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Veröffentlicht am 01.09.2022

fesselnd, spannend, blutig, brutal

Blutige Stufen (Ein Hunter-und-Garcia-Thriller 12)
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Hinweis: Band 12, Vorwissen ist aber nicht zwingend notwendig, die Geschichte der Ermittler geht zwar über die Bände hinweg weiter, jedoch ist der Fall unabhängig von den vorherigen, so dass man dem Geschehen ...

Hinweis: Band 12, Vorwissen ist aber nicht zwingend notwendig, die Geschichte der Ermittler geht zwar über die Bände hinweg weiter, jedoch ist der Fall unabhängig von den vorherigen, so dass man dem Geschehen problemlos folgen kann, sollte man die anderen Bücher nicht kennen.

Für Detective Robert Hunter und seinen Partner Carlos Garcia ist es nicht planbar, wann Arbeit auf ihrem Tisch landet. Als UV-Einheit des LAPD befassen sie sich mit den äußerst brutalen und grausamen Mordfällen, die im Großraum Los Angeles geschehen. Als sie an den Tatort des ersten Opfers gerufen werden, erwartet sie ein Bild des Grauens. Obwohl beide Detectives schon viel Furchtbares vorgefunden haben, übertrifft die Brutalität und Intensität dieser Tat das bisher Gesehene noch. Für die Ermittler ist schnell klar: hier geht jemand mit einem ausgeklügelten Plan vor und hinterlässt kaum Spuren, weitere Opfer sind nicht unwahrscheinlich, vielleicht gab es sogar zuvor schon welche, für eine Spontanhandlung erscheint nämlich alles viel zu genau durchdacht. Als das nächste Opfer auftaucht, erhöht das den Druck auf die Detectives, doch die Beweise fehlen…

Der Schreibstil von Chris Carter ist wie gewohnt von Beginn an fesselnd und mitnehmend. Dieses Buch ist definitiv keine leichte Kost und nichts für Lesende, die Abstand von blutigen und brutalen Szenen nehmen möchten. Dieser neue Fall des Ermittlerduos ist geprägt von äußerst brutalen und blutigen Morden, unvorstellbaren Grausamkeiten, die auch mal Ekelgefühle auslösen können. Anschauliche Beschreibungen haben mein Kopfkino ziemlich angekurbelt und die Bilder, die dabei entstanden sind, waren echt nicht schön, haben die Geschehnisse im Buch jedoch unterstützt und das Spannungsmoment damit noch größer gemacht. Es ist nicht auf jeder Seite blutig, aber es gibt immer wieder Abschnitte, in denen das Auffinden der Opfer und die Abläufe der Taten eine Rolle spielen – Gänsehaut vorprogrammiert.
Schon der Einstieg in das Buch ist sehr spannend gestaltet und verbreitet eine unheimliche Atmosphäre, die sich durch die weitere Geschichte zieht. Ich empfand das Tempo der Handlung als durchweg hoch, auch wenn sich die Ereignisse nicht pausenlos überschlagen. In den scheinbar etwas ruhigeren Momenten, arbeiten Hunter und Garcia auf Hochtouren, um Hinweise, Parallelen und Zusammenhänge zu entdecken, Hinterbliebene zu befragen und irgendwie eine Spur zu finden, die vielleicht verhindern kann, dass noch jemand sterben muss. Nach und nach kommen dabei auch weitere erschreckende Details der Taten ans Licht, die das volle Ausmaß des Grauen offenbaren. Besonders zum Ende der Geschichte nimmt die Handlung dann noch mal richtig an Fahrt auf, es wird noch mal turbulent, sehr spannend und bringt eine andere Art von Nervenkitzel mit sich, als die Kapitel zuvor.
Während des Lesens kann man vermutlich gar nicht das gesamte Ausmaß der Brutalität erfassen, so erschreckend, erschütternd und unfassbar furchtbar es auch ist, was dort beschrieben wird. Man behält eine gewisse Distanz zu dem Geschehen, was die in der Geschichte Betroffenen nicht haben. Deren Empfindungen, die Angst und Zerrissenheit wurde anschaulich beschrieben und lässt die Handlung noch intensiver werden. Man erfasst dadurch noch mehr Facetten der Ereignisse und was diese auslösen.

Perspektivwechsel sorgen für zusätzlich Dynamik und Spannung im Buch. Die meiste Zeit begleitet man die Ermittler und deren Team, die unermüdlich arbeiten, recherchieren, Hinweise wälzen und Befragungen durchführen. Dazwischen gibt es aber immer wieder Abschnitte, in denen man neue oder potenzielle Opfer begleitet. So wird das Gänsehautfeeling noch weiter unterstützt, die Angst, die bei den Opfern ausgelöst wird, wird gut transportiert und damit greifbarer. Mir gefällt diese Mischung in der Handlung immer gut. So ist es nicht durchweg blutig und grausam, aber man hat auch nicht nur die Ermittlungsarbeiten – die ich jedoch wirklich interessant finde. Stück für Stück ergeben sich Zusammenhänge und Möglichkeiten, Ideen werden verworfen, neue gefasst und das alles unter dem Zeitdruck, der unaufhaltbar größer wird. Ich mag auch die Dynamik zwischen Robert und Carlos, die beiden sind mir sympathisch, arbeiten Hand in Hand und können sich immer voll aufeinander verlassen.
Rund um die beiden Ermittler gibt es ein paar Details, die aus den vorherigen Bänden noch mal aufgegriffen und wiederholt werden, es wird jedoch nicht die gesamte Lebensgeschichte der beiden noch mal erzählt. Ich empfand die Hinweise, die es auf persönliche Vorgeschichten gibt als eher dezent, wer die anderen Bände kennt, weiß zu ihnen etwas mehr, wer nicht, hat hier für die Handlung rund um die Morde aber keinen Nachteil. Ich mag es immer gern, wenn die Ermittler über eine Reihe hinweg etwas Tiefe und Seele bekommen, damit werden sie, ihre Reaktionen und Aktionen einfach noch mal nachvollziehbarer und man erhält ein klareres Bild zu ihnen. Besonders die Stärken und Fähigkeiten von Robert Hunter spielen während der Auflösung des Falles immer wieder eine Rolle. Wie er Zusammenhänge erkennt, Ideen entwickelt und Gespräche clever lenken kann, ist jedes Mal wieder beeindruckend.
Fazit

Ein Thriller, der es wirklich in sich hat! Es wird sehr spannend, besonders zum Ende hin turbulent, äußerst blutig und grausam und ist damit sicher nichts für jeden. Stück für Stück ergeben sich die furchtbaren Details der Taten, die eindrücklich und bildhaft beschrieben werden. Daneben steht aber auch die Ermittlungsarbeit von Hunter und Garcia immer wieder im Fokus. Es wird unermüdlich geforscht, hinterfragt, clever kombiniert, Ideen werden entwickelt und verworfen, Fährten werden aufgetan, die nicht alle brauchbar sind. So entsteht ein Geflecht aus Irrtümern, Ratlosigkeit, neuen Spuren und Zusammenhängen, den grausam zugerichteten Opfern, traumatisierten Hinterbliebenen und reichlich fesselnder Spannung.

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Veröffentlicht am 29.08.2022

gut, aber anders als erwartet

Agnes und der Traumschlüssel
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Agnes ist erst vor kurzem von Helsinki in den kleinen Ort Harmala gezogen. Noch kennt sie nicht viele Menschen, aber beim Erkunden der Gegend, allein und mit ihrer Mutter, trifft sie nicht nur auf einen ...

Agnes ist erst vor kurzem von Helsinki in den kleinen Ort Harmala gezogen. Noch kennt sie nicht viele Menschen, aber beim Erkunden der Gegend, allein und mit ihrer Mutter, trifft sie nicht nur auf einen Grabstein, der ihr Rätsel aufgibt, sondern auch recht bald auf den Jungen Muffin, der nach den Ferien ihr Klassenkamerad sein wird. Gemeinsam mit Marvin, wie er eigentlich heißt, geht Agnes dem Geheimnis nach, wieso das kleine Mädchen, das auf dem Friedhof begraben wurde, nur einen Tag gelebt hat. Als Detektive sind die beiden gar nicht schlecht, sie erhalten bei ihrer Recherche jedoch auch unerwartete Hilfe. Die Dinge, die Muffin und Agnes herausfinden, werden für Anges Familie in Zukunft einiges verändern.

Der Klappentext des Buches hat mich sofort angesprochen, er hat jedoch auch etwas andere Erwartungen geweckt, was mich etwas unentschlossen macht, wie ich die Geschichte letztendlich einordnen soll. Es geht schon um Agnes und Muffin, die Freunde werden und dem Geheimnis hinter dem Grabstein nachgehen, allerdings empfinde ich die Beschreibung „Zwei Kinder auf den Spuren der Vergangenheit – temporeich, spannend und gleichzeitig voll magischer Ruhe“(©Carlsen) als nicht so richtig treffend. Für mich war es nicht wirklich temporeich, auch wenn die beiden Kinder recht schnell an neue Informationen kommen und Hinweise zusammensetzen. Im Buch vergeht nicht viel Zeit, aber die Ereignisse überschlagen sich jetzt auch nicht. Es war auch interessant zu lesen, wie die beiden vorgehen und was sie nebenbei noch so für Probleme wälzen, durch den übernatürlichen Aspekt in der Handlung war es aber jetzt auch nicht so sehr überraschend, was dann aufgedeckt wurde, wodurch für mich auch etwas die Spannung genommen wurde. Das werden jüngere Lesende aber vielleicht anders empfinden. Eine gewisse Ruhe, die vielleicht auch auf die Mentalität bzw. das Herkunftsland zurückzuführen ist, konnte man beim Lesen aber schon spüren.

Insgesamt hat mir die Geschichte schon ganz gut gefallen, trotz anderer Erwartungen. Besonders mochte ich so kleine Botschaften, die mitschwingen aber gar nicht unbedingt im Fokus der Handlung standen. Dabei geht es um Freundschaft und dem Wunsch dazugehören zu wollen und dass man dabei nicht vergessen sollte, was man selbst will und wie es einem dabei geht. Einige Jungs aus der bald gemeinsamen Klasse sind zu Muffin nämlich nicht besonders nett. Die Freundschaft zwischen Protagonistin Agnes und Muffin entwickelt sich sehr zügig, scheint aber ehrlich zu sein und die beiden halten fortan zusammen. Nach und nach tauchen die beiden in die Geschichte des kleinen Mädchens ein, das vor so langer Zeit wohl nur einen Tag gelebt zu haben scheint und das den gleichen Namen trägt, wie die Protagonistin – zumindest so gut wie. So erkunden die beiden Freunde einen fast vergessenen Ort, stöbern in der Stadtgeschichte und finden Stück für Stück immer mehr Antworten und Zusammenhänge. Ich glaube, mir hätte es ohne den übernatürlichen Aspekt in der Geschichte deutlich besser gefallen. Es wäre einfach nicht unbedingt nötig gewesen, auch wenn dadurch ein paar Hinweise zusätzlich geliefert wurden.

Der Schreibstil ist leichtgängig und gut verständlich. Kurze Sätze und ein einfacher Satzbau werden das Lesen auch für junge Lesende problemlos möglich machen. Die zahlreichen Dialoge geben einen Eindruck von der Dynamik zwischen Muffin und Agnes und lassen einen am Geschehen teilhaben. Mit der Zeit lassen die beiden den jeweils anderen dann auch etwas mehr an ihren Familiensituationen teilhaben. So bekommen die Figuren noch etwas mehr Tiefe und man bekommt ein Gefühl dafür, was sie abgesehen von der Suche nach der Vergangenheit noch so beschäftigt.
Manchmal wirken die Passagen schon sehr schnörkellos und runtergebrochen, andere Dinge werden dafür dann aber wieder gut und anschaulich beschrieben. Ob es durch die Übersetzung des Textes vielleicht anders ist, als im Original, kann ich hierbei nicht einschätzen. Unterstützend wirken dabei auf jeden Fall die schwarzweißen Illustrationen, die in die Geschichte eingebunden sind. Damit werden teilweise die Charaktere, aber auch Schauplätze noch besser vorstellbar und die Handlung lebendiger.
Fazit

Das Buch lässt mich mit gemischten Gefühlen zurück. Es gab schon Passagen, die mir gut gefallen haben und die ich sehr mochte. Vor allem die kleinen Momente, in denen es um die Freundschaft zwischen Agnes und Marvin, aber auch zu den anderen ging, mochte ich sehr. Diese Szenen stimmen nachdenklich und stehen ein wenig im Kontrast zu den Nachforschungen, die die beiden Kinder während der Sommerferien anstellen, um mehr über die Geschichte hinter dem Grabstein zu erfahren. Trotzdem fließen die unterschiedlichen Aspekte der Handlung aber gut und harmonisch ineinander. Ohne das Übernatürliche hätte mir das Buch auf jeden Fall besser gefallen, irgendwie schien es für mich nicht so recht zu passen, aber das ist einfach auch Geschmackssache.

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Veröffentlicht am 29.08.2022

tolle Fortsetzung- neue Abenteuer in Whisperworld

Whisperworld 2: Flucht in die Wüste
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Achtung: zweiter Band! Die Handlung rund um die Figuren in Whisperworld geht weiter, man sollte den Auftakt der Reihe also kennen, um die Zusammenhänge gut zu verstehen, auch wenn es kleine Rückblenden ...

Achtung: zweiter Band! Die Handlung rund um die Figuren in Whisperworld geht weiter, man sollte den Auftakt der Reihe also kennen, um die Zusammenhänge gut zu verstehen, auch wenn es kleine Rückblenden gibt. Meine Rezension kann ganz kleine Spoiler in Bezug auf den ersten Band enthalten.

Coco, Amy, Chuck, Mohit, Paul sind seit einiger Zeit in Whisperworld und dürfen dort die Geheimnisse der Tierflüsterer erfahren und allerhand Dinge über besondere oder fast ausgestorbene Tierarten, die Natur und das gemeinsame Bestreiten von Herausforderungen lernen. Doch nun droht ihnen Gefahr, denn die Karte, die einen zum Hauptquartier im Deepwood führt, wurde gestohlen. Um die angehenden Tierflüsterer zu schützen, verlassen sie den Wald und reisen in ein Gebiet, in dem sie zunächst sicher sein sollten: die Wüste Sablo Diablo. Dort lernen die noch ein neues Mitglied ihrer Gruppe kennen und müssen sich den Gefahren der unwirtlichen Umgebung stellen. Es gibt viel zu lernen und zu entdecken – auch über sich selbst und die Menschen, die einen begleiten.

Gleich zu Beginn des Buches gibt es eine Karte von Whisperworld, die gut bei der Orientierung helfen kann. Auch die wichtigsten Charaktere sind noch einmal aufgelistet und kurz beschrieben, so fällt der Einstieg in die Geschichte leicht und man hat auch gleich ein kleines Bild der Figuren vor Augen. Da ich den ersten Band als Hörbuch gehört und nicht gelesen habe, hatte ich es dort nicht, ich vermute jedoch, es wird dort genauso gewesen sein. Auch innerhalb der Geschichte gibt es zwischendurch wundervolle schwarzweiß-Illustrationen, die die Handlung gut unterstützen und noch lebendiger machen. Das Buch lebt nicht allein von den Illustrationen, dafür sind sie zu dezent eingeflochten, ich empfand sie jedoch als gut und sehr passend platziert und gemeinsam mit den anderen Elementen zur Gestaltung entsteht ein sehr schönes Gesamtbild. So sind zum Beispiel die Auszüge aus den Chroniken von Whisperworld -die einem noch mehr geschichtliche Einblicke geben- optisch abgegrenzt vom restlichen Text und damit sofort zu erkennen.

Innerhalb der Geschichte gibt es ein paar kleine Rückblenden und Hinweise auf die vorausgegangene Handlung und Ereignisse, mit denen die neuen, angehenden Tierflüsterer schon zu tun hatten. So kann man kleine Erinnerungslücken wieder auffüllen, man sollte den Auftakt der Reihe jedoch kennen, damit man hier wieder gut in die Geschehnisse eintauchen kann und auch die jungen Charaktere schon etwas kennt.
Der Schreibstil der Geschichte ist flüssig und mitnehmend. Sprachlich bleibt es leicht und damit gut verständlich gehalten, so dass auch junge Lesende der Handlung gut folgen können werden.
Während im ersten Buch Coco im Mittelpunkt stand, so ist es nun Mohit, den man größtenteils begleitet. Man erfährt jedoch auch von den anderen Figuren Stück für Stück mehr, besonders auch von Enisa, die in diesem Band neu dazukommt. Das schüchterne Wüstenmädchen braucht etwas Zeit, um mit der Gruppe warm zu werden, aber ihr Wissen ist sehr wertvoll auf ihren Missionen und nach und nach fasst sie auch Vertrauen zu den anderen. Es war schön zu sehen, wie sie sich schon in der kurzen Zeit entwickelt hat und wie sie damit der Gruppe der Tierflüsterer noch mal eine neue Dynamik gibt.
Ganz allgemein mag ich die Mischung der Protagonisten sehr gern. Jedes der Kinder bringt eigene Eigenschaften mit sich, sie können ihre Stärken einbringen, fangen sich aber auch gegenseitig auf, wenn jemand mal strauchelt oder etwas nicht so gut läuft. Manchmal fällt es ihnen noch schwer, sich einzugestehen, dass sie etwas nicht können oder sie Hilfe brauchen, man spürt aber an einigen Stellen, dass es auch dort Fortschritte gibt. Besonders für Chuck ist es oft nicht leicht, sich mit Situationen abzufinden, die ihn unzufrieden machen. Auch zu ihm und seiner Vorgeschichte wird man sicher noch mehr erfahren, als bisher.
Neben der Entwicklung von Freundschaften und dem Stärken der Persönlichkeiten geht es aber auch viel um die Natur, wie man sich dort zurechtfindet und um Artenschutz, da es in Whisperworld viele Tiere gibt, die als ausgestorben oder stark bedroht gelten. Darüber hinaus gibt es auch noch ein paar fantastische Wesen, die ab und an auftauchen. All die anschaulichen, detailreichen Beschreibungen lassen die Welt sehr lebendig und das Kopfkino aktiv werden. Da die Kinder von Erwachsenen und tierischen Lehrern begleitet werden, gibt es immer wieder Tipps und Tricks zum Leben und Überleben in Whisperworld und zum Bestehen von schwierigen Situationen und Prüfungen.
Immer wieder gibt es auch Momente, in denen etwas unerwartete auf die Charaktere zukommt, sie in Gefahr geraten oder auf etwas stoßen, was sie überrascht und dann weitere Dinge nach sich zieht. Langweilig wird es in Whisperworld wirklich nie. Selbst in den ruhigeren Momenten passiert auf der persönlichen Ebene dann einiges, man lernt die Figuren mehr kennen und kann mitverfolgen, welche Gefühle in ihnen toben – das sind auch nicht immer nur positive. Die Mischung empfand ich als sehr angenehm, spannend und in Hinblick auf die Emotionen der noch sehr jungen Figuren auch als realistisch. Für sie ist es zwar ein großes Abenteuer, sie freuen sich auf vieles, wollen lernen und sich austesten, aber manchmal gibt es eben auch Neid oder Zweifel.
Fazit

Auch wenn man sich beim Lesen die tollen Tierstimmen, die ich im Hörbuch sehr mochte, selbst vorstellen muss, hat das Buch wieder richtig viel Spaß gemacht. Es gab neue Abenteuer in einem anderen Abschnitt von Whisperworld. Man lernt neue Charaktere und Tierarten kennen und erfährt auch mehr zu den sympathischen Figuren, die man bereits aus dem Auftakt kannte. Der Stil ist sehr angenehm, bildhaft und mitnehmend. Durch die tollen Illustrationen, die hin und wieder eingebunden sind, wird die Handlung noch lebendiger und anschaulicher. Eine tolle Mischung der verschiedenen Elemente, die die Vorfreude auf Band drei wachsen lässt.

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Veröffentlicht am 18.08.2022

gefühlvoll, intensiv, besonders + die Magie der Ballettwelt

Du und ich und das Leuchten des Sommers
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Es ist zwar der zweite Band der Reihe, ABER man kann die Bücher unabhängig voneinander lesen, da die Handlung nicht weitergeht und in diesem Buch andere Charaktere vertreten sind. Es gibt eine kleine Verbindung ...

Es ist zwar der zweite Band der Reihe, ABER man kann die Bücher unabhängig voneinander lesen, da die Handlung nicht weitergeht und in diesem Buch andere Charaktere vertreten sind. Es gibt eine kleine Verbindung zwischen den Bänden, die für die Entwicklungen jedoch keine Rolle spielt.

Das Ballett ist für Ava Wild alles – es war ihr Rettungsanker, als sie nicht weiterwusste, ihre Chance alles zu verändern, ihre Möglichkeit nach vorn zu schauen, es hat ihr Freundschaften gebracht und sie über sich hinauswachsen lassen, es ist ihr Weg dem Publikum die Geschichte, die sie auf die Bühne bringen, mitten ins Herz zu tanzen. Doch nun steht sie an einem Wendepunkt in ihrem Leben, der viele Zweifel, Ängste und Gefühlschaos mit sich bringt. Gleichzeitig bietet sich allerdings eine Möglichkeit, etwas zu erreichen, was in ihrer erfolgreichen Ballettkarriere bisher fehlte. Ava ist jedoch nicht die einzige, die mit gemischten Gefühlen kämpft. Auch Choreograph Ivan Baranov trägt Päckchen mit sich herum, die durch die aktuellen Entwicklungen wieder aufgebrochen werden könnten. Und mitten in dieser gefühlsintensiven Zeit taucht auch noch ein Journalist auf, der dafür bekannt ist, zu recherchieren, bis er die gesamte Wahrheit kennt. Ein Sommer, der für alle Beteiligten einige Veränderungen mit sich bringen wird…

Die meiste Zeit der Geschichte begleitet man Protagonistin Ava, die aus meiner Sicht auch die zentrale Rolle im Buch einnimmt. Von ihr gibt es zwischendurch auch Instagram Posts, in denen sie über das Ballett, ihre Vergangenheit oder Dinge berichtet, die ihr aktuell durch den Kopf gehen. Diese Passagen haben meistens einen direkten Bezug zur Handlung, die aktuell passiert, teilweise bezieht es sich jedoch auch auf Avas Gedanken.
Doch auch die beiden männlichen Parts Tom und Ivan bekommen ihrem Raum und berichten, ebenso wie Ava, aus der Ich-Perspektive. Dadurch erhält man detaillierte Einblicke in die Gedankenwelten aller drei Figuren und kann mitverfolgen, wie sich ihre Gedanken und Gefühle im Verlauf des Buches verändern, in Bezug aufeinander, aber auch in Bezug auf die Dinge, die sie mit sich herumtragen und die sie beschäftigen. Jeder der Charaktere hat seine Eigenarten und Besonderheiten, jeder hat sein bzw. ihr Päckchen zu tragen. Geheimnisse umranken die Handlung und spielen immer wieder auf verschiedene Weise eine Rolle. Da man jedoch alle drei Figuren begleitet, weiß man als Leser*in das eine oder andere bereits vor den anderen Charakteren oder ahnt, in welche Richtung es gehen könnte. Man bekommt allerdings nicht alles offenbart, so dass sich manches erst im Verlauf der Geschichte ergibt und man es gemeinsam mit den anderen Protagonisten entdeckt.
Ich mochte die Mischung aus alltäglichen und beruflichen Einblicken, die einem ein Gefühl für die Charaktere, ihre Probleme, ihre Wünsche und Hoffnungen gibt und einen nach und nach mehr Facetten von den Protagonisten offenbart. Denn in jedem von ihnen steckt mehr, als ich zu Beginn geahnt habe. Meine Einstellung den Charakteren gegenüber hat sich beim Lesen teilweise gewandelt, inwiefern möchte ich aus Spoilergründen nicht zu detailliert ausführen, aber es war interessant zu sehen, wie sich die eigenen Gedanken und Empfindungen ihnen gegenüber gewandelt haben, je mehr man erfahren hat, je mehr Puzzelteile an ihren Platz gefallen sind und man auch gesehen hat, wie die Figuren untereinander damit umgehen, wenn sie tiefer in die Geschichten der jeweils anderen eintauchen.

Dieses Buch entführt die Lesenden intensiv in die Welt des Ballettes, verliert sich gleichzeitig jedoch nicht in unverständlichen Details. Fachbegriffe für einige der Schritte, Armhaltungen und Sprünge werden zwar genutzt, wodurch es für mich authentisch wirkte, viele Dinge werden aber auch umschrieben, so dass man sie als Laie ebenfalls versteht und trotzdem eine gute und lebendige Vorstellung davon bekommt, wie es aussieht, was getanzt wird.
Der Zauber dieser Tanzform war für mich deutlich spürbar, auch durch die Liebe, die Ava hineinsteckt. Ich mochte die anschaulichen Beschreibungen und bildgewaltigen Formulierungen, die die besondere Atmosphäre der Stücke und Bewegungen transportieren und mir ein zauberhaftes Kopfkino beschert haben. Ich fühlte mich mitgenommen in diese Welt, die für Ava alles bedeutet und konnte mit ihr fühlen, was sie spürt, während sie ihren Körper über die Bühne oder durch den Trainingssaal schweben lässt. Es war eine intensive Mischung aus den Aspekten, die in Ava passieren und denen, die für die Zuschauer sichtbar waren. Es ist faszinierend, wie man mit kleinen Änderungen im Ausdruck oder der Ausführung von Figuren eine komplette Wandlung der Empfindungen erreichen kann. Für mich waren diese Passagen oft magisch und einfach wundervoll. Sie spiegeln so gut wieder, was Ava mit dem Ballett verbindet, dass es sie stützt und stärkt, sie erdet und ihr die Möglichkeit gibt, sehr viel auszudrücken und von sich in die Stücke einfließen zu lassen, zeigen aber ebenso, warum ihr die aktuellen Entscheidungen so schwer fallen.

Der Schreibstil von Lily Oliver ist mitnehmend und sehr gefühlvoll. Auf der Ebene der Emotionen passiert im Verlauf des Buches extrem viel. Diese Entwicklungen waren bewegend, berührend und sind sehr intensiv bei mir angekommen. Die Magie des Ballettes hat sich mit dem Zauber der Gefühle gemischt, die sich nach und nach entfalten, die aber auch mal verwirren und Zweifel mit sich bringen. Die Geschichte kommt ohne künstliches Drama aus, was nicht heißt, dass nicht durchaus Dinge passieren, die zu Wendungen und Entscheidungen führen und dass Aspekte offenbart werden, die die Charaktere geprägt haben und weiter prägen werden. Aber dennoch scheint alles in einem harmonischen Fluss zu sein, der zwar Steine überwinden muss und auch Ecken und Kanten umfließt, der aber nie komplett ins Stocken gerät. Die Handlung geht kontinuierlich voran, wird beeinflusst von den Charakteren, ihren Gedanken und Gefühlen, ihren Sorgen und Geheimnissen, aber auch von ihren Hoffnungen und den Chancen, die sich auftun.
Noch tiefer möchte ich in meine Empfindungen beim Lesen vielleicht gar nicht eintauchen, auch wenn es noch mehr zu sagen gäbe. Ich möchte jedoch auch nichts von dem verraten, was für mich unerwartet war oder was mich besonders bewegt oder begeistert hat. Für mich war es auf jeden Fall ein besonderes Buch, durch den Aufbau, durch die Konstellation der Charaktere, aber auch durch die Ballettwelt, die alles wie einen großen Mantel umgibt und der Geschichte einen gewissen Zauber mit auf den Weg gibt.

Fazit

Eine sehr besondere, gefühlvolle und intensive Geschichte – auf verschiedene Weise. Durch zauberhafte, detaillierte Beschreibungen wird die Ballettwelt von Ava sehr greifbar und lebendig, ich hatte beim Lesen viel Kopfkino und habe diese besondere Atmosphäre gespürt. Aber auch auf der emotionalen Ebene der Charaktere ist einiges los – es wird nachdenklich und aufwühlend, bewegend und berührend, es werden Dinge offenbart und eingestanden, durchdacht, verworfen und aus finsteren Winkeln hervorgeholt. Es ist nicht immer fröhlich, es gibt ernste Themen und doch war es durch den tollen Schreibstil und die gelungene Wortwahl immer angenehm zu lesen.

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Veröffentlicht am 18.08.2022

gelungenes Finale der dystopischen Trilogie

Vortex – Die Liebe, die den Anfang brachte
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Achtung dritter, finaler Band! Meine Rezension enthält kleine Spoiler in Bezug auf die vorausgegangene Handlung.

Die Welt rund um Elaine hat sich stark gewandelt. Der Rote Sturm gewinnt immer mehr an ...

Achtung dritter, finaler Band! Meine Rezension enthält kleine Spoiler in Bezug auf die vorausgegangene Handlung.

Die Welt rund um Elaine hat sich stark gewandelt. Der Rote Sturm gewinnt immer mehr an Boden, wird stärker und bedrohlicher, auch für die letzten unbesetzten Metropolen. Doch das ist nicht die einzige Sorge, die Elaine quält. Mitten drin im Geschehen auf der gegnerischen Seite ist der Junge, den sie liebt und den sie nicht retten konnte, obwohl sie es so gern gewollt hätte. Verbissen sucht sie nun nach einem Weg, Bale aus den Fängen der Gegner zu befreien und gleichzeitig irgendwie ihre Kräfte wieder zu erlangen, die so hilfreich für die anstehenden Herausforderungen wären.

Für mich lag das Lesen des zweiten Bandes schon eine ganze Weile zurück. Ich habe zwar noch mal in das Ende des Buches reingelesen, ein bisschen habe ich aber trotzdem gebraucht, um wieder richtig in der Handlung anzukommen. Vorwissen sollte man also auf jeden Fall mitbringen, ganz ohne wird das Finale wohl eher nicht gut zu verstehen sein. Es ist im Vorfeld schon viel passiert. Hin und wieder gibt es auch kleine Hinweise auf die vorausgegangene Handlung und kurze Rückblenden. Diese Passage sind nicht so umfangreich gehalten, haben mir aber ausgereicht, um die wichtigsten Fakten wieder aus meinem Gedächtnis zu kramen. Eine Erklärung zu den einzelnen Gruppierungen befindet sich am Ende des Buches, diese kann dabei helfen, einige Aspekte wieder in Erinnerung zu rufen und eine kleine Übersicht zu bekommen.

Wie auch die Bände zuvor wird die Geschichte aus der Ich-Perspektive von Protagonistin Elaine geschildert. So ist man wieder am intensivsten bei ihr und erhält Einblicke in ihre aufgewühlte Gedanken- und Gefühlswelt. Für sie hat sich einiges geändert, teilweise gibt sie sich selbst die Schuld, wodurch sie noch entschlossener ist, einen Weg zu finden, etwas an der Situation zu ändern. Dafür geht sie manchmal auch ziemlich gefährliche und leichtsinnige Wege, die schnell in die falsche Richtung führen könnten. Obwohl es manchmal sehr waghalsig scheint, konnte ich durch die detaillierten Einblicke in ihre Gedanken doch größtenteils nachvollziehen, wieso es sie so angetrieben hat, es wenigstens zu versuchen. Dass sie dabei aber die gesamte Mission aufs Spiel setzt, kann man sicher mit gemischten Gefühlen betrachten
Es gibt zwischendurch auch kleine Passagen, in denen Bale begleitet wird und Einschübe zu Forschungsberichten und Ähnlichem. Diese Abschnitte haben mir immer gut gefallen, weil sie noch mal einen anderen Blick auf die Handlung geben und das Geschehen komplexer machen, neue Fragen aufwerfen oder auch welche beantwortet werden.
Der Schreibstil ist wieder angenehm, flüssig, mitnehmend und detailreich. Besonders faszinierend finde ich nach wie vor die Beschreibungen rund um die Nutzung der Fähigkeiten der Vermengten und der Vortexe. Die bildgewaltigen Formulierungen lassen diese Passagen richtig lebendig werden. Es gibt einige turbulente Passagen, aber auch ruhigere Momente, in denen eher geplant, geforscht und überlegt wird. Eine wirkliche Ruhepause gibt es für die Charaktere auf jeden Fall nicht, selbst wenn sie sich zwischendurch kleine Auszeiten nehmen, überschatten die Ereignisse alles. Zwischendurch werden die Figuren etwas entschleunigt, weil sie nicht recht weiterzukommen scheinen bzw. Geduld brauchen, um Ergebnisse zu erzielen, in diesen Phasen taucht man dann noch mal etwas intensiver in die Figurengeschichten ein, einige Charaktere nutzen die Gelegenheit auch, um ihre Beziehungen zueinander noch mal etwas zu sortieren.

Umso weiter das Buch voranschreitet, umso mehr Spannung und Anspannung liegt in der Luft. Man steuert unaufhaltsam auf das große Finale zu, bei dem sich entscheiden wird, wie es für die Welt und damit auch für die darauf Lebenden weitergehen wird. Die Dinge, die man im Vorfeld dazu erfahren hat, lassen nicht nur Gutes hoffen. Man kann schön mit den Figuren mitfiebern. Richtig toll fand ich, dass es selbst zum Schluss dann auch noch mal Überraschungen und Wendungen gegeben hat.
Zwischendurch haben es mir die Zeitsprünge manchmal ein wenig schwer gemacht zu sortieren, wer was wann wo und wie geändert hat oder herausgefunden hat, was man davon vielleicht ändern kann oder auch nicht, weil man die Zeit ja eigentlich nicht ändern kann. Schön fand ich dabei allerdings die Einblicke in die Vergangenheit von Bale und Elaine.
Fazit

Ein toller, spannender und ereignisreicher Abschlussband, der mir insgesamt wirklich gut gefallen hat. Zwischendurch schießt Elaine vielleicht etwas über das Ziel hinaus, aber durch die Einblicke in ihre Gedanken- und Gefühlswelt konnte ich auch einige ihrer Aktionen nachvollziehen. Die neuen Aspekte, die man noch erfahren hat, haben mir gut gefallen, auch dass es am Ende noch mal Wendungen und Überraschungen gab. Man taucht noch intensiver in die Figurengeschichten ein und auch die faszinierenden Fähigkeiten der Vermengten spielen wieder eine große Rolle. Alles in allem also ein gelungenes Finale der Trilogie.

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