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Veröffentlicht am 26.05.2021

Ein Versprechen, drei starke Frauen und eine unglaublich emotionale Geschichte

Zwischen uns ein ganzes Leben
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Am Sterbebett verspricht Jacobina ihrem Vater sich auf die Suche nach ihrer bisher unbekannten Halbschwester Judith zu begeben. Doch auch Jahre nach seinem Tod, hat sie das Versprechen noch nicht eingelöst. ...

Am Sterbebett verspricht Jacobina ihrem Vater sich auf die Suche nach ihrer bisher unbekannten Halbschwester Judith zu begeben. Doch auch Jahre nach seinem Tod, hat sie das Versprechen noch nicht eingelöst. Erst durch die Begegnung mit Béatrice, einer Französin die für die Weltbank arbeitet, kann sie sich aufraffen den letzten Wunsch ihres Vaters zu erfüllen. Gemeinsam machen sie sich auf die Spur von Judith, welche sich während des zweiten Weltkrieges in Paris verliert. Judith, eine Jüdin, lebt zusammen mit ihrer Mutter in Paris, als Frankreich von den Deutschen besetzt wird. Als Juden haben sie ein immer schwereres Leben und sind unerwünscht. Als sie Christian kennen lernt, findet sie wieder ein bisschen mehr Freude an ihrem Leben. Er versteckt Judith bei sich auf dem Dachboden und plant mit ihr die Flucht aus dem besetzten Paris. Doch plötzlich als es endlich soweit ist, ist Judith spurlos verschwunden. Béatrice muss feststellen, dass sich die Suche nach den Spuren von Judith nicht so einfach gestaltet, wie sich sie das zu Beginn vorgestellt hat. Gelingt es ihr trotzdem Judith zu finden und Jacobina’s Versprechen einzulösen?
‘Zwischen und ein ganzes Leben’ wird aus mehreren Perspektiven geschrieben. In den ersten paar Seiten hat mich dies ein bisschen verwirrt, sobald man jedoch in der Geschichte drin ist, kommt man damit sehr gut zurecht. Durch die zeitlichen Rückblenden in den zweiten Weltkrieg, wird die Geschichte von Judith noch lebendiger. Als Leser taucht man dadurch tief in die Szenen hinein und kann sich Judith’s Gefühlslage sehr gut vorstellen. Auch was in dieser Zeit mit den Juden geschehen ist, wird sehr gut beschrieben.
Der Schreibstil ist sehr flüssig und fesselnd. Schon nach den ersten paar Seiten ist es mir schwer gefallen, das Buch zur Seite zu legen. Es packt einem richtig und als Leser möchte man wissen, ob die Suche erfolgreich ist und was überhaupt mit Judith passiert ist.
Die Charaktere haben mir sehr gut gefallen. Jede dieser drei starken Frauen hat mit ihren Sorgen zu kämpfen und ihr Leben verläuft nicht so wie sie es sich ausgemalt haben. Béatrice mit ihrem scheinbaren Traumjob bei der Weltbank, scheint sowohl beim Job, wie auch in der Liebe kein Glück zu haben. Schön das ihr die Begegnung mit Jacobina hilft ein bisschen Ordnung in ihr Leben zu bringen. Am meisten ans Herz gewachsen ist mir Judith. Das immer schwieriger werdende Leben, die Restriktionen und die ständige Angst meistert sie auf eine eindrückliche Art und Weise.
Fazit:
Eine enorm bewegende Geschichte um drei starke Frauen, welche sehr zu empfehlen ist. Die fesselnde Geschichte bindet den Leser ans Buch und gibt einen sehr guten Einblick über eine Jüdin, die im besetzen Paris lebt und wie deren Angehörige sich später auf die Suche nach ihr begeben.

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Veröffentlicht am 16.05.2021

Tragischer Unfall oder doch Mord?

Himmel, Hölle, Mensch
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Der Schweizer Nationalfeiertag beginnt für Cem nicht wie gewünscht. Im Wauwilermoos wird eine nackte Leiche gefunden. Da der Tote von einem Stier angegriffen wird, ist sein Gesicht nicht mehr erkennbar ...

Der Schweizer Nationalfeiertag beginnt für Cem nicht wie gewünscht. Im Wauwilermoos wird eine nackte Leiche gefunden. Da der Tote von einem Stier angegriffen wird, ist sein Gesicht nicht mehr erkennbar und somit auch nicht klar, um wenn es sich beim Toten handelt. Cem und das Ermittlerteam rund um Barbara stehen vor vielen offenen Fragen. Wer ist der Tote? So wie es scheint ein Chinese mit einem auffälligen Tattoo, doch auch nach diversen Nachforschungen ist noch immer nicht klar, um wenn es sich beim Toten handelt. Handelt es sich um einen tragischen Unfall oder hat da wer nachgeholfen? Was macht ein nackter mitten in einer Weide mit einem Stier? Neben den sehr vielen Unklarheiten geht es auch im Privatleben von Cem turbulent zu und her. Den plötzlich wird er auch noch mit Menschenhändlern konfrontiert und fühlt sich hin und hergerissen zwischen zwei attraktiven Frauen.

'Himmel, Hölle, Mensch' entführt den Leser aufs Land. Die Umgebung rund um Wauwil wird zum Hauptschauplatz dieses Krimis. Die Landschaft und die Bewohner werden sehr authentisch beschrieben und passen sehr gut zum Setting dieses Krimis.

Cem als Hauptprotagonist begibt sich auch in seinem zweiten Fall in einige Gefahren und setzt alles daran, den Fall zu lösen. Ich finde es schön, dass die Protagonisten nicht nur oberflächlich dargestellt werden, sondern auch auf das Private eingegangen wird. Für mich als Leser ist es so viel einfacher, sich in die Personen hinein zu versetzen und gewisse Handlungen zu verstehen.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und durch die vielen Ermittlungsansätze wird es nie langweilig. Bis am Schluss ist nicht wirklich klar was es mit dem nackten Toten auf sich hat. Das Buch kann deshalb nicht zur Seite gelegt werden, bis die letzte Seite erreicht wurde.

Da das Buch in sich geschlossen ist, kann es auch gelesen werden, wenn einem der erste Fall von Cem nicht bekannt ist. 'Himmel, Hölle, Mensch' ist jedem Krimi-Fan wärmstens zu empfehlen. Als Leser ermittelt man nicht nur mit, sondern lernt auch noch die Landschaft rund um Luzern besser und intensiver kennen.

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Veröffentlicht am 12.05.2021

Toller Einstieg in die Krimi-Reihe mit Cem Cengiz

Liebe, Sünde, Tod
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Cem arbeitet seit 3 Wochen bei der Luzerner Polizei. Als die Zürcher Polizei um Hilfe bei der Auflösung eines Mordfalls bittet, wird er als verdeckter Ermittler eingesetzt. In einer Speditionsfirma soll ...

Cem arbeitet seit 3 Wochen bei der Luzerner Polizei. Als die Zürcher Polizei um Hilfe bei der Auflösung eines Mordfalls bittet, wird er als verdeckter Ermittler eingesetzt. In einer Speditionsfirma soll sich Cem umhören und rausfinden, ob hier jemand etwas mit dem Mord zu tun hat. Den die Tote wurde mit einem Kugelschreiber dieser Speditionsfirma erstochen. Gleich am ersten Tag, darf er mit Lana mitfahren. Lana ist jedoch sehr verschlossen und scheint etwas zu verbergen, jedoch gelingt es Cem nicht sie zum Reden zu bringen. Als Mann fühlt er sich jedoch sehr zu ihr hingezogen und glaubt nicht, dass sie was mit dem Mord zu tun hat.

Doch plötzlich kommt es zu einem zweiten Mord in Zürich. Cem hat an diesem Abend unerlaubterweise in Zürich ermittelt und gerät selbst in Verdacht etwas mit dem Mord zu tun zu haben. Durch seinen Alleingang wird er vorläufig von den Ermittlungen freigestellt. Doch diese Entscheidung kann er nicht akzeptieren und möchte unbedingt die Unschuld von sich und Lana beweisen. Wird es Cem gelingen die Mord aufzuklären und was verbirgt Lana?

Dieser Krimi ist in einem sehr fesselnden Stil geschrieben. Bis zum Schluss ist nicht klar ob Lana nun wirklich hinter den Morden steckt oder ob es doch jemand anders ist. Der Leser wird dadurch animiert, sich ein eigenes Urteil zu bilden und mit zuraten was hinter den Morden steckt und welche Verbindung die beiden Toten haben. Cem als Hauptcharakter kommt mir sehr sympathisch rüber. Die Erwähnung seiner Lebensgeschichte gibt ein sehr schlüssiges Bild von ihm und erklärt manche seiner Handlungen.

Die Handlungsorte in Zürich und Luzern inkl. Umgebung sind gut gewählt und lassen ortskundige Leser noch tiefer in die einzelnen Orte eintauchen.

Für mich ein gelungener Auftakt der Krimi-Reihe rund um Cem und das Ermittlerteam. Ich freue mich bereits die weiteren Bände zu lesen.

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Veröffentlicht am 11.05.2021

Die verschwundene Tote

Die Tote vom Titlis
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Eva und Cem möchten in Engelberg ein ruhiges Wochenende nach ihrer Hochzeit verbringen. Ein Ausflug auf den Titlis macht ihre Pläne aber zunichte. Eine Hochzeitsfeier in der Gletschergrotte findet einen ...

Eva und Cem möchten in Engelberg ein ruhiges Wochenende nach ihrer Hochzeit verbringen. Ein Ausflug auf den Titlis macht ihre Pläne aber zunichte. Eine Hochzeitsfeier in der Gletschergrotte findet einen tödlichen Abschluss. Die Braut wird vor dem Jawort erschossen. Ein aufkommender Orkan verhindert, dass die Ermittler auf den Titlis hoch können und von den Hochzeitsgästen schaffen es auch nicht mehr alle ins Tal. So sind Eva und Cem zusammen mit 20 anderen Hochzeitsgästen auf dem Titlis gefangen und müssen die Ermittlungen selbst in die Hand nehmen. Doch bei der einen Toten bleibt es nicht. Wer unter diesen 20 Hochzeitsgästen ist der Mörder und was ist mit der Leiche der Braut passiert? Seltsame Vorfälle, die zahlreichen verwinkelten Gänge und Gebäude sowie ein Geist machen es den beiden Ermittlern nicht einfacher und sie begeben sich selbst in Gefahr. Wer ist verantwortlich für die Vorfälle und die Morde? Kommen Cem und Eva heil aus der Sache raus?

'Die Tote vom Titlis' fesselt den Leser bereits auf der ersten Seite. Die beiden Charaktere Eva und Cem wachsen einem ans Herzen und als Leser hofft man sehr, das alles aufgeklärt wird und dabei niemand weiteres zu Schaden kommt. Da es immer wieder zu seltsamen Vorfällen kommt, ist es sehr lange nicht klar, wer wirklich dahinter steckt und man beginnt richtig mit zuraten, wer ein Motiv gehabt hat und wer von der ganzen Sache profitiert. Erst in den letzten Kapiteln fügen sich die einzelnen Puzzlestücke zusammen und ergeben ein klares Bild. Die Spannung wird bis zur letzten Seite aufrechterhalten und das Buch zur Seite legen ist nur sehr schwer möglich. Der Titlis als mehr oder weniger einzigen Schauplatz ist perfekt in Szene gesetzt. Der Sturm, der viele Schnee, die Kälte und die verschiedenen Räume in der Bergstation geben dem Krimi die Atmosphäre für einen wirklich packenden Lesespass.

Das Cover vermittelt den Hauptschauplatz des Krimis, könnte jedoch noch ein bisschen dramatischer sein.

Die weiteren Charaktere scheinen teilweise so einiges zu verbergen und sorgen immer wieder für Explosionsstoff auf dem Titlis. Die vielen Zwischenfälle und Ablenkungsmanöver sind teilweise fast ein bisschen zu viel und gerade zu Beginn ist es schwierig den Überblick zu behalten, welche Charaktere wie zu einander stehen.

Dieser Krimi ist sehr zu empfehlen. Man lernt nicht nur die Hauptcharaktere in einer aussergewöhnlichen Situation kennen, sondern auch den Hauptschauplatz auf dem Titlis.

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Veröffentlicht am 08.05.2021

Gänsehaut von Beginn an

Die Patienten
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In einer Kapelle wird eine tote Frau aufgefunden. Sie wurde auf eine bestialische Art und Weise ermordet. Caro Löwenstein und ihre Kollegen nehmen die Ermittlungen in der 'Kolonie' auf. Sie werden angehalten ...

In einer Kapelle wird eine tote Frau aufgefunden. Sie wurde auf eine bestialische Art und Weise ermordet. Caro Löwenstein und ihre Kollegen nehmen die Ermittlungen in der 'Kolonie' auf. Sie werden angehalten dabei sehr behutsam vorzugehen und die Bewohner der Kolonie möglichst in Ruhe zu lassen. Dr. Klinger der Leiter dieser Kolonie mit den psychisch kranken Bewohnern bewacht dies mit Argusaugen und die Befragungen dürfen nur mit seiner Anwesenheit erfolgen. Auf Wunsch von Klinger darf Caro auf dem Gelände wohnen und ermitteln. Sie hat ein sehr ungutes Gefühl, da in der Kolonie einiges nicht zusammenpasst und sie sich ständig verfolgt fühlt. Auch lässt sie das Gefühl nicht los, dass jemand in ihrer Hütte war während sie schlief. Ihr Kollege Simon Berger macht sich grosse Sorgen um Caro. Diese scheinen nicht ganz unbegründet zu sein, den Caro gerät mit ihren Ermittlungen selbst ins Visier des brutalen Killers. Doch Caro ist nicht von ihrem Verdacht abzubringen, dass sich der Mörder in der Kolonie aufhält und möchte unbedingt weiterermitteln. Dabei bringt sie sich und ihre Kollegen in grösste Gefahr. Mit den Ermittlungen kommt ans Licht, das eine brutale Geschichte, die vor mehr als 20 Jahren geschehen ist, eine wichtige Rolle einnehmen wird. Gelingt es Caro und ihren Kollegen den brutalen Killer zu überführen bevor er weiteren Schaden anrichten kann und sind sie auf dem richtigen Weg? Was können nur die Motive des Killers für eine solche Brutalität sein?

'Die Patienten' ist ein Thriller der den Leser bereits von der ersten Seite an packt, weglegen ist fast unmöglich. Der Schreibstil ist sehr angenehm und die Handlung enorm fesselnd. Caro als Hauptprotagonistin kommt sehr authentisch rüber. Sie wird nicht nur als Ermittlerin beschrieben, sondern auch wie sie privat ist. Das Setting mit der Kolonie als Tatort und der Lage der Kolonie verleihen dem Thriller die Dramatik. Abgelegen, sehr beschränkter Handyempfang, ein dunkler Wald und gruslige Geräusche lassen auch den Leser zittern und hoffen das alles gut ausgeht.

Ein Muss für jeden der den Gänsehaut-Faktor liebt und sich auch von bestialischen Szenen nicht aus der Ruhe bringen lässt.

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