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Veröffentlicht am 07.11.2021

gefühlvolle Geschichte, sympathische Protagonisten

Forever Right Now
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Zweiter Band: Die Handlung aus dem vorausgehenden Buch geht jedoch nicht weiter. Man kennt Darlene als gute Freundin von Beckett zwar bereits, Beckett und Zelda aus dem ersten Band spielen hier jedoch ...

Zweiter Band: Die Handlung aus dem vorausgehenden Buch geht jedoch nicht weiter. Man kennt Darlene als gute Freundin von Beckett zwar bereits, Beckett und Zelda aus dem ersten Band spielen hier jedoch nur ganz am Rand eine Rolle. Man kann das Buch also auch ohne Vorwissen lesen.

Darlene arbeitet hart an sich, um ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen. Die Fehler, die sie begangen hat, wird sie nicht wieder begehen. Die junge Frau möchte nach vorn schauen, ihre Träume leben, auf eigenen Beinen stehen und dafür geschätzt werden, ohne dass in den Blicken der anderen lauert, dass sie eine Drogensüchtige war. Um sich eine neue Zukunft aufzubauen, geht Darlene nach San Francisco und arbeitet dort als Massagetherapeutin, auch wenn sie viel lieber an ihrer Tanzkarriere feilen würde. Ihr Plan war es, sich ganz auf sich selbst zu konzentrieren, doch kurz nach ihrer Ankunft wird dieses Vorhaben ins Wanken gebracht, denn ihr attraktiver Nachbar geht ihr nicht mehr aus dem Kopf und auch seine zuckersüße Tochter hat sich direkt in ihr Herz geschlichen. Nur wird Darlene dem Jurastudenten, der kurz vor dem Abschluss steht, niemals von ihrer Vergangenheit erzählen können und eigentlich hat Sawyer auch gerade genug eigene Sorgen…

Ich mag den Schreibstil von Autorin Emma Scott sehr gern. Sie erzählt mitnehmend und gefühlvoll und gibt ihren Figuren Raum sich zu entwickeln und mit unterschiedlichen Facetten zu präsentieren. Die Charaktere haben Ecken und Kanten, sie haben Probleme, Ängste, Zweifel, Geheimnisse und dazu eine Menge toller, positiver Eigenschaften. So bekommen die Protagonisten im Verlauf des Buches die Möglichkeit zu wachsen, aber auch Schwächen einzugestehen und sich mit ihnen auseinander zu setzen. Sie können sich gegenseitig stützen, sorgen aber auch gegenseitig für neue Schwierigkeiten und Gedanken. Denn bei Sawyer und Darlene ist einiges los, nicht umsonst wollten die beiden sich auf sich selbst und ihre Ziele konzentrieren. Dass sie ins Leben des jeweils anderen stolpern, war nicht geplant und es fällt ihnen in einigen Bereichen schwer, sich einander anzuvertrauen.
Nach und nach lernt man beide Protagonisten näher kennen und erfährt, was in der Vergangenheit passiert ist, mit welchen Hürden sie aktuell kämpfen und wieso es ihnen nicht immer möglich ist, so zu reagieren und agieren, wie sie es eigentlich gern möchten. Manchmal sind sie forscher und grober, als sie es wollten, aus Selbstschutz oder aufgrund von Zweifeln und Unsicherheit. Und auch wenn sie sich dem jeweils anderen nicht immer direkt erklären, so denken sie zumindest selbst sehr intensiv darüber nach. Da die Geschichte aus den Ich-Perspektiven von Sawyer und Darlene geschildert wird, bekommt man als Leser*in Einblicke in beide Gedanken- und Gefühlswelten und kann beobachten, wie dort Veränderungen vorgehen und wie die beiden sich in unterschiedlichen Richtungen gegenseitig beeinflussen. Ich mochte die Entwicklungen der Figuren, besonders weil es nicht immer nur geradlinig und positiv war. Es gab kleine und größere Rückschläge, Tiefpunkte, aber auch Momente der Hoffnung und Lichtblicke. Damit wirkte es auf mich authentisch und nachvollziehbar. Ich habe mit beiden Charakteren mitgefühlt und auch wenn ihr Schmerz spürbar war, konnte ich die meiste Zeit gut verstehen, wieso sie selbst oder auch ihr Gegenüber reagiert, wie es dargestellt war. Aber nicht nur in den bedrückenden oder bewegenden Momenten fühlte ich mich intensiv in der Handlung mitgenommen, auch in den Augenblicken, in denen man sich mit den Protagonisten freuen konnte, hat das für mich funktioniert.

Es gab für mich einige sehr berührende Augenblicke, die teilweise nachdenklich stimmen oder nachklingen. Immer wieder hat die kleine Olivia mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Sawyers Tochter ist einfach so goldig und frei von Vorurteilen, das war wirklich toll. Sie spielt im Buch eine große Rolle, nicht nur weil sie so ein Goldstück ist. Es war aber auch einfach schön zu verfolgen, wie die Handlung voranschreitet, wie die Charaktere sich entwickeln, sich ihren Herausforderungen stellen, wie die Anziehung zwischen ihnen stärker wird, obwohl sie das doch gar nicht wollten und wie dann plötzlich andere Dinge viel wichtiger sind, als die Gefühle, die für den anderen ihn ihnen brodeln.
Auch wenn Beckett und Zelda keine tragende Rolle in der Geschichte spielen, fand ich es schön, dass man zumindest am Rand ein bisschen was mitbekommen hat und daher weiß, wie es sich bei ihnen ganz grob entwickelt hat.
Fazit

Eine schöne, berührende Geschichte mit sympathischen Protagonisten, die durch ihre Ecken und Kanten noch authentischer wurden. Beide haben mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen und ich mochte sie einzeln betrachtet ebenso gern, wie gemeinsam, da sich eine schöne Dynamik zwischen ihnen entwickelt, ohne dass es zu einfach oder geradlinig wird. Es gibt kleine Rückschläge und Tiefpunkte, viel Grübelei und aufgewühlte Gefühle. Eine gelungene Mischung, die auch zum Nachdenken bringt. Auch wenn mir das kleine i Tüpfelchen zum kompletten fünften Stern gefehlt hat, habe ich das Buch sehr gern gelesen.

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  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.10.2021

gelungenes Debüt, tolle Ideen, schönes Setting

City of Burning Wings. Die Aschekriegerin
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Für May war schon früh klar, wie ihr weiterer Lebensweg aussehen soll. Genau wie ihr Vater wollte sie Aschekriegerin werden und damit die Stadt und ihren König beschützen. Schon seit einigen Jahren wurde ...

Für May war schon früh klar, wie ihr weiterer Lebensweg aussehen soll. Genau wie ihr Vater wollte sie Aschekriegerin werden und damit die Stadt und ihren König beschützen. Schon seit einigen Jahren wurde sie außerdem darauf vorbereitet, nach dem Abdanken des Königs, den Aschethron zu besteigen und damit die Magie in sich aufzunehmen, die dieser in sich trägt. Sie arbeitet diszipliniert und konzentriert, bereit die Aufgabe anzunehmen, sobald es soweit ist. Doch als es dann dazu kommt, dass der König früher seine Macht verliert, als es geplant war, erscheint die Rune, die den Herrscher kennzeichnet, nicht auf Mays Stirn. Für alle völlig unerwartet soll Luan, ein Geheimnishändler aus dem Elendsviertel, der neue König von Elydor werden. Doch kann er es überhaupt schaffe, anerkannt zu werden? Und kann May ihren Frust soweit zurückschrauben, dass sie ihm wirklich dabei helfen kann, die Magie zu steuern?

Autorin Lily S. Morgan hat eine tolle Fantasywelt erschaffen, in die man umgehend eintaucht. Ich mochte die Zusammenstellung und die Elemente des Settings sehr gern. Die meisten Bewohner in Elydor sind Himmelsstürmer, das heißt, sie bewegen sich hauptsächlich fliegend fort, wodurch man einige der Situationen aus einer anderen Perspektive erlebt, als es in den meisten anderen Büchern der Fall ist. Durch bildhafte Beschreibungen war es zudem gut möglich, sich die schwebende Stadt mit den unterschiedlichen Vierteln gut vorzustellen. Auch von den wichtigsten Charakteren habe ich eine ganz gute Vorstellung bekommen, wie sie aussehen. An der einen oder anderen Stelle hätte ich mir zwar noch ein wenig mehr Figurentiefe gewünscht, um noch mehr über das zu erfahren, was sie ausmacht, was sie schon so erlebt haben und so weiter. Bei Luan und May hat es insgesamt jedoch trotzdem soweit gepasst und die meisten ihrer Reaktionen und Entscheidungen für mich nachvollziehbar und greifbar waren.
May ist Teil einer angesehenen Adelsfamilie und wurde in den letzten Jahren auf die Thronfolge vorbereitet. Die Liebe für die Stadt, ihre Disziplin und ihr Kampfeswille ist häufig spürbar. Manchmal ist sie etwas kratzbürstig und aufbrausend, Gründe dafür werden ihr jedoch auch an verschiedener Stelle geliefert. Im Verlauf der Geschichte erlebt man May auch von einer ruhigeren Seite und sie zeigt, dass sie das Herz am rechten Fleck hat, auch wenn sie zunächst sehr geprägt von ihrer Herkunft und ihren Zukunftsplänen ist. Ich fand es gut, dass sie sich entwickelt hat und ihre festgesetzten Ansichten etwa aufgebrochen wurden.
Luan ist im Armenviertel der Stadt aufgewachsen und musste schon früh lernen, sich zu behaupten, um nicht völlig verloren zu sein. Er ist geschickt, clever, aber auch listig und ein wenig verschlagen, was aber eben auch durch seinen Job als Geheimnishändler kommt. Er lebt von den Informationen, an die er gelangt und die er dann gewinnbringend weiterverkaufen oder für die Verschwiegenheit etwas einfordert. Auch wenn er oft etwas barsch und herrisch rüberkommt, erschließt sich mit Voranschreiten des Buches größtenteils, wieso er so reagiert und dass er dennoch von vielen im Elendsviertel geschätzt und geachtet wird, auch weil ihm die Bevölkerung dort mehr am Herzen liegt, als vielen anderen und in ihm mehr steckt, als man zunächst zu sehen bekommt.
Die Geschichte wird aus den Perspektiven der beiden Protagonisten geschildert, so dass man Einblicke in beide Sichtweisen und teilweise auch in die Pläne und Absichten bekommt. Alles geben die Figuren jedoch nicht preis und so ist es auch für den Leser nicht immer absehbar, was die beiden aushecken und planen. An der einen oder anderen Stelle hat man allerdings einen kleinen Wissensvorsprung. Zusätzlich bietet es die Möglichkeit, Luan und May aus den Augen des jeweils anderen zu betrachten und dabei hautnah mitzuerleben wie die beiden sich manchmal gegenseitig in den Wahnsinn treiben. Die Sticheleien und hitzigen Dialoge zwischen den beiden mochte ich sehr, daraus ergibt sich auch eine schöne Dynamik für die Handlung. Außerdem schwingt auch immer einiges ihrer Persönlichkeit, ihrer eigentlichen Erwartungen und enttäuschter Hoffnungen mit, wodurch man die Charaktere noch besser kennenlernt. Im Verlauf des Buches verändert sich dann nach und nach auch das Verhältnis zwischen den beiden. Umso mehr sie von ihrem Gegenüber erfahren, umso mehr sind sie bereit, ihre Vorurteile abzulegen und sich auf das einzulassen, was sie verbindet und wofür sie gemeinsam kämpfen sollten.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm und mitnehmend. Das Buch hat sich zügig und flüssig lesen lassen und durch die verschiedenen Aspekte und Elemente, die eingeflochten waren, war die Geschichte abwechslungsreich und interessant zu verfolgen. Ein wenig schade fand ich, dass ein Geheimnis, das schon früh im Buch angesprochen wird, am Ende dann gar nicht aufgelöst wurde. Es ist nicht so, dass es kommentarlos verklingt, es wird schon Bezug darauf genommen. Aber ich hätte es interessant gefunden, dazu etwas mehr zu erfahren. Auch zu ein paar der anderen Aspekte der Handlung hätte ich an der einen oder anderen Stelle gern noch etwas mehr erfahren, teilweise blieb es ein wenig an der Oberfläche und wurde nur angekratzt. Insgesamt haben mir der Handlungsverlauf und die Entwicklungen rund um die Figuren und die Stadt aber gefallen. Es steckten viele tolle Ideen in dem Buch, die mich gut unterhalten haben.
Es gab ein paar turbulente Passagen, in denen Zusammenhalt immer wichtiger wurde, aber auch Raum für die sich wandelnden Gefühle der Protagonisten. Es gab ein paar Wendungen, die für Spannung und neue Fragen gesorgt haben. Im Verlauf spitzen die Gefahren sich zu und man kommt Schritt für Schritt den verborgenen Dingen näher. Dabei haben sich auch die Protagonisten und ihre engsten Begleiter weiterentwickelt, haben sich auf neue Sichtweisen eingelassen und festgestellt, dass es manchmal lohnenswert ist, hinter die Fassade anderer zu schauen.
Fazit

Eine Fantasy-Liebesgeschichte mit tollen Elementen, ideenreichem Setting, schön angelegten Figuren -auch wenn ich mir da manchmal noch etwas mehr Informationen und Tiefe gewünscht hätte-, guten Wendungen und Offenbarungen, einer Portion Intrigen und Vorurteilen, sich steigernden Gefahren, aufgewühlten Gefühlen und einem Ende, dass mich zufrieden zurückgelassen hat, auch wenn ich gern noch etwas mehr darüber gewusst hätte, wie die Zukunft von Elydor verlaufen wird.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.10.2021

gefühlvolle, (vor)weihnachtliche Geschichte

Empfehlung für dich
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Shoshanna liebt Bücher, da ist es nicht verwunderlich, dass sie auch ihren Job in der Buchhandlung liebt, bei dem sie Kunden behilflich sein kann, die perfekte Geschichte für sich oder zum Verschenken ...

Shoshanna liebt Bücher, da ist es nicht verwunderlich, dass sie auch ihren Job in der Buchhandlung liebt, bei dem sie Kunden behilflich sein kann, die perfekte Geschichte für sich oder zum Verschenken zu finden und bei dem sie auch selbst immer wieder auf Werke stößt, die sie gern noch lesen möchte. In der Adventszeit ist es oft sehr hektisch und stressig, viele Leute strömen in den Laden, um vor den Feiertagen noch schnell ein paar Geschenke zu ergattern. In diesem Jahr hat Shoshannas Chefin sich zudem noch eine kleine Challenge überlegt: wer die meisten Kunden zum Buchkauf bringt, bekommt am Ende eine kleine Belohnung. Shos ist überzeugt, gewinnen zu können, wäre da nicht Jake, der ihr dazwischen funken könnte und der gleichzeitig auch in ihr für ein wenig Gefühlschaos sorgt.

Die Geschichte ist aus der Ich-Perspektive der 16jährigen Protagonistin Shoshanna geschildert, so dass man sehr detaillierte Einblicke in ihre Gedanken- und Gefühlswelt bekommt und in all das, was sie erlebt, was sie bewegt und was sie plant. Dabei wird immer wieder deutlich, dass sie noch sehr jung ist, mit einigen Dingen wenig Erfahrung hat, sich ausprobiert und auch immer mal wieder Fehler macht. Ich empfand das als authentisch, denn mit 16 steckt das Erwachsenwerden ja quasi noch in den Kinderschuhen. Und obwohl das Buch über einen recht kurzen Zeitraum spielt, kann man auch Entwicklungen bei der Protagonistin sehen. Zwischendurch erkennt sie selbst, dass einige Reaktionen oder Handlungen nicht richtig waren, sie ist bereit sich Fehler einzugestehen, sich zu entschuldigen und unternimmt auch Versuche ihre kleinen Katastrophen wieder gut zu machen. Mir war sie sympathisch, auch wenn sie mit ihrer offenen, impulsiven Art eben manchmal ein wenig übers Ziel hinausschießt. Neben den ganz persönlichen Problemen der Sechzehnjährigen, die vor allem aus ihren aufgewühlten Gefühlen resultieren, gibt es auch Schwierigkeiten zu Hause, die ihr ziemlich zu schaffen machen.
Das Buch spielt ja in der Vorweihnachtszeit, Protagonistin Shoshanna ist jedoch Jüdin, daher feiert sie mit ihren Müttern kein Weihnachten. Immer wieder flossen auch ein paar Aspekte ihrer Kultur mit in die Handlung ein, aus meiner Sicht hätte es vielleicht sogar noch etwas mehr sein dürfen. So war es oft eher dezent und unaufdringlich, eben einfach ein Teil der Protagonistin.
Jake ist zu Beginn der Geschichte noch sehr verschlossen und daher schwer einschätzbar, nach und nach bekommt man dann aber mehr Einblicke in seinen Charakter und die Dinge, die ihn antreiben, so dass auch er mir sympathisch wurde, vielleicht sogar noch ein wenig mehr als die manchmal überdrehte Shoshanna.

Neben Shoshanna lernt man ihre beiden Mütter, ihre beiden besten Freundinnen und einige ihrer Arbeitskollegen, darunter auch Jake, kennen. So entsteht ein bunt gemischtes Figurenfeld, das ich sehr mochte. Vor allem die Vielfältigkeit bei der Auswahl der Charaktere hat mir gut gefallen. Unterschiedliche Religionen, verschiedene Hautfarben, unterschiedliche sexuelle Ausrichtungen und verschiedene Einkommensverhältnisse treten bunt gemixt auf und fließen zwar in die Handlung mit ein, stehen aber nie so im Fokus des Geschehens, dass man das Gefühl hat, es wäre irgendwie problematisch. Es gehört eben einfach zu den Figuren, ganz natürlich und alltäglich wie es ist und je nachdem welcher Charaktere eben gerade mehr im Mittelpunkt steht, so werden eben auch die Aspekte dann in die Ereignisse eingeflochten.

Der Schreibstil der Autorin ist angenehm und ich fühlte mich von Beginn an gut mitgenommen. Zunächst erlebt man Shoshanna in ihrem Element im Buchladen, man spürt aber auch sofort, dass Jake ihr ziemlich gegen den Strich geht mit seiner distanzierten, teilweise auch unfreundlichen Art sich an seinem ersten Tag im Buchladen aufzuführen. Gleichzeitig zeigt Shosh allerdings auch, dass sie eben nicht immer besonders erwachsen und besonnen reagiert, was ihrem Alter zuzuschreiben und damit auch nachvollziehbar war. Im Verlauf präsentieren sich die Protagonisten dann von unterschiedlichen Seiten und man erhält mehr Einblicke in ihre Leben, in ihre Stärken und Schwächen. Es gab einige Hürden, Schwierigkeiten, persönliche Katastrophen und viele unterschiedliche Emotionen, die die Figuren im Laufe der Geschichte begleiten. Man kann dabei zusehen, wie sie sich zusammenraufen, streiten, einander besser kennenlernen, Kompromisse schließen, sich einander öffnen, Erkenntnisse gewinnen, Zusammenhalt entwickeln und noch einiges mehr. Und trotz all der unterschiedlichen Themen, die die Charaktere bewegen und sie teilweise auch bedrücken, empfand ich die gesamte Zeit beim Lesen eine angenehme Leichtigkeit in der Lektüre. Die Geschichte lies sich sehr zügig weglesen, ich empfand es nicht als künstlich dramatisiert oder aufgebauscht, es prallten eben Alltagsprobleme mit ein wenig Teenagerdrama aufeinander -aber nichts, was ich als zu sehr „gewollt“ empfunden hätte. Nicht alles geht sehr in die Tiefe, es gab aber dennoch einige schöne Botschaften, die in der Handlung mitschwingen. Für mich war es einfach am Buch zum wohlfühlen und genießen.
Fazit

Eine schöne, süße und gefühlvolle Geschichte, die ein bisschen vorweihnachtliche Stimmung verbreitet und leider ständig das Verlangen aufkommen lässt, in den nächsten Buchladen zu gehen, was nicht unbedingt hilfreich ist, wenn man einen großen Stapel ungelesener Bücher hat ;)
Mir hat die bunte Mischung der Charaktere mit all ihren kleineren und größeren Problemen, ihren aufgewühlten Gefühlen, ihren Wünschen, Hoffnungen und Entwicklungen gut gefallen. Es war für mich ein Buch zum wohlfühlen und genießen, das zwar nicht bei allen Aspekten sehr in die Tiefe geht, aber dennoch einige schöne Botschaften transportiert und einfach Spaß gemacht hat.

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Veröffentlicht am 22.10.2021

turbulentes Finale

Stolen 3: Verwoben in Vergessen
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Achtung: dritter, finaler Band Band! Meine Rezension enthält kleine Spoiler in Bezug auf die vorherigen Bände. Vorwissen zum Lesen des Finales notwendig.

Für Abby ist die gesamte Welt der Weben und die ...

Achtung: dritter, finaler Band Band! Meine Rezension enthält kleine Spoiler in Bezug auf die vorherigen Bände. Vorwissen zum Lesen des Finales notwendig.

Für Abby ist die gesamte Welt der Weben und die Kraft der drei Ringe, die seit Generationen von bestimmten Familien gehütet werden, absolutes Neuland gewesen. Von einem Moment auf den anderen wurde ihr Leben ziemlich auf den Kopf gestellt und noch ist das Chaos nicht beseitigt. Verschiedene Seiten kämpfen um den Erhalt der Ringe, doch sind die Ziele und Absichten dabei sehr unterschiedlich. Ist es rechtens, dass jemand so viel Macht besitzt wie die Ringhüter? Ist es nötig, die Ringe zu beseitigen? Aber was, wenn die, die sich die Ringe aneignen wollen, Pläne haben, die noch viel schlimmer sind, als alles zu lassen, wie es war? Uns was passiert mit denen, die dann ihren Ring verlieren? Fragen über Fragen, die Abby immer wieder in unendliche Gedankenspiralen schicken und eine Entscheidung, für welche Seite sie kämpfen soll, schwierig machen. Zusätzlich macht ihr auch ihr Herz zu schaffen, dass sehr intensiv in all die Ereignisse involviert ist.

Auch wenn ich nicht mit allen Aspekten der Geschichte so richtig glücklich war im zweiten Band, war ich doch neugierig darauf, zu erfahren, wie die Geschichte rund um Abby, Bastian und Tristan ausgehen wird. Vor allem das ganze Gefühlschaos, das auf unterschiedliche Weise extrem viel Raum in der Geschichte einnimmt, war mir einfach zu viel. Die Emotionen der Charakter sind wichtig, auch für den Verlauf der Handlung, vor allem wenn man bedenkt, dass es die Möglichkeit gibt, diese zu beeinflussen und zu manipulieren. Dadurch entstehen immer wieder Situationen, die nicht alle selbst verschuldet sind, die sich in der Summe jedoch potenzieren und mir einfach zu viel waren – auch im dritten Band wieder. Nach wie vor war das Liebesdreieck aktuell und auch wenn es sich dann irgendwann etwas entspannt hat, was dieses Element der Handlung angeht, war es doch irgendwie nicht komplett vorbei. Aber nicht nur bei den drei Protagonisten spielten die Gefühle verrückt, auch an anderer Stelle kam dieses Thema immer wieder auf. Wie gesagt, mir ist bewusst, dass es bedeutend für die Entwicklungen und den Verlauf der Handlung ist, es ändert nur nichts daran, dass es mir immer wieder zu viel war. Zum einen weil sich einige Dinge im Kreis zu drehen scheinen, zum anderen weil eigentlich abgeschlossene Dinge wieder aufgewärmt werden.

Nach wie vor faszinierend finde ich die Aspekte rund um die unterschiedlichen Weben, die in den Menschen vorkommen und über die die Ringhüter die Macht haben. Dazu hat man in den vorherigen Bänden schon einiges erfahren und auch jetzt spielt es wieder eine wichtige Rolle. Wie sich das Spiel aus Seelen-, Herz- und Erinnerungsweben aufgrund unterschiedlicher Ereignisse verändert und wie sie sich gegenseitig bedingen und beeinflussen, ist schön in die Handlung eingebaut und ich mochte die anschaulichen Beschreibungen dazu sehr gern. Ich konnte mir gut vorstellen, wie das Webengeflecht in den Situationen aussehen muss. Durch die veränderte Lage rund um die Ringe gibt es natürlich auch hier noch mal neue Aspekte und Zusammenhänge, die man auf dem Weg zum Finale erfährt.

Wie auch schon in den anderen Bänden wird der Hauptteil der Geschichte aus der Ich-Perspektive von Abby geschildert. Dadurch ist man intensiv mit der Protagonistin unterwegs und erhält detaillierte Einblicke in ihre Gedanken- und Gefühlswelt, die immer wieder durcheinander gebracht wird. Ihr junges Alter kommt dabei auch immer wieder zum Tragen, was ich authentisch fand, was mich aber zumindest in Bezug auf die Liebesgeschichte doch manchmal etwas gestört hat.
Es gibt aber auch wieder Kapitel, in denen man andere Figuren begleitet. Dadurch hat man einen umfassenderen Blick auf die Gesamthandlung, wodurch sich weitere Zusammenhänge und Verstrickungen und man auch einige der Figuren einfach besser einschätzen kann. Da sich die Handlung in unterschiedliche Stränge aufteilt, die sich alle bedingen und einander beeinflussen, kann man teilweise so auch die Auswirkungen einzelner Geschehnisse mit verfolgen. Die Ereignisse wurden durch die Perspektivwechsel gut miteinander verknüpft und die Handlung wirkte insgesamt sehr dynamisch.
Es gibt innerhalb des Buches viele turbulente Passagen, in denen rasches Handeln und Entscheiden erforderlich ist und die Charaktere kaum die Zeit haben, durchzuatmen und alle Konsequenzen zu bedenken. Umso weiter man sich dem Finale nähert, umso ereignisreicher wird es. Für meinen Geschmack wurde es dabei stellenweise aber schon fast etwas zu hektisch und durch die unterschiedlichen Zustandsebenen unübersichtlich, auch wenn ich das Tempo ganz grundlegend mochte.
Fazit

Der Titel des Buches ist definitiv Programm. Es gibt an verschiedenen Stellen Intrigen und Verrat, was es den Charakteren nicht leicht macht, zu entscheiden, auf welcher Seite sie stehen und wofür sie kämpfen wollen. teilweise fehlen ihnen einfach die wesentlichen Informationen, um die Lage einzuschätzen und wirklich hinter dem zu stehen, was sie eigentlich wollen. Insgesamt stehen die unterschiedlichsten Gefühle verschiedener Figuren sehr im Fokus der Handlung, was ich zwar größtenteils verstehen kann, was mir in der Summe aber doch einfach zu viel gewesen ist. Und auch wenn ich das grundsätzliche Tempo im Buch mochte, wurde es mir zum Ende hin doch etwas zu hektisch, vielleicht aber auch, weil man zuvor schon viel hin und her hetzt.
Einige Aspekte des Finales haben mir gut gefallen, anderes konnte mich ganz persönlich nicht komplett packen und überzeugen, alles in allem aber ein solider Abschluss der Reihe.

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Veröffentlicht am 15.10.2021

Bilderbuchgeschichte ab 4 Jahren

Ich gehör dazu!
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Isabel und ihre Familie besitzen nicht viel, aber sie haben etwas ganz Wichtiges: einander. Als die Familie in einen anderen Stadtteil ziehen muss, ändert ich für das kleine Mädchen einiges. Rausgerissen ...

Isabel und ihre Familie besitzen nicht viel, aber sie haben etwas ganz Wichtiges: einander. Als die Familie in einen anderen Stadtteil ziehen muss, ändert ich für das kleine Mädchen einiges. Rausgerissen aus ihrer gewohnten Umgebung wird sie von vielen übersehen und ignoriert. Und obwohl sie sich so allein fühlt, ist sie nicht allein, denn es gibt noch viele wie sie: die Unsichtbaren. Gemeinsam können sie allerdings viel bewegen und sich ihr Leben, auch ohne Reichtum schön gestalten.

Diese Bilderbuchgeschichte kommt mit wenigen Worten aus und lebt durch die unglaublich tollen Illustrationen, die mir richtig gut gefallen haben und intensiv mit durch die Geschichte nehmen. Isabel lebt in Armut und doch hat sie etwas ganz Bedeutendes: ihre Familie, die sie liebt und für sie da ist. Das Buch ist ab 4 Jahren und soll den Kleinsten zeigen, dass Geld allein nicht alles ist und dass jeder dazu gehört, egal ob er ein Handicap hat, ob er Geld hat oder nicht, egal wo er lebt und was er kann. Und vor allem kann man auch gemeinsam viel erreichen und etwas bewegen. Sich gegenseitig zu helfen und zu unterstützen, ist wichtig. Jeder gehört in der Gesellschaft dazu, auch wenn man sich manchmal nicht beachtet fühlt oder unsichtbar. Und geht es einem selbst nicht manchmal auch so, dass man andere zunächst nicht sieht, bis man sie sich bewusst macht?
Wäre das Buch für ältere Kinder, so würde mir auf jeden Fall einiges fehlen, denn am Ende der Geschichte bleiben die Armen, die Unsichtbaren, unter sich und werden im Grunde nicht in die Gesellschaft integriert und dennoch ist es ein hoffnungsvolles Ende, da es zeigt, dass auch die, die nicht viel haben, zusammen etwas schaffen und erreichen können. Und es ist eine Bildergeschichte, die eben darauf aufmerksam macht, dass es nicht allen gut geht, dass nicht alle ein schönes, warmes zu Hause haben, in dem es reichlich Spielzeug und andere Dinge gibt. Armut, auch bei Kindern, ist ein wichtiges Thema und ich finde es gut, dass darauf aufmerksam gemacht wird, auch schon bei den Kleinen, für die das Buch empfohlen wird. Ältere Leser*innen werden aber intensiver über das Thema nachdenken und dabei eben feststellen, dass es hier doch noch etwas einseitig beleuchtet ist und es keine komplette Integration in die Gesellschaft gibt, dass die Schichten eben doch wieder unter sich bleiben und längst nicht alles gut läuft.

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