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Veröffentlicht am 29.01.2025

So spannend kann das Mittelalter sein

INFAMIUM
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Der junge Ignatius hängt sehr an seinem Ziehvater. Kein Wunder also, dass er völlig niedergeschlagen ist, als dieser verstirbt. War er doch noch einen Tag vorher bei ihm. Hat sich mit ihm unterhalten und ...

Der junge Ignatius hängt sehr an seinem Ziehvater. Kein Wunder also, dass er völlig niedergeschlagen ist, als dieser verstirbt. War er doch noch einen Tag vorher bei ihm. Hat sich mit ihm unterhalten und ein Versprechen gegeben. Bodowin, so heißt der Tote, bat ihn um einen Gefallen. Er möge ein Buch an sich nehmen und es still und heimlich an einen Ort bringen, dessen Name niemand wissen dürfe. Der Ort heißt Lauresham. Ignatius zögert keinen Moment und begibt sich auf die gefahrvolle Reise.

„Infamium“ wird in zwei Zeitspannen erzählt. Einmal die Reise des Ignatius im Heute und das Lesen des Buches von Bodowin in der Vergangenheit. Es ist eine lange Reise ins Mittelalter, die mich zu jedem Zeitpunkt fesselte. So lebendig wird sie erzählt. Viele Intrigen und auch einige Anschläge gilt es zu überwinden. Wie Ignatius seine Prüfungen besteht und auf welche Weise er das Buch an seinen Bestimmungsort bringt, ist äußerst unterhaltsam geschildert. Klare Empfehlung von mir, denn auch die Sprecher haben mich mitgenommen und zu keinem Zeitpunkt gelangweilt.

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Veröffentlicht am 29.01.2025

Ein wichtiges Buch, das beim Erinnern hilft

Berchtesgaden
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Sophie Gruber und ihre Cousine Magda sind froh. Endlich sind sie weg, diese Bonzen. Eben fuhr der letzte schwarze Wagen am Haus vorbei und sie können sich in aller Ruhe umschauen. In der Villa von A. Speer, ...

Sophie Gruber und ihre Cousine Magda sind froh. Endlich sind sie weg, diese Bonzen. Eben fuhr der letzte schwarze Wagen am Haus vorbei und sie können sich in aller Ruhe umschauen. In der Villa von A. Speer, dem Architekten des Führers. Sie sind beeindruckt und vor allem die Bibliothek hat es ihnen angetan. Hier finden sie sogar ein Exemplar von „Mein Kampf“ mit Widmung. Schau einer an. Nicht nur die vielen Bücher haben es ihnen angetan. Es gibt viel mehr zu entdecken. Und nicht nur die beiden Jugendlichen haben es auf die vielen Schätze im Haus abgesehen. Immer mehr Nachbarn kommen dazu.

„Berchtesgaden“ ist nicht nur der Titel des Buches. Diese Stadt hat es Hitler ganz besonders angetan. Er vereinnahmte sie sofort, ließ seine Residenz bauen und verscheuchte Einheimische. Die jüdischen Nachbarn auf dem Obersalzberg waren die ersten, die vertrieben wurden. Weitere Höfe wurden enteignet, unten in der Stadt herrschte das Denunziantentum. Leider gab es sehr viele, die in diesem Menschen ihren Messias sahen und für ihn alles menschenmögliche taten. Es gab Reisebusse mit Anhängern, die nur einmal einen Blick auf Haus und Mann werfen wollten.

Das Buch beginnt sofort nach dem Krieg. Die Amerikaner nehmen Berchtesgaden ein. Sie urteilen im Schnellverfahren, wer sich während der letzten Jahre strafbar machte und wer nicht. Eigentlich ja normal, dass oft zu hören war: „Ich habe niemals von den Untaten der Soldaten sowie SS und SA gewusst. Nein, den Hitler mochte ich nie.“ Die Amerikaner nannten sie „Expressgeläuterte“.

Die Autorin zeigt sehr deutlich, wie sich Täter herauswinden wollten. Dabei gab es einige, die sogar ihre Nachbarn denunzierten und diese dann zum Tode verurteilt wurden. Wie es den Juden ging, das muss ich nicht wiederholen. Schätze wurden angehäuft, und in fast jeder Familie gab es Schuldige.

Das Buch ließ sich gut lesen. Die Sprache ist leicht und abwechslungsreich. Die Charaktere realistisch dargestellt und auch die Spannung lässt nichts zu Wünschen übrig. Das Literaturverzeichnis bietet allen, die weitere Informationen haben möchten, eine Vielzahl an interessanten Büchern. Nicht nur zum Jahrestag der Befreiung von Auschwitz ein gelungenes Stück Geschichte, das beim Erinnern hilft.

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Veröffentlicht am 25.01.2025

Spannend und nicht vorhersehbar

Verlassen
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Eigentlich könnte Irma noch liegen bleiben. Aber sie ist viel zu aufgeregt zum Schlafen. Heute kommt die reichste Familie Islands ins Hotel und sie darf den Clan bedienen. Das komplette Haus mit all seinen ...

Eigentlich könnte Irma noch liegen bleiben. Aber sie ist viel zu aufgeregt zum Schlafen. Heute kommt die reichste Familie Islands ins Hotel und sie darf den Clan bedienen. Das komplette Haus mit all seinen Zimmern wurde von ihnen in Beschlag genommen. Also gemietet. Welch ein Aufwand. Und das nur, um den Geburtstag eines Toten zu feiern.

Der Alkohol fließt in Strömen. Dass sogar die eisernen Reserven den „Durst“ der Gäste nicht stillen können, damit hätten die Verantwortlichen nicht gerechnet. Liegt es daran, dass das Zusammensein mit Angehörigen nur mit viel Alkohol zu ertragen ist? Wer sich näher mit den Gästen auseinandersetzt, wird diese Frage mit einem „ja“ beantworten.

"Verlassen" ist der vierte Band einer Reihe, die in Island spielt. Jedes Buch kann unabhängig voneinander gelesen werden. Es gibt einige Protagonisten, die von der Autorin Eva Björg Ægisdóttir hervorgehoben werden. Die beschreiben ihre Erlebnisse in der Ich-Form und die spielen sowohl aktuell als auch in der Vergangenheit. Der Spannungsbogen ist dauerhaft gespannt und nichts weist auf die Lösung des Falles hin. Für mich ein gutes Buch zum Abschalten.

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Veröffentlicht am 23.01.2025

Ein Krimi, den ich nur empfehlen kann

FördeGrauen
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Kristin Voss kann ihre Entsetzen kaum verbergen. Vor ihr liegt eine Frauenleiche, die sich von allen Opfern, die sie bisher sah, grausam unterscheidet. Sie trägt ein Brandmal, wie es eigentlich vornehmlich ...

Kristin Voss kann ihre Entsetzen kaum verbergen. Vor ihr liegt eine Frauenleiche, die sich von allen Opfern, die sie bisher sah, grausam unterscheidet. Sie trägt ein Brandmal, wie es eigentlich vornehmlich bei Pferden zu sehen ist. Der Täter lässt sich kaum Zeit, bis die Leiche kalt ist. Schon gibt es einen neuen Fund. Kristin und ihre Kollegen müssen sich auf kurze Nächte einstellen.

Das Cover von "Förde Grauen" sprach mich sofort an. Die Küste rund um Flensburg kenne ich gut und das Cover passt perfekt. Es dauerte nicht lange und ich war mittendrin im Geschehen. Der Autor Andreas Schmidt schreibt nicht nur spannend. Auch die Charaktere sind so gut dargestellt, dass ich mir die Akteure sehr gut vorstellen konnte. Die Wendungen sind zahlreich und durchaus nachzuvollziehen.

Was mir ebenfalls gut gefiel, das ist die Beschreibung der Natur und den Bewohnern. Nein, es ist kein Buch, bei dem das Blut in Strömen fließt. Und das ist auch gut so. Meine Leseempfehlung kommt ohne Abstriche daher.

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Veröffentlicht am 20.01.2025

Erschütternde Tatsachen über Kinderheime

Die Schweigende
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Drei Töchter stehen mit ihrer Mutter am Grab und können es nicht fassen. Der wichtigste Mensch ihres Lebens ist tot. Wie soll es weitergehen? Wer hält künftig die Familie zusammen? Ihre kalte und kaum ...

Drei Töchter stehen mit ihrer Mutter am Grab und können es nicht fassen. Der wichtigste Mensch ihres Lebens ist tot. Wie soll es weitergehen? Wer hält künftig die Familie zusammen? Ihre kalte und kaum zu Emotionen fähige Mutter? Mit Sicherheit nicht. Es wäre nicht wichtig, wenn der Vater auf dem Sterbebett geschwiegen hätte. Dass er seiner Tochter Imke ein Versprechen abnahm, lässt nicht nur sie ratlos zurück. Wer ist Peter und war er wirklich der Bruder ihrer Mutter? Was hat dieses ominöse Kinderheim mit der Vergangenheit ihrer Mutter zu tun?

Das Buch wechselt zwischen der Gegenwart und einer Vergangenheit, die so schmerzlich ist, dass sie von der Mutter Karin zunächst völlig negiert wird. Sobald die Sprache auf einen Aufenthalt im Erziehungsheim kommt, blockt Karin und verweigert das Beantworten aller Fragen.

Ellen Sandberg macht in diesem Buch einen Missbrauch an Kinderseelen öffentlich, der leider „gerne“ in Vergessenheit gerät. Übergriffe von Bezugspersonen waren leider an der Tagesordnung. Ist es ein Wunder, dass ehemalige Heimkinder ihre Vergangenheit zwingend vergessen wollten? Dass sie für Familienmitglieder kalt und fast unnahbar waren? Nein, aber wie sollten Kinder wissen, was ihre Eltern erlebten, wenn diese über ihre Vergangenheit schwiegen?

Genau um dieses sensible Thema geht es in dem Buch. Die Sprecherin Vera Teltz lässt die Erlebnisse der Protagonisten lebendig werden und erst ihre gekonnte Lesung macht das Buch so lebendig.

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