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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.07.2023

Da lief es mir kalt den Rücken hinunter...

Lupus Noctis
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Lupus Noctis war das erste gemeinsame Buch von Melissa C. Hill und Anja Stapor und nachdem ich Tristan Mortalis von ihnen gelesen habe, musste ich mir dieses Buch auch einfach schnappen.

Ich lese supergerne ...

Lupus Noctis war das erste gemeinsame Buch von Melissa C. Hill und Anja Stapor und nachdem ich Tristan Mortalis von ihnen gelesen habe, musste ich mir dieses Buch auch einfach schnappen.

Ich lese supergerne Spannung und Jugendliche, die in einem unheimlichen, stillgelegten Bunkerkrankenhaus festsitzen: Das klang gut!

Ich kann euch verraten: Das Lesen hat mir unglaublich viel Spaß gemacht, denn es ist gleichermaßen spannend und teilweise auch ganz schön gruselig. Und ich bin von Spannung auch einiges gewohnt… Aber es gab da so einige Stellen, da hab ich lieber noch mal die Decke ein wenig enger um mich geschlungen, weil mir ein Schauer über den Rücken lief.

Denn die Stimmung im Bunker, die wachsende Panik und auch das Misstrauen der Jugendlichen untereinander, das haben die Autorinnen mit Lupus Noctis ganz hervorragend eingefangen. Ich hatte beinahe das Gefühl, sie hätten so eine Situation selbst erlebt. Nie konnte ich mir sicher sein, wirklich alle Informationen zu besitzen. Zwar wird die Geschichte wechselnd aus den unterschiedlichen Perspektiven erzählt, aber gefühlt spielen alle noch mal ein eigenes Spiel.

Und die Charaktere selbst sind neben ihrer Unzuverlässigkeit auch nicht alle gleichermaßen sympathisch. Doch woher weiß ich als Leserin, ob die Figur, der ich hier gerade halbwegs vertraue, mich nicht auch am Ende wieder auf den Holzweg führen wird?

Melissa C. Hill und Anja Stapor haben mit Lupus Noctis wirklich einen außerordentlich spannenden Jugendthriller geschrieben, den ich gespannt und mit einem leichten Schauern verschlungen habe. Eine richtige gute und süchtig machende Mischung irgendwie…

Veröffentlicht am 21.07.2023

Spannende und faszinierende Geschichte

Gameshow – Der Preis der Gier
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Ich liebe Dystopien und schon recht früh wurde ich auf Gameshow – Der Preis der Gier von Franzi Kopka aufmerksam. Das versprach, eine gute Story zu werden!

Und tatsächlich hat mich die Geschichte rund ...

Ich liebe Dystopien und schon recht früh wurde ich auf Gameshow – Der Preis der Gier von Franzi Kopka aufmerksam. Das versprach, eine gute Story zu werden!

Und tatsächlich hat mich die Geschichte rund um Cass sehr schnell in ihren Bann gezogen. Gameshow ist spannend und mitreißend, das Setting rau und ein wenig kaputt, aber das passt alles gut zusammen. Einige der Elemente in der Geschichte werden erfahrenen Dystopie-Fans aus erfolgreichen Büchern wie natürlich Panem, oder Die Bestimmung bekannt sein. Aber für mich war das, bis auf eine Szene (ich sag nur Beerdigung) völlig ok, weil Franzi Kopka daraus etwas eigenes gemacht hat. Nur diese eine Szene war mir in ihrer gesamten Bedeutung dem „Original“ zu ähnlich .

Die Autorin hat eine furchteinflößende, aber auch irgendwie faszinierende Welt erschaffen, in die ich mich sehr leicht hineinversetzen konnte. Das System mit den Wetten, den unterschiedlichen Klassen und den Coins ist durchdacht und nachvollziehbar gestaltet. Es geht viel um Moral und die Frage, wie weit wir zu gehen bereit wären.

Am Ende bleiben noch so einige lose Enden und Geheimnisse offen, aber zum Glück ist die Fortsetzung ja schon am Horizont erkennbar. Das macht das Warten etwas einfacher.

Wenn ihr gerne Dystopien lest, dann schaut euch den ersten Band von Gameshow von Franzi Kopka unbedingt an. Es geht um das Hinterfragen der bekannten Welt, Liebe, Freundschaft und natürlich auch Verrat und das hat in der Mischung so viel Spaß gemacht beim Lesen! Ich bin jetzt schon so gespannt, auf Band zwei und werde die Fortsetzung auf jeden Fall auch lesen!

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  • Cover
Veröffentlicht am 28.06.2023

Einfühlsam und humorvoll erzählt

Goldkehlchen – Erinnerungen voller Lieder
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Adriana Popescu schreibt Geschichten, die im Herzen verankert bleiben. Daher habe ich mich auch schon auf Goldkehlchen gefreut, was ich mir pünktlich zum Erscheinen gekauft habe. Allerdings hätte ich nicht ...

Adriana Popescu schreibt Geschichten, die im Herzen verankert bleiben. Daher habe ich mich auch schon auf Goldkehlchen gefreut, was ich mir pünktlich zum Erscheinen gekauft habe. Allerdings hätte ich nicht damit gerechnet, dass es SO bewegend wird.

In Goldkehlchen geht es um einen Demenzchor. Jung und Alt treffen aufeinander. Eine Krankheit, mit der sicherlich sehr viele Menschen schon auf die ein, oder andere Art Kontakt hatten, steht im Fokus. Eine Krankheit, die noch dazu vielen Menschen Angst macht. Aber generell ist auch Altern kein Thema, was in unserer Gesellschaft viel Raum bekommt, der nicht bewertet wird.

Es war zu Beginn tatsächlich gar nicht so leicht, mich auf die Geschichte einzulassen. Aber eher, weil auch ich schon meine Berührungspunkte mit Altern und Demenz hatte und habe. Denn Adriana Popescu erzählt die Geschichte der Goldkehlchen auf eine so einfühlsame, ernste und gleichzeitig auch humorvolle Art und Weise… Ich kann das kaum angemessen in Worte fassen. Es ist wertfrei und dennoch auf eine Art aufzeigend. Es ist emotional, aber nicht kitschig. Die Autorin legt eine breite Palette an Gefühlen, Gedanken und Empfindungen schonungslos offen und bittet uns, all das zuzulassen und zu fühlen.

Diese Geschichte hat mich, je weiter die Seiten dahingeflogen sind, immer mehr mitgenommen. Immer stärker wurde der Kloß im Hals und zum Schluss habe ich so stark mitgefühlt, dass ich ganz schön blinzeln musste.

Der Respekt vor dem Alter war insgesamt neben der Demenz ein wirklich wichtiges Kernthema und ich bin mir sicher, jeder Leserin kann aus dem Roman etwas mitnehmen. Das Buch hat so viele kleine und größere Botschaften, das kann man kaum überhören. Das Goldkehlchen von Adriana Popescu hat mich tief bewegt und berührt. Diese Geschichte wird noch lange nachwirken und ist schon jetzt eins meiner Lesehighlights in diesem Jahr!

  • Einzelne Kategorien
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.06.2023

Ich wurde positiv überrascht!

Catching Feelings
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Von Kira Licht habe ich bisher nur Fantasy gelesen, daher habe ich mir sehr auf ihre New Adult-Romance Catching Feelings gefreut. Insgesamt doch ziemlich kitschig, so mein erster Eindruck…

Tatsächlich ...

Von Kira Licht habe ich bisher nur Fantasy gelesen, daher habe ich mir sehr auf ihre New Adult-Romance Catching Feelings gefreut. Insgesamt doch ziemlich kitschig, so mein erster Eindruck…

Tatsächlich wurde ich dann sehr schnell positiv überrascht! Kira Licht hat nämlich so einige ernstere Töne in das Buch eingebunden. Der Tier- und Umweltschutz ist ihr thematisch sehr wichtig.

Auch das Setting in Alaska hat mich total überzeugt. Ich hatte das Gefühl, ich wäre in Catching Feelings vor Ort dabei und würde dieses besondere Fleckchen Erde selbst erkunden.

Lys als Protagonistin war mir allerdings an einen Stellen nicht greifbar genug. Ich hätte mir noch ein paar mehr Familienszenen gewünscht, um das Thema besser „aufarbeiten“ zu können, da es ja nicht unwichtig für die Geschichte ist. Grundsätzlich aber ein erwachsener Zug von ihr, für die Fehler ihres jüngeren Ichs einzustehen.

Zane war mir mit seiner Haltung und seinem Aktivismus sehr sympathisch. Auch der Moment, wo es sich bei ihm so ein wenig dreht und er beginnt, Strukturen zu hinterfragen. Ich will da jetzt nicht spoilern, aber auch diese Entwicklung fand ich bemerkenswert auf dem Weg zu noch mehr Reife.

Hin und wieder hat die Geschichte für mich einige Längen entwickelt, die sich aber dennoch insgesamt gut weggelesen haben. Dafür war mir das Ende von Catching Feelings dann wieder etwas zu schnell erzählt. Da hätten es gerne noch ein paar mehr Details und „Fülle“ für ein runderes Gefühl sein dürfen. Nichtsdestotrotz hat mich Catching Feelings von Kira Licht wirklich positiv überrascht, gut unterhalten und in einigen Teilen auch zum Nachdenken angeregt.

Veröffentlicht am 12.06.2023

Spannender Abschluss!

The Arc (The Loop 3)
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Wenn ihr The Arc von Ben Oliver lesen wollt, dann solltet ihr zuerst zu The Loop und The Block greifen. Die Bücher hängen alle zusammen und ohne die vorigen Bände versteht man Band 3 nicht. Da ich Band ...

Wenn ihr The Arc von Ben Oliver lesen wollt, dann solltet ihr zuerst zu The Loop und The Block greifen. Die Bücher hängen alle zusammen und ohne die vorigen Bände versteht man Band 3 nicht. Da ich Band 1 und 2 quasi inhaliert habe, war meine Vorfreude auf The Arc schon länger sehr groß, denn ich wollte auch unbedingt wissen, wie alles endet.

Der Einstieg in The Arc war erst gar nicht so leicht, da es nun doch schon einige Zeit her ist, dass ich die vorigen beiden Bände gelesen habe. Auch an die Erzählstimme musste ich mich erst mal gewöhnen, aber dann hat mich recht schnell wieder der bekannte Sog dieser Dystopie gepackt.

Die Wendungen und teilweise unvorhersehbaren Entwicklungen haben mich mitgerissen und schockiert. Ach, das Lesen hat einfach Spaß gemacht!

An einigen Stellen hat Luka mich allerdings auch ziemlich fuchsig gemacht, weil er plötzlich einfach einschläft, oder vor sich hin sinniert, während quasi um ihn herum die Welt untergeht. Junge, TU WAS!

In der Mitte gab es kleinere Längen, die sich aber rasch überlesen ließen, denn ich habe mitgefiebert und war wirklich neugierig, wie sich nun alle Fäden entwirren. Das Ende ist nicht ganz so, wie ich mir das gedacht habe. Da ich nicht spoilern möchte, kann ich euch hoffentlich wenigstens beruhigen: Ich bin damit jetzt völlig fein!

Insgesamt ist die spannende Geschichte von The Arc und überhaupt die ganze Trilogie rund um den Loop von Ben Oliver für Dystopie-Fans aber sehr zu empfehlen!