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Veröffentlicht am 28.02.2026

Lost Places - lost people

Giftiger Grund
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Jaron, ein junger Mann, der nach knapp 7 Jahren aus dem Gefängnis entlassen wurde und versucht in ein neues Leben zu starten.
Charu, eine junge Frau, die als Influencerin Videos an „Lost Places“ dreht ...

Jaron, ein junger Mann, der nach knapp 7 Jahren aus dem Gefängnis entlassen wurde und versucht in ein neues Leben zu starten.
Charu, eine junge Frau, die als Influencerin Videos an „Lost Places“ dreht und versucht, ihre Followerzahl zu erweitern und gutes Geld zu verdienen.
Edda, ein kleines Mädchen in Schlafanzug und Gummistiefeln.
Im Kriminalroman „Giftiger Grund“ von Thomas Knüwer treffen die drei an einer verlassenen Tankstelle aufeinander – jeder mit seinen eigenen Geheimnissen. Drei Menschen, die vor etwas fliehen, die etwas suchen.
Das Cover des Romans mit seiner giftgrünen Farbe ist ein absoluter Hingucker.
Die Geschichte wird jeweils aus verschiedenen Perspektiven im Ich-Erzählermodus erzählt. So lernt man die Protagonist
innen alle ganz individuell mit ihren eigenen Gedanken und Hintergründen kennen.
Der Schreibstil ist flüssig und leicht lesbar. Durch die Perspektivwechsel bekommt man ein authentisches Bild und kann sich in die handelnden Personen gut hineinversetzen.
Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, da ich mit allen dreien mitgefiebert habe.
Die unterschwellige Bedrohung, die düstere Atmosphäre und der Perspektivwechsel steigern die Spannung bis zum Finale.
Die angesprochenen Themen wie Erwachsenwerden, Kindesmisshandlung, aber auch das Problem: „Wer glaubt einem Straftäter und wer gibt neue Chancen?“ fand ich sehr gut eingebaut.
So ist dieser Roman nicht nur eine spannende Lektüre, sondern regt auch zum Nachdenken an.
Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung und 5 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 24.02.2026

Anwältin der Toten - Macht der Worte!

Die Totenklägerin
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„Die Totenklägerin – Nichts ist vergessen“ ist ein Kriminalroman von Greta Jung.

Matilda Rizzo, ehemalige Anwältin, ist Trauerrednerin. Doch sie bezieht sich nicht nur auf Informationen, die sie von Angehörigen ...

„Die Totenklägerin – Nichts ist vergessen“ ist ein Kriminalroman von Greta Jung.

Matilda Rizzo, ehemalige Anwältin, ist Trauerrednerin. Doch sie bezieht sich nicht nur auf Informationen, die sie von Angehörigen erhält, sondern ermittelt selbst im Fall der Toten, um der Wahrheit auf die Spur zu kommen.
Im bayerischen Reuth stirbt Oma Resi. Die 12-jährige Jackie bekommt die letzten Minuten der alten Dame mit und schöpft den Verdacht, dass etwas nicht mit rechten Dingen zuging. Somit beauftragt sie mutig Matilda, den „Fall“ zu übernehmen und im Rahmen ihrer Trauerrede den Hintergründen auf die Spur zu kommen. War es ein natürlicher Todesfall oder doch Mord?
Jackie und Matilda beginnen nachzuforschen und decken dabei alte Wunden auf.

Der Schreibstil der Autorin hat mich trotz eher leisen Tönen sofort gepackt. Bereits der Prolog zog mich in seinen Bann.
Insgesamt ist das Buch in mehrere Abschnitte unterteilt, die jeweils zu Beginn ein Kapitel aus der Ich-Perspektive aufweisen. Der Rest des Romans ist aus Erzählerperspektive geschrieben.

Matilda ist eine eher zurückgezogene stille Person, die sich als Anwältin der Toten versteht und dabei auch kein Blatt vor den Mund nimmt. Sie hat keine Angst sich schweren Herausforderungen zu stellen und Geheimnisse ans Tageslicht zu befördern, schafft sich dabei aber auch Feinde. Stück für Stück erfährt man auch Einzelheiten aus ihrer eigenen Vergangenheit, was Matilda für mich als Persönlichkeit nahbarer gemacht hat.

Jackie ist ein Mädchen, welches sehr oft auf sich allein gestellt ist und um Anerkennung kämpfen muss. Ihre Mutter arbeitet viel und lässt das Mädchen sehr oft allein. Jackie findet in Matilda eine Person, der sie vertrauen kann und die zu ihr hält.

Die sich entwickelnde Beziehung zwischen den beiden habe ich sehr gern verfolgt.

Die Ermittlungen waren für mich sehr spannend. Ich konnte miträtseln und Vermutungen aufstellen. Vieles kommt ans Tageslicht und die Trauerrede, die Matilda zum Schluss hält, war für mich der perfekte Abschluss.

Angesprochene Themen in diesem Roman empfinde ich als sehr wichtig. Worum es tatsächlich geht, sollte jede*r selber herausfinden.

Fazit:
Von mir gibt es für diesen sehr angenehm zu lesenden und spannenden Roman 5 von 5 Sternen.
Gern würde ich Matilda bei weiteren Ermittlungen als Anwältin der Toten folgen. Potential hat sie auf jeden Fall. Von mir eine ganz klare Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 24.02.2026

Spannende Lektüre über Handel, Politik und tödliche Feinde

Im Auftrag der Fugger - Teufelsreigen
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„Im Auftrag der Fugger – Teufelsreigen“ ist ein historischer Roman aus der Feder von Peter Dempf. Es handelt sich hierbei um Band 2 nach „Im Auftrag der Fugger – Der Burgunderschatz“. Es handelt sich um ...

„Im Auftrag der Fugger – Teufelsreigen“ ist ein historischer Roman aus der Feder von Peter Dempf. Es handelt sich hierbei um Band 2 nach „Im Auftrag der Fugger – Der Burgunderschatz“. Es handelt sich um 2 unabhängig voneinander lesbare Romane. Die Vorkenntnisse aus Band 1 sind jedoch hilfreich.

Jakob Fugger ist ein sehr erfolgreicher Kaufmann und Finanzberater des Königs. Doch 1505 sieht er sich Anschlägen auf seine Warentransporte sowie seine Warenhäuser gegenüber; seine Boten werden getötet und auch er muss um sein Leben fürchten. Er beauftragt Afra und Herwart damit, den Ursprung der Anschläge herauszufinden. Die Spur führt die beiden über Venedig und Füssen wieder zurück nach Augsburg und sie müssen erkennen, dass nicht nur das Leben von Jakob Fugger, sondern auch ihr eigenes auf dem Spiel steht.
Das Cover des Romans passt zu Band 1 und zeigt die Stadtsilhouette von Augsburg.

Der Schreibstil von Peter Dempf ist von Beginn an fesselnd. Man taucht direkt in die Geschichte ein und begleitet Afra und Herwart auf der Suche nach der Verschwörung hinter den Geschehnissen.

Auf gefühlt jeder Seite passiert etwas Unvorhergesehenes, sodass der Spannungsbogen stetig aufrecht gehalten wird und man kaum durchatmen kann. Dadurch kann man das Buch auch kaum aus der Hand legen. In meinen Augen kann man diesen Roman daher auch als historischen Krimi bezeichnen.

Leider kamen mir mit der Zeit viele Situationen, in denen sich Afra und Herwart befinden, sehr konstruiert vor und aufgrund des immer wieder unbeschädigten Auflösens der Geschehnisse auch wenig glaubwürdig. Aufgrund der schnellen Erzählweise fällt einem das zu Beginn nicht auf, doch je mehr der Roman voranschreitet, desto offensichtlicher wird es.
Afra und Herwart sind zwei Boten, die ihre Aufgabe ernst nehmen und diese auch zielorientiert verfolgen. Oft habe ich jedoch an ihrem Verstand gezweifelt, da sie sich wiederholt sehr naiv in Situationen begeben, die gefährlich werden könnten und dies, obwohl sie mittlerweile wissen mussten, dass auch ihr eigenes Leben in Gefahr ist.

Der Albino Zeno ist ein eher undurchsichtiger Charakter. Immer wieder habe ich mich gefragt, auf welcher Seite er nun steht und mit welcher Aufgabe er bedacht ist. Grundsätzlich mag ich solche Charaktere sehr gern, aber Zeno ist hier zu oft aufgetaucht und wieder verschwunden, sodass mir das beim Lesen irgendwann auf die Nerven ging.
Der Schluss war für mich leider etwas verwirrend und die gesamte Gefahrensituation wird mir zu schnell abgearbeitet.

Das Nachwort des Autors fand ich wie sehr oft in historischen Romanen sehr interessant und aufschlussreich. Tatsache und Fiktion wird hier nochmal sehr gut erläutert.

Fazit:
Ein rasanter historischer Roman mit spannender Grundstruktur, die ich sehr gern gelesen habe. Aufgrund der genannten Schwächen kann ich jedoch nur 3,5 Sterne vergeben.

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Veröffentlicht am 14.02.2026

Ideen sind stärker als Erinnerungen!

Das unsichtbare Leben der Addie LaRue
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"Das unsichtbare Leben der Addie LaRue" von V.E. Schwab ist mein erstes Buch der Autorin.

Adeline LaRue soll im Jahre 1714 einen Mann heiraten, den sie nicht will. Sie kann sich ein Leben im kleinen Örtchen ...

"Das unsichtbare Leben der Addie LaRue" von V.E. Schwab ist mein erstes Buch der Autorin.

Adeline LaRue soll im Jahre 1714 einen Mann heiraten, den sie nicht will. Sie kann sich ein Leben im kleinen Örtchen Villon in Frankreich nicht für immer vorstellen und begeht einen großen Fehler - sie bittet die Götter um Hilfe. Jedoch ist die Nacht bereits hereingebrochen und die Hilfe, die ihr von einem Fremden angeboten wird, hat ihren Preis: Adeline lebt fortan in vollkommener Unabhängigkeit und Freiheit, aber kein Mensch kann sich an sie erinnern. Eine zugeschlagene Tür, eine Nacht und Adeline verschwindet aus den Köpfen der Menschen. So lebt Adeline 300 Jahre, hinterlässt ihre Spuren durch die Ideen, die sie in die Köpfe von Künstlern einpflanzt, kann jedoch nie wirklich ankommen oder sich ein Zuhause schaffen. Bis sie Henry begegnet - dem einzigen Mann, der sich an sie erinnern kann. Doch was ist besonders an Henry?

Die Grundidee des Romans finde ich sehr spannend. Was ist die Freiheit wert, wenn man dafür keine Freundschaften, Beziehungen und Liebe festhalten kann?
Es wird in zwei Zeitebenen erzählt - so begegnet man Adeline, genannt Addie, zunächst 1714 und es zeigt sich Stück für Stück, was damals passiert ist. Auch die folgenden Jahre und Begegnungen mit dem Fremden erfährt der Leser mit Blick auf die Vergangenheit.

Die zweite Zeitebene spielt 2014, als Addie Henry begegnet und endlich jemanden findet, bei dem sie sich fallen lassen kann.

Addie LaRue ist für mich eine sehr interessante Protagonistin - sie kämpft sich trotz ihres Schicksals durch die Jahrhunderte, lernt immer neue Dinge kennen, erkennt trotz der langen Zeit die Schönheit in der Welt und versucht, ihre Spuren zu hinterlassen - eine Möglichkeit, die der Fluch ihr eigentlich genommen hat.

Der schattenhafte Fremde, den Addie Luc nennt, ist ebenfalls ein spannender Charakter - ein Gott der Dunkelheit oder der Teufel höchstpersönlich? Seine Emotionen und Verhaltensweisen habe ich gern durch Addies Augen miterlebt.

Generell habe ich diesen Roman sehr gern gelesen. Er war eher ruhig, aber die Sprache in Bildern sehr poetisch. Mit Addie habe ich mich sehr wohl gefühlt.

An manchen Stellen hat sich die Geschichte etwas gezogen, aber im letzten Drittel hat der Spannungsbogen deutlich angezogen.
Das Ende hat mir richtig gut gefallen und passt perfekt zur Lebensgeschichte von Addie LaRue.

So kann ich diesen Roman wirklich an diejenigen weiterempfehlen, die eine magisch-poetische Geschichte lesen wollen und dabei auf sinnlosen Spice oder extreme Spannungsmomente verzichten können.

Von mir gibt es 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 14.02.2026

Berührender Roman über den Tierheimalltag

Die Stimme im Zwinger
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„Die Stimme im Zwinger“ ist ein Roman aus der Feder von Steffen Töllner.
Alex startet ihre Ausbildung zur Tierpflegerin in einem Tierheim, denn ihr größter Wunsch ist es, Tieren zu helfen. Als sie von ...

„Die Stimme im Zwinger“ ist ein Roman aus der Feder von Steffen Töllner.
Alex startet ihre Ausbildung zur Tierpflegerin in einem Tierheim, denn ihr größter Wunsch ist es, Tieren zu helfen. Als sie von Sam erfährt, einem Hund, der in ausgehungertem und traumatisiertem Zustand beschlagnahmt wurde und nur noch als Geist seiner selbst im Zwinger sitzt, ist für Alex klar, dass sie ihm helfen muss. Doch der Weg zur Besserung ist nicht einfach – Alex braucht Geduld, Vertrauen und Respekt. Entgegen aller Widerstände bleibt sie am Ball und trotz aller Rückschläge gibt sie nicht auf, auch wenn ihr Steine in den Weg gelegt werden.
Der vorliegende Roman hat mich bereits vom Prolog weg gepackt. Es wird eine fiktive Geschichte erzählt, die jedoch leider der Realität im Tierheimalltag sehr nahe kommt.
Dass der Autor selbst als Tierpfleger tätig ist und dies aus Leidenschaft, merkt man der Geschichte deutlich an.
Der Schreibstil nimmt einen gefangen. Er ist schnörkellos und zeigt authentisch den Alltag im Tierheim – die Sorgen, den Druck, die übermenschlichen Leistungen, die hier täglich vollbracht werden. Nicht nur die offensichtliche Tätigkeit mit und an den Tieren, sondern auch die stillen Arbeiten im Hintergrund wie Waschen, Säubern der Gehege oder auch das Bearbeiten von Rechnungen wird beleuchtet. Aber auch die schönen Momente des Erfolgs, für die die Tierpfleger mit ihrer ganzen Kraft sorgen.
Mich hat die Geschichte von Sam tief berührt und mich wieder einmal den Kopf über Menschen schütteln lassen, die ein Tier nur als Gegenstand betrachten, welches eigentlich gar nicht in ihr Leben passt und zurechtgestutzt werden müsste.
Den Satz „Ich mag Tiere mehr als Menschen“ habe ich selbst schon von einer Tierpflegerin gehört und nach der Lektüre dieses Romans kann man es noch einmal besser nachvollziehen.
Trotz all der Einblicke in den stressigen Alltag der Tierpfleger*innen ist dieser Roman eine sehr emotionale Geschichte, die mich tief bewegt und mein Herz erwärmt hat.
Von mir gibt es für diesen wichtigen Einblick und diese rührende Geschichte eine klare Leseempfehlung und 5 von 5 Sternen!

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