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Veröffentlicht am 14.04.2021

Überzeugender Bodensee-Krimi mit einem ungleichen, aber doch gut aufeinander abgestimmten Ermittlerduo

Die Toten von Lindau
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In diesem Kriminalroman schickt der Autor Thomas J. Fraunhoffer ein neues Ermittler-Duo ins Rennen, das direkt einen fulminanten ersten Auftritt hinlegt und so die Messlatte für die weiteren Fälle gleich ...

In diesem Kriminalroman schickt der Autor Thomas J. Fraunhoffer ein neues Ermittler-Duo ins Rennen, das direkt einen fulminanten ersten Auftritt hinlegt und so die Messlatte für die weiteren Fälle gleich mächtig hoch hängt.

Der Fallanlytiker Niklas Grimm wird zur Polizeidienststelle Lindau versetzt, nachdem er in München in Ungnade gefallen ist. Dort trifft er auf Emma Bosse, die nicht nur die Dienststelle leitet, sondern mit ihrem Mann auch noch einen Gnadenhof im Ort betreibt. Viel Zeit, sich zu beschnuppern, hat das ungleiche Ermittler-Duo aber nicht, denn der Mord an Nele Grimm, der Anführerin von freedog, einer kleinen, aber ziemlich militanten Gruppe von Tierschützern, fordert gleich ihre volle Aufmerksamkeit. Durch ihre Aktionen hat sich das Opfer in der Region ziemlich unbeliebt gemacht, so dass es an Verdächtigen nicht gerade mangelt.

Mit einem packenden Schreibstil, einigen überraschenden Wendungen, einem hohen Erzähltempo und reichlich Lokalkolorit aus der Region rund um den Bodensee treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und bietet dabei eine ausgewogene Mischung aus Krimihandlung und dem Privatleben der beiden ungleichen Ermittler, die aber doch sehr gut aufeinander abgestimmt sind. Den typischen Spagat eines Serienauftaktes, zum einen eine spannende Geschichte zu erzählen, die neugierig auf weitere Fälle macht, und zugleich das Figurenaufgebot, das die Geschichte auch über weitere Bände tragen kann, sorgfältig einzuführen, wird hier überzeugend absolviert. Die Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen werden dabei durchgehend gut gezeichnet und vielschichtig abgelegt, so dass man gerne mit ihnen mitfiebert. Am Ende liefert der Auftaktband neben reichlich Spannung und Dramatik eine ziemlich überraschende, aber doch absolut schlüssige Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt.

Ein mehr als gelungener Serienauftakt, der mich nicht nur gut und spannend unterhalten konnte, sondern zugleich auch Lust auf mehr macht.

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Veröffentlicht am 12.04.2021

Spannender Küsten-Krimi und ein Ermittlerpaar mit viel Potential

Nasses Grab (Zwischen Mord und Ostsee, Küstenkrimi 1)
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In diesem Kriminalroman schickt der Autor Thomas Herzberg ein neues Ermittler-Duo ins Rennen, das über reichlich Potential für weitere Auftritte verfügt, dieses aber im Auftaktband der neuen Reihe noch ...

In diesem Kriminalroman schickt der Autor Thomas Herzberg ein neues Ermittler-Duo ins Rennen, das über reichlich Potential für weitere Auftritte verfügt, dieses aber im Auftaktband der neuen Reihe noch nicht komplett ausschöpfen kann.

Nach einer einjährigen Auszeit kehrt Carina „Ina“ Drews in den Polizeidienst zurück. Doch als ihr Vorgesetzter Karsten Bruhn ihr ihren neuen Partner vorstellt, fällt sie aus allen Wolken. Ausgerechnet ihr Ex-Schwager Jörn Appel hat sich von Bochum nach Flensburg versetzen lassen, um näher bei seiner Tochter zu sein. Doch viel Zeit, sich von ihrem Schock zu erholen, hat Ina nicht, denn das neue Team ist gleich gefordert, als am Ostseestrand der Halbinsel Holnis die Leiche eines Mannes gefunden wird. Und da die Urlaubssaison unmittelbar bevorsteht, stehen Ina und Jörn auch direkt unter großem Druck durch Öffentlichkeit und Politik, schnell Ergebnisse liefern zu müssen.

Mit einem packenden Schreibstil und einem hohen Erzähltempo treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und bietet dabei eine ausgewogene Mischung aus Krimihandlung und dem Privatleben der Ermittler. Den typischen Spagat einen Serienauftaktes, zum einen eine spannende Geschichte zu erzählen, die neugierig auf weitere Fälle macht, und zugleich das Figurenaufgebot, das die Geschichte auch über weitere Bände tragen kann, sorgfältig einzuführen, wird hier insgesamt gut absolviert. Am Ende liefert der Auftaktband neben reichlich Spannung und Dramatik auch noch eine schlüssige Auflösung, die keine wesentlichen Fragen offenlässt.

Ein gelungener Serienauftakt, der mich nicht nur gut und spannend unterhalten konnte, sondern zugleich auch Lust auf mehr macht.

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Veröffentlicht am 09.04.2021

Humorvoller Roman um einen liebenswerten Chaoten, der kein Fettnäpfchen auslässt

Arschkarten-Abo
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In diesem Roman verpasst der Autor Carsten Eicke seiner Hauptfigur ein Arschkarten-Abo vom Feinsten und lässt ihn dabei von einer turbulenten Situation in die nächste stolpern, aus der er sich dann zur ...

In diesem Roman verpasst der Autor Carsten Eicke seiner Hauptfigur ein Arschkarten-Abo vom Feinsten und lässt ihn dabei von einer turbulenten Situation in die nächste stolpern, aus der er sich dann zur Freude von uns Lesern wieder herauswinden muss.

Tom Scharf ist wirklich nicht zu beneiden, er lässt allerdings auch kein Fettnäpfchen aus. Seine Freundin Yvonne verlässt ihn, um eine Karriere als Model einzuschlagen. Mit seiner neuen Mitbewohnerin landet er zwar einen echten Volltreffer, doch leider scheint Helena eher auf Frauen zu stehen. Mit dem BWL-Studium in Hamburg geht es nicht voran und sein Job im Call Center ist auch nicht unbedingt das Gelbe vom Ei. Und im Hintergrund erwartet sein Vater immer noch, dass er zurück nach Salzgitter kommt und dessen Zahnarztpraxis übernimmt. Doch dann zeigen ihm ausgerechnete Lady Gaga und ein rauchendes Känguru einen Ausweg aus seinem Dilemma.

Mit einem lockeren Schreibstil und viel Liebe zum Detail erzählt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte komplett aus der Perspektive seiner Hauptfigur. Macht es Tom einem zu Beginn nicht unbedingt leicht, ihn zu mögen, merkt man doch schnell, welch liebenswerter Chaot in Wirklichkeit in ihm steckt. Aber nicht nur er, auch die übrigen Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen sind gut gezeichnet und vielschichtig angelegt. Das der Autor bereits für diverse Fernsehformate gearbeitet hat, merkt man seinen bildhaften Beschreibungen, die das Kopfkino beim Lesen auf Hochtouren laufen lassen, auf jeden Fall an.

Ein Roman, der nicht nur gut unterhält, sondern auch sehr viel Spaß macht und bei mir für zahlreiche Lacher oder zumindest Schmunzler gesorgt hat.

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Veröffentlicht am 08.04.2021

Packender Thriller, der vor allem durch seine eher ungewöhnliche Hauptfigur überzeugen kann

Der gekaufte Tod
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Bei seinem Thriller-Debüt schickt der Autor Stephen Mack Jones einen eher außergewöhnlichen Ermittler ins Rennen, der mich gleich auf ganzer Linie überzeugen konnte und durchaus das nötige Potential für ...

Bei seinem Thriller-Debüt schickt der Autor Stephen Mack Jones einen eher außergewöhnlichen Ermittler ins Rennen, der mich gleich auf ganzer Linie überzeugen konnte und durchaus das nötige Potential für weitere Auftritte aufweist.

Dem ehemaligen Polizist August Octavio Snow, Sohn eines afroamerikanischen Polizisten und einer mexikanisch-amerikanischen Malerin, wurde im Prozess gegen den korrupten Polizeiapparat von Detroit ein Schadenersatz von 12 Millionen Dollar zugesprochen. Nachdem er seiner Heimatstadt für ein Jahr den Rücken zugekehrt hat, kommt er nun zurück, um dem heruntergekommenen Stadtteil seiner Kindheit mit Hilfe des Geldes neues Leben einzuhauchen. Als ihn die Großunternehmerin Eleanore Padget bittet, verdächtige Vorkommnisse in ihrer Bank aufzuklären, lehnt August dies zunächst ab. Doch kurz darauf wird die Frau tot aufgefunden und der Fall soll verdächtig schnell als Selbstmord zu den Akten gelegt werden. Und so nimmt August doch noch die Ermittlungen auf und taucht tief in die Abgründe von Detroit ein.

Mit einem packenden und zuweilen auch ziemlich lakonischen Schreibstil lässt der Autor seine Hauptfigur die Geschichte selbst erzählen. Mit gelungenen Spannungsmomenten und einigen überraschenden Wendungen treibt er das Geschehen voran und bietet am Ende einen fulminanten Showdown mit verblüffender Auflösung. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen. Auch die Stadt Detroit spielt in dieser gut aufgebauten Geschichte eine tragende Rolle, die ihr nicht immer schmeichelt. Schonungslos deckt der Autor die raue, multikulturelle Realität der Stadt mit all ihren daraus resultierenden Problemen auf, lässt dabei aber auch immer wieder die positiven Seiten dieser Entwicklung aufblitzen.

Ein gelungener Thriller in bester Hardboiled-Tradition, der das Genre zwar nicht neu erfindet, ihm mit seinem eher ungewöhnlichen Ermittler aber doch ein paar neue Facetten abgewinnen kann.

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Veröffentlicht am 07.04.2021

Packender Küsten-Krimi um eine gehörlose Kommissarin, die in einem alten Vermisstenfall ermittelt

Tod zwischen den Meeren
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In diesem Buch schickt die Autorin Ilka Dick ihre außergewöhnliche Ermittlerin Marlene Louven in ihren zweiten Fall und konnte mich damit erneut auf ganzer Linie überzeugen. Hat sie bei ihrem ersten Auftritt ...

In diesem Buch schickt die Autorin Ilka Dick ihre außergewöhnliche Ermittlerin Marlene Louven in ihren zweiten Fall und konnte mich damit erneut auf ganzer Linie überzeugen. Hat sie bei ihrem ersten Auftritt noch eher im privaten Umfeld ermittelt, ist sie nun wieder in offizieller Mission unterwegs.

Nach einer längeren Auszeit kehrt Kriminalkommissarin Marlene Louven, die durch tragische Umstände ihr Gehör verloren hat und nun auf Implantate angewiesen ist, in den aktiven Polizeidienst bei der Kripo Schleswig zurück und übernimmt dort mit ihrem Partner Simon Fahrmann eine neue Abteilung, die sich mit bislang ungelösten Fällen beschäftigen soll. Gleich ihr erster Fall hat es in sich. Vor knapp über 3 Jahren ist auf Amrum eine Frau spurlos verschwunden und hat ihren Mann und ihren Sohn zurückgelassen. Schnell stoßen die beiden Ermittler auf Widersprüche in den bisherigen Aussagen und kommen so auf die Spur eines verstörenden Verbrechens.

Mit einem packenden Schreibstil und reichlich Lokalkolorit aus dem hohen Norden treibt die Autorin ihre gut aufgebaute Geschichte voran und bietet am Ende eine verblüffende Auflösung, die auf den ersten Blick zwar etwas überkonstruiert wirkt, hier im Gesamtkontext aber doch schlüssig rüberkommt. Getragen wird das Ganze von gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen, mit denen man gerne mitfiebert. Die Autorin ist selber schon seit Jahren als Hörgeschädigtenpädagogin tätig und konnte so ihre eigenen beruflichen Erfahrungen in die Geschichte einfließen lassen. Dies trägt wesentlich zu den realitätsnahen Beschreibungen von Marlene sowie ihren Nöten und Befindlichkeiten bei.

Wer gerne ein paar spannende Stunden an der Küste verbringen möchte, wird mit diesem Krimi bestens bedient.

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