und nicht jedem kann alles gefallen. Doch ich habe im Nachgang „Damenprogramm“ aus der Feder der Autorin gelesen und fand die vorangestellte Geschichte wesentlich tiefer und besser erzählt. Diese Geschichte steht sehr gut auf eigenen Beinen, eine Fortsetzung in Form von „Damentour“ hätte es für mich nicht gebraucht.

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Veröffentlicht am 12.10.2025

Welch schöne Sprache!

Ehrenwerte Affen
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Ehrenwerte Affen von Michael Köhlmeier

„Es wird noch ein bisschen etwas von einem Traum sein.“ S. 11

Michael Köhlmeier schreibt Märchen, Fabeln und Sagen von Mensch und Tier, biblische, moderne und klassische ...

Ehrenwerte Affen von Michael Köhlmeier

„Es wird noch ein bisschen etwas von einem Traum sein.“ S. 11

Michael Köhlmeier schreibt Märchen, Fabeln und Sagen von Mensch und Tier, biblische, moderne und klassische Texte, die in diesem zauberhaft aufgemachtem Büchlein vereint sind. Viele Gattungen aus Wald Feld und Flur, nebst dem Menschen, ringen um Anerkennung, Frieden und Gerechtigkeit. In siebzehn Geschichten spornt uns der Autor auf unterhaltsame Weise zum Nachdenken an. Er verpackt seine Weisheiten geschickt, so dass sich der Sinn oft erst beim zweiten Hinschauen offenbart. Manchmal lässt man des Geschriebene einfach auf sich wirken. Mir haben die Geschichten zum Teil recht gut gefallen. Andere Sachen des Autors sind mir bleibender in Erinnerung geblieben. Ein kleines, liebevolles, kurzweiliges Buch; gern zum Verschenken.

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Veröffentlicht am 12.10.2025

Buon appetito, ein Reise-Rezept-Buch

Il mondo della Pasta
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Il Mondo Della Pasta von Domenico Gentile

„Es gibt wohl keine Hausfrau in Apulien, die nicht ein Pastabrett zu Hause hat, um für die Familie frische Pasta von Hand zu machen.“ S.68

Die ganze Welt der ...

Il Mondo Della Pasta von Domenico Gentile

„Es gibt wohl keine Hausfrau in Apulien, die nicht ein Pastabrett zu Hause hat, um für die Familie frische Pasta von Hand zu machen.“ S.68

Die ganze Welt der italienischen Pastaformen, ihre Saucen und Rezepte findet der Autor auf seiner Reise durch Italien und beim Kochen mit Freunden und lieben Menschen. Die Fotografien von Oliver Brachat zeigen die zwischenmenschliche Nähe und Liebenswürdigkeit und sind zudem eine Liebenserklärung an das Handwerk der Pastaherstellung. Der informative Text mit zahlreichen Hintergrundinformationen, die leckeren Rezeptvorschläge mit Schritt für Schritt Anleitungen sowie die vielen Bilder wecken die Reiselust und lassen dem Leser das Wasser im Mund zusammenlaufen. Dieses Buch ist eine Hommage an die Nudel, eine Liebeserklärung an Italien. Ich habe mich selbst an den Rezepten ausprobiert und wurde mit schmackhaften Gerichten belohnt. Besonders gefallen haben mir die Ragu- und Suppentezepte. Auch vegetarische Rezeptvorschläge kommen nicht zu kurz. Die unglaubliche Vielfalt der italienischen, originalen Pastazubereitung hat mich erstaunt. Es lohnt sich, einmal die eingedeutschten Rezepte gegen die original italienische Zubereitung einzutauschen. Geschmacklich sind diese oft einfachen Sachen unglaublich lecker! Selbstgemachte Gnocci und die süßen Nudeln lohnen einen Versuch! Der Halbitaliener versteht sein Handwerk, ist er zwischen Nonnas und traditionellen Gaumenfreuden aufgewachsen. Domenico Gentile hat eine Leidenschaft zum Beruf gemacht und diese Lektüre ist ihm vortrefflich gelungen!

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Veröffentlicht am 12.10.2025

Aus dem Nähkästchen geplaudert, tutto bene!

Alle weg
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Alle weg - Mein Winter an der Adria von Stefan Maiwald

„Das Leben wird in der Nebensaison auf angenehme Weise gleichförmig, die Tage ähneln einander. Und das ist sehr schön und tut, finde ich, der geistigen ...

Alle weg - Mein Winter an der Adria von Stefan Maiwald

„Das Leben wird in der Nebensaison auf angenehme Weise gleichförmig, die Tage ähneln einander. Und das ist sehr schön und tut, finde ich, der geistigen Gesundheit gut. Wir alle können uns ungestört unseren kleinen und großen Ritualen widmen,... .“ S. 51

Die ruhigen Töne von Stefan Maiwald sind nicht minder spannend, wie seine Erzählungen vom Sommer in Italien, speziell aus Grado und von der Adriaküste. Vom September bis in den April hinein, eine Herbst- und Winterinspiration, in der die Einheimischen zur Ruhe kommen. Doch ihre Geschichten und Begebenheiten erzählen von einem liebevollen und intensiven Miteinander. Der Autor schreibt vertraut, lustig, auf den Punkt. Sein einzigartiger Schreibstil ist wie eine gute Unterhaltung mit einem Freund und macht das Lesen so angenehm. Die seiten fliegen dahin und man fühlt sich selbst als Teil in Pinos Bar oder inmitten der großen Familie.
Eine Reise im Herbst, um die Sommersaison und den Urlaub in Italien nachklingen zu lassen, lohnt sich mit Sicherheit. Es ist anders, doch laut Stefan Maiwald nicht weniger schön. Denn abseits der agilen Sommermonate findet man hier Ruhe, Inspirationen und die Schönheit der Natur, nette Menschen, Gespräche und Geschichten über die Bewohner. Wer das mag, ist in der Nebensaison genau richtig hier. Dieses Jahr habe ich es verpasst, doch nächstes Jahr heißt mein Ziel Grado im Oktober mit Hund, denn auch für die Vierbeiner ist es an der Küste zu dieser Jahreszeit sehr angenehm.

Fazit: Stefan Maiwald ist ein Garant für erstklassige Unterhaltung! Ein Aufatmen und zurück zu den Basics zwischen Tradition und Eigenarten, perfekt für kurzweilige Lesestunden!

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Veröffentlicht am 29.09.2025

Krimikomödie nach Art von Grasby

Der Tote im Kamin
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Der Tote im Kamin - Ein Fall für Inspector Frank Grasby von Denzil Meyrick (Dumont)

„Was für ein hübscher Kerl“, bemerke ich lächelnd.
„Wie bitte?“, fragt Wally einigermaßen verdutzt.
„Ihr Hund. Er heißt ...

Der Tote im Kamin - Ein Fall für Inspector Frank Grasby von Denzil Meyrick (Dumont)

„Was für ein hübscher Kerl“, bemerke ich lächelnd.
„Wie bitte?“, fragt Wally einigermaßen verdutzt.
„Ihr Hund. Er heißt Bill, nicht wahr?“
„Meine Güte, Inspector, Sie sind ja auf Zack. Kaum hier angekommen, und Sie kennen schon die Namen der Haustiere im Dorf. Jemanden wie Sie haben wir gebraucht.“
„Was meinen Sie damit?“
„Na ja, hier herrscht ein ausgewachsenes Chaos, und Bleakly ist wohl kaum in der Lage, allein einen Mord aufzuklären.“ S.183

Ja, schnell eingelebt hat sich der Inspector ins beschauliche Elderby. Doch die all zu schnell aus dem Kamin gepurzelte Leiche bestätigt den Anschein vom beschaulichen Landleben keineswegs. Denn Grasby, seine amerikanische Praktikantin Miss Dean oder einfacher Deedee und der allzeit müde Sergeant Bleakly haben alle Hände voll zu tun, als kurze Zeit später eine zweite Leiche auftaucht. In dieser ruhigen vorweinachtlichen Atmosphäre im Jahr 1952 ist reichlich kriminelle Energie vorhanden. Hier gilt es den Dorfbowohnern einmal genauer auf die Finger zu schauen.
Mit gewieften Dailogen, einer Portion schwarzhumoriger Episoden und liebenswert schrägen Charakteren erzählt Denzil Meyrick einen spannenden Cozy-Crime-Roman. In einem angemessenen Tempo und der Zeit entsprechend besticht die Geschichte durch angenehmen Lokalkolotit. Man spürt den Zeitgeist und erkennt beim Lesen gesellschaftliche Besonderheiten und Probleme.
Die Figuren konnten mich voll überzeugen und bestechen durch ihre typischen Charaktereigenschaften und teils schrägen Besonderheiten. Genauer der Inspektor mit seiner liebenswert tollpatschigen und doch direkten Art konnte mich mit seinen Aktionen fesseln.
Der Autor wählt Grasby bewusst als Ich-Erzähler aus. Basierend auf Tagebucheinträgen, Notizen, Polizeiberichten und Erinnerungen sowie Erzählungen entfaltet sich das abenteuerliche Leben des Frank Grasby nun vor den Augen der Leserschaft. Und zum Glück hat das alles Denzil Meyrick in seinen Roman zusammengefasst. Denn der leicht sonderbare Ich- Erzähler verleiht dem Gesagten einen besonderen Stil, den ich sehr mag.

Fazit: Ein wunderbarer Fall! Sehr lesenswert! Und einen Dank an den britischen bsw. schottischen Humor!
Danke und Chapeau Denzil Meyrick!

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