Sehr spannend und voller historischer Fakten
Sündflut 1784So viele Menschen wurden aufgefordert zu beten. Und alle versammelten sich auf dem Rathausplatz. Trotzdem hatte der Herr kein Einsehen und die Jahrhundertflut zerstörte so viele Häuser in der Stadt. Auch ...
So viele Menschen wurden aufgefordert zu beten. Und alle versammelten sich auf dem Rathausplatz. Trotzdem hatte der Herr kein Einsehen und die Jahrhundertflut zerstörte so viele Häuser in der Stadt. Auch etliche Tote waren zu beklagen. Aber so schlimm das Wasser auch in Köln wütete. In Düsseldorf wurden viel mehr Tote gezählt. Aber nein, niemand wollte diese armen Geschöpfe und deren Familien gegeneinander aufrechnen. Schon gar nicht die Witwe Anna-Maria Scheidt. Sie war heilfroh, dass sie der Eisflut entkommen ist und bei Amtmann Henrik van Venray zunächst eine sichere Unterkunft fand.
Historische Kriminalromane gefallen mir nur dann gut, wenn sie auch auf geschichtlichen Fakten basieren. "Sündflut 1784" beschreibt exakt die Folgen einer Eisflut, die schon damals als Jahrhundertflut in die Geschichte der Stadt Köln einging. Eine Folge der Verheerung war, dass kriminelle Elemente das vertrauensselige Volk dazu animierten, unschuldige Frauen als Ursache für das Unheil zu verurteilen. So auch Anna-Maria Scheidt. Sie sollte das Hochwasser alleine durch ihren Pakt mit dem Teufel verursacht haben.
Leider waren die Menschen damals leicht zu begeistern, wenn es um das Verurteilen von Hexen ging. Zwar gab es diese leidliche Inquisition schon längst nicht mehr. Aber äußerst gewitzte Verbrecher versuchten es immer mal wieder, das Verbrennen angeblicher Hexen durchzusetzen. Das Buch ist voll von Intrigen und falschen Spuren. Bis zum Schluss gibt es kaum Hoffnung, dass die Gerechtigkeit siegt. Nicht vorhersehbar und äußerst spannend ist meine Meinung dazu. Aus dem Grund gibt es auch eine Leseempfehlung von mir.