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Veröffentlicht am 02.07.2021

Schöne Geschichte mit sympathischen Charakteren

Almost Speechless. Die Tiefe deiner Worte
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2., unabhänige Geschichte an der Academy of Arts
Dass es bereits ein Buch gab, dass an der selben Schule spielt und es eine Verbindung zwischen den Charakteren gibt, merkt man an einigen Stellen, an denen ...

2., unabhänige Geschichte an der Academy of Arts
Dass es bereits ein Buch gab, dass an der selben Schule spielt und es eine Verbindung zwischen den Charakteren gibt, merkt man an einigen Stellen, an denen ganz selbstverständlich auf zurückliegende Ereignisse Bezug genommen wird, die zwar für die aktuelle, in sich geschlossene, Handlung nicht wichtig, zum kompletten Verständnis der entsprechenden Figuren allerdings notwendig sind.

Der Klappentext hat mich aufgrund der Thematik des Selektiven Mutismus direkt angesprochen. Dieser ist mir bisher nur bei einer anderen Buchfigur begegnet.
Paulina ist eine sympathische junge Frau und ihr Problem, frei zu sprechen, wird auch immer wieder deutlich. Allerdings fasst sie überraschend schnell Vertrauen und kann sich in Situationen, in denen sie unsicher ist, zum Sprechen zwingen, sodass es letztlich ein viel geringeres Problem darstellt, als ich zunächst vermutet hatte. Gern hätte ich auch noch mehr über ihre Erfahrungen in der Kindheit gelesen.
Die 18-jährige ist freundlich, loyal und hilfsbereit. Aber vor allem ist sie sehr weltoffen. Sie will sich nicht von Gerüchten beeinflussen lassen und Menschen in vorgefertigte Schubladen stecken.
Paulina ist aufgrund ihres Schreibtalents an der Academy of Arts. Immer wieder gibt sie Einblicke in ihre Schreibprozesse und zeigt auch Ausschnitte ihres aktuellen Romans (den ich nun übrigens auch gern lesen würde).

Der 17-jährige Adrian hat zwar keine Sprachstörung, der mitteilsamste Mensch ist er allerdings trotzdem nicht. Besonders über seine Vergangenheit schweigt er sich aus, wodurch die Gerüchteküche nicht zur Ruhe kommt. Dabei versucht er einfach nur, dem dunklen Sog seiner Vergangenheit zu entkommen Zwar geht er häufig in eine Abwehrhaltung, insgesamt ist er aber auch ein freundlicher, hilfsbereiter Charakter, dessen Suche nach seiner Zukunft ich gern verfolgt habe.

Abwechselnd schildern beide Charaktere das Geschehen aus der Ich-Perspektive und geben dabei Einblicke in ihre Gedanken und Gefühle. Vor allem Paulina zeigt dabei viel vom ihrem Innenleben, was sie nicht immer entsprechend nach Außen tragen kann.

Die Geschichte liest sich sehr leicht und flüssig. Der Schreibstil ist sehr anschaulich, sodass die Seiten nur so dahinfliegen.
Viel zu schnell ist die Geschichte dann auch schon wieder vorbei. Die Handlung ist eher ruhig und lebt von der sich aufbauenden Verbindung sowie der persönlichen Entwicklung der beiden Hauptfiguren. Auf künstliches Drama wird weitestgehend verzichtet, was ich sehr angenehm fand. Große Überraschungen bleiben dabei allerdings auch aus, was aber ok ist, weil es einfach schön ist, den Weg der Figuren zu begleiten.

Fazit

Ruhige Liebesgeschichte mit sehr sympathischen Figuren, die ganz unterschiedliche Geschichten mitbringen. Besonders die Thematik des Selektiven Mutismus fand ich sehr spannend, auch wenn ich damit gerechnet hatte, dass Paulina dadurch noch stärker eingeschränkt wird.

Veröffentlicht am 02.07.2021

Tolle Idee, viele Überraschungen, aber teils auch wirr und zu zügig abgearbeitet

The Run 1: Die Prüfung der Götter
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Sari ist ein Phantom. Erst nach dem Run, den jede/r mit 18-Jahren bewältigen muss, darf sie einen Namen tragen, ihre Haut zeigen und andere Menschen berühren. Sari bereitet nicht nur sich auf den Run vor, ...

Sari ist ein Phantom. Erst nach dem Run, den jede/r mit 18-Jahren bewältigen muss, darf sie einen Namen tragen, ihre Haut zeigen und andere Menschen berühren. Sari bereitet nicht nur sich auf den Run vor, sie versucht auch ausreichend für ihren kranken Vater und ihren versteckt gehaltenen Bruder vorzusorgen. Besonders letzterem gilt ihre Sorge und sie ist bereit, bis an ihre Grenzen zu gehen, um zu ihm zurückzukehren…

Die Idee der Handlung hat mir total gut gefallen. Der Run ist spannend und die verschiedenen Aufgaben, die dabei bewältigt werden müssen, sind sehr unterschiedlich. Zudem ist das Gesellschaftsbild, das rund um die Hintergründe des Runs gesponnen wird, sehr interessant und hätte für mich gern noch ausführlicher beleuchtet werden dürfen.

Ich mochte die vielfältig ausgearbeiteten Reiche mit den unterschiedlichen Landschaften und Bewohnern. Die komplexe Geschichte mit ihren weit zurückreichenden Legenden über die Götter und Alben hat mir grundsätzlich gefallen, wobei hier und da noch weitere Erklärungen hilfreich gewesen wären. Das Setting bringt immer wieder neue Überraschungen und Hintergründe zutage. Allerdings fand ich es stellenweise gar nicht so einfach, den Überblick über die Reiche und die zugehörigen Charaktere mit ihren speziellen Eigenschaften zu behalten, wobei die im Buch enthaltende Karte zumindest einen räumlichen Überblick bietet. Hinzu kommt, dass die verschiedenen Figuren die unterschiedlichsten Gaben besitzen, wobei sich manche erst im Verlauf offenbaren und weitergegeben werden können, sodass es teilweise etwas wirr wird. Letztlich blieben für mich einige Zusammenhänge und Hintergründe offen.

Die Handlung steckt voller Wendungen. Immer wieder gibt es neue Geheimnisse, Verrat und Intrigen. Es wird immer undurchsichtiger, wer welche Absichten hat oder welche Motive vortäuscht. So weiß auch Sari oft nicht, woran sie ist und wie sie ihre Mitstreiter einschätzen soll. Sie muss etliche Enttäuschungen und Rückschläge einstecken, die die Spannung gleichzeitig erhöhen. Dabei ging allerdings alles recht rasant. Sari rauscht von einer Prüfung in die nächste, alles ging extrem schnell vonstatten, Probleme haben fast keine Zeit, tatsächlich aufzukommen. Sari erfährt Geheimnisse oder erhält Gaben, die kaum zu tragen kommen, weil sie für die nächste Aufagabe gar nicht mehr von Belang sind. Dadurch war es für mich auch schwer, wirklich mit Sari, die den Großteil der Geschichte in der Ich-Perspektive schildert, mitzufiebern und mitzuführen. Gerade ihre wechselnden Gefühlslagen waren für mich nicht immer greifbar. Nur die Liebe zu ihrem Bruder, die sich konstant durch die Geschichte zieht, kam bei mir wirklich an.

Gerade mit Sari hatte ich am Anfang ohnehin meine Schwierigkeiten. Ich fand sie recht anstrengend, sehr schwach und weinerlich, obwohl sie als das Gegenteil beschrieben wird. Im Verlauf entwickelt sie sich aber und zeigt am Ende tatsächlich eine gewisse Stärke. Sie kämpft verbissen für die, die ihr wichtig sind. Allerdings agiert sie dabei oft stolz und trotzig und bringt sich dadurch unnötig selbst in Gefahr.
Dabei gibt es ein paar schier ausweglose Situationen, die sie vergleichsweise leicht meistert.
Schade fand ich in diesem Zusammenhang auch, dass die Ereignisse am Ende sehr schnell abgehandelt wurden. Auch die Art und Weise wie der Konflikt gelöst wird, überzeugte mich nicht und fügt sich für mich nicht wirklich in den Rest der Handlung.
Ich hätte noch ein paar mehr erklärende Worte gebraucht, wie es nach den dramatischen Ereignissen weitergeht und wie sich alles zusammenfügt.

Fazit

Spannende Grundidee, abwechslungsreiche Handlung mit jeder Menge Überraschungen, Geheimnissen und Intrigen. Ganz überzeugen konnte mich das Buch dennoch nicht. Sari war mir am Anfang zu weinerlich, am Ende kann sie Probleme oft viel zu einfach lösen. Zwar ist die komplexe Welt mit ihren vielfältigen Legenden interessant, teilweise fiel es mir aufgrund der immer neuen Hintergründe und der vielen neuen und wechselnden Gaben aber schwer, den kompletten Überblick zu behalten. Letztlich fehlten mir einfach hier und da ein paar Erklärungen, während viele Ereignisse zu schnell abgehandelt werden.

Veröffentlicht am 02.07.2021

emotionsgeladen

Keeping Secrets
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Für ihren neuen Film kehrt Schauspielerin Tessa ausgerechnet in ihre Heimatstadt zurück. Diese ist für sie mit negativen Erinnerungen verbunden, von denen möglichst niemand wissen soll. Dass sich ständig ...

Für ihren neuen Film kehrt Schauspielerin Tessa ausgerechnet in ihre Heimatstadt zurück. Diese ist für sie mit negativen Erinnerungen verbunden, von denen möglichst niemand wissen soll. Dass sich ständig ein Journalismus-Student um sie herumtriebt, der ein Portrait über sie schreiben soll und auch noch Teil des Freundeskreises ist, in den sie in der Stadt hineinwächst, ist dabei nicht hilfreich. Noch viel weniger hilfreich ist allerdings, dass sie sich auch noch zu ihm hingezogen fühlt…

Dank des angenehmen, flüssigen Schreibstils liest sich die Geschichte unglaublich gut. Abwechselnd schildern Tessa und Cole die Geschehnisse in der Ich-Perspektive, wodurch es Tiefe Einblicke in die Gefühlswelt der Figuren gibt.
Besonders bei Tessa, die so viel vor ihren Mitmenschen verbirgt und darüber am Anfang nur Andeutungen macht, sodass die Umstände um ihre Vergangenheit lange als Geheimnis über der Geschichte hängen und damit eine gewisse Spannung erzeugen, was genau die junge Frau verbirgt, dass sie nicht bereit ist, darüber zu reden oder auch nur darüber nachzudenken.

Aber auch Cole ist ein Stück weit zerrissen, hadert er doch mit seiner Familie und seiner möglichen Zukunft. Zwar sind es ganz andere Bedenken, die ihn aber dennoch zurückhalten, sodass er nicht völlig offen zu Tessa sein kann, was die zwei letztlich vor einige Probleme stellt.

Beide Charaktere waren mir schnell sympathisch. Tessa ist freundlich und liebenswert. Sie hat klare Prinzipien, an denen sie festhält, auch wenn sie dadurch auf mögliche (mediale) Vorteile verzichten muss. Die Presse setzt ihr sehr zu, während sie den Kontakt zu ihren Fans immer geduldig und freundlich absolviert, auch wenn sie sich manchmal etwas mehr Privatsphäre wünschen würde.
Cole ist ein loyaler Freund und ein toller Cousin, der sich für die Menschen einsetzt, die ihm am Herzen liegen. Er braucht etwas Zeit, bis er seine Vorurteile über die Schauspielbranche und vor allem Tessa gegenüber ablegen kann.

Ich habe das Buch sehr gern gelesen. Die langsame Annährung nach den ersten missglückten Begegnungen der zwei Hauptfiguren hat mir gut gefallen. Beide beginnen, hinter die Fassade des anderen zu schauen, sind sich aber nie sicher, was das wahre Gesicht ihres Gegenübers ist. Nicht nur Tessas Geheimnis, auch die Ereignisse rund um den Filmdreh sorgen für einiges Drama, das für Aufregung und kleinere Wendungen sorgt. An einigen Stellen waren mir die Probleme unnötig aufgebauscht, das toll beschriebene emotionale Chaos der Figuren macht dies aber wieder wett. Die Entwicklung, die beide Hauptfiguren dabei durchmachen, hat mir gut gefallen.

Ebenfalls mochte ich Coles Freundeskreis, der aus ganz verschiedenen Charakteren besteht und in dem auch Tessa Anschluss findet, sodass ich gespannt auf die weiteren Bände der Reihe bin, in denen die Figuren (den Klappentexten zufolge) wieder auftauchen werden.

Fazit

Keeping Secrets sorgt mit sympathischen Figuren und einem gut gehüteten Geheimnis für spannende und gefühlvolle Lesestunden. Die Annährung der Figuren erfolgt nur langsam, haben doch beide ihre Gründe, sich voneinander fernhalten zu wollen. Das letzte Drittel sorgt mir einer unerwarteten Auflösung für eine emotionale Achterbahnfahrt, wobei es für mich ein klein wenig weniger Drama auch getan hätte.

Veröffentlicht am 02.07.2021

spannender Auftakt mit vielfältigen Wesen

Underworld Chronicles - Verflucht
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Die 22-jährige Norah lebt in Detroit, einer Stadt, in der es vor gefährlichen Wesen nur so wimmelt. Zwar weiß Norah aufgrund ihrer Fähigkeiten von den übernatürlichen Wesen, doch niemand weiß von ihr und ...

Die 22-jährige Norah lebt in Detroit, einer Stadt, in der es vor gefährlichen Wesen nur so wimmelt. Zwar weiß Norah aufgrund ihrer Fähigkeiten von den übernatürlichen Wesen, doch niemand weiß von ihr und ihrer Gabe. Bis ein mächtiger Vampir auf sie aufmerksam wird und Norah plötzlich zur entscheidenden Hilfe bei der Suche nach verschwunden Wesen werden kann. Doch gleichzeitig ist auch ihr Leben in Gefahr.

Ich kenne die Jugend-Liebesromane von Kelly Oram. Seit Cinder und Ella konnte mich allerdings kein Buch mehr komplett überzeugen. Dennoch war ich total gespannt auf die neue Fantasygeschichte, die die Autorin zusammen mit ihrem Mann geschrieben hat.

Der Schreibstil ist total klasse – wie schon bei allen anderen Büchern. Sehr flüssig und detailliert. Dennoch gibt es einen Kritikpunkt an der Schreibweise. An vielen Stellen gab es mir zu viele anschauliche Beschreibungen, die sich teilweise wiederholt haben. Gerade die Personenbeschreibungen, wie Ich-Erzählerin Norah ihr Umfeld wahrnimmt, werden immer wieder sehr ausführlich dargestellt, sodass die junge Frau einzelne Charaktere mehrfach in ähnlicher Weise übertrieben schmachtend beschreibt.

Und damit bin ich auch direkt bei meinem Kritikpunkt an der Handlung:
Eigentlich ist die Geschichte super spannend. Ich mag die verschiedenen Wesen mit den unterschiedlichen Eigenschaften und wie diese zusammenarbeiten oder sich teilweise auch anfeinden. Gestört hat mich allerdings, dass die Figuren eigentlich unter Zeitdruck stehen und ein dringendes Problem lösen müssen, stattdessen aber unnötig viel Zeit mit Streiterei und Flirterei verbringen, statt erhaltene und notwendige Informationen weiterzugeben. Dadurch erhielt die Spannung für mich immer wieder Dämpfer.

Nun ist es so, dass Norah anziehend auf die Männer wirkt, wofür es auch eine Erklärung gibt. Allerdings springt sie selbst auch auf die Hälfte der Kerle in ihrem Umfeld an und findet alle unglaublich attraktiv. Ständig fängt sie an zu schwärmen, was für mich weder nachvollziehbar noch nötig war.
Gleichzeitig gleicht diese ganze Kabbelei zwischen den Figuren allerdings die bedrückende Note aus, die durch Norahs bisherige Lebenserfahrungen mitschwingt. Für all die unglaublich negativen Erlebnisse, die Norah bereits ertragen musste, ist sie überraschend freundlich und hilfsbereit. Dennoch haben die Ereignisse natürlich auch Spuren hinterlassen.

Innerhalb der Story gab es für mich zwei, drei kleine Unstimmigkeiten. Insgesamt konnte mich die Geschichte aber total fesseln, wobei ich mir halt eine etwas knackigere Erzählweise mit etwas weniger Schwärmerei und Streiterei in den unpassendsten Situationen gewünscht hätte.
Die Lösung des Problems passiert dann überraschenderweise doch auch noch in diesem Band und bekommt für mein Empfinden auch genug Raum. Dadurch ist ein Großteil der offenen Fragen am Ende des Buches geklärt. Ein paar ganz wichtige Punkte bleiben aber noch offen, sodass ich mich auf die Fortsetzung freue.

Fazit

Hier treffen die verschiedensten Fantasywesen aufeinander. Dabei sind sehr coole, facettenreiche Charaktere mit den unterschiedlichsten Fähigkeiten entstanden. Die Grundstory ist super spannend, leider verlieren sich die Figuren aber zu oft im Schwärmen, Flirten und Streiten, wodurch das eigentliche Problem aus dem Fokus rutscht und die Spannung schwindet.

Veröffentlicht am 02.07.2021

emotionale Reise, mit unerwartet ernsten Themen, aber auch kleineren Längen

Du und ich ein letztes Mal
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Vivi und Josh waren ein Paar. Zwei Jahre nach ihrer Trennung treffen sie sich zufällig wieder und merken, dass sie einander noch nicht vergessen konnten. Um einen Abschluss zu finden, beschließen sie, ...

Vivi und Josh waren ein Paar. Zwei Jahre nach ihrer Trennung treffen sie sich zufällig wieder und merken, dass sie einander noch nicht vergessen konnten. Um einen Abschluss zu finden, beschließen sie, die guten Momente ihrer Beziehung noch ein letztes Mal gemeinsam zu erleben.

Lange, lange hat Lily Oliver uns auf ihren neuen Roman warten lassen. Die Erwartungen waren hoch. Ich würde nicht sagen, dass sie enttäuscht wurden. Allerdings hatte ich ein paar Schwierigkeiten mit dem Buch – und bin nach dem Lesen dennoch zufrieden.

Zeit miteinander verbringen, um einander zu vergessen? Witzige Abenteuer nochmal erleben, um damit abzuschließen? Kann man von einem Menschen loskommen, indem man ihm näher kommt – ein letztes Mal? Ganz logisch erscheint mir dieser Ansatz nicht, aber Vivi und Josh versuchen es zumindest. Sie wollen besondere Momente noch einmal miteinander erleben, um dann getrennte Wege zu gehen.
Doch schnell wird klar, dass es zwangsläufig nicht nur die guten Erlebnisse sind, mit denen sie sich befassen müssen. Es sind besonders auch die Probleme, die zur Trennung geführt haben, die beide nach wie vor beschäftigen. Und so steht ihnen eine emotionale (Zeit-)Reise bevor.

Wer bereits Bücher von Lily Oliver/ Alana Falk / Emilia Lucas gelesen hat, weiß, dass sie stets sehr facettenreiche Figuren zeichnet, in die sie tief eindringt. Und so ist es auch diesmal: Vivi und Josh – ohne zu viel zu verraten – haben beide schon einiges erlebt, nicht nur miteinander. Sie tragen unerwartete Sorgen mit sich herum, die sie erst nach und nach offenlegen.
Dabei muss ich allerdings sagen, dass ich mit Josh anfangs nicht warm geworden bin, weil ich ihn schwer greifen konnte. Doch am Ende des Buches war mein Blick auf ihn ein anderer…

Geschildert wird das Geschehen aus der Ich-Perspektive von Vivi und Josh, die jeweils spezielle Erlebnisse schildern, tiefe Einblicke in ihre Gefühle zu dieser Situation geben, aber auch aufzeigen, wie sie aktuell zu bestimmten vergangenen Momenten stehen.
Dabei findet die Handlung in der Gegenwart statt, die im Präsens erzählt wird, und es gibt sprunghafte Rückblicke in die Zeit der Beziehung, die an entsprechenden Kapitelkennzeichnungen erkennbar sind, aber ebenfalls im Präsenz geschildert werden. Problematisch war dabei für mich, dass Josh und Vivi auch in den Kapiteln, in denen sie eigentlich aktuell Zeit miteinander verbringen, gedanklich oft in die Vergangenheit abschweifen, sodass es immer wieder Zeitsprünge zu bestimmten Ereignissen gibt und es mir manchmal schwer fiel, den Überblick über Ort und Zeit zu behalten.

Allerdings offenbaren sich, je häufiger die beiden zurückblicken, auch immer mehr Geheimnisse und Schwierigkeiten. Zudem fügen sich mit jedem Rückblick immer mehr Details zusammen. Und erst am Ende versteht man das große Ganze und muss letztlich das ganze Buch nochmal neu betrachten.

Ich mochte die Entwicklung, die beide Figuren durchmachen – besonders Vivis Prozess wird ausführlich beschrieben, während Joshs Wandel mehr nebenbei mitschwingt. Schritt für Schritt nähern sie sich den schwierigen Themen an, die beide so gern verdrängen würden, und beginnen, sich damit auseinander zu setzen. Der anschauliche und einfühlsame Schreibstil ermöglicht es dabei, tief in die Figuren hineinzuschauen.

Gestört hat mich allerdings, dass Josh und Vivi für mein Empfinden im Mittelteil nicht vorangekommen sind. Ihr Versuch der vielen letzten Male startet total spannend, doch irgendwann fingen sie für mich an, sich im Kreis zu drehen. Immer wieder kamen die selben Unsicherheiten und Zweifel auf, die nicht zwingend miteinander, doch aber zumindest ausführlich mit sich selbst diskutiert werden.

Fazit

Nach einem tollen Beginn hätte ich mir besonders im Mittelteil des Buches ein wenig mehr Tempo und Vorankommen gewünscht. Auch wenn beide Figuren diese Wiederholungen für sich und ihre Entwicklung irgendwie gebraucht haben, fühlte es sich für mich nach Stillstand an. Hin und wieder haben mir auch die vielen Zeitsprünge Schwierigkeiten bereitet.
Dennoch bin ich am Ende mit der Geschichte versöhnt, weil mir die emotionale Veränderung beider Figuren letztlich gut gefallen hat. Ebenso mochte ich die ernsten Hintergründe, die dem Buch eine überraschende Tiefe geben, die vor allem nach dem Lesen noch nachwirkt und einiges geraderückt…