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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.06.2026

Warmherzig

Violette
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Valérie Perrins Roman ist eine schöne Geschichte über Liebe, Verlust, Trauer und die Kraft, trotz schwerer Schicksalsschläge weiterzuleben. Im Mittelpunkt steht Violette Toussaint, die als Friedhofswärterin ...

Valérie Perrins Roman ist eine schöne Geschichte über Liebe, Verlust, Trauer und die Kraft, trotz schwerer Schicksalsschläge weiterzuleben. Im Mittelpunkt steht Violette Toussaint, die als Friedhofswärterin arbeitet und sich mit großer Fürsorge um die Gräber und die Menschen kümmert, die den Friedhof besuchen. Ihr ruhiges Leben verändert sich, als ein fremder Mann nach Antworten auf ein Familiengeheimnis sucht.
Nach und nach erfährt man mehr über Violettes bewegte Vergangenheit, ihre Enttäuschungen, Verluste und den Widerstandfähigkeit allen Lebensschwierigkeiten. Alle Figuren wirken komplex, lebendig und glaubwürdig, mit ihren Stärken und Schwächen.
Anfangs braucht die Geschichte etwas Zeit, um sich zu entfalten. Doch je weiter man liest, desto stärker wächst die Verbindung zu den Charakteren. Das Buch ist emotional, warmherzig und voller Menschlichkeit. Eine absolute Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 03.06.2026

Hat mich leider nicht überzeugt

Die Mitternachtsreise
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Die Erwartungen an Die Mitternachtsreise waren bei mir ziemlich hoch — vor allem, weil mir Die Mitternachtsbibliothek sehr gut gefallen hat. Umso mehr muss ich leider sagen, dass mich dieses Buch nicht ...

Die Erwartungen an Die Mitternachtsreise waren bei mir ziemlich hoch — vor allem, weil mir Die Mitternachtsbibliothek sehr gut gefallen hat. Umso mehr muss ich leider sagen, dass mich dieses Buch nicht ganz überzeugen konnte. Sowohl die Grundidee als auch ihre Umsetzung haben bei mir gemischte Gefühle hinterlassen.
Die Handlung zieht sich über weite Strecken recht langsam dahin. Besonders die erste Hälfte des Buches wirkte auf mich etwas zäh, da lange nicht klar wurde, worauf die Geschichte eigentlich hinauswill. Erst später nimmt die Handlung mehr Fahrt auf und die eigentliche Botschaft des Romans wird deutlicher. Die ausführliche Einführung hat die Geschichte für meinen Geschmack jedoch unnötig ausgebremst.
Auch das Ende konnte mich nicht vollständig überzeugen. Ich hatte mir mehr Tiefgang und eine stärkere, nachdenklichere Aussage erhofft. Stattdessen wirkte das Finale auf mich etwas gewöhnlich und orientierte sich zu sehr an typischem Wunschdenken. Das fand ich schade, denn die Geschichte hätte definitiv mehr Potenzial gehabt.
Trotz meiner Kritik gab es aber auch positive Aspekte. Das Buch enthält interessante Gedanken und Denkanstöße, die zum Nachdenken anregen. Zudem ist der Schreibstil angenehm flüssig und sorgt insgesamt für ein gutes Leseerlebnis. Insgesamt ein solides Buch mit guten Ideen, das mich jedoch emotional und inhaltlich nicht ganz erreichen konnte.

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Veröffentlicht am 25.05.2026

Antiheldin

She’s a Star!
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Dieser Roman ist eine düstere, aber gleichzeitig lustige Geschichte über eine junge Frau Jessamyn, die unbedingt ein Star im Musiktheater werden will. Dabei verliert sie sich immer mehr in ihren eigenen ...

Dieser Roman ist eine düstere, aber gleichzeitig lustige Geschichte über eine junge Frau Jessamyn, die unbedingt ein Star im Musiktheater werden will. Dabei verliert sie sich immer mehr in ihren eigenen Wahnvorstellungen und Chaos. Sie ist selbstbesessen, völlig blind für ihr eigenes Verhalten und trotzdem faszinierend zu beobachten. Ihre Stimme wirkt ehrlich, chaotisch und unfreiwillig komisch. Das Buch liest sich sehr schnell und war für mich ein echter Pageturner. Viele Situationen sind absurd und übertrieben, aber genau das macht den Humor aus. Ich fand es amüsant, vor allem, weil sich alles um ein eher mittelmäßiges Musical dreht, während Jessamyn das Ganze behandelt, als würde davon die ganze Welt abhängen. Vor allem die Mischung aus Satire, Theaterwelt und emotionalem und psychischen Absturz hat mir gefallen. Nur die letzten Seiten konnten mich nicht ganz so überzeugen wie der Rest des Romans. Ich würde das Buch allen empfehlen, die schräge Geschichten, schwarzen Humor und chaotische weibliche Hauptfiguren mögen.

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Veröffentlicht am 24.05.2026

Kunst in der Provence

The Artist
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Das Hörbuch The Artist erzählt die Geschichte von Joseph, einem Journalisten, der den zurückgezogen lebenden Maler Eduard Tartuffe und seine Nichte Ettie auf einem Bauernhof in der Provence besucht. Eigentlich ...

Das Hörbuch The Artist erzählt die Geschichte von Joseph, einem Journalisten, der den zurückgezogen lebenden Maler Eduard Tartuffe und seine Nichte Ettie auf einem Bauernhof in der Provence besucht. Eigentlich möchte er mehr über den berühmten Künstler erfahren, doch nach und nach fühlt er sich immer stärker zu Ettie hingezogen. Gleichzeitig entdeckt er die Geheimnisse, die das Haus und seine Bewohner umgeben. Die Geschichte handelt von Liebe und Kunst, von Ehrgeiz und Macht, von Missbrauch und Begierde, aber auch von Familie, Krieg und der Frage, was es bedeutet, Künstler zu sein. Besonders interessant fand ich die Darstellung der Rolle der Frau in den 1920er Jahren. Das Buch zeigt vor allem an dem Vergleich zwischen Ettie und Peggy Guggenheim, wie viele talentierte Frauen ihre eigenen Träume aufgeben mussten, um sich um Haushalt und Familie zu kümmern. Man fragt sich beim Hören, wie viele Frauen genauso begabt gewesen wären wie Van Gogh oder Monet, aber nie die Möglichkeit hatten, ihre Kunst zu leben. Die Sprache ist sehr flüssig und voller schöner Bilder. Besonders beeindruckt haben mich die Beschreibungen des Essens (es wird nur das gegessen, was man auch malen kann) und der lebendigen Atmosphäre in der Provence. Auch die Sprecherstimmen des Hörbuchs haben mir sehr gefallen, weil sie die Stimmung der Geschichte wunderbar wiedergeben. Das Ende war logisch und abgeschlossen. Insgesamt ist es eine warme und atmosphärische Geschichte, die ich sehr empfehlen kann – besonders für Menschen, die Kunst, Familiengeschichten und sommerliche Erzählungen mögen.

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Veröffentlicht am 24.05.2026

Leidvolle Tamilengeschichte

Der brennende Garten
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Dieses Buch hat mich sehr berührt. Es ist nicht nur gut und flüssig geschrieben, sondern liefert Informationen, die für die meisten unbekannt sind. In dem Buch wird direkt und schonungslos bewusst gemacht, ...

Dieses Buch hat mich sehr berührt. Es ist nicht nur gut und flüssig geschrieben, sondern liefert Informationen, die für die meisten unbekannt sind. In dem Buch wird direkt und schonungslos bewusst gemacht, wie schrecklich die Menschen in Sri Lanka über viele Jahre hinweg gelitten haben und wie schwierig die Beziehung zu Indien dabei war.
Die Geschichte wird aus der Sicht einer jungen Medizinstudentin erzählt, was dem Ganzen eine besondere Nähe gibt. Durch ihre Augen habe ich die Gewalt, den Krieg und den Schmerz einer Familie miterlebt. Viele Passagen waren schwer auszuhalten, weil sie so eindringlich und ehrlich vom Leid erzählen. Und doch konnte ich nicht aufhören zu lesen, weil das Buch so tief menschlich ist. Es fühlt sich fast an wie ein Bericht aus erster Hand. Mein Fazit: Ein bewegender und empfehlenswerter Roman, der noch lange nachklingt.

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