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Veröffentlicht am 12.04.2026

Zwischen großer Idee und enttäuschter Erwartung

Keeping it casual
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„Keeping it causal“ hat durch den Klappentext meine Neugierde geweckt, denn die Mischung aus der Tiefe, welche durch die anstehende Hirn-OP ausgelöst wird, gepaart mit einer „Leichtigkeit“ einer RomCom, ...

„Keeping it causal“ hat durch den Klappentext meine Neugierde geweckt, denn die Mischung aus der Tiefe, welche durch die anstehende Hirn-OP ausgelöst wird, gepaart mit einer „Leichtigkeit“ einer RomCom, habe ich bisher nicht häufig gesehen bzw. gelesen.

Ich mochte die Idee eines Kennenlernens über Tinder, wodurch auch die Lesendenschaft nicht mehr über den männlichen Protagonisten in Erfahrung bringen, als Maxine selbst. Wir lernen ihn im Grunde mit ihr kennen ohne weitere Informationen, welche ihr verwehrt werden. Dass Maxine und Johnny sich über ein Kochprojekt annähern finde ich eine süße Idee, auch dass wir als Lesenden die Rezepte im Anhang des Buches erhalten.

Leider konnte mich das Buch jedoch trotz meines Interesses sowie die Vorfreude nicht überzeugen.

Ich konnte weder zu Maxine noch zu Johnny eine Verbindung aufbauen, wodurch beide für mich weit entfernt waren und ich demnach auch wenig Handlungsschritte nachvollziehen konnte. An einigen Stellen hat sich die Handlung somit überstürzt für mich angefühlt und zu weit hergeholt.

Grundsätzlich mag ich Charaktere, welche Ecken und Kanten haben und somit realitätsnaher agieren, jedoch war Maxines Naivität nach dem ersten Drittel des Buches zu viel. Sie ist mir nicht als erwachsene Frau erschienen.

Ich hätte mir mehr den Fokus auf Maxines persönliche Weiterentwicklung durch ihren Schicksalsschlag gewünscht, statt des Romance-Anteiles, welcher für mich an einigen Stellen sehr erzwungen gefühlt hat. Insbesondere das Ende hat mich nicht mit einem beflügelten Gefühl aus dem Buch sowie der Welt von Maxine und Johnny entlassen, sondern eher mit einer Enttäuschung hinsichtlich der durch den Klappentext suggerierten Handlung im Vergleich zum tatsächlichen Inhalt.

Es ist ein süßes Buch für zwischendurch, jedoch sollte man nicht (wie ich) einen bestimmten Handlungsverlauf im Kopf haben, wenn man zu lesen beginnt.

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Veröffentlicht am 27.02.2026

Gereon Raths siebter Fall

Marlow
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„Marlow" lässt den Lesenden aus dem kleinen Hänger, welcher „Lunapark" hinterlassen hat, wieder herausholen.

In diesem Band geht Volker Kutscher mit Gereon Rath neue Wege, indem nicht der Kriminalfall ...

„Marlow" lässt den Lesenden aus dem kleinen Hänger, welcher „Lunapark" hinterlassen hat, wieder herausholen.

In diesem Band geht Volker Kutscher mit Gereon Rath neue Wege, indem nicht der Kriminalfall präsent die Handlung einnimmt, sondern insbesondere die Charaktere neben Gereon mehr in den Fokus rücken.

Charly, Marlow sowie Fritze lernen die Lesenden näher kennen und ihre Vergangenheiten lassen Rückschlüsse zu, weshalb sie so sind, wie sie zu diesem Zeitpunkt sind.

Es ist eine erfrischende Abwechslung ab Band 7, dass der Kriminalfall zwar Aufhänger zum weiteren Verlauf der Handlung bietet, diese jedoch in einigen Teilen losgelöst vom Fall handelt.
Besonders spannend finde ich ebenso die Vernetzung zwischen dem weiterhin auflebenden Nationalsozialismus', aber ebenso die innerliche Zerrissenheit sowohl bei Gereon als auch bei Fritze. Bei Fritze erwacht immer mehr der Druck aus seinem Freundeskreis und seinem Umfeld der HJ, während bei Gereon das soziale Umfeld der Erwachsenen dies auslöst. Insbesondere wird dies beim Reichsparteitag in Nürnberg deutlich.

Aus dem kleinen Tief durch „Lunapark" konnte mich „Marlow" schnell herausholen. Der Band überzeugt mit historischem Kontext, weitläufigem Charakterbuilding und Neuerung im Vergleich zu den vorherigen Bänden.

Die Spannung bleibt von Anfang bis Ende bestehen und man fliegt über die Seiten. „Marlow" ist ein gutes Argument nach „Lunapark" nicht den Kopf in den Sand zu stecken.

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Veröffentlicht am 08.02.2026

Eine Pflichtlektüre

Und ich werde dich nie wieder Papa nennen
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Caroline Darians (Familien-)Geschichte ist kaum wie eine andere ein Wachrütteln im Hinblick auf sexuellen Missbrauchs, chemischer Unterwerfung, misogyne Strukturen des Patriarchats und den noch weiten ...

Caroline Darians (Familien-)Geschichte ist kaum wie eine andere ein Wachrütteln im Hinblick auf sexuellen Missbrauchs, chemischer Unterwerfung, misogyne Strukturen des Patriarchats und den noch weiten Weg von Frauen, um als gleichwertiges Mitglied innerhalb der Gesellschaft angesehen zu werden.

„Und ich werde dich nie wieder Papa nennen“ ist nicht nur eine persönliche Geschichte, sondern auch ein starkes gesellschaftliches Dokument über Vertrauen, Verrat, familiäre Rollenbilder und die Frage, wie man mit einer Wahrheit lebt, die das eigene Leben fundamental erschüttert.

Wir alle haben den erschreckenden Prozess und die Geschichte hinter Gisèle Pelicot sowie ihrer gesamten Familie erfahren, aber diese ersten Tage nun durch eine Art Tagebuch selbst von Caroline Darian verfolgen zu können, ist eine schwere Kost, jedoch gleichzeitig so wichtig ist, dass dieses Buch als Pflichtlektüre gelten sollte.

„Der Prozess soll im Laufe des Jahres 2024 […] stattfinden. Mama ist dann über 70. Wird sie die Kraft und Widerstandsfähigkeit finden, sich dem zu stellen […]?“ - Dieses Zitat stammt vom 28. November 2021 und knapp drei Jahre später wird Gisèle das prägende Gesicht für Opfer sexueller Gewalt sein, die den Scham der Opfer auf die Gesichter der Täter legen wird. Gisèle, Caroline sowie die weibliche Mitgliederinnen der Familie sind starke Frauen, welche sich gegen die Täter stellen und sich ihre Stimmen zurückholen.

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Veröffentlicht am 07.02.2026

Kleines Zwischentief

Lunapark
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„Lunapark“ ist für mich leider der bislang schwächste Teil der Gereon-Rath-Reihe. Obwohl Volker Kutschers eingängige Sprache und die historische Detailtreue weiterhin auf hohem Niveau sind, konnte mich ...

„Lunapark“ ist für mich leider der bislang schwächste Teil der Gereon-Rath-Reihe. Obwohl Volker Kutschers eingängige Sprache und die historische Detailtreue weiterhin auf hohem Niveau sind, konnte mich dieser Band im Vergleich zu den Vorgängern leider erzählerisch nicht vollständig überzeugen.

Stellenweise wirkt die Handlung langatmig und in Teilen sogar gezwungen oder unnötig gestreckt. Besonders schade finde ich, dass einige Ereignisse mit großem Spannungspotenzial vergleichsweise knapp abgehandelt werden, während andere Handlungsstränge sehr viel Raum einnehmen ohne dabei wirklich fesselnd zu sein. Dadurch entsteht für mich ein unausgewogenes Erzähltempo durch welches spannende Momente zu schnell verpuffen, während weniger interessante Passagen sich schwerfällig lesen.

Die Protagonisten bleiben zwar grundsätzlich gut gezeichnet und auch das düstere, politisch aufgeladene Berlin der frühen 1930er Jahre ist weiterhin eindrucksvoll inszeniert, doch die narrative Dynamik früherer Bände fehlt hier spürbar.

Gereon finde ich in diesem Band zu naiv, indem er den politischen Wandel immer nur als „kurzzeitig“ bezeichnet und nicht wirklich ernst nimmt. Einerseits spiegelt sich in ihm natürlich das damalige Denken des Großteils der Gesellschaft wieder, jedoch finde ich es bei Gereon nicht sehr gut platziert. Als Kommissar denkt er in den letzten Bänden weit voraus, ist auf der Hut und verknüpft Sachverhalte schnell - Wieso ist er genau hier naiv? Auch hinsichtlich der Lösung des Falles wirkt es eher so, als wäre er Anfänger und würde in seinem ersten Fall ermitteln, da er offensichtliche Hinweise nicht verknüpft und in Teilen vollständig außer acht lässt, wodurch auch für mich die Handlung nicht besonders in Schwung gekommen ist. Für mich passt dies leider nicht zu den vorherigen Bänden.

Insgesamt ist „Lunapark“ kein schlechtes Buch, aber im Vergleich zu den anderen Teilen der Reihe leider jener Band, welcher mich am wenigsten überzeugt hat.

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Veröffentlicht am 03.02.2026

Leider deutlich hinter dem Potential

Psyche und Eros
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„Psyche und Eros" von Luna McNamara begann für mich vielversprechend, konnte diese Erwartungen jedoch leider nicht halten.

Besonders Psyche als Protagonistin hatte zunächst einen starken Auftritt als ...

„Psyche und Eros" von Luna McNamara begann für mich vielversprechend, konnte diese Erwartungen jedoch leider nicht halten.

Besonders Psyche als Protagonistin hatte zunächst einen starken Auftritt als eigenständige sowie reflektiert Frau mit dem klaren Wunsch, unabhängig sein und auch zu bleiben. Im Verlauf der Handlung entwickelte sie sich jedoch zunehmend in eine Richtung, welche diesem Anspruch widerspricht. Sie wirkt immer naiver und emotional abhängiger von Eros, was für mich nicht nur unpassend, sondern auch enttäuschend war, gerade mit dem Hintergrund, dass ihre anfängliche Haltung explizit eine gegenteilige war.

Auch Eros selbst konnte mich als Protagonist nicht überzeugen. Für eine Figur, die hunderte oder gar tausende Jahre alt sein soll, bleibt er überraschend blass und nichtssagend. Seine Persönlichkeit bleibt oberflächlich, innere Konflikte oder charakterliche Tiefe sind kaum spürbar. Dadurch fiel es mir schwer, eine emotionale Verbindung zu ihm aufzubauen oder seine Handlungen wirklich nachzuvollziehen.

Als Paar funktionierten Psyche und Eros für mich ebenfalls nicht. Ihre Dynamik wirkte unausgewogen und wenig greifbar, was sich negativ auf mein Verständnis und meine Bindung an die Handlung auswirkte. Ich konnte die Beziehung zwischen den beiden leider nicht fühlen oder nachvollziehen.

Hinzu kommt ein unausgeglichenes Erzähltempo.
Während einige Abschnitte sich unnötig in die Länge ziehen, werden gerade jene Handlungsstränge, die Potenzial für Spannung und Entwicklung gehabt hätten, sehr schnell abgehandelt. Viele Szenen hätten so viel Potenzial gehabt, damit man auch die Welt dahinter verstehen bzw. in diese eintauchen könnte, jedoch haben die Handlungen dies meiner Ansicht nach nicht zugelassen.

Insgesamt fehlte mir dadurch sowohl narrative als auch emotionale Tiefe, sodass ich „Psyche und Eros" nach etwa der Hälfte leider abgebrochen habe.

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