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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.04.2025

Die Zeiten unterwürfiger Frauen sind hier vorbei.

Blutsschwestern
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Das Cover mit der Mordwaffe zentral über die ganze Länge mittig postiert kündigt blutige Missstände an. Der Buchtitel „Blutsschwestern“ zielt auf die familiären Blutsbande hin, aber auch auf ihre gemeinsamen ...

Das Cover mit der Mordwaffe zentral über die ganze Länge mittig postiert kündigt blutige Missstände an. Der Buchtitel „Blutsschwestern“ zielt auf die familiären Blutsbande hin, aber auch auf ihre gemeinsamen blutigen Verteidigungsstrategien. Die Szenarien spielen in Wien und in einem abgelegenen Dorf in Serbien. Dorthin zu Hexen fliehen Sanja mit ihrer schwer misshandelten Schwester. Thematisiert werden Gewalt gegen Frauen, Vergewaltigung, Trauma, Angst, Schwesternschaft und späte Vergeltung durch clevere, selbstbewusste Frauen. Der Schreibstil gefällt durch realistisch beschriebene moralische Angstzustände, berufliche Benachteiligung und mitmenschlicher Hilfestellung durch unerwartete Fehde.
Guter Lesespaß!

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Veröffentlicht am 03.04.2025

Kenntnisse in Physik, Biologie und Medizin sind hier von Vorteil. Sehr kreativ!

Lyneham
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Auf zwei Erzählebenen geht es um das Leben auf dem urzeitlichen Mond Perm. Henry Meadow, 12 Jahre alt, beschreibt als Ich-Erzähler das Familienleben nach der missglückten Landung in dieser fremden Welt ...


Auf zwei Erzählebenen geht es um das Leben auf dem urzeitlichen Mond Perm. Henry Meadow, 12 Jahre alt, beschreibt als Ich-Erzähler das Familienleben nach der missglückten Landung in dieser fremden Welt ohne ihre Mutter, Frau Dr. Mildred Meadow. Sie ist Wissenschaftlerin und arbeitet an Projekten, die hier ein Überleben bei zu wenig Sauerstoff unter bisher unbekannter Thermodynamik, Fauna und Flora ermöglichen soll. Viel Technologie kommt zum Einsatz, angefangen bei den Stasiskammern oder den Aggregatoren, einem Gerät zur Lebensmittelsynthese. Die zwei Geländekarten, anfangs vorgestellt, sowie das anhängende Glossar bieten Hilfestellung zwecks besserer Übersicht bzw. Verständnis der naturwissenschaftlichen Terminologie. Viel Fantasie über die Anomalie oder die Windleite wird vorausgesetzt, um diese Welt der Science Fiktion voll genießen zu können. Einige ethische Fragen werden tiefgründig angegangen, z.B. bei der Ankunft des Transfermoduls Fünf mit Russen, Chinesen und Saudis an Bord. Die männliche Figur Noah Rayser mit seinen Kompetenzen in der Raumfahrt und medizinischen Forschung stellt einen starken, negativen Charakter dar im spannenden, intelligent geführten Kampf von Henrys Mutter. Insgesamt sehr kreativ, aber in der Terminologie sehr anspruchsvoll.

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Veröffentlicht am 30.03.2025

Aufschlussreich, informativ, mit gedanklicher Nachwirkung!

Hase und ich
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Der graumelierte Hase des Covers scheint direkten Blickkontakt zum Leser aufbauen zu wollen und bekräftigt dadurch den besonderen Kontakt zwischen Mensch und Tier. Jedem Kapitel in diesen zwei Teilen des ...

Der graumelierte Hase des Covers scheint direkten Blickkontakt zum Leser aufbauen zu wollen und bekräftigt dadurch den besonderen Kontakt zwischen Mensch und Tier. Jedem Kapitel in diesen zwei Teilen des Romans sind zarte, lebendige Darstellungen des Hasen eingestreut mit anhängender Grundstückskarte, die diese Geschichte zu mehr als einem reinen Sachbuch aufwerten. Die detaillierten Beschreibungen seines Wachstums, verbunden mit Verhaltensänderungen, aber auch Veränderungen an Augenfarbe oder Fell sind aufschlussreich. Historische Fakten, Unterschiede zu Kaninchen, Gedanken zu ihrer Jagd etc. wechseln zu Mythen und Legenden über den Hasen. Das Zusammenleben in Haus und Garten wird akribisch beschrieben, stets im Fokus, dieses wild lebende Tier in seiner Reinlichkeit, Unabhängigkeit und Nachtaktivität nicht zu behindern. Während im ersten Teil der Schwerpunkt auf das Aufwachsen des Hasen im Wandel der Jahreszeiten liegt, behandelt der zweite Teil den Nachwuchs des Hasen über mindestens zwei Jahre und seine Charaktereigenschaften wie Geduld, Würde, innere Ruhe und Stärke. Die Autorin scheint dabei einen Prozess der Selbstfindung und einer viel klareren Wahrnehmung der unmittelbaren Umgebung gemacht zu haben. Ihrem Verhältnis zur Natur, zur technisierten Landwirtschaft und zur Jagd ohne Schonzeit widmet sie viele abwägende Gedanken.
Ein emotionales Werk über das Miteinander von Menschen und Hasen im Speziellen.

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Veröffentlicht am 29.03.2025

Mutterschaft in drei Frauengenerationen in interessanter, fiktiver Konstellation.

Die Summe unserer Teile
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Das Cover zeigt einen Gemäldeausschnitt aus einem seitlich festgehaltenen Frauenporträt ohne Gesicht in zeitloser Bekleidung – neutral genug für jede der hier festgehaltenen Generation. Die Großmutter ...

Das Cover zeigt einen Gemäldeausschnitt aus einem seitlich festgehaltenen Frauenporträt ohne Gesicht in zeitloser Bekleidung – neutral genug für jede der hier festgehaltenen Generation. Die Großmutter Lyudmiła flieht aus Polen nach Beirut 1944 und arbeitet dort erfolgreich als Chemikerin. Ihre Tochter Daria studiert ab 1976 in München Medizin und arbeitet als berufstätige Mutter in eigener Kinderarztpraxis. Ihre 23-jährige Tochter Luzy studiert Informatik 2014 in Berlin. Aus den Perspektiven dieser drei Frauen, Mütter und gleichzeitig auch Töchtern ergibt sich über den Zeitraum von sieben Jahrzehnten eine zwischenmenschliche Beziehung voller Distanz, kaum spürbarer Liebe, auch wenn beste Intentionen zu erfolgreicher Mutterschaft besonders von Daria vorgelegen haben. Das Scheitern der Mutter-Tochter-Beziehung ist besonders hart zwischen ihr und Luzy spürbar. Die große Distanziertheit teils auch durch Unkenntnis wichtiger Familiengeheimnisse zwischen den Generationen führt zum Scheitern von „Familie“. Ihre diversen Wege der Vergangenheitsbewältigung und gleichzeitigen Zukunftssuche braucht Mut zu offenen Worten. Die vielen emotionalen Spannungen untereinander sind einfühlsam und realistisch beschrieben.
Die Summe unserer Teile ergibt nicht immer etwas harmonisch Ganzes.

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Veröffentlicht am 28.03.2025

Etwas enttäuschend!

Die Magnolienkatzen
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Das Cover mit schwarz-weißer Katze und Jungkatze unter einem blühenden Magnolienbaum gefällt sowohl in dieser Komposition als auch in der Farbgebung – sehr ansprechend! Die Autorin beschreibt als Ich-Erzählerin ...

Das Cover mit schwarz-weißer Katze und Jungkatze unter einem blühenden Magnolienbaum gefällt sowohl in dieser Komposition als auch in der Farbgebung – sehr ansprechend! Die Autorin beschreibt als Ich-Erzählerin – vermutlich autobiographisch – das Auffinden einer Straßenkatze mit ihrem Wurf im Gebüsch beim abgesägten Magnolienbaum. Wie sich das Zusammenleben von Noriko mit ihrer Mutter positiv verändert, gelingt ihr während der gesamten Zeit der Aufzucht von fünf quirligen, schnurrenden Persönlichkeiten samt fürsorglicher Katzenmutter sachlich zu dokumentieren. Detailliert beschreibt sie sämtliche Entwicklungsstufen ihrer tierischen Schützlinge über Impfungen, Kastration bzw. Sterilisation, Stressverhalten bis zur liebevollen Interaktion mit Ihnen und ihrem familiären Freundeskreis. In sechs Kapiteln reflektiert Noriko auch über die starke emotionale Bindung bis zum Glücksgefühl, über ihre Verantwortung gegenüber ihren zunächst unerwünschten, tierischen Mitbewohnern. Leider fehlen Tiefgang, mehr Twists und Turns hinsichtlich der hier involvierten Menschen. Für Katzenliebhaber ist dieser Roman sicher ein Highlight.

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