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Veröffentlicht am 31.05.2025

Ein Dinner von dem mehr erwartet wurde

Das Dinner – Alle am Tisch sind gute Freunde. Oder?
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Vor fünf Jahren ist die gemeinsame Freundin Maria auf einem Festival verschwunden. Seit dann haben sie die verbleibenden fünf Freunde nicht mehr getroffen. Doch nun endlich ist es wieder Zeit ein Krimidinner ...

Vor fünf Jahren ist die gemeinsame Freundin Maria auf einem Festival verschwunden. Seit dann haben sie die verbleibenden fünf Freunde nicht mehr getroffen. Doch nun endlich ist es wieder Zeit ein Krimidinner zu veranstalten. Zusammen mit seiner Verlobten Lotta empfänt Jonathan alle in seinem Restaurant in der Abgeschiedenheit. Doch etwas stimmt mit den Unterlagen des Dinners nicht. Die Geschehnisse scheinen immer mehr Ähnlichkeit zum Festivalbesuch vor fünf Jahren zu bekommen. Ist doch einer der verbleibenden fünf Freunde für das Verschwinden von Maria verantwortlich? Jeder am Tisch frägt sich ob er gerade neben einem potenziellen Mörder sitzt. Und jeder frägt sich ob jemand von ihnen mehr weiss, als er zugeben möchte. Je mehr auf den Tisch kommt, umso mehr spitzt sich die ganze Situation zu und droht zu explodieren.

‘Das Dinner’ packte mich leider nicht. Die Geschichte zieht sich nach einem spannenden Anfang dahin. Vieles ist vorhersehbar und nimmt die Spannung bereits sehr früh raus. Die Rückblenden zum Festival passen gut, um zu verstehen wie die sechs Freunde miteinander harmonierten und was dazumals überhaupt geschehen ist. Verwirrend und dem lesefluss nicht dienlich waren die Perspektiven aus den verschiedenen Charakteren. Da es viele Charakteren sind, führt dies eher zu Verwirrung. Eine Erzählperspektive von nur zwei, drei Charakteren wäre ausreichend gewesen und würden nicht immer wieder zur Frage führen, welche Sicht man gerade liest.

Die vielen Charaktere waren mir alle eher unsympathisch. Jeder hat sein eigenes Ding durchgezogen und hat geschaut das es für ihn passend ist. Dadurch entsteht viel Leid, Eifersucht und Blutvergiessen, das unter echten Freunden nicht sein sollte.

Ein Psychothriller von dem ich mehr erwartet hätte und der mir leider wenig Lesevergnügen beschert hat.

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Veröffentlicht am 31.05.2025

Tiefgründige Familiengeschichte

In den Augen meiner Mutter
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Die beiden Geschwister Georgie und Dan werden in ihren Kindheitsjahren von ihrer Mutter verlassen. Bis heute haben sie keinen Kontakt zu ihr und wissen auch nicht wo sie ist. Sie scheint irgendwo verschollen ...

Die beiden Geschwister Georgie und Dan werden in ihren Kindheitsjahren von ihrer Mutter verlassen. Bis heute haben sie keinen Kontakt zu ihr und wissen auch nicht wo sie ist. Sie scheint irgendwo verschollen zu sein und möchte nicht gefunden werden. Doch als sie ein kleines Mädchen rettet, erscheint ihr Bild in den sozialen Medien und Georgie erkennt sie direkt. Die hochschwangere Georgie leitet seit diesem Zeitpunkt nur noch ein Gedanke: sie will ihre Mutter sehen und verstehen wieso sie ihre Kinder im Stich gelassen hat. Doch mit dem Zug kommt sie nicht weiter, da ein Streik abgehalten wird. Verzweifelt kontaktiert sie ihre Bruder Dan, mit dem sie seit einigen Jahren keinen Kontakt mehr hat. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach ihrer Mutter. Doch so einfach wie sich die beiden die Suche vorgestellt haben, ist es dann nicht. Auf ihrer Reise werden Geheimnisse aufgedeckt, Beziehungen wieder hergestellt und vielleicht findet sogar die ganze Familie wieder zusammen. Viele unbeantwortete Fragen haben die beiden durch ihre Kindheit begleitet und die Frage ist auch, welche Rolle ihr Vater dabei gespielt hat.

‘In den Augen meiner Mutter’ ist ein spannendes Buch, der Schreibstil lässt einem nur so durch die Seiten fliegen. Die Situationen sind sehr detailreich beschrieben und man hat das Gefühl, selbst Teil dieser geheimnisvollen Familiengeschichte zu sein. Es beschreibt gut die Gefühle einer jungen Mutter, die sich überfordert und nicht verstanden fühlt & die immer wieder von ihrer Vergangenheit eingeholt wird. Es ist eine Geschichte von Familie, Vergebung und der Offenlegung lang gehüteter Geheimnisse. Durch die Perspektiven- und Zeitwechsel erfährt man sowohl von Nancy wie auch von Georgie wie ihre Geschichte entstanden ist, welche Geheimnisse sie verbergen und wieso sie so geworden sind wie sie heute sind.

In der Geschichte begegnet der Leser den drei Hauptprotagonisten Georgie, Dan und Nancy. Georgie ist eine mutige junge Frau, die es endlich schafft sich von den Schatten der Vergangenheit zu befreien und kann befreit in ihr eigenes Familienabenteuer starten. Ihr kleiner Bruder Dan versucht seine Lebensgeschichte zu verheimlichen und scheint sehr verletzlich zu sein. Doch auch er hütet ein Geheimnis das niemand ahnt. Nancy hat sich im Laufe ihres Lebens zu einer Einzelgängerin entwickelt, die für sich alleine sein möchte. Doch der Bruch mit ihrer Familie lässt ihr keine Ruhe.

Ein tiefgründiges Buch, da bereits ab der ersten Seite fesselt und eine bewegende Familiengeschichte ans Licht bringt.

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Veröffentlicht am 23.05.2025

Nichts ist so wie es scheint

Bad Tourists
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Ein tragischer Mordfall verbindet die drei Freundinnen Camilla, Kate und Darcy. Die drei kennen sich erst seit kurzem, glauben aber einander sehr gut zu kennen und alles über jeden zu wissen. Nach Darcy’s ...

Ein tragischer Mordfall verbindet die drei Freundinnen Camilla, Kate und Darcy. Die drei kennen sich erst seit kurzem, glauben aber einander sehr gut zu kennen und alles über jeden zu wissen. Nach Darcy’s Scheidung reisen die drei auf die Malediven um die Scheidung zu feiern und eine ruhige Zeit im Luxusresort zu verbringen. Doch scheinen nicht alle mit offenen Karten zu spielen und es wird schnell turbulent. Wieso wird Kate von Darcy’s Ex-Mann kontaktiert und wieso fragt er nach Adrian? Welche Rolle spielt Rob, ein weiterer Gast des Resorts? Als plötzlich ein Gast von der Insel verschwindet, macht sich Camilla grosse Sorgen. Was ist mit ihm passiert? Kennen sich die drei Freundinnen wirklich so gut, wie sie dies behaupten?

‘Bad Tourists’ ist eine spannende Geschichte die auf den Malediven spielt. Dem Leser wird das Buch als Thriller angepriesen, jedoch fehlt der Thriller-Charakter bis zu den letzten Kapiteln. Dem Schreibstil tut dies jedoch nichts ab und als Leser fliegt man durch die Seiten. Die Geschichte rund um die drei Freundinnen packt einem. Das Ende ist so nicht vorhersehbar und als Leser wird man zeitweise in die Irre geführt.

Zuerst findet man die drei Frauen sehr sympathisch und geht davon aus dass sie beste Freundinnen sind. Doch je mehr sie sich begegnen umso mehr bekommt man das Gefühl das etwas zu bröckeln beginnt und die Sympathie nimmt ab. Camilla ist sehr selbstbezogen und möchte immer im guten Licht dastehen, wobei Kate eher zurückhaltend ist. Darcy ist nicht wirklich greifbar, sie macht mit der Scheidung und ihren Kindern schlimmes durch.

Ein Buch das kurzweilige Lesestunden verspricht, jedoch nicht wirklich in das Genre Thriller passt. Für Einsteiger in dieses Genre bietet es jedoch einen guten Einstieg.

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Veröffentlicht am 01.05.2025

Ein packender Thriller voller Geheimnisse und Spannung

Der letzte Mord am Ende der Welt
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Auf einer einsamen Insel, welche als einzige der Welt noch vorhanden ist, geschieht ein grausamer und mysteriöser Mord. Die Insel ist umgeben von einem mysteriösen Nebel, der den Rest der Welt vernichtet ...

Auf einer einsamen Insel, welche als einzige der Welt noch vorhanden ist, geschieht ein grausamer und mysteriöser Mord. Die Insel ist umgeben von einem mysteriösen Nebel, der den Rest der Welt vernichtet hat. Die Ältesten, wie die Wissenschaftler von den Bewohnern genannt werden, konnten eine Barriere aufstellen, welche die Insel vor diesem Nebel verschont. Doch als eine der Ältesten ermordet wird, bleiben genau 107 Stunden um die Ermittlungen erfolgreich zu beenden. An diesen Ermittlungen hängen 122 Leben, die gerettet werden müssen. Die Ermittlungen stellen Emory vor grosse Herausforderung und je tiefer sie ermittelt, umso mehr wird klar das jeder seine eigenen Geheimnisse und Motive hat. Doch wer hat nun den Mord begannen und wie soll sie bei diesen vielen neuen Erkenntnissen innerhalb dieser kurzen Zeitspanne zu einem Resultat kommen? Schlussendlich hängen 122 Leben an ihrem Erfolg oder Misserfolg.

‘Der letzte Mord am Ende der Welt’ ist ein spannender Thriller, welcher die Leser fesselt. Es werden eine Vielzahl von Themen behandelt, darunter fallen Vertrauen, Verrat und die Suche nach der Wahrheit. Dabei werden auch die dunklen Seiten der Menschlichkeit betrachtet und zeigt, wie weit Menschen gehen können, um ihre Geheimnisse für sich zu behalten. Der Schreibstil ist angenehm und lässt den Leser immer tiefer in die Geschichte eintauchen. Dieser Thriller war für mich das erste Buch dieses Autors und hat mein Interesse an weiteren Büchern geweckt. Die Erzählweise aus der Ich-Perspektive hat mich ganz zu Beginn verwirrt, doch nach ein paar Seiten war diese Perspektive sehr angenehm.

Die Charaktere dieses Thrillers sind sehr vielschichtig. Jede/r hat seine eigene Geschichte und seine eigenen Fähigkeiten. Am meisten kommt man als Leser mit Emory und ihrer Tochter Carla, sowie den drei Ältesten in Berührung. Alle sind sehr interessant und machen eine grosse Entwicklung durch. Als Beispiel kann man hier die zerrüttete Mutter-Tochter Beziehung zwischen Emory und ihrer Tochter nennen. Eindrücklich wie die beiden daran arbeiten und den anderen zu respektieren versuchen. Den einen oder anderen Charakter schätzt man als Leser vollkommen falsch ein und ist umso überraschter über deren Entwicklung.

Ein spannender Thriller, der mich ab der ersten Seite gefesselt hat. Ein Thriller mit der perfekten Balance zwischen Nervenkitzel und einer tiefgründigen Charakterentwicklung.

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Veröffentlicht am 24.04.2025

Spannender und unterhaltsamer Regionalkrimi

Miss Merkel: Mord in der Uckermark
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Miss Merkel frisch im (Un-)Ruhestand und gerade in die Uckermark gezogen sollte eigentlich ihr Leben ruhig angehen. Doch die ländliche Ruhe und das Nichts-Tun liegen ihr absolut nicht. Auch die Spaziergänge ...

Miss Merkel frisch im (Un-)Ruhestand und gerade in die Uckermark gezogen sollte eigentlich ihr Leben ruhig angehen. Doch die ländliche Ruhe und das Nichts-Tun liegen ihr absolut nicht. Auch die Spaziergänge mit ihrem Mops Putin sind nicht ausreichend. Als sie das Dorf näher kennen lernen möchten und an einer Feier auf dem Burghof teilnehmen, stossen sie auf die Leiche des Burgbesitzers. Vieles sieht nach Selbstmord aus, doch Miss Merkel lässt einfach nicht locker, für sie sieht das komplett anders aus. Der lokale Kommissar ist gar nicht begeistert davon, irgendwelche Ermittlungen anzustellen und so beschliesst sie eigene Ermittlungen anzustellen. Zusammen mit ihrem Mann Achim spielt sie Sherlock Holms und bringt sich dabei einige Male selbst in grosse Gefahr. Ihr persönlicher Bodyguard bringt sie dadurch einige Male zur Verzweiflung, Kündigungsgedanken inklusive.

‘Miss Merkel: Mord in der Uckermark’ ist eine gelungene Mischung zwischen Regionalkrimi und einer humorvoller Geschichte, die den Leser begeistert. Die Kombination aus einer prominenten Hauptfigur, einem spannenden Mordfall und einer liebevoll beschriebenen Umgebung macht den Krimi zu einem echten Highlight. Durch die Mischung wird der Leser bis zur letzten Seite gut unterhalten und es ist bis zum Schluss nicht ganz klar, wer nun dahinter steckt. Die Beschreibung der Uckermark sind lebendig und detailreich beschrieben und lassen den Leser in die Umgebung abtauchen.

Miss Merkel als Hauptfigur prägt die Geschichte. Sie ist nicht nur eine ehemalige Politikerin, sondern wird auch als scharfsinnige und mutige Ermittlerin beschrieben. Sie scheut keinen Aufwand um in den Ermittlungen weiterzukommen und geht auch oft ihren eigenen Weg. Unterstützt wird sie dabei von ihrem Mann Achim. Er bringt die humorvolle Note in die Geschichte und versucht alle wieder in die Realität zurückzuholen. Der gemeinsame Mops Putin passt hervorragend in die Geschichte, da er für einige amüsante Momente sorgt, die alles wieder auflockern.

Ein gelungener Regionalkrimi, mit einer guten Mischung von Humor, Spannung und authentischen Charakteren. Wer eher ein ruhiger Regionalkrimi bevorzugt, kommt nicht an diesem Buch vorbei.

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