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Veröffentlicht am 09.03.2025

Grundzüge der Demokratie in einer schönen Geschichte

Das Parlament der Tiere
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Eines schönen Tages entdeckt das Eichhörnchen einen neuen Sprössling im Wald der alsbald zu einem Pfirsichbaum mit vielen süßen Früchten heranwächst. Als die anderen Waldtiere davon erfahren sind sie nicht ...

Eines schönen Tages entdeckt das Eichhörnchen einen neuen Sprössling im Wald der alsbald zu einem Pfirsichbaum mit vielen süßen Früchten heranwächst. Als die anderen Waldtiere davon erfahren sind sie nicht mehr zu halten. Jeder möchte so viele Früchte wie möglich für sich ergattern, doch dabei gehen sie alles andere als rücksichtsvoll vor und bringen im Durcheinander sogar andere in Gefahr. Da hat das Eichhörnchen eine Idee. Jede Tierart bestimmt Abgeordnete als Vertreter, die Vorschläge einbringen. Nun muss nur ein Kompromiss gefunden werden, der gerecht ist und mit dem alle Tiere gut und zufrieden leben können.

Nicht nur bei uns sondern auch in anderen Ländern stehen Demokratien unter Druck. Da kommt dieses Bilderbuch auf jeden Fall zur rechten Zeit, denn mit Kindern über die Vorteile dieses Systems zu sprechen ist wichtig, um unsere Mitbestimmung in der Demokratie zu schützen. Das Buch ist eine tolle Alternative zu Sachbüchern zu diesem Thema, da auch schon Kindergartenkinder gut nachvollziehen können, warum es wichtig ist, dass wir wählen, warum Abgeordnete unsere Interessen vertreten und warum Kompromisse in der Politik unabdingbar sind. Für mich startet die Geschichte zwar etwas schwach, weil es natürlich nicht normal ist, dass ein Baumsprössling innerhalb einer Nacht zu einem Früchte tragenden Baum heranwächst. Noch dazu ein Pfirsichbaum mitten im Wald. Hier hätte ich mir ein etwas glaubwürdigeres Szenario gewünscht. Jedoch ist das nicht der Kern der Geschichte und damit kann ich ein Auge zudrücken. Wichtig ist, wie es mit den Früchten weitergeht.

Sehr gut wird das Durcheinander dargestellt, das entsteht, weil jeder sich selbst der nächste ist und nur auf sich schaut. Auch sieht man gut, wie unfair es ist, wenn jeder die Ellenbogen ausfährt, denn der Stärkere würde dann immer mehr Früchte bekommen. So macht das Eichhörnchen einen guten Vorschlag, um die Zahl der "Streitenden" überschaubar zu machen. Schon ist klar, warum wir Abgeordnete wählen. Es werden verschiedene Entwürfe zur Aufteilung der Pfirsiche vorgestellt und schließlich wird abgestimmt. Dass immer wieder das Eichhörnchen die rettenden Vorschläge macht, wirkt ein bisschen viel, hier hätte man etwas variieren können. Doch im Großen und Ganzen wird sehr deutlich, welche Vorteile eine Demokratie hat. Besonders gelungen ist die Gruppe der Wildschweine, denen man es nie recht machen kann und die stattdessen eine andere Tiergruppe ausgrenzen wollen. Das bildet unsere momentane Lage in Deutschland sehr treffend ab. Am Ende wird für alle anderen ein zufriedenstellender Vorschlag ausgewählt. Die Illustrationen mit den vielen Waldtieren in satten Farben werden Kindern gefallen. Auf den Bildern gibt es immer viel zu entdecken, z.B. wie per Handzeichen abgestimmt wird oder die Schilder, mit denen die Tiere ihre Meinungen verdeutlichen. Auf der letzten Seite werden noch einmal grundlegende Begriffe wie Mehrheit, Wahlen und Parlament kindgerecht erklärt.

Von ein paar kleineren Kritikpunkten abgesehen, hat uns das Bilderbuch sehr gut gefallen, da es etwas vermeintlich sehr kompliziertes auf ein leicht verständliches Maß herunterbricht. Hier kann sogar mancher Erwachsene noch etwas lernen. Schön finde ich auch, dass hier gezeigt wird, dass es nicht nur auf die eigene Meinung ankommt. Wir sind viele und jeder hat Bedürfnisse, daher darf niemand ausgegrenzt werden.

4 Sterne

Das Buch ist übrigens auch bestens geeignet für Lehrer*innen in Grundschulen, die die Verfassungsviertelstunde durchführen. Es bietet eine gute Grundlage für Gespräche und weiterführende Inhalte.

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Veröffentlicht am 05.03.2025

Gelungene Wiedererweckung einer Legende

Captain Future
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Kennt ihr das, wenn ihr etwas seht und es haben müsst? So ging es mir mit diesem schicken und hochwertigen Comic-Abenteuer einer absoluten Legende aus meiner Kinderzeit: Captain Future. Kaum gesehen, hatte ...

Kennt ihr das, wenn ihr etwas seht und es haben müsst? So ging es mir mit diesem schicken und hochwertigen Comic-Abenteuer einer absoluten Legende aus meiner Kinderzeit: Captain Future. Kaum gesehen, hatte ich schon die Titelmelodie der Zeichentrickserie im Ohr, die in den 80er Jahren im deutschen Fernsehen lief und auf deren Folgen mein Bruder und ich immer gespannt gewartet haben. Das weckt nostalgische Gefühle und schöne Erinnerung an längst vergangene Zeiten. Doch eines hat sich in dieser Zeit nicht geändert, nämlich der Held des Comis. Captain Future, alias Curtis Newton, fliegt mit seiner Crew aus Roboter Grag, Android Otto und dem körperlosen Professor Simon Wright auf seinem Raumschiff, der Comet, durch die Galaxie und kämpft für Gerechtigkeit. Schon auf dem Cover erkennt man, dass sich die Zeichnungen kaum vom japanischen Original unterscheiden. Auch die Charaktere sind bis auf wenige Kleinigkeiten gleich geblieben. So bin ich dann gleich in das Abenteuer eingetaucht.

In der Zeit, in der die Serie spielt, haben die Menschen den Weltraum besiedelt, während die Regierung auf der Erde sitzt. Doch auf einem Planeten treten seltsame Mutationen bei den menschlichen Bewohnern auf. Die Ureinwohner von Megara hingegen sind kobold-affen-artige Wesen, die von den eingedrungenen Menschen ausgebeutet werden. Gemeinsam mit Agentin Landor macht sich die Crew der Comet auf den Weg nach Megara, um der Sache auf den Grund zu gehen und begegnen dem "ewigen Herrscher", einer gottgleichen Figur, die den Megaranern verspricht, die Menschen zu vertreiben, damit der Planet und das Volk wieder zu alter Größe zurückfindet. So muss Captain Future nicht nur den Bösewicht bekämpfen, sondern auch ein Heilmittel für die um sich greifende Epidemie finden.

Ich bin eigentlich gar kein Science Fiction Fan, aber dieses Abenteuer habe ich unheimlich gern gelesen, denn auch in der Serie gab es diese Folge und wenn man ganz ehrlich ist, hat die Menschheit leider in den vergangenen 35 Jahren nichts hinzugelernt. Zu sehr erinnern die Bilder an den modernen, wieder aufkommenden Imperialismus, daran wie schwächere unterdrückt und ausgebeutet werden. Daher ist der Stoff, aus dem das Abenteuer gestrickt ist, eigentlich ein sehr aktueller. Sehr interessant fand ich auch die Vergangenheit des Helden, die ich entweder vergessen hatte oder noch gar nicht kannte. Die Zeichnungen sind wie gesagt so nah an der Ursprungsserie, dass ich jedes Bild einfach nur genossen habe. Sowohl was die Action als auch die Stimmung betrifft, ist den Autoren hier ein Meisterwerk gelungen. Gerade die Kampf- und Verwandlungszenen sind genial, aber auch die archäologische Komponente konnte mich dabei überzeugend. Ein toller Comic - spannend, rätselhaft und mit viel Power. Dazu Nostalgie pur! Da wünscht man sich als Neuling und als alter Fan, dass da ganz bald Nachschub folgt. 5 Sterne

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Veröffentlicht am 03.03.2025

Wieder brutal gut

Ever & After. Die dunkle Hochzeit
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Im Land herrscht Chaos, seit Rain den schlafenden Prinzen mit ihrem Kuss erweckt hat. Nicht mehr lang und die Welt wird untergehen, denn trotz großer Anstrengungen sind Rains Versuche ihrem Schicksal zu ...

Im Land herrscht Chaos, seit Rain den schlafenden Prinzen mit ihrem Kuss erweckt hat. Nicht mehr lang und die Welt wird untergehen, denn trotz großer Anstrengungen sind Rains Versuche ihrem Schicksal zu entgehen bisher erfolglos geblieben. Sollte es ihr nicht gelingen zu fliehen wird sie den Prinzen heiraten müssen und dann erfüllt sich die dunkle Prophezeiung. Wenn sie nur kurz an einen Spiegel käme, um sich mit dem Cole, dem Spiegelbild des Prinzen abzusprechen. Doch dafür muss Rain einen dreckigen Deal mit dem undurchschaubaren Rumpelstilzchen abschließen. Ihm kann man genauso wenig trauen wie dem Teufel. Eine Chance tut sich auf, als Rains Verbündete unverhofft im Carneval eintreffen, aber jeder Ungehorsam könnte Opfer fordern.

Der erste Band von Ever & After war eines meiner Lieblingsbücher im letzten Jahr, ein absolutes Highlight. Ich war sehr gespannt, ob Stella Tack mit dem zweiten Band an diese Sensation anknüpfen kann. Die Triggerwarnung war jedenfalls genauso Unheil verheißend, wie beim letzten. Band zwei setzt kurz nach dem Ende des ersten Bandes an. Zunächst erfahren wir nur, wie es Rain und ihrem Cousin Avery ergangen ist und wie der Alltag in der Nähe des Prinzen sich gestaltet. Dadurch, dass es im ersten Drittel kaum große Ortswechsel gibt, zog sich dieser Teil für mich jedoch ein bisschen und wirkte sehr statisch. Zum Glück gelingt es der Autorin dann, zu der gewohnten atemlosen Spannung und zu den unvermuteten Plottwists zurückzukehren. Ab da bin ich wirklich durch die Seiten geflogen und konnte nicht mehr aufhören. Ich war fasziniert von den Personen und Märchenfiguren, die das Geschehen abwechslungsreich, brutal und gefährlich machen.

Sehr interessant waren auch die Märchen hinter den Märchen, die wir kennen und die Tack viel gewaltiger entspinnt, als sie in den Aufzeichnungen der Gebrüder Grimm zu lesen sind. Denn die Götter mussten hier noch mit eingewoben werden und das ist wirklich gelungen. Ziemlich viele solcher Erzählungen und auch kurze Ausschnitte an jedem Kapitelanfang unterbrechen die Handlung stellenweise, aber das stört den Lesefluss keineswegs, sondern sorgt für mehr gruselige Spannung. Der Band ist wiederum nichts für Zartbesaitete, denn er ist wirklich krasse Fantasy. Ein bisschen Romance kommt natürlich auch wieder vor, aber irgendwie fühlte ich die Sache zwischen Cole und Rain diesmal nicht so stark und trauerte eher einem anderen Typen hinterher, aber das ist Geschmackssache.

Ein Highlight sind in Band zwei die Machenschaften der Vasallen und ihre Hintergründe. Die fand ich wirklich super spannend und manchmal konnte man fast Mitleid mit ihnen bekommen. Nee, doch nicht... Das Ende ist sehr überraschend und hat mich richtiggehend geflasht. Ich dachte nur WTF, ohne Witz. Was für eine abgef... Idee! Brillant! Jetzt muss Band 3 her, am besten sofort. 4,5 Sterne

Mittlerweile habe ich das Buch auch in der Hörversion durch und diese hat mir auch gefallen, allerdings im Vergleich zum Buch etwas weniger. Die Stimme von Pia-Rhona Saxe, die auch schon den ersten Teil gelesen hat, war gewohnt jugendlich und passend für die Protagonistin. Teilweise wirkte mir Rain aber etwas zu verzweifelt oder ängstlich. Vor allem zu Beginn zog sich das Hörbuch - wie das Buch - doch ziemlich in die Länge. Beim Hörbuch gab es noch ein paar längere Kapitel, die in mir dieses Gefühl hervorriefen. In meinem Kopf beim Lesen war alles auch etwas düsterer, als im Vortrag der Sprecherin. Trotzdem ist es noch ein sehr gutes Hörvergnügen, vor allem durch die Parts der Vasallen. Das macht Lust auf den letzten Band. 4 Sterne für die Hörversion.

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Veröffentlicht am 03.03.2025

Wunderschöne, fantastische Geschichte zum Abtauchen in eine andere Welt

Wishkeeper. Das Land der verborgenen Wünsche
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Lexi ist ein ganz normales Mädchen. Sie lebt in London und kümmert sich um ihre oft traurige Mutter, während ihr Vater arbeiten muss. Doch Lexi hat ein Geheimnis. Manchmal sieht sie schimmernde Schmetterlinge ...

Lexi ist ein ganz normales Mädchen. Sie lebt in London und kümmert sich um ihre oft traurige Mutter, während ihr Vater arbeiten muss. Doch Lexi hat ein Geheimnis. Manchmal sieht sie schimmernde Schmetterlinge auffliegen. Durch einen geheimnisvollen Brief trifft sie auf Milo, der diese Fähigkeit auch besitzt. Sie scheint mit den Wünschen der Menschen zusammenzuhängen. Denn unerfüllte Wünsche lösen sich nicht in Luft auf, sie müssen von Wishkeepern in die geheimnisvolle Welt von Everwish gebracht werden, wo sie sich in fantastische Wesen verwandeln. Ausgerechnet Lexi und Milo werden erwählt, die nächsten Wishkeeper zu sein und so beginnt ein großes Abenteuer. Die beiden müssen sich beeilen, denn etwas geht nicht mit rechten Dingen zu. Everwish ist in Gefahr!

Endlich eine neue Reihe von einer unserer Lieblings-Kinderbuchautorinnen Barbara Laban, die uns schon mit den Mitternachtskatzen begeistern konnte. Allein das wunderschöne Cover erfüllt in diesem Fall alle unsere Wünsche und lässt uns von Everwish träumen. Meine Tochter hat sch gleich in das Buch verliebt. Und auch, wenn es bei uns nicht immer ein Farbschnitt sein muss, hier solltet ihr zusehen, dass ihr noch eine Erstauflage bekommt. Damit sieht das Buch einfach magisch aus. Wie schon bei den Mitternachtskatzen spielt die Geschichte wieder teilweise in London, wo die Autorin lebt. So kommt dieses Setting immer sehr authentisch bei uns an. Lexi mochten wir gleich, sie ist ein bodenständiges Mädchen und hat es nicht immer leicht, weil ihre Mutter sehr oft einfach traurig ist. Die Handlung beginnt alltäglich, aber schon bald tauchen erste fantastische Wesen in Form von geheimnisvollen Schmetterlingen auf, die zunächst nur Lexi sehen kann. Dann erhält Lexi diesen geheimnisvollen Brief und begegnet dadurch ihrem Gefährten bei diesem Abenteuer. Milo ist auch ein richtig toller Junge und schnell werden die beiden ein Team. Das müssen sie auch, denn auf sie warten eine unglaubliche Welt und wichtige Aufgaben. Sie müssen die unerfüllten Wünsche nach Everwish bringen, damit diese dort leben können.

Die magischen Elemente in diesem Buch sind einfach toll! Schon beim Betreten von Everwish bekommen die Kinder Hilfe von einem Baum, es gibt ein grummeliges Buch, das auf seinen Seiten gerne nützliche Tipps gibt und am allerschönsten, neben der Landschaft, sind die Wesen, in die sich die kleinen Schmetterlinge verwandeln. Doch es gibt auch einen Wishkeeper, der verschwunden ist und weitere seltsame Vorkommnisse, die Fragen aufwerfen und den Plot sehr spannend machen. Wir wollten unbedingt wissen, was in Everwish los ist. Dabei haben wir uns vor allem in eines der kleinen Wesen verliebt, wobei jede Art, ob Lumix, Fireflashs, Neverlinge oder Crimsons für sich genommen wundervoll sind. Dazu kommt noch, dass die Zeit drängt und die Handlung unaufhaltsam vorwärtsgetrieben wird. Barbara Laban lässt hier ihre ganze Fantasie spielen und wir als Leser können uns nur wünschen, auch mal Wishkeeper zu sein. Meine Tochter liebt die Reihe jetzt schon und hofft auf ganz viele weitere Bände. Die Innengestaltung mit vielen Schnörkeln und einer leicht zu lesenden Schrift, sorgt dabei zusätzlich für Spaß und Motivation. Durch die Illustrationen konnten wir uns die Wesen noch besser vorstellen und hätten am liebsten eines adoptiert. Unbedingt lesen!

Mittlerweile haben wir das Buch auch als Hörbuch und sind sehr begeistert von der fantastischen Stimmung, die hier transportiert wird. Jede Figur erhält von der bekannten und routinierten Sprecherin Julia Nachtmann eine eigene Stimme. Sowohl für männliche als auch für weibliche oder fantastische Figuren trifft sie den perfekten Ton. Gefühle werden durch sie sehr gut wiedergegeben und beim Zuhören wirkt alles noch lebendiger, als beim Lesen. Wir haben allerdings mit einer leicht erhöhten Geschwindigkeit gehört, was wir meistens so machen. Die ohnehin sogartige Handlung kann man beim Hörbuch kaum unterbrechen. Die Geschichte lässt sich problemlos mehrmals hören und wird nicht langweilig. Wir freuen uns bereits auf den zweiten Teil!

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Veröffentlicht am 02.03.2025

Unterschiede und Gemeinsamkeiten machen die Welt und Freundschaften bunt

9 kleine Menschen
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Der Titel sagt schon sehr viel über das Buch aus. Es geht um 9 kleine Menschen, die zur selben Zeit geboren werden und in derselben Stadt aufwachsen. Viel haben sie gemeinsam, in manchen Dingen unterscheiden ...

Der Titel sagt schon sehr viel über das Buch aus. Es geht um 9 kleine Menschen, die zur selben Zeit geboren werden und in derselben Stadt aufwachsen. Viel haben sie gemeinsam, in manchen Dingen unterscheiden sie sich. Dennoch sind sie Freunde fürs Leben und machen die Welt bunt und lebenswert. Die Geschichte wird in kurzen Reimen in immer gleicher Form erzählt. 9 kleine Menschen stehen auch im Mittelpunkt eines jeden Verses. Interessant ist die Erklärung der Autorin, dass sie diese Form an ein menschenverachtendes Kinderlied angelehnt hat. das früher wie selbstverständlich gesungen wurde. Zum Glück entwickeln sich die meisten Menschen weiter, so dass es heute untragbar wäre. Die Anlehnung ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass 9 kleine Menschen heute anders sind. Sie haben denselben Geburtstag, eine liebende Familie (auch wenn das leider nicht unbedingt für alle Kinder in der Realität so ist), sie mögen ähnliche Dinge gern, spielen und mögen es bunt. Doch es gibt auch Unterschiede in den Familienkonstellationen oder in der finanziellen Situation. Das Aussehen oder die "Herkunft" hingegen spielen keine Rolle im Buch, auch nicht die körperlichen Merkmale. Die Kinder sind einfach Freunde und haben Spaß zusammen. Daran ändert sich auch nichts, wenn sie älter werden. Das Buch lässt mich hoffnungsvoll in die Zukunft blicken und lässt auch Kinder von einer Welt ohne Konflikte träumen. Einer Welt, die unsere Kinder schaffen können, wenn man ihnen die richtigen Werte mitgibt. Für (Vor-)lesende gibt es noch ergänzende Hinweise der Autorin Regina Feldmann.

Die Illustrationen von Martina Stuhlberger gefallen mir gut, sie zeigen eine bunte Welt, in die die Kinder hineingeboren werden und in der sie sich wohlfühlen. Die Farben sind jedoch nicht grell, sondern angenehm und vor allem die Umgebung, die Umwelt ist fantasievoll gestaltet und lässt Kinder Geborgenheit spüren und Neues entdecken. Wirklich eine bestärkende Geschichte, die Lebensfreude und Zuversicht widerspiegelt. 5 Sterne

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