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Veröffentlicht am 01.02.2020

bildgewaltig und nach gemächlichem Beginn super spannend

Cassardim 1: Jenseits der Goldenen Brücke
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Maia hat gerade zum achten Mal ihren sechszehnten Geburtstag hinter sich gebracht. Warum sie so langsam altert und die Gedanken anderer Menschen beeinflussen kann, sind für Maia Rätsel, welche sie gern ...

Maia hat gerade zum achten Mal ihren sechszehnten Geburtstag hinter sich gebracht. Warum sie so langsam altert und die Gedanken anderer Menschen beeinflussen kann, sind für Maia Rätsel, welche sie gern lösen möchte. Doch von ihren Eltern erfährt sie nichts, sodass Maia die Chance nutzt, als ein geheimnisvoller Gefangener in ihrem Keller landet.
Noár scheint die Antworten auf Maias Fragen zu haben, doch bevor sie diese erhalten kann, gerät ihre ganze Welt völlig aus den Fugen. Noár führt sie in ein Reich, von dessen Existenz Maia bisher nichts geahnt hat…

Cassardim ist das Totenreich, das aus mehr als nur Himmel oder Hölle besteht. Es ist in verschiedene Reiche unterteilt, die jeweils landschaftliche Eigenarten haben. Und auch die Bewohner der verschiedenen Gebiete weisen Unterschiede auf. Intrigen und Machtgier haben die Ordnung Cassardims zerstört. Nun liegt es in der Hand von einer Gruppe „Teenagern“, diese Ordnung wieder herzustellen…

Wobei der Begriff „Teenanger“ eigentlich völlig fehl am Platz ist. Optisch ist Maia eine zarte 16-jährige, tatsächlich ist sie aber, wie auch ihre Geschwister, schon über 100 Jahre alt.
Die Ich-Erzählerin war mir schnell sympathisch. Amaia ist liebevoll und hilfsbereit, vor allem ihrem jüngsten Bruder gegenüber. Aber sie ist auch super neugierig und risikobereit, um die Rätsel zu lösen, die sie schon so lange beschäftigen. Denn Maia kann den Willen anderer Leute beeinflussen, selbst aber auch beeinflusst werden. Maia möchte wissen, was es mit diesen Fähigkeiten auf sich hat. Sie sehnt sich danach, zu erfahren, was sie eigentlich ist. Dafür ist sie auch bereit, Anordnungen ihrer Eltern zu missachten – schließlich bietet der mysteriöse Gefangene im Keller die besten Chancen, mehr über sich zu erfahren.

Gelegentlich hat mit diese Alterssache Schwierigkeiten bereitet. Denn trotz so langer Lebenserfahrung agiert und denkt Maia eben oft wie der Teenager, als den ich sie auch in erster Linie gesehen habe (und der sie vielleicht auch einfach ist, die Sache mit der geistigen und emotionalen Reife der Cassarden bleibt ein wenig schwammig). Dann wieder verhält sie sich deutlich erwachsener. In vielen Szenen handelt sie mutig und durchdacht, statt kopflos ins Verderben zu rennen.
Besonders mochte ich, wie sie dem rüden Noár frech und schlagfertig gegenübertritt.

Auch wenn ich die Geschichte zu keinen Zeitpunkt langweilig fand, konnte mich der Beginn noch nicht ganz so packen. Maia landet in der ihr unbekannten Welt und erfährt, dass ihr bisheriges Leben von Lügen geprägt war. Cassardim wird bildreich eingeführt. Dank des anschaulichen Schreibstils ist die wundersame Welt sehr gut vorstellbar, die Geschichte kommt aber nur langsam in Fahrt. Je weiter die Handlung aber voranschreitet, desto mehr offenbart sich die facettenreiche, intrigenreiche Story. Die Handlung konnte mich mehrfach überraschen, Tempo, Spannung und Dramatik nehmen immer weiter zu. Dabei fällt es nicht nur Maia schwer, einzuschätzen, wer Freund und wer Feind ist. Es prasseln die unterschiedlichsten Erwartungen und Ansprüche auf sie ein, sodass Maia und ihre Geschwister zu einem Spielball in einem Netz aus Lügen und Intrigen werden, dass sich erst spät entwirrt.
Die Liebesgeschichte ist gelungen in die Handlung eingebunden. Obwohl sie eine zentrale Rolle spielt, entwickelt sie sich nur langsam und hält sich zugunsten der spannenden Ereignisse oft im Hintergrund.

Am Ende sind einige Handlungsstränge abgeschlossen, es bleibt aber noch vieles offen und ich freue mich auf eine Rückkehr in diese facettenreich, detailliert ausgearbeitete Welt, in der es immer Neues zu entdecken gibt.
Fazit

Nach dramatischen Ereignissen direkt zu Beginn, wird Cassardim – welches total faszinierend und sehr bildgewaltig ausgearbeitet ist – zunächst recht gemächlich eingeführt, bevor sich dann Tempo und Spannung wieder steigern und mich die Geschichte völlig für sich einnehmen konnte. Intrigen, Verrat und Geheimnisse sorgen für viele Überraschungen. Maia ist eine sympathische Protagonistin, die hartnäckig und durchdacht für ihre Ziele kämpft. Ich mochte besonders die sich langsam entwickelnde Liebesgeschichte und freue mich schon auf den zweiten Teil der Reihe.

Veröffentlicht am 01.02.2020

interessanter Auftaktband, der neugierig auf mehr macht

Die letzte Kiya 1: Schattenerbe
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Dimitri, Kronprinz einer alten Vampyrrasse, ist seit Jahren auf der Suche nach dem Erben der Kiye. Als er auf einer texanischen Ranch auf Lilya trifft, scheint seine Suche beendet zu sein. Die junge Frau, ...

Dimitri, Kronprinz einer alten Vampyrrasse, ist seit Jahren auf der Suche nach dem Erben der Kiye. Als er auf einer texanischen Ranch auf Lilya trifft, scheint seine Suche beendet zu sein. Die junge Frau, die als Mensch aufgewachsen ist, ahnt nichts von der Welt der Blutsauger. Sie fühlt sich stark zu dem fremden Mann hingezogen. Welche Geheimnisse er verbirgt, ahnt sie dabei nicht…

Das Cover ist einfach unglaublich schön und ich hatte mal wieder Lust auf eine Vampirgeschichte. Insgesamt konnte mich das Buch auch gut unterhalten.

Infos über die Welt der Vamyre – die wenig mit den typischen Klischee-Vampiren gemeinsam haben – gibt es erst sehr spät, was ich aber nicht unbedingt als störend empfunden habe. Allerdings hoffe ich im nächsten Band noch ein wenig mehr über die drei Vampyrrassen und ihre Besonderheiten zu erfahren. Ein Aussprache-Glossar wäre aber total toll gewesen, Kiye, Siye, Djiye… Knoten im Kopf. 😉

Dimitri und Lilya schildern die Handlung abwechselnd aus der Ich-Perspektive und geben dabei Einblicke in ihre Gedanken und Gefühle. Zusätzlich gibt es über kurze Traumsequenzen Rückblicke in die Vergangenheit, die immer wieder neue Fragen aufwerfen.

Die Grundgeschichte der drei Vampyrrassen, deren Ordnung gestört ist und sich im Kampf untereinander befinden, wobei Lilya zur Schlüsselfigur wird, fand ich total interessant.
Im ersten Teil des Buches steht allerdings die Liebesgeschichte im Vordergrund. Erst im zweiten Teil wird es spannend, dramatisch und teilweise auch sehr blutig und brutal.

Mit Lilya und Dimitri war ich allerdings nicht immer ganz glücklich.
Dimitri wird als unglaublich brutaler, grausamer Blutsauger eingeführt. Kaum trifft er Lilya, ist er urplötzlich liebenswürdig, rücksichtsvoll und sanftmütig, fast schon weich. Er wirkt völlig ausgewechselt, ein völlig neuer „Mensch“. Dieser Umschwung war mir zu krass, die zwei Persönlichkeiten fügten sich für mich nicht so recht zusammen.
Lilya ist eine freundliche, hilfsbereite Studentin, der die Verbundenheit zur Familei wichtig ist. Sie tritt zunächst extrem naiv und gutgläubig auf. Dass sie einem Freunden aus Nächstenliebe einen Schlafplatz anbietet, kann ich noch nachvollziehen, dass sie diesen aber direkt ihr Zimmer inspizieren lässt und Fragen über ihren Ex-Freund beantwortet, ging mir doch etwas zu weit. So empfand ich die ganze Gefühlsentwicklung als sehr überstürzt, obwohl ich die beiden zusammen gern mochte – besonders da Dimitri viel über sein Handeln und seine eigentlichen Ziele nachdenken muss.

Nach den rasanten, blutigen Ereignissen der zweiten Hälfte bin ich gespannt, wie es weitergeht. Lilya Geschichte fängt gerade erst an.

Fazit

Interessante Welt der Vampyre, die hoffentlich in den Folgebänden noch weiter ausgeschmückt wird. Nach einem ruhigen Beginn, in dem die Liebesgeschichte im Vordergrund steht, wird das Buch im zweiten Teil spannend, dramatisch und brutal und konnte mich insgesamt gut unterhalten, auch wenn ich das Handeln der Hauptfiguren manchmal etwas eigenartig fand.

Veröffentlicht am 01.02.2020

superstarker Beginn, lässt dann leider etwas nach

Chasing Darkness. Das Herz eines Dämons
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Alana van Helsing ist eine talentierte Dämonenjägerin. Doch nun verlangt der König von ihr, den Halbdämon Darius zu heiraten, um den Krieg zwischen Dämonen und Menschen zu beenden. Beide suchen fieberhaft ...

Alana van Helsing ist eine talentierte Dämonenjägerin. Doch nun verlangt der König von ihr, den Halbdämon Darius zu heiraten, um den Krieg zwischen Dämonen und Menschen zu beenden. Beide suchen fieberhaft nach einem Ausweg, der sie auf einen gefährlichen Weg führt, ihnen aber auch unerwartete Antworten bringt.

Der Anfang gefiel mir total gut. Jägerin Alana und Halbdämon Darius können sich nicht ausstehen und ausgerechnet diese zwei sollen verheiratet werden und Kinder bekommen. Während Darius sich bemüht, sich höflich zu verhalten, reagiert Alana pausenlos mit Abneigung. Sie ist zunächst komplett festgefahren in den Vorstellungen, die ihr jahrelang eingebläut wurden. Immer wieder meckert sie den Halbdämon an… Das Gekappel der beiden fand ich total amüsant. Ich mochte die Art, wie beide miteinander umgehen.
Zwar werden die beiden auf ihrem Weg von drei weiteren Charakteren begleitet, diese kommen insgesamt aber etwas kurz.

Im Verlauf der Handlung kippt die Stimmung dann allerdings. Das, was ich am Beginn so mochte, geht komplett verloren.

Dafür wird die Handlung allerdings spannender und dramatischer. Es gibt unerwartete Wendungen und Aufdeckungen. Manches deutet sich an, insgesamt konnte mich der Verlauf aber mehrfach überraschen. Teilweise war es mir aber zu seicht und die Konfliktlösung ein wenig einfach.
Das lag zum Teil auch an der Welt der Magie, die grundsätzlich interessant gestaltet war, es den Figuren aber manchmal auch sehr leicht gemacht hat. So ist es beispielsweise möglich, Gegenständig winzig klein geschrumpft mit sich zu führen und sie bei Bedarf einfach wachsen zu lassen. So kann einfach alles mitgenommen werden und ist in der Gefahrensituation sofort zur Hand…

Es handelt sich um einen Einzelband, wobei das Ende sehr abrupt kam.

Fazit

Am Anfang mochte ich das Buch total gern. Die ständigen Streitereien zwischen Alana und Darius haben mir gut gefallen und auch die Veränderung, die beide durchmachen, ist dank der wechselnden Ich-Perspektiven nachvollziehbar. Leider verändert sich die Chemie zwischen den beiden im Verlauf so sehr, dass das, was mir anfangs so gut gefallen hat, komplett verloren geht. Dennoch habe ich das Buch gern gelesen, da die oftmals spannende und dramatische Handlung einige Wendungen zu bieten hat.

Veröffentlicht am 01.02.2020

wird mit der Zeit richtig spannend (4,5)

Shadowscent - Die Blume der Finsternis
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Um ihrem kranken Vater zu helfen, lässt sich die junge Rakel auf einen gefährlichen Handel ein, der letztlich dazu führt, dass sie in der Nähe ist, als der Kronzprinz verletzt wird. Rakel wird zur Tatverdächtigen ...

Um ihrem kranken Vater zu helfen, lässt sich die junge Rakel auf einen gefährlichen Handel ein, der letztlich dazu führt, dass sie in der Nähe ist, als der Kronzprinz verletzt wird. Rakel wird zur Tatverdächtigen und ausgerechnet Ash, der Leibwächter des Prinzen, ist ihre einzige Chance, ihre Unschuld zu beweisen…

Ich hatte am Anfang ein paar Schwierigkeiten, mich in die Geschichte hineinzufinden. Da es zunächst nur wenig Erklärungen gibt, habe ich mich in die fremde Welt gestoßen gefühlt, in der ich so vieles nicht verstanden habe und nicht zuordnen konnte. Ein Glossar und vor allem eine Karte, um den Weg der Figuren nachzuverfolgen und die Aufteilung des Landes nachvollziehen zu können, wären hilfreich gewesen. Vieles erklärt sich im Verlauf, teilweise aber auch erst sehr spät. Anderes bleibt noch offen. Dennoch konnte mich die Welt, die voller verborgener Magie, ungewöhnlicher Landschaften und gefährlicher Bewohner steckt, nach und nach für sich einnehmen. Die bildhaften Beschreibungen machen es leicht, sich die ideenreichen Wesen und unterschiedlichen Menschen vorzustellen.

Je weiter die Geschichte voranschreitet, desto weniger Gedanken habe ich mir über die offenen Fragen zum Weltenaufbau gemacht, weil mich die Handlung so gefesselt hat. Rakel ist eine sympathische, toughe Protagonistin mit einer sehr feinen Nase, welche ihr zwar manche Tür öffnet, sie aber genauso in Schwierigkeiten bringt. Sie setzt sich mutig für ihre Ziele ein, rennt aber nicht kopflos ins Ungewisse. Zusammen mit Ash begibt sie sich auf eine gefährliche Reise, auf der sie immer neue Herausforderungen erwarten. Die Zeit drängt, die Spannung steigt, die Dramatik nimmt zu.
Auch Ash ist ein toller Charakter, der mir trotz seiner geheimnisvollen Art schnell sympathisch war. Er ist seinem Prinzen loyal verbunden und setzt sich für dessen Wohl auch über Befehle hinweg. Abwechselnd schildern die beiden die Ereignisse in der Ich-Perspektive und geben dabei jeweils Einblicke in ihre Gedanken und Gefühle.

Als die zwei aufeinanderstoßen, kennen sie sich nicht. Sie haben keinen Grund, einander zu vertrauen. Nur ein gemeinsames Ziel verbindet sie. Die beschwerliche Reise bringt sie näher zusammen. Diese langsame Annährung, die aufgrund von aufkommenden Zweifeln und im Kampf notwendigem Vertrauen immer wieder für ein emotionales Hin und Her sorgt, welches auch dank der Perspektive gut nachvollziehbar ist, hat mir gut gefallen.

Das Ende ist ein Cliffhanger, der mich neugierig auf Teil 2 zurücklässt.

Fazit

Der Einstieg in die Geschichte ist aufgrund des von vielen fremden Begriffen und Begebenheiten geprägten Weltenentwurfes, der zunächst nur dürftig erklärt wird, etwas holprig. Doch je weiter die Handlung voranschreitet, desto mehr nimmt das Erzähltempo und damit auch die Spannung zu. Rakel und Ash haben die Zeit im Nacken und immer neue unerwartete Gefahren vor Augen. Die Dramatik steigt immer weiter an, sodass ich das Buch zuletzt kaum noch aus der Hand legen konnte. Am Ende bleibt noch vieles offen.
Vermisst habe ich eine Karte, um die Aufteilung des Reiches sowie den Reiseweg besser zu verstehen.

Aufgrund des Einstiegs vergebe ich keine volle Punktzahl, obwohl mich die Geschichte am Ende total begeistert hat.

Veröffentlicht am 01.02.2020

spannendes Stadt-Abenteuer – aber insgesamt ein wenig zu rosig

Käthe, Band 1: Der Gorilla-Garten
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Käthe zieht vom Land in die Stadt. Dadurch ändert sich für das Mädchen vieles: neues Haus, neue Schule, neue Freunde. Käthe ist gespannt, was sie erwartet und überrascht, was es in der Großstadt alles ...

Käthe zieht vom Land in die Stadt. Dadurch ändert sich für das Mädchen vieles: neues Haus, neue Schule, neue Freunde. Käthe ist gespannt, was sie erwartet und überrascht, was es in der Großstadt alles zu entdecken gibt.

Optik

Optisch gefällt mir das Buch sehr gut. Es ist etwas größer als A5 und weist eine verhältnismäßig große Schrift auf. Die Geschichte ist mit zahlreichen bunten Illustrationen versehen, welche sich mal klein in den Text einfügen oder eine ganze Seite einnehmen. Ich finde die Zeichnungen sehr gelungen, alles wirkt fröhlich und sympathisch. Käthes verschiedenen Stimmungen sind durch ihre Gesichtsausdrücke super eingefangen.

Gelungen ist auch die Mischung an Figuren mit unterschiedlichstem Aussehen. Besonders gefällt mir der riesige, bärtige „Rocker“, der sein winziges Kätzchen schmust. Auch inhaltlich wird mit vielen Klischees gebrochen. Die Mutter fährt, während der Vater mehr recht als schlecht die Karte liest. Papa und Käthe sind die Träumer, während Mama einfach fix zur Bohrmaschine greift…

Geschichte

Käthe ist aufgeregt wegen des Umzuges. Sie ist traurig, ihre Oma und deren Apfelhof sowie ihre Freunde zu verlassen, freut sich aber auch auf alles Neue, was sie erwartet.
Die Art, wie Käthe ihre Umgebung entdeckt, fand ich gelungen. Da sie sich noch nicht gut auskennt, darf sie sich zunächst nur im direkten Umkreis des neuen Hauses bewegen, bevor sie ihren Bewegungsradius erweitert. Aber auch hier inspiziert Käthe schon alles ganz genau, jeden Baum und kleinen Laden. Dabei gibt sie allen Dingen gern kindgerechte käthemäßige Namen, die die Dinge 1 zu 1 beschrieben – denn die Grundschülerin ist die Ich-Erzählerin der Geschichte.
Dadurch bekommt man auch einen Einblick in Käthes Gefühlsleben – ihre Gewissenbisse beispielsweise, als sie etwas Unüberlegtes tut, was sie später wieder gutmachen will.
Insgesamt liest sich der Text sehr gut, anschaulich und kindgerecht. Allerdings waren mir die Wortkreationen an einigen Stellen etwas zu viel, zumal Käthe – die eigentlich ganz anders heißt – von ihren Eltern dann auch noch mit Käthemädchen angesprochen wird.

Käthe findet sich schnell in der neuen Umgebung zurecht. Sie entdeckt Dinge, die sie vom Land kennt, findet aber auch große Unterschiede zwischen Stadt- und Landleben. Dank der Weisheiten ihrer Großmutter lässt sie auch ihre Klassenkamerad/innen am Landleben teilhaben.
Auch neue Freunde zu finden, stellt für Käthe keine Schwierigkeit da.
Und – so paradox das klingen mag – ein wenig hat mich dies gestört, weil alles so einseitig toll ist. Käthe hat keinerlei Schwierigkeiten. Alle sind nett zu ihr (außer dem griesgrämigen Nachbarn vielleicht) und alles läuft von Anfang an großartig. Mir fehlt da ein Gegenpol. Die Traurigkeit über den Abschied, die zwar am Anfang genannt wird, ist komplett vergessen. Problemchen, die entstehen könnten, werden im Keim erstickt. Alles ist einfach käthemäßig fantastisch.

Da dies ein Reihenauftakt ist, wird Käthe vermutlich noch weitere Abenteuer in der Großstadt erleben. Vielleicht sind diese dann etwas vielschichtiger.

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