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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 30.11.2019

spannender, immer wieder überraschender Auftakt

One True Queen, Band 1: Von Sternen gekrönt (Epische Romantasy von SPIEGEL-Bestsellerautorin Jennifer Benkau)
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Mailin lebt mit ihrer Mutter und ihrer im Koma liegenden Schwester in Irland. Doch plötzlich befindet sie sich in einer fremden Welt, in der an jeder Ecke ungeahnte Gefahren lauern. Eine davon ist der ...

Mailin lebt mit ihrer Mutter und ihrer im Koma liegenden Schwester in Irland. Doch plötzlich befindet sie sich in einer fremden Welt, in der an jeder Ecke ungeahnte Gefahren lauern. Eine davon ist der mysteriöse Fremde, dem Mailin bei ihrer Ankunft begegnet. Aber die größte Schwierigkeit steht Mailin noch bevor, denn sie soll die Königin dieses Landes werde. Dabei will sie doch nichts mehr, als einfach wieder nach Hause zu gelangen…

Aufgrund des traumhaften Covers und der vielen positiven Stimmen wollte ich dieses Buch gern lesen, ohne genau zu wissen, worum es eigentlich geht. Am Anfang hatte ich ein paar Schwierigkeiten in die Geschichte hineinzufinden. Ich mochte den Start in der realen Welt, in der Mailin sich für ihre im Wachkoma liegende Schwester einsetzt. Der plötzliche Sprung in die Fantasywelt kam für mich dann sehr abrupt und ich habe einige Kapitel gebraucht, mich in dieser neuen, magischen Welt mit ihren fremden Wesen und komplizierten Regeln zurechtzufinden. Dabei habe ich bis zuletzt das Clansystem der Magier nicht komplett durchschaut. Und auch darüber hinaus bleiben für mich noch ein paar Fragen offen.

Dennoch entwickelt sich eine interessante Story, die umso spannender wird, je weiter das Buch voranschreitet. Es fiel mir schwer, vorherzusehen, in welche Richtung sich das Geschehen entwickelt, sodass die Handlung mich immer wieder überraschen konnte. Nicht nur ungewöhnliche, ideenreiche Wesen bereiten Mailin Schwierigkeiten, auch die teils undurchsichtigen Charaktere, die sie täuschen, um eigene Interessen zu verfolgen, sorgen für unerwartete Wendungen. Am Ende wird das Geschehen immer temporeicher und dramatischer, allerdings auch ein wenig wild und undurchsichtig.
Dank des Cliffhangers bleibt die weitere Entwicklung komplett offen.

Mailin hat mir als Protagonistin gut gefallen. Sie ist vorlaut und mutig, agiert teilweise aber auch etwas hitzig. Die 17-jährige ist die Ich-Erzählerin der Geschichte und gibt dadurch intensive (manchmal zu ausführliche) Einblicke in ihre Gedanken und Gefühle. Ihre Gedanken zu kennen, hilft allerdings nicht immer, sie auch zu verstehen: So konnte ich die Faszination für den fremden jungen Mann, der sie zwar nach ihrer Ankunft in Lyaskye rettet, sich sonst aber nicht gerade freundlich verhält, anfangs nicht nachvollziehen. Letztlich mochte ich die sich entwickelnde Liebesgeschichte, die ein zentraler Aspekt der Handlung wird, allerdings.
Schade ist, dass einige Figuren, die eigentlich eine wichtige Rolle spielen, noch sehr blass bleiben. Vielleicht ändert sich dies in Teil 2. Ich bin auf jeden Fall gespannt, wie es weitergeht.

Fazit

Der Wechsel von der realen Welt in das ungewöhnliche, ideenreiche Lyaskye hat mir anfangs einige Schwierigkeiten bereitet, aber je weiter die Handlung voranschreitet, desto mehr konnte mich die spannende, aber auch gefühlvolle Geschichte fesseln. Der flüssige, anschauliche Schreibstil trägt seinen Teil dazu bei.
Allerdings bleiben noch einige Fragen und Handlungsstränge offen, sodass ich gespannt bin, wie es weitergeht.

Veröffentlicht am 08.11.2019

für mich schwächer als Teil 1

Prinzessin undercover – Enthüllungen
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Achtung: 2. Band, inhaltliche Spoiler zum Vorgänger vorhanden

Das Alter der Figuren ist mir bereits im ersten Band ein wenig aufgestoßen, weil sie mit ihren 14/15 Jahren so riesige Leistungen vollbringen. ...



Achtung: 2. Band, inhaltliche Spoiler zum Vorgänger vorhanden

Das Alter der Figuren ist mir bereits im ersten Band ein wenig aufgestoßen, weil sie mit ihren 14/15 Jahren so riesige Leistungen vollbringen. Leider wurde dies für mich in diesem Band nochmal mehr ein Problem: Wir erleben in diesem Buch eine Gruppe 15-jähriger Teenager, die actionreiche Kämpfe bestreiten und komplexe Verschwörungen aufdecken, obwohl sie sich im Kontakt untereinander sehr oft sehr kindlich, naiv und impulsiv verhalten. Für mich ergibt sich hierbei leider kein rundes Bild von den Charakteren.

Genauso ist es schwer, das Verhältnis der unterschiedlichen Figuren zueinander wirklich einzuschätzen. Wer wen in welcher Art mag, bleibt in den meisten Fällen sehr offen, denn nahezu alle Dialoge und Interkationen stecken voller Anspielungen, die aber nicht weiter ausgeführt oder aufgeklärt werden.

Neben dem Kampf gegen Leviathan ist ein zentrales Thema dieses Buches die Frage nach der eigenen Herkunft und die Suche nach sich selbst. Bei einigen Figuren fand ich dies gut gelöst. Aber gerade Lotties Geschichte war mir zu konstruiert und sie macht insgesamt ein zu großes Ding draus. Sie hat für sich Erkenntnisse gewonnen, die sie unbedient auch auf die Probleme anderer übertragen muss – ob es nun zur Situation passt oder nicht.

Insgesamt zieht sich das Buch für mich dann leider etwas. Die Rätsel, die die Kids zu lösen haben, um den mysteriösen Ereignissen auf die Spur zu kommen, sind zwar spannend, aber es gibt zu viel Nebenhandlung, zu viele kleine Konflikte und Dramen, die immer wieder ablenken. Zudem bekommt die Geschichte eine unnötig übersinnliche Note.

Das Ende ist wieder sehr offen.
Die Reihe soll wohl fünfbändig werden. Zwar interessiert mich, wie die Geschichte ausgeht, da ich aber mit dem Auftreten der Figuren nicht so richtig warm werde und mir die Längen etwas viel sind, bin ich noch unentschlossen, ob ich weiterlesen werde.

Fazit

Eine Gruppe Kids gegen einen übermächtigen Gegner – in Jugendbüchern ja absolut nicht ungewöhnlich, aber für mich passt die Art, wie die Charaktere sich oft präsentieren und das, was sie plötzlich zu leisten imstande sind, oft nicht zusammen. Zudem steckt die ganze Geschichte so voller Andeutungen, dass die Figurenbeziehungen untereinander sehr schwammig bleiben. Lauter kleine Nebenkonflikte drücken die eigentlich spannende, intrigenreiche Haupthandlung.

Veröffentlicht am 08.11.2019

witzig, spannend, pink

Prinzessin undercover – Geheimnisse
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Ellie ist eine Prinzessin, die darum gekämpft hat, auf eine normale Schule zu gehen. Eigentlich soll niemand von ihrer Identität erfahren. Hart gearbeitet hat auch Lottie, um im Internat Rosewood Hall ...

Ellie ist eine Prinzessin, die darum gekämpft hat, auf eine normale Schule zu gehen. Eigentlich soll niemand von ihrer Identität erfahren. Hart gearbeitet hat auch Lottie, um im Internat Rosewood Hall angenommen zu werden. Von teuren Kleidern und Prinzen kann sie nur träumen.
Die beiden teilen sich ein Zimmer und als bekannt wird, dass sich im Internat eine Prinzessin aufhält, geraten beide in ein ziemliches Chaos hinein.

Die beiden Mädchen sind super unterschiedlich und waren mir schnell sympathisch. Ellie ist dickköpfig, rebellisch und chaotisch. Die strengen Regeln, die das Prinzessinnensein mit sich bringt, missachtet sie gern.
Lottie hingegen ist ordentlich, fleißig und liebt alles, was pink ist. Eigentlich agiert sie sehr durchdacht und organisiert, allerdings lässt sie sich sehr von der Situation mitreißen. Nicht immer konnte ich ihre Entscheidungen ganz nachvollziehen.

Grundsätzlich hat mir das Buch viel Spaß gemacht. Dennoch hat mich das Alter der Figuren ein klein wenig gestört. Mit 14/15 sind sie noch arg jung und verhalten sich auch oft so. Entscheidungen werden naiv und impulsiv getroffen. Es wird gezofft und geschwärmt. Andererseits müssen die Teenager aber auch riesige Probleme bewältigen und vollbringen für ihr Alter unglaubliche Taten. Wären sie zwei, drei Jahre älter gewesen, hätte ich einige der Begebenheiten als realistischer empfunden.
Auch darüber hinaus gab es für mich ein paar Unstimmigkeiten im Prinzessinen-System.

Dennoch konnte mich die Geschichte durchaus fesseln, schließlich gibt es einige Geheimnisse zu lüften. Neben den Figuren, die sich ganz klar der Seite der Guten zuordnen lassen, gibt es einige Mitschüler, die durch verdächtiges Verhalten auffallen. Es ist schwierig, ihre Absichten zu durchschauen, sodass es im Verlauf zu einigen Überraschungen bezüglich der Handlungsmotive kommt.

Am Ende sind zwar einige Geheimnisse gelüftet, es bleiben aber noch einige Fragen offen.

Fazit

Angenehmer Schreibstil, sympathische Figuren, witzig-mysteriöse Geschichte zum Miträtseln. Insgesamt habe ich das Buch gern gelesen und bin gespannt, wie es weitergeht. Nicht jeder Entscheidung der jungen Protagonisten war für mich immer ganz nachvollziehbar. Teilweise fand ich auch, dass sie für ihr junges Alter zu viel bewältigen können (und müssen).

Veröffentlicht am 14.10.2019

nicht ganz so fesselnd wie Band 1

Die letzte Königin - Das Feuer erwacht
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Achtung: 2. Band. Rezension enthält Spoiler zum Vorgänger
Vorwissen ist zum Verständnis der Handlung definitiv notwendig.

Ich mochte den ersten Band zwar total gern, hatte nun, nach einem halben Jahr, ...

Achtung: 2. Band. Rezension enthält Spoiler zum Vorgänger
Vorwissen ist zum Verständnis der Handlung definitiv notwendig.

Ich mochte den ersten Band zwar total gern, hatte nun, nach einem halben Jahr, aber etwas Bedenken, ob mir aufgrund der Vielzahl an beteiligten und intrigierenden Personen der Anschluss problemlos gelingen würde. Letztlich enthält dieser Band aber auf den ersten Seiten, eingebunden in die neue Handlung, nahezu alle wichtigen Details, die man zum Verständnis braucht. Nur hin und wieder konnte ich erwähnte Figuren nicht direkt zuordnen. Eine Übersicht über die Charaktere, ihre Herkunft oder Fähigkeiten sucht man leider vergeblich.

Die große Menge an Charakteren, Namen und Zugehörigkeiten erfordert auch in diesem Band viel Aufmerksamkeit. Nachdem Kalinda anfangs noch mit ihrer kleinen Gruppe unterwegs ist, muss sie sich in der Folge vielen neuen Personen stellen.
Eine große Schwierigkeit dabei ist, dass sie nie weiß, wem sie trauen kann. Spielen ihr ihre Gegner Infos zu, um sie zu täuschen oder verbirgt sich hinter ihnen ein Komplize, der tatsächlich helfen möchte? Viele der Charaktere erzeugen durch ihr Verhalten nicht nur bei Kalinda Misstrauen, es ist schwer, hinter ihre Fassade zu schauen. So konnte mich die Handlung mehrfach damit überraschen, wer Kalinda plötzlich unterstützt oder ihr das Leben schwer macht.

Abwechselnd schildern Kali und Deven das Geschehen aus der Ich-Perspektive, wodurch ein guter Überblick über die Handlung an verschiedenen Orten geschaffen wird. Der Schreibstil ist sehr anschaulich, sodass die Handlungsorte, sowie Flora und Fauna lebendig werden.

Obwohl die Geschichte insgesamt spannend ist und voller Dramatik und Gefühl steckt, konnte mich dieser Band nicht ganz so stark fesseln wie der Vorgänger. Manche Passagen zogen sich etwas, teilweise schildern die Figuren recht ausführlich ihre Gedanken und Gefühle, sodass sie in ihrem Handeln ins Stocken geraten. Gerade in Kalis Handlungsstrang gibt es ein paar unnötige Wiederholungen. Obwohl ich die junge Frau, die mutig für ihre Freunde und ihr Volk kämpft, eigentlich mag, empfand ich sie in Bezug auf einen Aspekt als anstrengend. Ihr Wanken und Zaudern war unnötig, zum Glück fängt sie sich aber wieder.

Nach einer dramatischen Wendung sind nicht nur diejenigen liebgewonnen Figuren, die die bisherigen Kämpfe überstanden haben, in Gefahr. Das Schicksal aller bleibt am Ende völlig offen. Ich bin zwar neugierig auf den dritten Band, aber auch etwas skeptisch, wie diese neue, übermächtige Gefahr auf sinnvollem Weg gebannt werden soll.

Fazit

Obwohl der Einstieg dank entsprechender Rückblicke nicht so schwer fällt, wie erwartet, ist der Funke trotzdem nicht komplett übergesprungen. Zwar ist die Geschichte aufgrund vieler undurchsichtiger Figuren von Beginn an spannend und kann mit jeder Menge Gefühl und Dramatik punkten, es gibt aber auch ein paar Abschnitte.

Veröffentlicht am 05.10.2019

tolle Naturbeschreibungen, Handlung überzeugt nicht komplett

Tage wie Seeglas
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Liz zieht von Berlin auf die (fiktive) Ostseeinsel Fährlangen, um dort in einem Laden für Surfbedarf zu arbeiten. Mit dem gleichaltrigen Besitzer Dan versteht sie sich gut. Und obwohl ihr die Seeluft und ...

Liz zieht von Berlin auf die (fiktive) Ostseeinsel Fährlangen, um dort in einem Laden für Surfbedarf zu arbeiten. Mit dem gleichaltrigen Besitzer Dan versteht sie sich gut. Und obwohl ihr die Seeluft und der räumliche Abstand gut tut, zerren die Schatten der Vergangenheit an ihr, die es Liz schwer machen, sich voll und ganz auf das neue Leben, welches sich ihr bietet, einzulassen.

Ich bin selbst am Meer aufgewachsen, wohne nun aber leider in einer sehr wasserarmen Gegend. Die Ostsee fehlt mir, daher mag ich atmosphärische Inselromane. Dieser Aspekt hat mir an „Tage wie Seeglas“ auch wirklich gut gefallen. Die Naturbeschreibungen, die beruhigende Wirkung des Wassers, der Duft des Meeres…

Ansonsten konnte mich die Story aber leider nicht komplett überzeugen.
Beide Figuren haben in den letzten Jahren schwere Schicksalsschläge erlebt, die sie nach wie vor arg belasten. Es kommt also schon von vornherein viel Drama zusammen – vielleicht zu viel?
Liv und Dan fällt es schwer, sich zu öffnen. Sie freunden sich zwar an, lassen aber lange nicht mehr Nähe zu. So plätschert die Geschichte insgesamt sehr vor sich hin, bis unausweichlich die alten Dramen zu neuen führen. Aber obwohl beide so emotionsgeladen sind, kamen die Gefühle nicht so richtig bei mir an. Dies mag auch an dem Schreibstil gelegen haben, da viele der Ereignisse eher nüchtern zusammengefasst werden.

Und auch sonst hatte ich mit dem Erzählstil meine Probleme, weil ich diesen nicht so richtig zu greifen bekommen habe. Es wirkt, als würden die Erlebnisse abwechselnd aus der personalen Sicht der zwei Hauptfiguren geschildert. Abwechselnd gibt es auch Einblicke in ihre Gedanken und Gefühle. Mehrfach wird diese Erzählweise allerdings durchbrochen, wenn beispielsweise die eigentlich gerade „aktive“ Figur einschläft, aber dennoch weitergeschildert wird, was um sie herum passiert.
Trotz der Einblicke in die Gefühlswelt der Figuren habe ich mich dabei auf Distanz gehalten gefühlt, sodass es mir nicht so recht gelungen ist, mich in die Charaktere einzufühlen.

Gut gefallen hat mir Dans liebenswerte, schräge Familie, die Liv, kaum dass sie in Dans Laden angefangen hat, quasi adoptiert, in ihre Familienaktivitäten einbezieht und kompromisslos unterstützt.

Fazit

Die Naturbeschreibungen haben mir sehr gut gefallen. Liv zieht vom grauen Berlin auf eine kleine Ostseeinsel und lernt Meer und Natur sehr zu schätzen. Diese ganze Inselstimmung wird gut eingefangen. Ansonsten ist die Geschichte allerdings etwas zäh und plätschert lange vor sich hin, weil die Figuren sehr viel mit ihren eigenen Sorgen beschäftigt sind, bevor dann ein vorhersehbares Ereignis eintritt, das in meinen Augen arg überdramatisiert wird. Mir ist es trotz der eigentlich bewegenden Schicksale der Charaktere bis zuletzt nicht wirklich gelungen, mich in die Figuren einzufühlen.