Cover-Bild Galgenmann
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22,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Aufbau
  • Themenbereich: Belletristik - Abenteuerromane
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 220
  • Ersterscheinung: 19.09.2023
  • ISBN: 9783351042103
Maya Binyam

Galgenmann

Roman
Eva Kemper (Übersetzer)

Von einer der interessantesten neuen Stimmen der amerikanischen Gegenwartsliteratur.

Ein Mann mittleren Alters kehrt nach Jahren in den USA in sein Heimatland in Afrika zurück. Als er dort ankommt, erkennt er niemanden wieder, alles scheint seltsam fremd. Er nimmt an, dass der Anlass seiner Reise ist, sich von seinem im Sterben liegenden Bruder zu verabschieden, aber vielleicht ist alles ganz anders, als es zunächst scheint …

Mit »Galgenmann« hat Maya Binyam einen traumwandlerisch komischen und hochoriginellen Roman geschrieben über das Loslassen und Ankommen, über Exil und Zugehörigkeit und die existentielle Suche nach Zuflucht.

»Ein berauschender Roman.« Der Spiegel

»Ein unvergessliches Buch.« Maaza Mengiste

»Ein betörendes Debüt mit einem überraschenden Ende.« Publishers Weekly

»Maya Binyam ist eine starke Stimme. Sie weiß, wie man eine Geschichte zum Leuchten bringt.« Alexandra Kleeman

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.12.2023

Kafkaeske Heimkehr

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"Galgenmann", der Debütroman von Maya Binyam, stellt nicht nur seinen Erzähler vor mancherlei Rätsel. Der namenlose Ich-Erzähler kehrt nach 25 Jahren im Exil zurück in das Land seiner Herkunft, um seinen ...

"Galgenmann", der Debütroman von Maya Binyam, stellt nicht nur seinen Erzähler vor mancherlei Rätsel. Der namenlose Ich-Erzähler kehrt nach 25 Jahren im Exil zurück in das Land seiner Herkunft, um seinen sterbenden Bruder noch einmal zu sehen. Seine Reise in die fremd gewordene Heimat wird zu einer Odyssee mit surrealen, ja kafkaesken Elementen.

Der Erzähler weiß selbst nicht so recht, wie er überhaupt ins Flugzeug gekommen ist, wer seinen Koffer gepackt hat. Er hat Vermutungen, doch wirklich sicher kann er sich überhaupt nicht sein. Überhaupt scheint sich die Wirklichkeit zu verändern, während er noch über etwas nachdenkt, wie in einer Traumlandschaft bewegt sich der Emigrant, der durchgehend eher als hilfloses Objekt der Geschehnisse wirkt.

Woher der Mann kommt und wohin er reist, das bleibt weitgehend offen. Die Beschreibungen legen nahe, dass er in den vergangenen 25 Jahren in den USA lebte und nun in Äthiopien lebt, dem Land, aus dem auch der Vater der Autorin in die USA eingewandert ist.

Wie so viele Rückkehrer aus der afrikanischen Diaspora sieht sich auch der Erzähler einer geballten Erwartungshaltung seiner Angehörigen gegenüber: Ein Cousin erwartet eine Investition in sein Haus, der Bruder hat ohnehin schon seit jeher finanzielle Wünsche geäußert, die mit den Jahren immer größer werden und im Wunsch nach einer Bürgschaft für eine Einwanderung in die USA münden.

Der Erzähler mag die Landessprache seines Herkunftslandes sprechen, doch er gilt offenbar längst als Amerikaner, als Ausländer, der sich nicht auskennt und den man hemmungslos übervorteilen kann, angefangen von Gepäckträger am Flughafen über Taxifahrer zu Bankangestellten. Doch immer wieder gibt es auch die menschlichen Begegnungen, die Erinnerungen an die Vergangenheit und ähnliche Erfahrungen wecken. So wird es eine Reise in die Vergangenheit, zu den eigenen Wurzeln, zu Menschen, die er erst auf den zweiten Blick erkennt. Dass er sich irgendwie auch zeitlich in einem Niemandsland befindet, wird durch die Tatsache bestärkt, dass Emails an die Frau und an den Bruder nicht gesendet werden können.

"Galgenmann" kulminiert in einem überraschenden Ende, das für mich so nicht absehbar war. Ein interessantes, mitunter verwirrendes Debüt.

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Veröffentlicht am 10.08.2025

Ein verwirrendes Debüt über Identität, Exil und Zugehörigkeit

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Die kafkaeske Erzählung beginnt mit einem morgendlichen Anruf anlässlich seines sterbenden Bruders in der afrikanischen Heimat. Der Ich-Erzähler, 55 Jahre alt, sitzt wie angeordnet nach 26 Jahren im Flugzeug ...

Die kafkaeske Erzählung beginnt mit einem morgendlichen Anruf anlässlich seines sterbenden Bruders in der afrikanischen Heimat. Der Ich-Erzähler, 55 Jahre alt, sitzt wie angeordnet nach 26 Jahren im Flugzeug von den USA nach Afrika, ohne sein wichtiges Blutdruckmedikament. Auf der folgenden odysseehaften Reise tauchen Erinnerungen sowohl über die Umstände seines Exils auf als auch über die ihm sehr fremd gewordene Heimat mit unzähligen, fremd gewordenen Familienmitgliedern. Wie ein hilfloser Beobachter, gebeutelt durch die hohe Erwartungshaltung seiner Familie hinsichtlich ihrer finanziellen und bürokratischen Wünsche, erlebt er neben hemmungsloser Übervorteilung auch seltsame, rätselhafte Begegnungen mit zunehmendem Verlust seiner Identität. Nach und nach ist er ohne Geld, ohne Gepäck, ohne seine saubere Bekleidung, ohne seinen Pass und sein Portemonnaie unterwegs - vielleicht in Analogie zum Galgenmann-Spiel. Zeitlich verwirrend sind die TV-Nachrichten aus den USA wie auch seine blockierten Emails an Ehefrau und Bruder. Der Schreibstil mit einigen wiederholten, umständlichen Formulierungen wirkt langweilig, lenkt einfach zu sehr ab von Rassismus, von der politischen und gesellschaftlichen Realität in beiden Ländern.

Kein leicht zu deutendes Debüt.

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