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Veröffentlicht am 09.02.2026

Eine Liebeserklärung ans Schwimmen: Kluger, persönlicher Essay

Schwimmen / Schweben
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Ich habe mich sehr auf die Neuveröffentlichung „Schwimmen / Schweben“ von Jaqueline Scheiber gefreut & genauso viel Freude hatte ich mein Lesen dieses sehr persönlichen, ehrlichen und klugen Essays.

Der ...

Ich habe mich sehr auf die Neuveröffentlichung „Schwimmen / Schweben“ von Jaqueline Scheiber gefreut & genauso viel Freude hatte ich mein Lesen dieses sehr persönlichen, ehrlichen und klugen Essays.

Der Text ist eine Liebeserklärung ans Schwimmen, aber auch eine sehr persönliche und ehrliche Beschäftigung mit Körpernormen, Unsicherheiten und Scham. Denn die Autorin hat Sport sehr lange gemieden. Aus Angst und Scham, mit ihrem Körper aufzufallen; nicht gut genug zu sein. Doch irgendwann siegt ihr Mut und sie beginnt mit dem Schwimmen. Anfangs noch unsicher, sich fremd fühlend im öffentlichen Schwimmbad:
„Wenn ich versuche, unauffällig durch einen Raum zu gehen, gehe ich immer ein wenig komisch. Zu große Schritte, steife Arme. Ich sage mir: Niemand beobachtet dich, nicht einmal der Mann mit den grau melierten Schläfen vor der Spiegelwand unter der Föhnvorrichtung. [...] Bestimmt denkt er sich nichts beim Anblick meiner Oberschenkel, die bei jedem Schritt nachbeben. Ich will nicht, dass er mich bemerkt, obwohl ich ihn und alle anderen ganz genau bemerke. Ich will nicht auffallen, obwohl ich mir bei jedem Aufeinandertreffen eine Geschichte zusammenreime, warum wer wie oft hier ist und wer wie lange bleibt.“

Doch mit jeder geschwommenen Bahn wächst die Liebe zum Wasser, sie fühlt Leichtigkeit und Glück.
„In diesem Moment nahm ich friedlich und überwältigt die Schwerelosigkeit wahr, die Stille und die Vorahnung, dass da gerade etwas entstand, was einmal mir gehören könnte. Unbeobachtet ließ ich mich treiben, probierte aus, strengte mich an, um mich nur wenig später auf den Rücken zu drehen und mir sicher zu sein gehalten zu werden. Meine Gedanken verflüchtigten sich mit jedem weiteren Abstoß vom Beckenrand.“

In persönlichen Gedanken teilt Jaqueline Scheiber ihre persönlichen Gedanken; vieles hat mich sehr berührt und/oder zum Nachdenken gebracht.

„Dieses Fahrwasser birgt allerdings nicht nur versöhnliche Verbindungen. Unter der Überschrift Sport kommen gerne auch weniger hilfreiche Botschaften mit. Geister, die man nicht rief. Die Vergleiche, all die Maßeinheiten, die ich so gut kenne, aufdringliche Gedanken um Ideale und die Frage, wo in der Vielfalt aller Körper ich mich nur einreihen soll. Gibt es eine sensible Form, über die Veränderung von Körpern zu schreiben, ohne schädlichen Narrativen einen Nährboden zu bieten? Die Auseinandersetzung mit meinem Körper, mit seiner persönlichen und politischen Dimension ist fest mit mir verbunden. Seit ich zurückdenken kann, soll etwas mit ihm nicht in Ordnung sein. Im Laufe meines Lebens werde ich immer wieder aufgefordert, etwas an mir zu ändern. Ich bin keine Ausnahme, schließlich gibt es in meinem Umfeld kaum eine Person, die nicht auf die eine oder andere Art vom Ringen um die Bedeutung der eigenen Körperform vereinnahmt wird.
Trotzdem blicke ich positiv auf die Errungenschaften der Körpervielfalt, nicht zuletzt dank der Sozialen Medien. Deren Verbreitung von Kritik an unrealistischen Idealen und der Sichtbarmachung diverser Körperformen spielten eine wesentliche Rolle für viele wie mich, die sich von dem Narrativ trennen wollten und mussten, falsch auszusehen. Zu viel zu sein und gerade deswegen als unzureichend zu gelten. Denn eines ist heute gewiss: ob sich jemand gut fühlt, lässt sich nicht am Aussehen ablesen. Im Übrigen auch nicht, ob jemand gesund ist oder nicht. Also habe auch ich mich an die Seite derer gestellt, die laut darum bitten, Körper nicht mehr zu kommentieren. Körper als Funktion und Mittel zur Bewältigung des Alltags zu betrachten. Ich habe mich für die Entstigmatisierung und die Politisierung des Körpers als feministischer Schauplatz eingesetzt. Repräsentation als Instrument. Was mir dabei geholfen hat, war die Vielfalt an möglichen Körperformen bewusst anzusehen, sie wahrzunehmen und Schönes an ihnen zu finden. Jeder Tag, an dem ich mich selbst schön fühle, ist ein kleiner Akt der Rebellion. Eine politische Auflehnung gar.“

Auch die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit ihrer Großmutter, die nie schwimmen lernte, und mit der Jugend ihrer Mutter als Leistungsschwimmerin in Ungarns National-Schwimmteam fand ich sehr gelungen und bewegend.

Die passend eingefügten Zitate u.a. von Paul Celan, Karen Blixen, Lidia Yuknavitch und Hilde Domin runden das Lesevergnügen noch ab: „Schwerer werden. Leichter sein.“

„Schwimmen / Schweben“ ist ein sehr kluger und lesenswerter Essay, der von mir 5 Sterne und eine ganz klare Leseempfehlung bekommt!

Vielen Dank an den Leykam Verlag und an NetGalley für dieses Rezensionsexemplar! 📚💚

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Veröffentlicht am 06.02.2026

Buch abgebrochen: Kein Mehrwert, Thema nicht gut umgesetzt

How to Talk to Yourself
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„How to Talk to Yourself: Von Selbstzweifeln zu Selbstvertrauen“ von Ro Mitchell ist ein Buch, das mich thematisch sehr interessiert, nicht nur für mich selbst, auch für mein Teenager-Kind bzw. allgemein. ...

„How to Talk to Yourself: Von Selbstzweifeln zu Selbstvertrauen“ von Ro Mitchell ist ein Buch, das mich thematisch sehr interessiert, nicht nur für mich selbst, auch für mein Teenager-Kind bzw. allgemein.
Der Ausgangsgedanke, gut mit sich selbst umzugehen, ist ein sehr wichtiger Punkt - denn wie oft erwischen wir uns dabei, dass wir schlecht über uns denken oder uns selbst negative Dinge sagen?

Leider hat die Autorin mit ihrem Buch meine Erwartungen nicht erfüllt.
Auch wenn ich ihre persönliche Leidensgeschichte nachvollziehen kann, steckt hier doch für meinen Geschmack eine zu große Portion Selbstvermarktung darin. Mich hätte vielleicht abschrecken sollen, dass hier (schon wieder!) eine Content Creatorin meint, unbedingt ein Buch schreiben zu müssen.

Ich habe das Buch nach etwa der Hälfte abgebrochen, da ich hier keinerlei Mehrwert erkennen kann. Auch wenn Aussagen wie „Ein Spiegel kann Dir nicht zeigen, weshalb du geliebt wirst“ richtig und wichtig sind, fehlte mir ingesamt leider die fundierte Substanz. Man hat das alles schon vielfach gehört und gelesen, nur in tiefgründigerer, besserer Form. In diesem Buch wird mir zu viel wiederholt; die Aussagen sind oft oberfächlich und bieten nichts Neues.

Für dieses Buch ist mir meine Lesezeit zu schade, daher lese ich nicht weiter.
Vielleicht ist es eher für die jüngere Zielgrupe geeignet, die sich mit dem Thema noch nicht so stark beschäftigt hat. Ich kann das Buch jedoch leider nicht weiterempfehlen.

Dennoch vielen Dank an den Knesebeck Verlag und Lovelybooks für das Rezensionsexemplar!

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Veröffentlicht am 05.02.2026

Wir tragen die Wahrheit in uns: Bewegender Debütroman

Das schöne Lächeln von Riambel
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„Das schöne Lächeln von Riambel“ von Priya Hein ist ein Roman, der mich schon mit dem Vorwort der Autorin berührt hat und der gleich zu Beginn mit voller Wucht einschlägt:

„Ich bin die Ururenkelin einer ...

„Das schöne Lächeln von Riambel“ von Priya Hein ist ein Roman, der mich schon mit dem Vorwort der Autorin berührt hat und der gleich zu Beginn mit voller Wucht einschlägt:

„Ich bin die Ururenkelin einer Plantagenvergewaltigung. Unter der Dunkelheit meiner ebenholzfarbenen Haut liegt ein leicht heller Unterton. Ich bin die Tochter kreolischer Sklavinnen und etwas Düsterem. Die Nachkommin von Haussklavinnen und den weißen Hausherren, die ihre Arbeiterinnen missbrauchten. In mir fließt das Blut weißer Vorfahren. Unfreiwillig. Den weißen Anteil, den ich in mir trage, habe ich mir nicht ausgesucht. Die gierigen Zuckerbarone nahmen sich einfach, was sie wollten – Frauen und Mädchen, über die sie eine enorme Macht hatten –, und weigerten sich dann, ihre Kinder anzuerkennen. Wie können sie ihre düstere Vergangenheit leugnen, wenn wir – die Bastarde des Kolonialismus – hier sind, um sie an ihr Vermächtnis zu erinnern? Wir tragen die Wahrheit in uns. So klar wie das Tageslicht. Der blaue Himmel über uns ist keine Lüge. Wir sind der lebendige Beweis einer dunklen Vergangenheit, die sich nicht weißwaschen lässt.
Sieh mich an und sag mir, dass die Vergangenheit mich nicht befleckt hat.“

Die fünfzehnjährige Noemi lebt auf Mauritius. Sie hilft ihrer Mutter im Haushalt einer wohlhabenden Familie, die nicht weit weg von der heruntergekommenen Cité lebt, in der Noemi und ihre Mutter hausen. Dort findet Noemi eine vollkommen andere Welt voller Reichtum und Verführungen.

Gleichzeitig tauchen wir aber auch in die Vergangenheit ein, in die Geschichte von Noemis Vorfahr*innen, deren Leben vom Kolonialismus und Sklaverei geprägt war (und ist).

„In der Nacht weine ich in mein Kopfkissen.
Ich weine um meine Großmutter. Um meine Mutter und meine Schwester.
Um das, was wir waren. Um das, was ich bin. Und um das, was wir immer sein werden.
Petite esclavée que je suis (Kleine Sklavin, die ich bin)“

Der Schreibstil der Autorin gefällt mir sehr gut. Dass sie in ihre Geschichte auch Rezepte einfließen lässt, gibt dem Roman nochmals eine besondere Note. Auch insgesamt hat Priya Hein die gesellschaftlichen Unterschiede und Ungerechtigkeiten schmerzhaft gut dargestellt:
„Unser Leben lang haben wir uns um sie herumbewegt. Auf leisen Zehenspitzen. Ehrfürchtig. Haben ihnen gedient. Sie bedient. Uns wurde beigebracht, ihnen niemals Unannehmlichkeiten zu bereiten. Sie bewegen sich anders – privilegiert. Mit einer Anspruchshaltung, die nur den Weißen vorbehalten ist. Wenn sie zufällig in unsere Richtung laufen, machen wir schnell Platz und lassen sie zuerst gehen. Wenn wir in einer Schlange stehen, dann stellen sie sich nicht hinten an wie wir. Certainement pas! Sie werden immer zuerst bedient.“

Noemi ist eine beeindruckende Protagonistin, ein starkes und kluges Mädchen: „Nur weil ich weniger Glück im Leben hatte, bedeutet das nicht, dass ich deinen Respekt nicht verdiene.“

„Das schöne Lächeln von Riambel“ ist ein gleichermaßen schmerzhafter wie poetischer Roman über Rassismus, Kolonialismus und Widerstand, der mich sehr bewegt hat.

„Ich habe mich immer schon gefragt, warum Menschen wie ich in Schulbüchern nicht vorkommen. Die Geschichte, die uns beigebracht wird, hat nichts mit irgendjemandem aus meiner Familie zu tun. Selbst in unserer bescheidenen Schulbibliothek sind die aus Europa importierten Bücher voller fremder Gesichter, die Abenteuer in weit entfernten Welten erleben. Ich erkenne mich in keiner dieser Geschichten. Weil Menschen wie ich nicht gut genug sind, um in Büchern vorzukommen. Unsere Leben sind es nicht wert, darüber zu schreiben.“

Vielen Dank an den Gutkind Verlag und an NetGalley für dieses Rezensionsexemplar! 📚💚

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Veröffentlicht am 02.02.2026

Weihnachtsbuch mit Knatterdrache Furzipups

Furzipups – Oh, du furzige Weihnachtszeit! (Bd. 5)
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„Furzipups – Oh, Du furzige Weihnachtszeit“ ist ein weiteres lustiges Abenteuer von Kai Lüftner.
Auch dieses Weihnachtsbuch aus der beliegten Buchreihe um den kleinen Knatterdrachen Furzipups begeistert ...

„Furzipups – Oh, Du furzige Weihnachtszeit“ ist ein weiteres lustiges Abenteuer von Kai Lüftner.
Auch dieses Weihnachtsbuch aus der beliegten Buchreihe um den kleinen Knatterdrachen Furzipups begeistert kleine und große Kinder in unserer ganzen Familie.

Die Reime sind wie üblich super-lustig und nahezu perfekt gelungen, das Lesen und Vorlesen macht riesigen Spaß! Noch besser gefallen uns aber, wie bei allen Bänden, die wunderschönen und witzigen Illustrationen von Wiebke Rauers – wir sind absolute Fans ihrer Zeichnungen!
Da steckt so viel Liebe im Detail, ein absolutes Highlight!

Ein nettes Extra ist auch hier der Button auf der Vorderseite des Buchs, der verschiedene Geräusche macht, wenn man draufdrückt, da kommt bei den Kindern immer gut an und sorgt für viele Lacher!

Uns gefallen alle Bücher der Reihe sehr gut!

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Veröffentlicht am 02.02.2026

Neues witziges Buch Furzipups, dem Knatterdrachen

Furzipups und der gruselige Schnarch-Schreck (Bd. 4)
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„Furzipups und der gruselige Schnarch-Schreck“ von Kai Lüftner ist der vierte Band einer inzwischen sehr beliebten Kinderbuch-Reihe um Furzipusps, den Knatterdrachen. Auch wenn unser Kind nicht mehr direkt ...

„Furzipups und der gruselige Schnarch-Schreck“ von Kai Lüftner ist der vierte Band einer inzwischen sehr beliebten Kinderbuch-Reihe um Furzipusps, den Knatterdrachen. Auch wenn unser Kind nicht mehr direkt im passenden Alter ist, begeistern uns die Bücher doch sehr.
Und zum Glück könenn wir sie nun mit den kleinen Nichten und Neffen in der Familie lesen.

Auch dieses Buch begeistert mit einer Geschichte in Form von witzigen Reimen, die einfach super gelungen sind. Doch das größte Highlight sind für uns die schönen, lustigen, großartigen Illustrationen von Wiebke Rauers! Einfach phantastisch!

Ein amüsanter Bonus ist dann noch der Button auf der Vorderseite des Buchs, der verschiedene Geräusche macht, wenn man draufdrückt, sehr zur Begeisterung und zum Amüsement der ganzen Familie!

Uns gefallen alle Bücher der Reihe sehr gut!

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