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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 23.06.2021

Hilft bei Fernweh

Glück an Bord
2

Noch bevor die Kreuzfahrt beginnt, gibt es Turbulenzen – Nina, eine der vier Freundinnen, bricht sich das Bein und kann nicht mitkommen. Die drei übriggebliebenen Mädels erkunden das Schiff. Olivia meint, ...

Noch bevor die Kreuzfahrt beginnt, gibt es Turbulenzen – Nina, eine der vier Freundinnen, bricht sich das Bein und kann nicht mitkommen. Die drei übriggebliebenen Mädels erkunden das Schiff. Olivia meint, einen alten Schulfreund und Schwarm von früher zu erkennen, hofft jedoch, sich zu irren. Natürlich ist er es doch und es kommt, wie es kommen muss… Dazu kommen schöne Tage auf See und auf Landausflügen. Aber natürlich ist nicht alles Eitel Sonnenschein.

Das Buch nimmt einen mit an Bord und aufs Meer, perfekt in diesen Zeiten, wenn man Fernweh bzw. „Meerweh“ hat. Durch die bildhafte Sprache der Autorin Sonja Flieder kann man sich alles vorstellen und „sieht“ Olivia, Chiara und Rike das Schiff erkunden. Auch die Abläufe auf dem Schiff sind entweder gut recherchiert oder selbst erlebt, alles sehr stimmig. Nur die Möglichkeiten, sich als Passagier mit einem Crewmitglied privat zu treffen, dürften der Fantasie der Autorin geschuldet sein – aber es handelt sich ja auch um einen Roman und keinen Tatsachenbericht. Auch das Gewächshaus ist eine zauberhafte Idee, die mir sehr gut gefallen hat.

Das Cover passt perfekt zum Roman. Jede Frau, die sich bereits auf einer Kreuzfahrt wohl gefühlt hat, dürfte anhand des Covers dazu verleitet werden, zuzugreifen und sich den Klappentext durchzulesen.

Auch der Epilog ist warmherzig und schön geschrieben, die Idee, den Titel „Glück an Bord“ einzubauen, gefällt mir sehr gut und rundet dieses Wohlfühlbuch stimmig ab. Deshalb von mir eine klare Leseempfehlung als nette Unterhaltung!

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  • Gefühl
Veröffentlicht am 26.05.2021

Achtsamkeit mal anders

Achtsam morden
0

Gegen seinen Willen soll Rechtsanwalt Björn mithilfe eines Achtsamkeitstrainers sein Leben auf die Reihe bekommen. Erst im Laufe der Sitzungen erkennt Björn die Vorteile und weiß die Tipps auch direkt ...

Gegen seinen Willen soll Rechtsanwalt Björn mithilfe eines Achtsamkeitstrainers sein Leben auf die Reihe bekommen. Erst im Laufe der Sitzungen erkennt Björn die Vorteile und weiß die Tipps auch direkt umzusetzen... was nicht immer gut für die anderen ist. Achtsam ist es trotzdem und führt oft zu anderen Ergebnissen, als man vorher dachte.
Eine interessante Idee sehr gut umgesetzt, der Humor blitzt überall zwischen den Zeilen auf und hat mich sehr gut amüsiert. Jeder, der sich ein bisschen mit Achtsamkeit beschäftigt hat, aber auch jeder, der von der ganzen Achtsamkeits-Sache genervt ist, sollte dieses Buch lesen und kann noch viel lernen. Auch wenn das nicht so weit gehen sollte, im Namen der Achtsamkeit zu morden!
Man merkt das juristische Hintergrundwissen, es wird aber nicht zu trocken und bleibt immer humorvoll. Ich habe das Buch in kürzester Zeit verschlungen, dank der kurzen Kapitel liest sich das Buch in einem durch. Ganz klare Leseempfehlung und danke an den Autor für die achtsame Unterhaltung!

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Veröffentlicht am 24.05.2021

Louise Weber oder „La Goulue“

Die Tänzerin vom Moulin Rouge
2

Louise Weber wächst in Clichy auf und muss sich, wie ihre Mutter, das Geld als Wäscherin hart verdienen. Durch die Bekanntschaft mehrerer Künstler wie Auguste Renoir lernt sie das Leben am Montmartre kennen ...

Louise Weber wächst in Clichy auf und muss sich, wie ihre Mutter, das Geld als Wäscherin hart verdienen. Durch die Bekanntschaft mehrerer Künstler wie Auguste Renoir lernt sie das Leben am Montmartre kennen und lieben. Sie will tanzen und schafft das auch. Durch Frechheit, Können und Verführung erobert sie sich ihren Platz als Tänzerin auf der Bühne und später als „Königin des Moulin Rouge“. Sie wird „La Goulue“, die Unersättliche. Das ist kein Kinderspiel und verlangt Louise einiges ab, was man ihr immer deutlicher anmerkt. Auch ihre Vergangenheit hat Louise weder überwunden noch kann sie diese ganz abschütteln…
Das Buch entführt einen nach Paris, in den Zeitraum 1880 bis 1928. Es nimmt einen mit zur berühmten Pariser Weltausstellung, auf den neuen „Tour Eiffel“, man findet sich auf diversen Bühnen und natürlich auch im berühmten „Moulin Rouge“ wieder. Die Autorin Tanja Steinlechner lässt keinen Zweifel daran, dass diese Zeit hart und keineswegs immer schön war. Das Buch beschönigt nichts, das hat mir gut gefallen.
Auf den ersten Blick gefiel mir das Cover des Buches sehr gut, nach der Lektüre hätte ich es passender gefunden, wenn darauf statt der adrett gekleideten Frau eine Cancan-Tänzerin mit fliegenden Röcken oder im Spagat abgebildet gewesen wäre.

Louise Weber oder „La Goulue“ gab es wirklich, die Autorin hat sich also mit einer realen Persönlichkeit befasst und ihr Leben recherchiert. Das Buch ist ein fiktiver Roman, aber man kann sich gut vorstellen, dass sich Louises Leben tatsächlich so abgespielt haben könnte.
Meiner Meinung nach ist der letzte Teil des Buches am besten geschrieben, hier zeigt Louise mehr Gefühle und lässt einen mehr an ihrem Seelenleben teilhaben, auch wenn das nicht immer schön ist. Es ist kein Heile-Welt-Buch, aber mich hat Louise Weber berührt, das Buch zeigt den tiefen Fall von „La Goulue“.

À votre santé, Louise!

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Veröffentlicht am 11.04.2021

Back in town

Unsere allerbeste Zeit
0

Katja zieht ihrer dementen Mutter zuliebe zurück in die Heimat, nach Stuttgart. Sowohl mit ihrer Mutter bzw. ihrer Familie als auch im Job läuft nichts nach Plan, was nicht so einfach zu verdauen ist. ...

Katja zieht ihrer dementen Mutter zuliebe zurück in die Heimat, nach Stuttgart. Sowohl mit ihrer Mutter bzw. ihrer Familie als auch im Job läuft nichts nach Plan, was nicht so einfach zu verdauen ist. Aber Katja trifft alte Freunde aus ihrer Jugend wieder und lernt neue Freunde an unerwarteter Stelle kennen. Das krempelt einiges um...

Der Schreibstil von Gaby Hauptmann ist flüssig und unterhaltsam, holt einen direkt in die Geschichte. Ab und zu blitzt der Humor der ersten Bücher auf, was mir sehr gut gefällt. Die zuletzt erschienenen Bücher von ihr haben mich enttäuscht, dieses Buch hat mich wieder daran erinnert, warum ich Gaby Hauptmann gerne lese. Deshalb kann ich nur sagen, weiter so, das ist ausbaufähig! Vermutlich wird dieses Buch nicht jedem gefallen, aber ich finde es durchaus gelungen, deshalb kann ich es empfehlen.

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Veröffentlicht am 29.03.2021

Herz über Kopf

Kleine Wunder überall
4

Charlotte steht sich mit ihrem Perfektionismus selbst im Weg. Familie, Arbeit, alles will sie zu 1000% erledigen. Bis ihre Mutter nach zwanzig Jahren wieder vor der Tür steht und alles durcheinanderwirbelt. ...

Charlotte steht sich mit ihrem Perfektionismus selbst im Weg. Familie, Arbeit, alles will sie zu 1000% erledigen. Bis ihre Mutter nach zwanzig Jahren wieder vor der Tür steht und alles durcheinanderwirbelt. Warum jetzt? Was ist der Grund? Und warum kann nicht alles so weitergehen wie bisher? Fragen über Fragen, die im Laufe des Buches beantwortet werden.
Auf dem Cover sehen wir Ginkgoblätter, der Ginkgo steht symbolisch für Lebenskraft, was in diesem Buch eine wichtige Bedeutung hat. Deshalb ist das Cover perfekt gewählt und lädt zum Zugreifen ein.
Katrin Lankers hat einen humorvollen und trotzdem gefühlvollen Schreibstil, der mich direkt mitgenommen hat. Ich musste oft schmunzeln, man sieht die beschriebenen Szenen direkt vor sich und erkennt sich bzw. die Familiensituation auch oft genug selbst wieder. Das Buch ist aus dem Leben gegriffen und trotzdem ein schöner Roman, der unterhält, Spaß macht und einen auch emotional mitnimmt.
Das Buch hat sich immer mehr entwickelt, so dass ich am Ende noch positiver gestimmt war als am Anfang. Deshalb von mir eine klare Lese-Empfehlung!

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