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Veröffentlicht am 06.05.2018

Ein total abgedrehtes Ritterabenteuer mit vielen Extras

Ritter Chili im Einhornwald
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Ritter Chili ist schlau und hat auch große Kräfte, die er aus dem täglichen Chili-Eintopf bezieht, den sein Hausdrache Rossini jeden Tag für ihn zubereitet. Gerade genießt er die Zeit mit seiner Freundin ...

Ritter Chili ist schlau und hat auch große Kräfte, die er aus dem täglichen Chili-Eintopf bezieht, den sein Hausdrache Rossini jeden Tag für ihn zubereitet. Gerade genießt er die Zeit mit seiner Freundin Hatschi, einer indischen Prinzessin mit Vorliebe für Yoga, als die Zauberfee Lavendel mit einem Auftrag erscheint. Die Drachedame Agathe wurde (durch Lavendels Verschulden) vom fiesen Einhornboss und seinen Trollen gefangen genommen. Also schnappt sich Ritter Chili sein treues Skateboard und macht sich zusammen mit Hamster Goldi auf den Weg.

Die erste Etappe der beiden ist die Hexe Baldriana, die mit ihrem Zauberflimmerkasten voll den Durchblick hat. Dort kauft sich Hamster Goldi auch eine der Zauberlimonaden, worauf er sich nun in plüschrosa durch die Geschichte bewegen darf. Auf ihrer weiteren Abenteuerreise werden sie von einem unheimlichen Schatten verfolgt und mit jeder Seite können wir mehr erahnen, worum es sich bei den Schatten handeln könnte.

Eine total abgedrehte Geschichte, die mit vielen lustigen Details liebevoll ausgeschmückt wurde. Schon die Figuren sehen sehr lustig aus. Und einen Ritter, der Chilis als Waffen einsetzt und sich auf einem Skateboard fortbewegt, kannten wir auch noch nicht. Die Geschichte ist sowohl für Jungs wie auch Mädchen geeignet. Neben dem heldenhaften Chili, Drachen und dem coolen bösen Einhornboss gibt es eine Nixe, den wandelbaren Hamster Goldi, die indische Hatschi und eine rosa Einhorndame mit Erdbeerbrauseglitzerstaub.

Komplettiert wird das Buch von einer Eintragungsseite, 2 Rezepten (eins für einen Chili-Eintopf für Kinder und Baldrianas Zauberlimonade) sowie einen Bastelbogen mit den Figuren des Buchs, mit denen man die Geschichte nachspielen bzw. eigene Abenteuer erdenken kann. Das Buch hat ein recht großes Format und ist komplett knallig bunt illustriert (quasi ein Bilderbuch mit über mehr als 60 Seiten). Umso mehr bin ich geflasht, dass es tatsächlich nur 9,95 EUR kosten soll.

Veröffentlicht am 06.05.2018

Noch schönere Geschichten wunderbar gelesen

Villa Wunderbar. Das Apfelfest
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„In der Villa Wunderbar ist überhaupt kein Tag wie jeder andere.“ Mit diesem Satz beginnen die Geschichten rund um die Bewohner der Villa Wunderbar. Neben dem sprechenden Waschbären Henri leben dort die ...

„In der Villa Wunderbar ist überhaupt kein Tag wie jeder andere.“ Mit diesem Satz beginnen die Geschichten rund um die Bewohner der Villa Wunderbar. Neben dem sprechenden Waschbären Henri leben dort die Kinder Matilda und Joschi ( sie sind Cousin und Cousine) mit ihren Eltern und Großeltern. Die Oma betreibt im Erdgeschoss der Hauses einen Waschsalon mit Cafè. Und in diesem Waschsalon wurde auch einst Henri gefunden, der daraufhin bei der Familie einzog und das Leben nun kräftig durcheinander wirbelt.

Das Hörbuch beinhaltet wieder mehrere Geschichten. Wir erleben z.B. die Apfelernte, die in einem Apfelfest gipfelt, dann erfahren wir, wie Henri sich mehr Zeit bei Matilda ergaunert und sogar eine Hochzeit gibt es. In einer Geschichte spielen die Kinder mit Murmeln. Und Joschi, der mit einer speziellen goldenen Murmel spielt, gewinnt immer. Matilda ist überzeugt, dass es an der Murmel liegt. Und siehe da: als sie mit der goldenen Murmel spielt, gewinnt auch sie. Allerdings wurde sie ausgetrickst, um ihr zu zeigen, dass es nicht an der Murmel liegt, sondern dass man auch an sich glauben muss. Insgesamt haben mir die Geschichten des zweiten Bandes noch besser gefallen als die des Vorgängers.

Kommen wir zur CD-Hülle. Bei der ersten CD war ich sehr begeistert, dass man die Hülle ruckzuck in eine kleine Villa Wunderbar zum Spielen umbauen konnte. Nun überlegte ich im Vorfeld, ob und was uns wohl im 2. Band erwarten würde. Vielleicht ein Popup-Apfelbaum und Garten, den man an die Villa dranstellen könnte? Aber es war dann doch etwas anderes: 3 Spielfiguren zum Ausschneiden: Henri, Matilda und Joschi. Auch nicht schlecht, aber ein nicht ganz so gut durchdachtes Verpackungsdesign wie im 1. Teil. Was mir hier fehlt, ist eine Einsteckmöglichkeit zum Aufbewahren für die Figuren. So fliegen sie leider immer wieder durch die Gegend. Ich gebe zu, dass das kleinkariertes Meckern ist, aber die Erwartungen nach Teil 1 waren schon sehr hoch. Sehr loben möchte ich aber die schönen Illustrationen von Nikolai Renger.

Das Hörbuch ist für Kinder ab 4 Jahren zu empfehlen. Durch die Unterteilung in mehrere unabhängige Geschichten kann das Hörbuch auch gut in kleinen Portionen gehört werden. Die Geschichten werden kindgerecht mit warmer und ausdrucksstarker Stimmer von Martin Baltscheit gelesen. Es ist wie immer ein Ohrenschmaus, ihm dabei zuzuhören.

Veröffentlicht am 27.04.2018

Mein kleiner Sohn kann nicht genug bekommen von diesem genialen Bilderbuch

Wieso geht´s hier nicht weiter?
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„Was ist da vorne los?“ fragt ein kleiner Junge auf dem Dreirad, der einen Straßenarbeiter beobachtet, wie er das Stau-Schild aufstellt. Aber der weiß es nicht und während der kleine Junge sich hinten ...

„Was ist da vorne los?“ fragt ein kleiner Junge auf dem Dreirad, der einen Straßenarbeiter beobachtet, wie er das Stau-Schild aufstellt. Aber der weiß es nicht und während der kleine Junge sich hinten anstellt, rennt er der Straßenarbeiter die ganze Autoschlange nach vorn, um die Ursache für den Stau herauszufinden.

Zuerst sehen wir Kinder auf Rollschuhen, Einrad, Roller und Skateboard. Dann werden die Fahrzeuge immer größer bis man zu einem Autokran ankommt und den Grund des Staus erfährt, der dann natürlich auch noch aufgelöst werden muss. Ich weiß jetzt schon, was sich im Kopf des kleinen Räubers abspielen wird, wenn wir wieder mal im Stau stehen.

Das Buch ist aber so viel mehr als nur eine Aneinanderreihung von Fahrzeugen. Durch die Sprechblasen und Menschen ergeben sich viele Situationen und kleine Geschichten, die zum Erzählen anregen. Die Fahrzeuge werden von 50 heruntergezählt und es steht auch immer dabei, um was für ein Gefährt es sich handelt. Man kann sich dem Buch also auf verschiedenen Ebenen nähern: rückwärts zählen, alles was Räder hat (hier gibt es auch richtig ausgefallene Sachen wie eine Rikscha, einen Safaribus oder für uns Leseratten einen Bücherbus) betrachten oder eben die Geschichten der Menschen in den Autos erkunden und erzählen.

Die Illustrationen sind sehr klar und in kräftigen Farben. Durch die einfachen Ausrufe über den Figuren erhält das Buch einen gewissen Comiccharakter. Das Highlight für meinen kleinen Sohn ist dann aber die Ursache des Staus, die sich hinter einer aufklappbaren Doppelseite verbirgt. Er fiebert regelrecht auf diesem Punkt hin, wo er endlich das Geheimnis enthüllen darf. So wird das Buch im Moment überall mitgenommen, weil er es wirklich jedem erzählen und zeigen muss. Es ist aber auch eine unglaubliche Sensation!

Fazit: Was auf dem ersten Blick einfach aussieht, ist in Wirklichkeit ganz viel - tolle Rahmengeschichte, viele kleine Geschichten in der Geschichte, Fahrzeugkunde und Rückwärtszählen. Ein Lieblingsbuch meines kleinen Sohnes, der gar nicht genug bekommen kann von diesem genialen Bilderbuch!

Veröffentlicht am 27.04.2018

Ein lebendiges Vorleseerlebnis, ein witziges Ende und liebevolle Illustrationen

Zwei für mich, einer für dich
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Der Bär findet auf dem Heimweg 3 Pilze. Sein Freund Wiesel bereitet diese zum Abendessen zu. Der Bär will austeilen: zwei für ihn und einen für das Wiesel. Aber das Wiesel ist der Meinung, dass es genau ...

Der Bär findet auf dem Heimweg 3 Pilze. Sein Freund Wiesel bereitet diese zum Abendessen zu. Der Bär will austeilen: zwei für ihn und einen für das Wiesel. Aber das Wiesel ist der Meinung, dass es genau anders herum sein muss. Und schon donnern sich die beiden die Argumente um die Ohren: der eine hat die Pilze gefunden, der andere zubereitet, der eine ist größer, aber der andere will noch wachsen usw. Bei allem Streit merken sie gar nicht, was da im Hintergrund passiert. Der eine Streit ist gelöst, die Pilze schmecken so gut wie nie zuvor, aber das Wiesel hat da noch eine Überraschung: es hat drei Walderdbeeren für den Nachtisch gefunden? Was dann passiert, bleibt offen. Dieses etwas offene Ende regt die Fantasie der Leser an. Wie wird es wohl weitergehen? Werden sie wieder streiten?

Das Buch ist definitiv lustig! Es bietet sich geradezu an, dem Bär und dem Wiesel eine eigene Stimme zu verleihen und sich als Vorleser dann so richtig in den Streit reinzusteigern. Die Zuhörer haben ihre Freude daran! Und am Ende kann man wunderbar diskutieren. Wie hättest du die drei Pilze aufgeteilt? Vielleicht bekommt ihr auch eine Antwort wie ich vom meinem kleinen Räuber: „Du bekommst sie alle, Mama. Ich mag keine Pilze. Aber dafür bekomme ich dann alle Erdbeeren!“ Ist das fair?

Interessant fand ich auch den Handlungsort. Wir befinden uns im Wald, aber das Wiesel kocht in einer richtigen Küche unter freien Himmel, ein paar Pfannen hängen an den Ästen und an den Bäumen sind Regale und Bilder angebracht. Wo ich lachen musste: Am Esstisch gibt es einen halben Baumstamm als Sitz für den Bären (erinnert an einen rustikalen Picknickplatz) und das kleine Wiesel hat einen höhenverstellbaren Kinderstuhl wie ihn wohl viele Kinder kennen. Eine witzige Mischung zwischen Wohnung und freier Natur.

Fazit: Das Buch bietet den Anreiz, um über Gerechtigkeit und Fairness zu diskutieren, aber ist in erster Linie auch einfach ein lustiges Vorleseerlebnis!

Veröffentlicht am 27.04.2018

Ich liebe diese verrückten Hühner!

Der zauberhafte Eisladen
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Elli, von ihrer Mutter aufgrund ihres Lockenkopfs liebevoll Elli Spirelli genannt, ist mit ihrer Familie umgezogen. Ganz neu ist die Stadt für Elli nicht, da ihr Großvater Leonardo hier eine Eisdiele betreibt. ...

Elli, von ihrer Mutter aufgrund ihres Lockenkopfs liebevoll Elli Spirelli genannt, ist mit ihrer Familie umgezogen. Ganz neu ist die Stadt für Elli nicht, da ihr Großvater Leonardo hier eine Eisdiele betreibt. Allerdings geht es für Elli in eine neue Schule und das bereitet ihr Bauchschmerzen. Aber als sie vor dem ersten Schultag noch bei Leonardo in der Eisdiele vorbeischaut und eine Portion seiner neusten Eiskreation nascht, ist alles gar nicht so schlimm. Mutig tritt sie vor die neue Klasse und stellt sich vor. Sie findet auch ganz schnell Anschluss und neue Freunde. Aber Stück für Stück scheint sie dem Geheimnis von Großvater Leonardo, der mit seinem Eis die Stimmungen seiner Gäste beeinflussen kann, auf die Spur zu kommen. Und die Anzeichen mehren sich, dass Elli die Fähigkeit des magischen Eismachens geerbt hat.

Ich finde den Beginn des Buchs richtig klasse. Die Mutter bittet Elli das Huhn aus dem Backofen zu holen. Damit ist allerdings nicht das Essen gemeint, sondern ein echtes Huhn, das den Namen Ente hat. Elli hat sich mal eine Ente gewünscht, aber ein Huhn bekommen, genau wie ihre beiden Brüder. Also halten die Sonntags auf der Dachterasse 3 Hühner: Ente, Lady Gacker und Picksel. Eine super Idee mit den 3 verrückten Hühnern. Die peppen die Geschichte nochmal richtig auf und machen sie einzigartig. Für mich sind die Hühner sogar DAS Highlight im Buch, da es durch sie immer wieder zu witzigen Situationen kommt. Man könnte auch sagen, es sind richtige Charakterhühner.

Das Buch lässt sich leicht lesen. Es ist der erste Band einer Reihe, aber in sich geschlossen, so dass keine Fragen offen bleiben. Aber man möchte natürlich schon wissen wie es weitergeht. Die Illustrationen von Daniela Kunkel passen perfekt und es hätten gerne noch ein paar mehr sein dürfen. Immer wieder tauchen am Seitenrand auch kleine Hühner auf. Diese sehen genauso lustig aus, wie sie in der Geschichte sind. Ich liebe solche kleinen Akzente.

Fazit: Eine Geschichte über Eis, Magie, das schlechte Gewissen, die Schule und ein paar witzige Hühner.

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