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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.12.2024

Weiblichkeit abseits der Norm

Auf allen vieren
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Die Szenerien spielen in L. A. und in der nahen Kleinstadt Monrovia. Die Ich-Erzählerin, 45, beginnt einen Roadtrip in Richtung N.Y., entwickelt sich jedoch zu einer bunten Geschichte ums Altern, um ...

Die Szenerien spielen in L. A. und in der nahen Kleinstadt Monrovia. Die Ich-Erzählerin, 45, beginnt einen Roadtrip in Richtung N.Y., entwickelt sich jedoch zu einer bunten Geschichte ums Altern, um Sexualität mit Detailtiefe abseits der Norm in Monrovia. Der Fokus in dieser Aufbruchsphase vor und während der Menopause liegt hier weiterhin auf Überlegungen zu weiblicher Selbstbestimmung, über die Institution der traditionellen Ehe bis zum Entwurf freierer Lebensmodelle. Die Identifikation mit der exzentrischen Protagonistin, einer elitären, erfolgreich freischaffenden Künstlerin, fällt schon allein deshalb schwer, weil sie - finanziell unabhängig - ein privilegiertes Leben in purem Luxus gewöhnt ist. Die Rückblicke auf ihr Leben regen zum Nachdenken an. Der derbe, obszöne Sprachstil gefällt nicht. Die Verwendung der nonbinären Pronomen “dey/demm/deren” verwirrt.
Ein radikaler, schräger Selbstfindungstrip.

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Veröffentlicht am 06.12.2024

Eine bunte Mischung an angerissenen Themen

Hey guten Morgen, wie geht es dir?
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In 15 Kapiteln stehen drei Hauptfiguren im Mittelpunkt des wenig tiefgründigen Geschehens um Bedürfnisse, Sehnsüchte und die Suche nach einem Ausweg aus dem eintönigen Alltag rund um Leipzig:
Juno, eine ...

In 15 Kapiteln stehen drei Hauptfiguren im Mittelpunkt des wenig tiefgründigen Geschehens um Bedürfnisse, Sehnsüchte und die Suche nach einem Ausweg aus dem eintönigen Alltag rund um Leipzig:
Juno, eine jung gebliebene Frau über 50 mit vielen Tattoos, mehr und mehr vereinnahmt durch Ballett und Events als freiberufliche Performance-Künstlerin. In Rückblicken zu ihrer Kindheit und Jugend hat sie sich schon damals irgendwie komisch und anders gefühlt.
Jupiter, ihr seit über 15 Jahren schwer erkrankter Ehemann, Schriftsteller, nur sporadisch in Erscheinung tretend in einer eher dürftigen Beziehung miteinander neben pflegerischen Bedürfnissen ohne emotionalen und gedanklichen Austausch.
Benu, Love-Scammer aus Nigeria, Junos nächtlicher Kommunikationspartner im Internet. In wenig tiefsinnigen Dialogen erwächst eine Schein-Freundschaft voller Lügen.
Thematisiert werden Mythologie, Rassismus, Kolonialismus, Traurigkeit, Einsamkeit, Anforderungen eines Lebens als pflegende Person eines Angehörigen, Gefahren des Internets. Eintönigkeit, Schlaflosigkeit, das Altern, Unzufriedenheit, die Problematik des schwierigen Lebensunterhalts vieler Künstler – eine große Fülle, die nur angeritzt wird. Die Bedeutung der Verwendung mythologischer Namen, der Gedankengänge zu Sternbildern und auch zu dem Film „Melancholia“ bleibt unklar. Wie fremde Einschübe wirken solche Details in Junos Fantasiewelt.
Der Schreibstil gefällt, inhaltlich eher flach bei geringem Tiefgang in angeschnittene Themenbereiche. Der emotionale Faktor in Junos trostloser Alltagswelt wird wenig herausgestellt.
Ein unterhaltsames Büchlein.

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Veröffentlicht am 06.12.2024

Keine leichte Kost

Im Namen der Barmherzigkeit
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Das Cover zeigt ein Mädchen im ländlichen Ambiente auf einem unbefestigten Feldweg in kühlerer Jahreszeit – passend zum Thema. Die Hauptfigur Steffi Dreier, 1972 in Wien unehelich geboren, lebt als Pflegekind ...

Das Cover zeigt ein Mädchen im ländlichen Ambiente auf einem unbefestigten Feldweg in kühlerer Jahreszeit – passend zum Thema. Die Hauptfigur Steffi Dreier, 1972 in Wien unehelich geboren, lebt als Pflegekind zunächst im Kinderheim, ab 1975 bei der kinderreichen Bauernfamilie Kellerknecht mit weiteren Pflegekindern als Arbeitskraft unter unmenschlichen Bedingungen. Ab zwölf Jahren vergewaltigt sie der Bauer brutal bei jeder möglichen Gelegenheit, bis sie 1986 in einer psychiatrischen Klinik in Graz behandelt wird unter der Aufsicht von Frau Dr. Winkler, die Steffis weiteren Lebenslauf teils begleitet und weiter verfolgt. Vor Gericht sagt Steffi, verfolgt von Panikattacken, Ohnmacht und Angstzuständen nicht gegen den Pflegevater aus. Die Schilderung dieser Kindheit mit so viel Demütigung, Prügelei, Lügerei bis zu sexuellem Missbrauch durch die Pflegeeltern zu lesen, ist schwer zu ertragen, sicher auch nicht leicht in passende Worte zu fassen als Autor:in. Der weitere stressige Lebensweg mit Re-Traumatisierung, mit Flashbacks gipfelt mit fünfzehn Jahren in einer Schwangerschaft. Die Sorge um ihre Tochter Sarah begleitet den Leser bis zu deren 18. Lebensjahr. Die Folgen durch Verletzung der Aufsichtspflicht von Jugendämtern und fehlender notwendiger Hilfestellungen für pubertierende Pflegekinder werden ebenso thematisiert wie das schändliche, unmenschliche Ausnutzen kindlicher Arbeitskraft und grober sexueller Missbrauch. Ein trauriges Buch zum Nachdenken.

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Veröffentlicht am 05.12.2024

Was für eine schöne Hommage an die geliebte Mutter

Man kann auch in die Höhe fallen
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Der Schauplatz ist der ruhige, abgelegene Wohnort der Mutter in Schleswig. Diese 86-jährige Frau steht mit ihren Aktivitäten in Haus, Garten, Wasser und sonstigen interessanten Örtlichkeiten positiv im ...

Der Schauplatz ist der ruhige, abgelegene Wohnort der Mutter in Schleswig. Diese 86-jährige Frau steht mit ihren Aktivitäten in Haus, Garten, Wasser und sonstigen interessanten Örtlichkeiten positiv im Mittelpunkt. Abwechselnd mit solchen lustigen, auch skurrilen, stets liebevoll beschriebenen Anekdoten voller Vitalität geht es um Kindheitserinnerungen und Berufserfahrungen des Autors, der über viele Wochen bei seiner Mutter innerlich gefestigt wird. Dieser Wechsel aus seiner Vergangenheit und besonders die Gegenwart in erfrischenden Dialogen und Ritualen mit der positiv eingestellten Mutter gefällt. Auch die Einblicke in die Ängste des Autors berühren, wie seine Aktivitäten in der Natur zur Gesundung beitragen neben der mütterlichen Anleitung. Die Einblicke in solch eine künstlerische Karriere sind interessant. Ein Schreibstil ist kreativ, teils humorvoll, auch sehr berührend. Diese Mutter ist schon eine ungewöhnliche Frau – Hut ab!

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Veröffentlicht am 04.12.2024

Ein harter Sport für Krieger!

Bock auf Eishockey
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In 21 Beiträgen mit einer Einleitung des Sportreporters Christian Rotter werden unter dessen „Federführung“ besondere Momente von deutschen Eishockeyspielern und zwei Spielerinnen präsentiert. Besondere ...

In 21 Beiträgen mit einer Einleitung des Sportreporters Christian Rotter werden unter dessen „Federführung“ besondere Momente von deutschen Eishockeyspielern und zwei Spielerinnen präsentiert. Besondere emotionale Erfolgsmeldungen und steile Karrieresprünge überwiegen. Betont wird, dass es in einem solchen Spiel nicht nur ums Gewinnen und Verlieren geht, sondern um die Erfahrung wichtiger Werte wie Freundschaft, Fairness und Teamgeist. Schmerzhafte Erfahrungen in diesem rauen Sport lassen nicht nur an körperliche Verletzungen mit Comeback in manch einem Beitrag denken. Auch auf Blockbuster-Deals rund um den NHL fallen negative Schatten. Manch ein Eishockeyspieler mag sich dabei wie austauschbares Spielermaterial, wie Ware fühlen ohne Möglichkeit eines Selbstentscheids. Wie hart das Sportrecht in einem irrtümlichen Dopingfall nachwirken kann, wird glaubhaft vermittelt. Dass mancher Verein nicht nur im Breitensport nach dem Mauerfall im Osten oder auch generell durch die langatmigen Corona-Maßnahmen finanzielle Einbußen und Mitgliederrückgänge verkraften musste, wird ebenfalls thematisiert. Auch für Sportkommentatoren war die Berichterstattung über solche sportlichen Events ohne Publikum kein besonderer Moment. Dieser Mannschaftssport lebt eindeutig vom Gefühl des Fairplays, was auch auf die Eishockeyfans übertragen wird. Interessante Einblicke in diese Sportart.

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