Anspruchsvoll und zum Nachdenken!
Bin das noch ichIn vier Teilen geht es über mehr als 45 Tage um den ca. 50-jährigen Violin-Virtuosen Simon Abrameit, Musiker ohne Festanstellung, der derzeit seine Sachen in einer Halle in einem Gewerbegebiet in Kisten ...
In vier Teilen geht es über mehr als 45 Tage um den ca. 50-jährigen Violin-Virtuosen Simon Abrameit, Musiker ohne Festanstellung, der derzeit seine Sachen in einer Halle in einem Gewerbegebiet in Kisten untergebracht hat. Die anfängliche Szenerie spielt in einer Kapelle außerhalb von Helsinki mit einem teils missglückten Auftritt Abrameits. Er verspielt sich bei einer Bartók-Sonate aufgrund zweier sperriger Finger seiner linken Hand. Verdacht auf fokale Dystonie. Seine Identitätskrise ohne Aufklärung folgt. Eigentlich findet er keine Antworten auf Fragen wie:
• Was bringt mein Gehirn dazu, dasjenige abzustoßen, das der gesamte Inhalt meines Lebens ist?
• Was bleibt, wenn ich nicht mehr aktiv musizieren kann“
• Was werde ich noch alles verlieren?
• Wie soll ich es anstellen, mein Leben komplett neu einzurichten.
In einer einsamen Hütte auf einer Schäreninsel nahe der Insel Gogland, einer russischen Insel in der Ostsee, frönt er der Vogelbeobachtung, verliert sich in philosophisch angehauchte Gedankengänge über weltberühmte Komponisten und Musiker mit ähnlichem Problem, resümiert teilweise langatmig über musikalische Konstellationen in Werken besonders von Bartók. Um über sich selbst Klarheit zu obigen Fragen zu gewinnen, schreibt er Briefe an Darja, einer berühmten Violinistin aus der Ukraine. Historische Ereignisse wie der Ukraine-Krieg und die Pandemie werden angerissen.
Der poetische Schreibstil gefällt. Ein Roman besonders geeignet für Musikliebhaber klassischer Musik und Hobbyornithologen.