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Veröffentlicht am 30.03.2022

Und Herzen brechen doch...

Summer of Hearts and Souls
1

Herzen können nicht brechen, sie haben ja keine Knochen. Diese Erfahrung haben Samson und Beyah beide schon gemacht. Wie es scheint, auf ganz unterschiedliche Weise. Denn Beyah ist arm seit sie denken ...

Herzen können nicht brechen, sie haben ja keine Knochen. Diese Erfahrung haben Samson und Beyah beide schon gemacht. Wie es scheint, auf ganz unterschiedliche Weise. Denn Beyah ist arm seit sie denken kann, wuchs bei einer drogensüchtigen Mutter auf und erfuhr schon früh, dass andere sie verachten für die Person, welche sie ist. Auch Samson wird sie nicht anders sehen, dass beweist bereits ihr erstes Zusammentreffen auf der Fähre, die Beyah für die Dauer des Sommers zu ihrem Vater bringt. Denn Samson hat Geld, Samson ist beliebt, Samson interessiert sich nicht für sie.
Doch je mehr Zeit Beyah bei ihrem Vater, mit ihrer neuen Steifschwester und zwangsläufig auch ihrem Nachbarn Samson verbringt, desto klarer wird ihr, dass man Menschen nicht von Anfang an in eine Schublade stecken sollte. Und so lässt sie Samson näher an sich heran, als sie es je einem anderen Menschen erlaubt hat. Ob er ihr im Gegenzug sein Geheimnis verraten wird?
„Was ist es, das ihn zu dem einzigen Menschen macht, den ich jemals auf diesem Planeten getroffen habe, über den ich mehr wissen will?“

Klar ist ihnen beiden von Anfang an, dass der gemeinsame Sommer sie verändern wird. Aber ebenso klar ist auch, dass mit dem Ende des Sommers jegliche Art von Gefühlen, die zwischen ihnen bis dahin entstanden sein könnten, ihr Ende finden werden…

„Keine Angst, Beyah. Herzen haben keine Knochen. Die können gar nicht wirklich brechen.“

Herzen können nicht brechen - doch wieso schafft die Geschichte es dann, den Leser derart zu erschüttern? Die Handlung von „Summer of Hearts & Souls“ ist von Anfang an sehr tiefgründig. Obwohl durch amüsante Szenen und manch skurrilen Nebencharakter eine gewisse Leichtigkeit und eine Prise Humor mit in die Geschichte eingewebt werden, ist das Buch dennoch sehr ernst. Beim Lesen spürt man durchweg eine Art Traurigkeit und Verzweiflung, die mit jeder Seite zunimmt und die Atmosphäre dominiert. Zugleich verläuft das Buch recht entspannt und ruhig. Für meinen Geschmack fühlten sich manche Passagen einen Tick zu langatmig an, aber auf der anderen Seite erden einen die Stille und das wunderschöne Setting zunehmend.

Herzen können nicht brechen, denn dann wäre Beyahs längst zerstört, nach all dem, was ihr Leben ihr bisher aufgeladen hat. Sie ist eine recht spezielle Figur, geprägt durch all die Probleme, die ihr Leben darstellt. Beyah mag Charakterzüge an sich haben, die anstrengend sein könnten. Sie ist nicht immer ehrlich, sie liebt Geheimnisse und hegt Vorurteile. Aber Beyah ist auch eine Protagonistin, die man voll und ganz verstehen kann. Die Geschichte wird durchgängig aus ihrer Perspektive erzählt und man erfährt dadurch von Ereignissen, welche sie zu der Person werden ließen, die sie heute ist. Beyah hatte ihr Leben lang nur sich selbst und musste schon zu viele schlechte Erfahrungen machen, da kann man sie für ihr Verhalten gar nicht verurteilen, sondern ist von ihren Erzählungen getroffen und berührt. Durch Beyah wird man beim Lesen zum Nachdenken angeregt und lernt, wofür man im Leben eigentlich alles dankbar sein sollte.

Herzen können nicht brechen, von dieser Behauptung weicht Samson nicht ab. Aber glaubt er überhaupt selbst daran? Samson ist ein sehr rätselhafter, undurchdringlicher und verschlossener Charakter. Man liest kein Kapitel aus seiner Sicht und wird immer auf Distanz zu seinem Geheimnis gehalten. Dennoch habe ich ihn sehr, sehr liebgewonnen, weil er zeigt, dass man nicht alles über einen Menschen wissen muss, um ihn als das wahrnehmen zu können, was er ist. Was Samson ist? Loyal, liebevoll, genügsam und so viel mehr. Aber er schleppt eindeutig eine riesengroße Portion Traurigkeit mit sich herum. Ist es Ballast? Verzweiflung? Reue? Schuld? Man weiß es nicht und hegt nicht den geringsten Verdacht. Einfach nur WOW und großen Respekt dafür, dass Colleen Hoover es geschafft hat, Geheimnis und Spannung so lange aufrechtzuhalten. Von Vorhersehbarkeit fehlt jede Spur. Stattdessen bedient uns die Autorin mit vielen Überraschungen und interessanten Wendungen. Doch das bedeutet auch zwangsläufig, dass…

„Herzen können nicht brechen“ von mir stark in Frage gestellt wurde. Denn wieso schafft es Colleen Hoover dann am Ende, den Leser so sehr auf die Folter zu spannen? Wieso muss man sich so sehr zusammenreißen, um nicht laut schluchzend loszuheulen, während ein mögliches Happy End immer weiter in die Ferne rückt? Bis zur letzten Seite bleibt es so spannend, so verzweifelt, dass man nicht erahnen kann, ob das angebrochene Herz bald auseinanderstürzen wird oder ob es sich doch nochmal kitten lässt.

Und Herzen brechen doch, das ist mein Fazit zu der Geschichte.
Der Sommer von Beyah und Samson steckt so voller Gefühle, voller Liebe aber auch voller düsterer Traurigkeit und zu Tränen rührender Verzweiflung, dass der Leser und sein Herz frontal getroffen werden. Die Story ist nicht allzu typisch Colleen Hoover – klar, es gibt sehr viel Herzschmerz oder auch für die Autorin typische Themen wie die Mutter-Kind-Beziehung werden behandelt. Trotzdem ist das Buch ganz anders als ihre anderen Bücher. Wenn man noch keinen anderen Roman von der Autorin kennt, würde ich tatsächlich nicht empfehlen, dass „Summer of Hearts & Souls“ der erste CoHo-Roman für einen wird. Der Roman ist zwar wirklich, wirklich gut, aber sie hat noch bessere, welche mit mehr Tempo oder solche, die ihr Talent mit Wörtern etwas Besonderes zu erschaffen deutlicher beweisen. Das soll aber nicht heißen, dass ich das Buch nicht weiterempfehlen möchte – im Gegenteil. Wer erklärter Fan der Autorin ist, wer eine ruhige und sehr tiefgründige Geschichte sucht und wer eine Sommerlektüre lesen möchte, die völlig anders als andere Sommerromanzen ist – all diejenigen sollten das Buch auf jeden Fall lesen.
Tja, wie bewerte ich „Summer of Hearts & Souls“ nur? Es fällt mir so unglaublich schwer, weil ich total aufgewühlt bin, wenn ich an Samson und Beyahs Geschichte denke. Das Buch hat mich extrem traurig gemacht und doch habe ich es so, so sehr geliebt <3

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Veröffentlicht am 21.03.2022

Eine Geschichte, bei der man sich wünscht, sie würde niemals enden

Worlds Collide
8

„Denn Demian wäre wohl der Letzte gewesen, bei dem ich diese Emotion, die sich so sehr nach Ankommen anfühlte, vermutet hätte.“
Wie steht ihr zur Welt der Influencer? Egal wie eure Antwort nun ausfallen ...

„Denn Demian wäre wohl der Letzte gewesen, bei dem ich diese Emotion, die sich so sehr nach Ankommen anfühlte, vermutet hätte.“
Wie steht ihr zur Welt der Influencer? Egal wie eure Antwort nun ausfallen mag, lest bitte weiter. Die einen mögen hier sein, weil sie sich gerade für diese noch recht einzigartige Thematik in Büchern, Social-Media und YouTuberInnen, interessieren. Die anderen sind womöglich hier, weil sie herausfinden möchten, ob eine Thematik überhandnimmt, die sie eigentlich gar nicht interessiert. Ich würde vorneweg direkt einmal sagen, dass beide Partien auf ihre Kosten kommen werden, denn ja, die Protagonisten sind YouTuber, aber nein, man muss kein Fan dieser Community sein, um ein neues, echtes Lieblingsbuch zu finden. Aber überzeugt euch selbst:

Fiona ist Influencerin und liebt es, sich zu Schminken und für ihre Fans da zu sein. Bisher hat sie das auch gut gemeistert, denn jahrelange Arbeit hat sich ausgezahlt und Fiona ist nicht nur eine erfolgreiche Beauty-Bloggerin, sondern besitzt von nun an sogar eine eigene Make-up-Linie. Doch was der Beginn zu dem Leben, das Fiona sich so sehr wünscht, ein Leben, indem ihre Mutter stolz auf sie ist, sein sollte, wird zum reinen Albtraum.
Demian, der es sich auf seinem Hauptkanal zur Aufgabe gemacht hat, Skandale in der Welt der Influencer aufzudecken, entlarvt in seinem neuen Video einen Skandal, der Fiona nicht nur betrifft, sondern sie mit voller Wucht trifft. Vom einen Moment auf den anderen ist die Make-up-Linie ihr kleinstes Problem, denn ihre gesamte Karriere steht auf dem Spiel. Und plötzlich nicht nur die, denn Fionas Leben gerät immer mehr aus den Fugen, als niemand, am wenigsten ihre eigene Mutter, ihr glauben möchte, dass sie keine Schuld trifft.
Wie soll Fiona wiedergutmachen, was sie genau genommen nicht verbrochen hat? Bleibt ihr keine andere Möglichkeit, als am Ende Demian selbst um Hilfe zu bitten? Dabei ist er wohl der letzte Mensch, dem sie vertrauen dürfte…

Der erste Band der Worlds-Reihe ist über 550 Seiten lang, was in diesem Genre ein wenig ungewöhnlich sein mag. Ich weiß nicht, wie ihr zu eher dicken Büchern steht, aber eine gewisse Skepsis ist sicherlich nicht verwunderlich. Denn kann ein so langes Buch das Niveau vom ersten bis zum letzten Satz durchweg halten? Wird es nicht irgendwann zu langatmig? Sind so viele Seiten notwendig, weil man einige Seiten braucht, um in die Geschichte hinein zu finden?

Meine Antworten zu diesen Fragen stehen ganz klar fest: Ja, „Worlds Collide“ ist auf der ersten Seite ebenso gefühlvoll, fesselnd und unterhaltsam, wie auf Seite 300 und 563. Also nein, es wird nicht langatmig und auch nicht irgendwann weniger interessant. Und tatsächlich ist dieser Roman auch einer dieser Sorte Bücher, die einen schon nach wenigen Worten gefangen nehmen und nicht mehr loslassen. Jedes Mal, wenn ich zu dem Buch gegriffen habe, waren nur wenige Worte notwendig, um völlig abschalten und mich voll und ganz auf Fiona und Demian fokussieren zu können. Der Roman löste beim Lesen ein Gefühl in mir aus, welches ich nicht wirklich beschreiben kann. Man fühlt sich einfach wohl und es wird einem ganz warm ums Herz, obwohl man zwischendurch immer wieder schlucken und gegen die Tränen anblinzeln muss, weil manche Szenen recht heftig und erschüttern wirken.

Handlung und Schreibstil spielen großartig zusammen und schaffen es, den Leser zu berühren. Die Geschichte handelt von Positivem wie Freundschaft, schönen Erlebnissen und natürlich der Liebe, aber auch von Negativem wie Konflikten, Verrat und Traurigkeit. Der Schreibstil verpackt all diese und noch viel mehr Themen auf eine Art und Weise, die alles greifbar, nachvollziehbar und verständlich wirken lässt. Und deshalb bekommt man beim Lesen auch die volle Wucht an Gefühlen ab, und wird einfach mitgerissen. Außerdem fällt es einem unglaublich leicht, sich auf die Figuren einzulassen.
Man könnte meinen, Demian wäre einem zunächst unsympathisch. Der Klappentext lässt unschwer erkennen, dass er es ist, der Fionas Welt an den Punkt treibt, wo sie einzustürzen droht. Doch schon ab dem ersten Kapitel aus seiner Sicht war mir klar, dass ich ihn nicht dafür verurteilen konnte. Mehr noch: Ich verstand Demian. Und deshalb fiel es mir nicht schwer, ihn direkt in mein Herz zu schließen. Hach, Demian… ich hatte ihn beim Lesen richtig gern und liebte die Leidenschaft, die er an den Tag legte, wenn er einfach er selbst war.
Auch Fiona hatte ich richtig gern, denn sie ist bewundernswert stark. Fiona ist sehr feinfühlig und würde alles tun, für die Menschen, die sie liebt. Doch diese theoretisch wundervolle Eigenschaft macht Fiona verletzlich und schwach und als Leser darf man Fiona dabei begleiten, wie sie die Stärke in sich wiederentdeckt.

Beide Protagonisten tragen Charakterzüge in sich, die negativ auffallen könnten. Die Betonung liegt hier auf „könnten“, denn das tun sie nicht. Fiona mag ein wenig zu leichtgläubig sein, Demian zu blauäugig, aber all die Gedanken und Entscheidungen der beiden werden so detailliert beschrieben, dass man wirklich verstehen kann, wieso sie sind, wie sie sind. Daher stören einen beim Lesen die Ecken und Kanten der zweien nicht, sondern man verfolgt gespannt und zugleich geduldig, wie sie sich weiterentwickeln.

Nicht nur die vielfältigen Nebencharaktere runden die Geschichte ab. Auch die Handlung selbst ist in sich völlig rund und nichts kommt zu kurz. „Worlds Collide“ ist ein Roman, der voller Liebe steckt, aber in dem die Liebe nicht alles ist. Außerdem geht es weniger um die körperliche Verbundenheit und mehr um diese auf der Gefühlsebene. Alles passte einfach und fügt sich auch rückblickend genau richtig zusammen. Einmal kam ich an einen Punkt, als ich etwas enttäuscht von der Entwicklung war, aber das hat sich tatsächlich sehr schnell wieder gelegt und am Ende war diese Entwicklung auch notwendig und hat der gesamten Geschichte gutgetan.

Fazit:
Ich weiß, dass diese Rezension sehr lang geworden ist, aber um ehrlich zu sein, hätte ich noch so viel mehr, was ich zu dem Roman sagen kann. Weil er mir nicht einfach nur gut gefallen hat, sondern weil ich ihn geliebt habe. Ich habe es geliebt, die Entwicklungen zu verfolgen. Ich habe es geliebt, jede Gefühlsregung der Charaktere mitfühlen zu dürfen. „Worlds Collide“ umfasst über 550 Seiten und trotzdem fühlt es sich an, als hätte ich noch vielmehr Seiten lesen können und auch diese voll und ganz geliebt. Doch leider hat alles ein Ende, auch diese Geschichte. Fast bin ich ein wenig neidisch auf euch, die „Worlds Collide“ noch zum ersten Mal lesen dürfen. Und eins sollte klar sein: Tut es, lest dieses Buch. Ihr werdet es lieben. So erging es auch mir, weshalb es nicht überraschend sein dürfte, dass ich volle 5 Sterne vergebe und die Tage zähle, bis der nächste Band der Reihe erscheint.

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Veröffentlicht am 07.03.2022

Ein extrem wichtiges Thema, eine äußerst wahre Geschichte

The Sky in your Eyes
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Wenn Elín in den Spiegel blickt, dann sieht sie eine dicke Frau. Diese mag jung sein, intelligent, aber für die meisten Leute zählen am Ende Äußerlichkeiten. Das weiß Elín – sie musste es auf schmerzhafteste ...

Wenn Elín in den Spiegel blickt, dann sieht sie eine dicke Frau. Diese mag jung sein, intelligent, aber für die meisten Leute zählen am Ende Äußerlichkeiten. Das weiß Elín – sie musste es auf schmerzhafteste Weise erkennen. Deshalb fürchtet sie sich vor jedem abschätzenden Blick, vor jedem abwertenden Wort. Aber überall trifft sie auf solche schmerzenden Bemerkungen, und auch die Menschen, denen sie bisher vertrauen konnte bringen Elín zum Zweifeln. Wieso sollte sie also ausgerechnet ihrem attraktiven, aufgeschlossenen, beliebten Kochpartner Jón glauben, dass er sie gerne ansieht?
Dennoch lässt Jón nicht locker, ist für Elín da, während sie mit sich selbst und dem Leben kämpft. Doch letzten Endes kann man niemanden lieben, solange man sich selbst nicht liebt, oder zumindest akzeptiert. Und dies ist nicht einfach eine Kalenderweisheit…

„The Sky in your Eyes“ ist ein Roman, den ich unbedingt lesen wollte. Ich habe mich riesig auf die Geschichte gefreut und kaum hielt ich sie endlich in den Händen, habe ich auch schon zu lesen begonnen.

Rein formell gesehen ist das Buch einfach sehr gut geschrieben. Es war mein erstes Buch der Autorin, doch ich hatte keine Sekunde lang ein Problem mit dem Schreibstil, es war, als könnte ich immer weiter und weiter lesen. Alles ist wundervoll beschrieben, für jede Szene findet Kira Mohn die richtigen Worte. Auch der Handlungsverlauf konnte mich überzeugen. Vielleicht gerade weil der Roman eine Slow-Burn-Romance ist. Und vielleicht auch gerade weil sich hier nicht alles um die Liebesgeschichte, das Knistern, das Küssen, den Sex dreht. Stattdessen geht es auch um das Leben, den Alltag und das, was zu einer Beziehung außer der Liebe hinzugehört. Elín und Jóns Liebesgeschichte wird sehr vielseitig dargestellt. Das Körperliche spielt eine bedeutende Rolle, aber daneben geht es auch um das richtige Gefühl in einer Beziehung, und dass alles nur mit Vertrauen funktionieren kann.

Deshalb ist „The Sky in Your Eyes” auch ein besonderes Buch. Hier geht es nicht um Tempo. Es geht nicht um Action. Es geht nicht um krasse Dramen und Konflikte von außen. Stattdessen geht es um eine Sache, die für viele Frauen Tag für Tag zum Leben dazugehört und doch so selten auf den Punkt gebracht wird: Selbstzweifel. Selbstliebe. Der innere Konflikt, wenn man seinen Körper nicht so akzeptieren kann, wie er ist. Dies kann verschiedenste Gründe haben: Die einen sind unzufrieden mit ihrer Haut, andere mit ihren Brüsten. Aber das Schönheitsideal, das viele über alles andere stellen: die Figur. Exakt diese Problematik wird hier aufgegriffen und dies ist auch der Grund, weshalb ich das Buch so unbedingt lesen wollte – und weshalb ich es am Ende geliebt habe.

Wer selbst unter den Problemen wie Elín leidet, wird sich hier verstanden fühlen. Ich weiß wovon ich spreche, wenn ich sage, dass Kira Mohn Elín unglaublich treffend darstellt. Ihre Gedanken, ihre Zweifel, ihre Ängste und alles andere, was noch in dem Kopf der Protagonistin vorgehen mag – es könnte nicht realer, nicht wirklichkeitsnaher geschrieben sein. Elíns Geschichte ist für viele Frauen das, was sie ihren Alltag nennen und gerade deshalb finde ich es unglaublich wichtig, dass es Geschichten wie „The Sky in your Eyes“ gibt. Und es ist wichtig, dass es Autorinnen wie Kira Mohn gibt, die so einfühlsam und dennoch so schonungslos, so unverblümt ehrlich über Selbstzweifel und erdrückende Gesellschaftserwartungen sprechen.

Der Roman ist romantisch, natürlich. Sein Setting ist beeindrucken, Island wird toll beschrieben. Auch eine Prise Humor darf nicht fehlen. Aber das, was diesen Roman in meinen Augen besonders ausmacht, ist die starke Thematik. Ist man selbst betroffen, dann fühlt man sich verstanden. Ist man nicht selbst betroffen, kann ich „The Sky in your Eyes“ jedem dennoch voll und ganz ans Herz legen. Denn das Buch sensibilisiert und hilft zu verstehen, wie es anderen Frauen geht, die unter ihrer Figur leiden. Und am Ende geht es ja nicht nur um die Figur. Auch andere Zweifel, insgesamt die Schwierigkeit, sich selbst zu akzeptieren wird man besser verstehen, wenn man Elíns Geschichte kennenlernen durfte.

Fazit:
„The Sky in Your Eyes“ als erster und in sich abgeschlossener Band der Island-Reihe ist ein wundervolles Buch, das mir ganz besonders am Herzen liegt. Der Roman erfüllt alle Kriterien, die man an einen gelungenen Liebesroman stellt. Angefangen bei den Figuren, die man in sein Herz schließt, über das unglaubliche Setting, den wunderschönen Schreibstil bis hin zur authentischen Handlung an sich. Das, was den Roman jedoch zu einem macht, der mir in Erinnerung bleiben wird, ist die Thematik. Ich hatte diesbezüglich hohe Erwartungen an das Buch und Elíns Geschichte wurde diesen auf alle Fälle gerecht. „The Sky in Your Eyes“ ist ein tiefgründiger Liebesroman, den ich aus voller Überzeugung mit 5 Sternen bewerten und jedem Leser und jeder Leserin, die offen für das Thema Bodyshaming sind, wärmstens empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 01.03.2022

Die etwas andere Rockstar-Romance

Catch the Millionaire - Ein Rockstar für Mylady
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Seine gesamte Lebensgeschichte steht im Internet, jeder kennt seine wunderschöne Stimme, die Rockballaden in die Welt singt, jedem ist er als heißer Rockstar und Bad Boy bekannt. Aber niemand ahnt, welch ...

Seine gesamte Lebensgeschichte steht im Internet, jeder kennt seine wunderschöne Stimme, die Rockballaden in die Welt singt, jedem ist er als heißer Rockstar und Bad Boy bekannt. Aber niemand ahnt, welch sensiblen Menschen Mason hinter der Fassade aus Dreitagebart, Lederhose und verspiegelter Sonnenbrille versteckt. Tief in sich drin sehnt er sich einer Familie, Freunden, die ihn nicht verraten, Liebe und vor allem nach ihr: dem Mädchen, von dessen blauen Augen er seit Jahren träumt.
Daher beschließt Mason, Kandidat für „Catch the Millionaire“ zu werden, um seine große Liebe endlich zu finden. Doch dann wird auf einem Konzert auf ihn geschossen, gerade als er die blauen Augen zum ersten Mal in der Realität erblickt hat.
Während Mason um ein Haar stirbt beginnen Ermittlungen. Denn noch eine Sache, die kaum jemand wusste: Ein Stalker hat es scheinbar schon lange auf den Rockstar abgesehen…

„Ein Rockstar für Mylady“ ist der vierte Band von „Catch the Millionaire“ und bildet damit den Abschluss. In vielerlei Hinsicht unterscheidet dieser Band sich sehr von den Vorgängern. Deshalb ist es meiner Meinung nach auch nicht unbedingt notwendig, die ersten drei Bände zu kennen. Bei den vorherigen Bänden wäre es recht sinnlos gewesen, mitten in der Reihe einzusteigen, weil der rote Faden überall zentral und notwendig war, um die verschiedenen Handlungsstränge zu verstehen. Auch der vierte Band passt in dieses Schema, doch man braucht das Vorwissen nicht. Wenn einen der Inhalt also interessiert, obwohl die Vorgängerbände nicht bekannt sind, wird man dennoch seine Freude an „Ein Rockstar für Mylady“ haben. Aber: Band vier spoilert für die drei Vorgängerbände, also ist es ratsam, die Reihe chronologisch zu lesen.

Auch die Handlung ist ganz anders, als in Band eins bis drei, denn eine komplett neue Prise Spannung dominiert dieses Buch. Es gilt schließlich, einen Stalker aufzuspüren und als Leser fiebert man hier voll und ganz mit – und stellt natürlich seine eigenen Vermutungen an. Hauptsächlich ist das Buch aber eine Liebesgeschichte: süß, romantisch, schicksalshaft, luftig, leicht und einfach zur Unterhaltung da. Daher ist es nicht weiter problematisch, dass die Geschichte ziemlich vorhersehbar abläuft. Und einige spannende Wendungen sind dennoch vorhanden.

Unter den Figuren tummeln sich dieses Mal coole Nebenfiguren, aber natürlich dürfen auch Jayson und Gillian nicht fehlen. Man kann sich also auf ein Wiedersehen mit alten Bekannten freuen. Mason hatte ich übrigens richtig gern, weil er ein Charakter mit Tiefgang war und ich ihn irgendwie am liebsten in den Arm genommen hätte, als sein Leben so sehr auf den Kopf gestellt wurde.

Gefallen hat mir außerdem, dass dieser Band nochmals eine komplett neue Geschichte präsentiert und vieles, was ich an den ersten Bänden kritisiert habe, hier deutlich besser gemacht wurde.

Fazit:
Ob man Fan der „Catch the Millionaires“-Reihe ist, oder diese besondere Rockstar-Romance einen einfach unabhängig von den anderen Bänden interessiert – „Eine Rockstar für Mylady“ ist definitiv empfehlenswert. Das Buch ist in sich rund und schließt auch die gesamte Reihe sehr schön ab. Durch die Mischung aus Romantik, Humor und Spannung ist man mit diesem Buch gut bedient, wenn nach einer leichten, süßen Unterhaltungsgeschichte gesucht wird.
Bewertung: 3,5 Sterne

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Veröffentlicht am 27.02.2022

Ein Märchen des 21. Jahrhunderts

Catch the Millionaire - Mister X
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Um den mysteriösen Kandidaten „Mister X“ geht es im dritten Band der „Catch the Millionaire“-Reihe. Zumindest in jenem Handlungsstrang, der von dem Multimedia-Event „Catch the Millionaire“ berichtet. Doch ...

Um den mysteriösen Kandidaten „Mister X“ geht es im dritten Band der „Catch the Millionaire“-Reihe. Zumindest in jenem Handlungsstrang, der von dem Multimedia-Event „Catch the Millionaire“ berichtet. Doch dieses Thema ist dritten Band deutlich weniger zentral, als in den beiden Vorgängerbänden.
Denn im Mittelpunkt stehen dieses Mal vielmehr Jayson und Gillian, denen sich alles in den Weg zu stellen scheint. Zwischen verhexten Zufällen und ein wenig Drama versuchen die beiden ihre Beziehung nicht schon in den Sand zu setzen, bevor sie überhaupt richtig begonnen hat. Oder soll das mit den zweien einfach nicht sein?
Viel einfacher könnte es da der diesmalige Millionärs-Kandidat haben. Denn eigentlich weiß er schon ganz genau, welcher Frau sein Herz gehört – und das schon jahrelang. Ob „Catch the Millionaire“ in diesem speziellen Fall der richtige Weg zum Happy End ist?

Zunächst möchte ich direkt meine Empfehlung geben, diesen dritten Band erst zu lesen, wenn auch Band eins und zwei schon bekannt sind. Das war schon beim zweiten Band sinnvoll, aber hier ist es in meinen Augen wirklich notwendig. Denn die Handlung, die sich in den beiden Vorgängerbänden bisher immer am Rande und als roter Faden durchgezogen hat, wird nun mehr oder weniger zur Haupthandlung. Obwohl das Wichtigste erwähnt wird, bekommt man einfach nicht mehr das volle Feeling mit, wenn man sozusagen mitten in einer Lovestory einsteigt.

Im Vergleich zu Band eins und zwei kommen im dritten Band weniger neue Figuren dazu. Vielmehr stehen alte Bekannte im Mittelpunkt, was mich sehr gefreut hat, weil einer meiner Lieblings-(Neben)Charaktere mehr Raum einnahm. Besonders aber Gillian und Jayson lernt man noch besser kennen und vor allem Jayson zeigt sich nochmals von einer ganz neuen, sympathischen Seite.

Die Handlung zwischen Jayson und Gillian hat sich in eine unerwartete Richtung entwickelt und hatte einige Wendungen und ziemlich viel Drama drin. Das kann zwar unterhaltsam sein, aber meinen Geschmack traf es nicht wirklich. Generell wirkt die Handlung wenig ernsthaft und Probleme werden nicht allzu authentisch gelöst. Die Unterhaltung steht definitiv im Vordergrund.
Daher kommen auch in diesem Band alle RomantikerInnen wieder auf ihre Kosten. Denn die Handlung rund um den begehrten Millionär dieses Mal erinnert voll und ganz an ein Märchen, welches hier eben in der modernen Welt spielt. Aber wer nach Liebesgeschichten ohne Kitsch und ohne Vorhersehbarkeit sucht, ist an der falschen Adresse.

Fazit:
Der dritte Band von „Catch the Millionaire“ ist in erster Linie unterhaltsam. Wer nach einer solchen Liebesgeschichte ohne Tiefgang sucht, ist mit dem Buch gut bedient. Mir persönlich hat die Geschichte nicht so gut wie der Vorgängerband gefallen und sie hat sich - meiner Meinung nach - ein wenig in die Länge gezogen. Aber vor allem diejenigen, die sich für die Fortsetzung von Gillian und Jaysons Geschichte interessieren, werden hier auf ihre Kosten kommen.
Bewertung: 3 Sterne

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