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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.05.2025

Gabriels Rückkehr

Wie Risse in der Erde
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„Der Farmer ist tot …“. Damit beginnt das Buch und nimmt das Ende bereits vorweg. Oder doch nicht?

Was folgt, ist eine Reise voller bittersüßer Erinnerungen und tiefer Gefühle. Die Geschichte entfaltet ...

„Der Farmer ist tot …“. Damit beginnt das Buch und nimmt das Ende bereits vorweg. Oder doch nicht?

Was folgt, ist eine Reise voller bittersüßer Erinnerungen und tiefer Gefühle. Die Geschichte entfaltet sich mit beeindruckender Intensität und greift verschiedene Facetten der Liebe auf. Die Zeitsprünge verstärken die Spannung und lassen uns eintauchen in das „Damals“, als sich Beth und Gabriel kennenlernten, und das „Jetzt“, in dem Gabriels Rückkehr alles verändert und das Leben von Beth ordentlich durcheinandergewirbelt wird.

Durch die Rückkehr von Gabriel brechen bei Beth alte verschüttete Gefühle wieder auf. Trotz ihrer inneren Konflikte kann sie sich der Anziehung von ihm nicht entziehen. Kurzzeitig kann sie in ein Leben eintauchen, was sie mit ihm vielleicht hätte führen können. Doch die unausweichlichen Konsequenzen dieses gefährlichen Spiels liegen in der Luft.

Durch die kurzen Kapitel, die von einem Prozess berichten, wissen wir, dass es hier keine Happy End geben wird. Gekonnt wird offengelassen, wer hier eigentlich vor Gericht steht und welcher Tat er beschuldigt wird.

Dieser Roman ist kraftvoll und mitreißend. Eine Vielzahl an Gefühlen begegnet dem Leser. Nicht nur die Liebe. Auch Begehren, Lust, Schmerz, Leid oder Vergebung. Er erzählt von Schicksalsschlägen und ihren feinen und dennoch tiefen Spuren. Gibt uns aber auch die Hoffnung, dass die Wunden heilen können.

Veröffentlicht am 23.04.2025

Alles hat seinen Preis

Ein ungezähmtes Tier
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Wir kennen bereits das Finale, ein Raubüberfall auf einen Juwelier in Genf. Und wir sind sogar bei der Ausführung der Tat dabei. Aber wir wissen nicht, wie der Raub ausgeht, wer ihn begeht, ob die Täter ...

Wir kennen bereits das Finale, ein Raubüberfall auf einen Juwelier in Genf. Und wir sind sogar bei der Ausführung der Tat dabei. Aber wir wissen nicht, wie der Raub ausgeht, wer ihn begeht, ob die Täter entkommen können oder das Motiv für die Tat.

Auf diese Reise nimmt uns der Autor mit. Einem Countdown ähnlich werden die Geschehnisse der letzten 20 Tage vor dem Raubüberfall beleuchtet. Hierbei stehen die beiden Ehepaare Braun und Liègan im Mittelpunkt. Das Schicksal der vier Personen ist eng miteinander verwoben. Da sie aber aus unterschiedlichen wirtschaftlichen Verhältnissen kommen, ist es nicht frei von Neid, Missgunst oder auch Besessenheit. Doch im weiteren Verlauf stellt sich die Frage, ob diese scheinbar schöne Welt und das Leben wirklich so begehrenswert sind.

Ein Blick hinter die Kulissen und auch immer wieder in die Vergangenheit der beiden Ehepaare bringt uns die Protagonisten näher. Je näher wir dem Raubüberfall kommen, umso mehr zeigen sich deutliche Risse in der Fassade, wovor auch Geld nicht schützen kann. Fast jeder hat etwas zu verbergen und die Geheimnisse beeinflussen den weiteren Verlauf.

Joel Dicker bedient sich zeitlicher Sprünge in der Erzählperspektive. Dies macht den Roman abwechslungsreich und lebendig. Die Erzählung ist minutiös geplant und dafür muss man Joel Dicker Respekt zollen. Hier ist nichts dem Zufall überlassen. Er weiß das Netz der Verwicklungen geschickt auszulegen. Aber die Handlungsstränge geben nur so viel preis, dass wir vom wirklichen Ausgang noch überrascht werden.

Fazit: ein Roman mit Krimielementen, der sich leicht lesen lässt. Doch ich habe mich zum Schluss gefragt, ob uns das Buch auch eine Message mitgeben möchte oder nur unterhalten will. Und definitiv gibt es von Joel Dicker bereits Bücher, die deutlich komplexer und wendungsreicher sind.

Veröffentlicht am 22.04.2025

Die Moorvilla

Für Polina
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Ich bin hin und her gerissen. Ist dieses Buch meisterlich und gekonnt komponiert oder hat der Autor zu viel gewollt? Ist die Geschichte um Hannes berührend oder langatmig und schwerfällig? Darauf muss ...

Ich bin hin und her gerissen. Ist dieses Buch meisterlich und gekonnt komponiert oder hat der Autor zu viel gewollt? Ist die Geschichte um Hannes berührend oder langatmig und schwerfällig? Darauf muss jeder für sich persönlich eine Antwort finden.

Auf jeden Fall ist es eine Liebesgeschichte voller Hoffnung und dem Glauben an die Kraft der Musik. Man wünscht Hannes ein Happy End und das er sein Glück in die Hand nimmt. Das er aus seiner Lethargie erwacht und nicht das Leben an sich vorbeiziehen lässt.

Doch die Grundstimmung fand ich sehr getragen, schwerfällig und melancholisch. Mitunter fand ich es anstrengend zu lesen und ich brauchte eine Pause. Es hätte etwas mitreisender und emotionaler sein können. Aber gegen Ende hat es mich doch noch gepackt und wie eine warme Decke umhüllt.

Fazit: eine zeitlose Geschichte, die auch vor 50 Jahren spielen könnte.

Veröffentlicht am 15.04.2025

Raus aus der Platte

Achtzehnter Stock
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Wanda ist alleinerziehende Mutter, lebt in einem Hochhaus und hat einen Traum. Sie will mehr vom Leben. Sie will sich selbst verwirklichen. Sie will raus aus der Platte. Raus aus dem dreckigen, versifften, ...

Wanda ist alleinerziehende Mutter, lebt in einem Hochhaus und hat einen Traum. Sie will mehr vom Leben. Sie will sich selbst verwirklichen. Sie will raus aus der Platte. Raus aus dem dreckigen, versifften, lauten Hochhaus. Sie will ein besseres Leben für sich und ihre Tochter Karlie. Doch als alleinerziehende und liebende Mutter muss Wanda jeden Tag neu kämpfen. Denn mit einem fünfjährigen Kind sind die Tage nicht immer gleich und planbar.

Sie ist eigentlich Schauspielerin, doch keiner glaubt an sie. Auch nicht, als sie endlich die lang ersehnte Chance bekommt und eine Rolle ergattern kann. Sie kann in die Welt der Reichen hineinschnuppern und endlich ihren Traum leben. Dabei muss sie Karlie jedoch immer wieder im Stich lassen und sieht sich vor der Schwierigkeit, ihren Traum und ihre Tochter miteinander zu vereinbaren.

Natürlich kann man sagen, dass es sehr unterwahrscheinlich ist, dass jemand aus diesem Milieu eine große Rolle bekommt. Für mich steht es aber dafür, an seinem Traum festzuhalten und sich nicht von äußeren Umständen beeinflussen zu lassen. Und die Unterschiedlichkeit der beiden Welten prallt hier aufeinander. Es mag klischeehaft sein, aber die Oberflächlichkeit der Schauspielwelt halte ich trotzdem für real. Heute gefeiert und ein Star, morgen schon wieder vergessen. Doch macht Geld allein glücklich? So muss Wanda feststellen, dass die Platte mehr ist, als sie dachte. Denn ein Zuhause kann man mit Geld alleine nicht kaufen.

Der Roman ist schonungslos, direkt und ehrlich, aber trotzdem leicht zu lesen. In nur zwei Tagen hatte ich das Buch durch. Die Autorin gibt Personen ein Gesicht, die am Rande der Gesellschaft stehen und sonst keine Beachtung finden.

Fazit: man ist mehr als der eigene Wohnort und die Herkunft vermuten lässt

Veröffentlicht am 11.04.2025

Tagebuch meines Herzens

HEN NA E - Seltsame Bilder
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Zu Beginn war das Buch vielschichtig und rätselhaft. Im Prolog erfährt man von einer 11-Jährigen, die ihre Mutter ermordet hat. Die Psychologin bescheinigt ihr später eine erfolgreiche Rehabilitation, ...

Zu Beginn war das Buch vielschichtig und rätselhaft. Im Prolog erfährt man von einer 11-Jährigen, die ihre Mutter ermordet hat. Die Psychologin bescheinigt ihr später eine erfolgreiche Rehabilitation, aber lag sie damit richtig?

Der eigentliche Strang ist ein rätselhafter Blog. Anfang liest er sich belanglos und alltäglich. Doch der letzte Eintrag gibt Rätsel auf. Welches Geheimnis wurde hier entschlüsselt? Wer ist der Schreiber des Blogs und an wen ist der letzte Eintrag gerichtet? Gerade dieses Nichtwissen macht den Reiz der Story aus.

Wie hier Bilder und Erzählung miteinander verwoben werden, ist neuartig und (zu Beginn) überzeugend. Es macht Spaß, das Entschlüsseln zu verfolgen. Dennoch bleibt die Frage, ob die gefundene Erklärung auch der Realität entspricht.

Drei große Kapitel teilen das Buch ein. Der Schwerpunkt liegt jeweils auf einer neuen Person. Man musste sich jedes Mal neu zurechtfinden und die neuen Personen bzw. Situationen nach und nach einordnen. Es war geschickt gemacht, wie ein einzelnes Wort oder ein Name ausreichte, um einen aha Moment zu erleben. Dies konnte das bisherige Wissen auf den Kopf stellen und neue Zusammenhänge erkennen lassen.

Obwohl das Buch sich sehr leicht und schnell lesen lässt, nutzt sich die Einbindung von Rätseln bzw. Zeichnungen im weiteren Verlauf deutlich ab. Für meinen Geschmack haben sie sich teilweise zu oft wiederholt oder waren nur eine zusätzliche Unterstützung zu dem Text. Ich hatte das Gefühl, der Autor traut mir nicht zu, zu verstehen, wie der Ablauf war, wenn er nicht alles Schritt für Schritt und zusätzlich durch die Bilder erklärt. Das war mir irgendwann zu ausführlich und ich empfand die Zeichnungen stellenweise als unnötig.

Wirklich gestört hat mich der beschriebene Mord. Nicht wegen der Beschreibungen, sondern weil ich das Vorgehen als absolut unglaubwürdig empfinde. Achtung Spoiler: aber wie soll man unter dem Oberkörper einer schlafenden Person ein Seil durchschlängeln können, ohne das diese Person aufwacht!? Bei Fußgelenken mag dies mit Geduld gehen, aber auf Taillenhöhe halte ich es schlicht und ergreifend für unmöglich.

Dadurch, dass die Sprache eher nüchtern, schlicht und geradlinig war, hat man keine emotionale Verbindung zu den Protagonisten aufgebaut. Deren Handeln und Motivation nachzuvollziehen, fällt mir dadurch schwer. Auch das Vorgehen, um den Täter zu überführen, hat mich gestört. Ohne Schutz sich in die Höhle des Löwen zu begeben, macht keinen Sinn.

Fazit: im Verlauf leider immer schwächer geworden

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