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Veröffentlicht am 22.06.2025

Hot, hotter Hazelwood

Problematic Summer Romance – Die hitzige Unzulässigkeit der Liebe
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„Wir sind geradezu intim miteinander geworden – in emotionaler Hinsicht. So sehr, dass du es nicht riskieren konntest, dass diese Intimität auch körperlich wird.“ (S. 296)
Ausgerechnet auf der Hochzeit ...

„Wir sind geradezu intim miteinander geworden – in emotionaler Hinsicht. So sehr, dass du es nicht riskieren konntest, dass diese Intimität auch körperlich wird.“ (S. 296)
Ausgerechnet auf der Hochzeit ihres Bruder trifft Maya erneut auf Conor, dessen besten Freund und Trauzeugen, den sie seit langem heimlich begehrt. Doch er stört sich an ihrem Altersunterschied: Maya ist erst 23, er schon 38. Dass sie längst erwachsen, hochintelligent und sogar Masterabsolventin in Physik ist, ist für ihn dabei zweitrangig. Eigentlich will sie ihm aus dem Weg gehen. Doch es ist Sommer und heiß, die Tage bis zur Trauung ziehen sich träge dahin und die (sexuelle) Spannung den beiden wächst unaufhaltsam. Das Setting trägt seinen Teil dazu bei: Die Hochzeit findet in einer traumhaften Villa an der Felsküste Taorminas statt, mit Blick auf das Ionische Meer und die Isola Bella – Romantik pur.

Ich mag das MIND-Setting dieses Romans. Maya ist eine brillante Wissenschaftlerin, wird von Wirtschaft und Forschung umworben und kann sich ihren zukünftigen Berufsweg aussuchen. Trotz ihres Alter ist sie sehr selbstbewusst, weiß, was und wen sie will und liefert sich mit Conor geistreiche, witzige Schlagabtausche voller Anspielungen.
Conor hat mit Mayas Bruder ein erfolgreiches BioTech-Unternehmen aufgebaut. Er ist ein Workaholic und stolz darauf. Dennoch war er in einer schwierigen Zeit für Maya da und hat sich um sie gekümmert.
Und dann ist da noch die Hochzeit, die fast verflucht wirkt: Zuerst erleidet der Großteil der Gäste eine Lebensmittelvergiftung, dann bricht auch noch der nahegelegene der Ätna aus.

„Problematic Summer Romance“ ist der perfekte Sommerroman – voller Emotionen, mit einem traumhaften Setting und einer sich langsam entfalteten spicy Liebesgeschichte. In Rückblenden enthüllt Ali Hazelwood nach und nach die gemeinsame Vergangenheit von Maya und Conor während ihres Studiums in Edinburgh. So wird nachvollziehbar, warum Conor auf Distanz bleibt – und warum Maya auf ein Happy End hofft. Denn sie zieht bald alle Register, um ihn zu verführen – und Conor fällt es zunehmend schwer, sich zu beherrschen.

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Veröffentlicht am 20.06.2025

Der geheime Garten

Der alte Apfelgarten
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„Die Vergangenheit kann eine schwere Bürde sein. Und uns manchmal daran hindern voranzuschreiten, sosehr wir es uns auch wünschen.“ (S. 238)
Seit 5 Jahren lebt und arbeitet Nina mit ihrem kleinen Sohn ...

„Die Vergangenheit kann eine schwere Bürde sein. Und uns manchmal daran hindern voranzuschreiten, sosehr wir es uns auch wünschen.“ (S. 238)
Seit 5 Jahren lebt und arbeitet Nina mit ihrem kleinen Sohn wieder auf der Farm ihres Vaters an der Steilküste Schottlands. Nach seinem Tod geht sie davon aus, dass sie die Farm erbt und ihre ältere Schwester Bette, die vor fast 20 Jahren nach London gezogen und nie zurückgekommen ist, zukünftig am Gewinn beteiligen muss. Um so größer ist die Überraschung, dass sie die Crowdie-Farm zusammen erben – genau wie den riesigen Schuldenberg, von dem sie nichts wussten.

Bette und Nina trennen 10 Jahre Altersunterschied und völlig unterschiedliche Lebensumstände. Bette wollte immer Anwältin werden und in die große weite Welt. Nach Amerika hat sie es zwar nicht geschafft, aber sie wird bald Partnerin einer Londoner Kanzlei. Nina ist früh alleinerziehende Mutter geworden. Sie hat sich trotz der harten Arbeit immer wohl auf der Farm gefühlt hat und nie verstanden, warum Bette regelrecht geflohen ist. Durch den großen Altersunterschied hatten sie nie viel miteinander zu tun. Bette fand Nina nervig, die hat sich dadurch von ihr ungeliebt und ignoriert gefühlt. Als jetzt rauskommt, dass Bette in Mailkontakt mit ihrem Vater stand, brechen alte Wunden auf. Aber der Kampf um die Farm bringt sie einander näher. Erst recht, als sie ein alten, verwilderten Apfelgarten entdecken, der sehr viel wert zu sein scheint und hinter dem mehrere Geheimnisse stecken.

Wie schon die anderen Roman von Sharon Gosling ist auch „Der Apfelgarten“ sehr stimmungsvoll. Sie erzählt darin vom rauen Leben an der Steilküste und den damit verbundenen Gefahren, der harten Arbeit als Farmer, die gerade genug zum Erhalt ihrer Betriebe erwirtschaften, aber nicht genug, um Rücklagen zu bilden und zwei entfremdeten Schwestern, die sich langsam neu kennenlernen und hinter die Fassade der anderen blicken. Gewürzt wird die Geschichte mit der spannenden Vergangenheit des Apfelgartens und zwei Männern, die sich ihren Platz im Leben der Schwestern zu erkämpfen scheinen. Besonders gefreut habe ich mich auch über den Cameo-Auftritt von Rachel aus dem „Lighthouse Bookshop“.

Mein Fazit: Ein schöner Geschwisterroman, der zwar in manchen Teil etwas vorhersehbar ist, aber auch mit Überraschungen aufwartet.

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Veröffentlicht am 17.06.2025

Freunde mit gewissen Vorzügen

Dieser Sommer wird anders
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„Iss dein Gewicht in Austern. Lass die Stadt hinter Dir. Verlieb dich nicht in meinen Bruder.“ (S. 27) sind die Regeln, die Lucys Mitbewohnerin und beste Freundin Bridget vor ihrem ersten gemeinsamen Urlaub ...

„Iss dein Gewicht in Austern. Lass die Stadt hinter Dir. Verlieb dich nicht in meinen Bruder.“ (S. 27) sind die Regeln, die Lucys Mitbewohnerin und beste Freundin Bridget vor ihrem ersten gemeinsamen Urlaub vor fünf Jahren in deren Heimat Prince Edward Island aufgestellt hat. Leider wusste Lucy nicht, dass der heiße Typ mit den gletscherblauen Augen und bezaubernden Grübchen, mit dem sie die erste Nacht verbracht hat, ausgerechnet Bridgets Bruder Felix ist. Als sie das am nächsten Morgen feststellen, sind sie sich einig, dass es ein einmaliger Ausrutscher war. Doch jedes Mal, wenn sie sich im Urlaub sehen, werden sie geradezu magisch voneinander angezogen und landen heimlich im Bett – ohne Gefühle, wie sie sich stets versichern.
Als Bridget Lucy 9 Tage vor ihrer Hochzeit von PEI anruft und sie bittet, sofort zu kommen, ist Lucy überrascht. Eigentlich sollte Bridget gerade ihr Brautkleid anprobieren und Lucy sich um den Blumenbogen für die Trauung kümmern.

Lucy hat sich in ihrer Familie, in der sich alles um die Eishockey-Karriere ihre älteren Bruders drehte, nie so wohlgefühlt wie bei ihrer exzentrischen Tante Stacy. Die hatte nie geheiratet, dafür viele Affären und einen Blumenladen, den Lucy vor einiger Zeit übernommen hat. Der läuft richtig gut, der erste Großauftrag einer Hotelkette winkt, als Bridget überstürzt nach Hause nach PEI fliegt.
Bridgets Familie ist im Laufe der Jahre, die Lucy sie schon besucht, auch zu ihrer geworden. Sie wird wie eine Tochter bzw. Schwester behandelt und ist immer willkommen. Außerdem liebt sie die schroffe Schönheit und Natur der die Atlantikinsel im Osten Kanadas, die auch der Schauplatz ihrer liebsten Serie bzw. Kinderbuchreihe „Anne auf Green Gables“ ist.

Lucy versucht alles, um Bridget zum Reden und zurück nach Toronto zu bringen. Flieht sie etwas vor ihrer Hochzeit? Aber die behauptet, dass sie einen letzten Sommerurlaub nur mit ihr – und Felix – verleben möchte. Schon Bridgets Auszug zu ihrem Verlobten war ein großer Schnitt in Lucys Leben, die nicht gern allein ist. Darum fällt es ihr jetzt auch so schwer, die Finger von Felix zu lassen.

„Dieser Sommer wird anders“ von Carley Fortune ist ein sehr spicy Sommerroman mit einer tollen Kulisse, der zum Ende hin immer berührender wird.

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Veröffentlicht am 12.06.2025

Lotte in Weimar

Die Villa in Weimar
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Weimar 1897: Marie Seebach war einst eine gefeierte Schauspielerin und verdiente, anders als viele ihrer KollegInnen, sehr gut. Aus sozialem Engagement stiftete sie 700.000 Goldmark, mit denen ein Altenheim ...

Weimar 1897: Marie Seebach war einst eine gefeierte Schauspielerin und verdiente, anders als viele ihrer KollegInnen, sehr gut. Aus sozialem Engagement stiftete sie 700.000 Goldmark, mit denen ein Altenheim für sechs bedürftige ehemalige Bühnenkünstler errichtet wurde. Die Verwaltung der Stiftung hat eine Anwaltskanzlei übernommen, die Leitung des Hauses ein Hausmeisterehepaar.

Während Marie zur Sommerkur in St. Moritz weilt, erhält sie mehrere anonyme Briefe mit dem Verdacht, das Stiftungsgeld werde veruntreut. Ihre Schwester Wilhelmine, die sich um das Problem kümmern soll, erreicht leider nichts. Also bittet Marie die Krankenschwester Lotte Wernitz, nach Weimar zu fahren und sich in dem Haus um eine Stelle zu bewerben – mit Erfolg. Zwar wird Lotte nicht als Krankenschwester gebraucht, die Bewohner sind noch zu rüstig, aber als Mädchen für alles.
Schon bald bestätigt sich der Verdacht: Auf Hausrechnung bestellte Waren verschwinden „Der Keller birgt anscheinend eine Menge Schätze, die nicht ihrer ursprünglich geplanten Verwendung zugeführt werden.“ (S. 206).

Dabei wollte Lotte, die ursprünglich aus der Nähe von Potsdam stammt, eigentlich gar nicht aus der Schweiz weg und hat auch keine Ahnung, wie sie in Weimar Nachforschungen anstellen soll. Doch Marie bleibt hartnäckig, und so findet sich Lotte auf einer anstrengenden 24-stündigen Zugreise nach Weimar wieder, die an ihren Nerven und Kräften zehrt.
Im Heim gelingt es ihr rasch, das Vertrauen der Bewohner zu gewinnen, einer illustren Runde einstiger Theater- und Operngrößen, die ihre Marotten und Auftritte nicht verlernt haben. Eine frühere Sopranistin liebt noch immer Rosenbouquets, eine Schauspielerin rezitiert als Gretchen aus dem „Faust“, obwohl sie die Tageszeit vergisst. Ein anderer hat stets das passende Goethe-Zitat parat, während sein Kollege die Rolle als Lüstling nie ganz abgelegt hat. Lotte bewahrt Ruhe und Übersicht – und vergisst dabei nie Maries Auftrag.
Unterstützt wird sie vom Anwalt der Stiftung, Bernhard Gaspari. Ihm imponiert, dass sie nicht gefallen will oder sich verstellt – und auch privat findet er sie sehr reizvoll. „Eine junge Frau, die als Lotte in Weimar unterwegs ist, regt jedermanns Fantasie an.“ (S. 71) Doch Lotte ist diesbezüglich ein gebranntes Kind.

Michelle Marlys „Die Villa in Weimar“ ist ein gelungener Mix aus historischem Krimi und Romanbiografie. Marie Seebach, die Stiftung und das Altenheim gab / bzw. gibt es wirklich in Weimar, es war das erste seiner Art, während Lotte und ihre Ermittlungen der Fiktion entspringen.

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Veröffentlicht am 10.06.2025

Bejubelt, gefürchtet, geknechtet

Wild Song
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„Schau dir die an. Verkleidet wie ein menschliches Wesen!“ (S. 217)
Luki ist 16 und lebt im philippinischen Hochland. Vor Jahren hat sie den Überfall eines verfeindeten Stammes vereitelt und wurde dafür ...

„Schau dir die an. Verkleidet wie ein menschliches Wesen!“ (S. 217)
Luki ist 16 und lebt im philippinischen Hochland. Vor Jahren hat sie den Überfall eines verfeindeten Stammes vereitelt und wurde dafür von den Ältesten mit Tätowierungen belohnt, eine Ehre, sie sonst nur Männern erwiesen wird. Obwohl sie ihren Mut und ihre Kampfkraft damit bewiesen hat, darf sie keinen Speer tragen oder jagen. Als sie trotzdem dabei erwischt wird, soll sie ihren besten Freund heiraten. Davon hat sie bisher immer geträumt, aber als es jetzt befohlen wird, will sie nicht mehr. Stattdessen nimmt sie das Angebot des Provinzverwalters Truman Hunt an, der indigene Bergvölker für die Weltausstellung 1904 in St. Louis anwirbt.
Nach der über 100 Tage dauernden, gefährlichen Reise, für die Luki und die Anderen zum ersten Mal in ihrem Leben das Hochland und ihre gewohnte Umgebung verlassen, werden sie auf dem Ausstellungsgelände „zu ihrem eigenen Schutz“ in einem abgeschlossenen Reservat untergebracht, das sie nicht verlassen dürfen. So haben sie sich das nicht vorgestellt. Und es wird noch schlimmer. Weil ihr normaler Alltag zu langweilig ist (sie sind Reisbauern und Jäger) und sie zu wenig Besucher anlocken, müssen sie sich verstellen und jeden Tag singen, tanzen und Feste feiern.
So lange sie in „ihrem Dorf“ bleiben, werden sie bejubelt und bekommen von den Besuchern Geld geschenkt, aber sobald sie diesen geschützten Raum verlassen, was nur sehr selten passiert, scheel angesehen und beschimpft, oder man hat Angst vor ihnen.

Ich fand es sehr spannend und interessant, dass Candy Gourlay die Weltausstellung und speziell die sogenannte Völkerschau aus Sicht einer indigenen Teilnehmerin erzählt. Luki und ihre Leute wurden mit Geld und falschen Versprechungen nach Amerika gelockt, angeblich lädt Präsident Roosevelt persönlich sie ein, damit sie dort wie Tiere im Zoo ausgestellt werden. Kein Wunder, dass Luki, die sich eine besseres und freieres Leben erhofft hatte, relativ schnell desillusioniert. Sie kann die Vorurteile, die ihnen entgegenschlagen, weder verstehen noch entkräften. Ihr war nicht bewusst, dass es in Amerika Rassentrennung gibt und auch streng durchgesetzt wird. Sie versteht nicht, warum sie sich beschimpfen und bespucken lassen soll und sich nicht wehren darf. Außerdem haben die westlichen Frauen genauso wenig Rechte und Freiheiten wie sie. Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten hat sie sich definitiv anders vorgestellt.

Lukis Geschichte wird sehr eindringlich erzählt. Ich habe schon einige Bücher über verschiedenen Völkerschauen gelesen, aber das ist das erste aus Sicht einer Jugendlichen. An den Erzählstil musste ich mich erst gewöhnen, denn Luki erzählt in Gedanken ihrer verstorbenen Mutter, was sie erlebt. Dabei verwendet sie prägnante Sätze. Ich bin nicht sicher, ob das ihr Alter oder ihre Herkunft verdeutlichen soll, aber es macht die Geschichte besonders eindrücklich.

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