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Veröffentlicht am 09.12.2025

Das Buch nahm mich gefangen

Before I met Supergirl
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Irland, ein raues Land in dem Armut und Entbehrung zur Normalität gehörte. Trotzdem und gerade deswegen zog es Jugendliche in die Stadt. Nach Belfast. Hier konnten sie in den Discos abhängen und ihren ...

Irland, ein raues Land in dem Armut und Entbehrung zur Normalität gehörte. Trotzdem und gerade deswegen zog es Jugendliche in die Stadt. Nach Belfast. Hier konnten sie in den Discos abhängen und ihren Alltag vergessen. Nein, was Rea Garvy in "Before I met Supergirl" erzählt, ist absolut nicht überschwänglich. Auch die oft zitierte „rosarote Brille“ fehlt. Er schreibt über den strengen Vater, der mit seiner Härte keinen Zugang zu seinen Sprösslingen fand. Dass sie alle trotzdem ihren Weg ins Leben gehen konnten, verdankten sie unter anderem auch ihrer Mutter.

Das Hörbuch nahm mich von der ersten Minute an gefangen. Zunächst war es die Stimme von Rea, der das Vorwort spricht. Und dann die perfekte Lesung von Simon Jäger. Garvy berichtet ehrlich über seinen Werdegang, der niemals gerade verlief. Als er zum ersten Mal einen Song hörte, der ihn nahezu hypnotisierte war ihm nicht klar, dass dieser Rhythmus zu einem Welthit für ihn wurde. Perfekt gelesen und absolut authentisch. Meine Leseempfehlung gilt ohne Abstriche.

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Veröffentlicht am 08.12.2025

Ein Sommer in Sanary

Wenn die Sonne untergeht
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Schweren Herzens sagt Thomas Mann ja, als seine Frau und die Kinder ihn überredeten, Deutschland zu verlassen. Er konnte es nicht verstehen. Als über die Grenzen des Reiches geschätzter Autor und Nobelpreisträger ...

Schweren Herzens sagt Thomas Mann ja, als seine Frau und die Kinder ihn überredeten, Deutschland zu verlassen. Er konnte es nicht verstehen. Als über die Grenzen des Reiches geschätzter Autor und Nobelpreisträger muss er seine Heimat verlassen? Das Haus an der Poschingerstraße in München war das Zuhause der Familie Mann. Und das seit etlichen Jahren. Was für Thomas Mann und seine Frau absurd und nicht realistisch war, erkannten ihre Kinder Erika und Klaus sehr schnell. Deutschland wurde zunehmend faschistisch und Hitler sowie seine Anhänger wollten alle Juden vertreiben. Es spielte dabei keine Rolle, ob sie wohlhabend oder geschätzt waren. Sobald sich bei Nachforschungen herausstellte, dass sie in ihrer Ahnenreihe einen Menschen jüdischen Glaubens hatten, wurden sie gedemütigt und verfolgt.

Thomas Mann kann sich nur schwer mit seiner gezwungenen Ortsveränderung abfinden. Er glaubt fest daran, dass dieser „verrückte Hitler“ und seine Anhänger nicht lange ihr Unwesen treiben werden. Wenn er jedoch die Gespräche seiner Nachbarn und Autorenkollegen so hört, dann wird ihm Angst und Bange. Nicht nur sein Bruder Heinrich und Lion Feuchtwanger sprechen aus, was eigentlich alle fürchten. Deutschland ist dem Niedergang geweiht.

„Wenn die Sonne untergeht“ beschreibt eindrücklich, was 1933 im kleinen Fischerort Sanary sur Mer vor sich ging. Der Autor versteht es ausgezeichnet, das Seelenleben des großen Autors zu offenbaren. Alleine das Wort „Behagensminderung“ kannte wohl kaum jemand vor dem Lesen des Buches. Herr Mann war ein Mensch, der seine Marotten hatte und nur eine sehr geduldige Ehefrau kam damit klar. Die Kinder hatten Respekt vor ihm. Nur Erika wusste, wie sie dem „ Zauberer“ begegnen konnte.

Wieder einmal hat mich der Autor Florian Illies ausnahmslos überzeugt. Seine Recherchen waren mit Sicherheit sehr umfangreich. Immer mal wieder würzte er das ernste Thema von Verfolgung und Flucht mit seinem unvergleichlichen Humor. Beim Lesen war mir nicht nur die Familie Mann sehr nahe. Auch alle, die in diesem Sommer 1933 Zuflucht in Frankreich suchten.

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Veröffentlicht am 08.12.2025

Gute Unterhaltung mit unvorhersehbaren Wendungen

Wem du traust
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Als Susanne ungeplant schwanger wurde, steht Eva zu ihr. Sie überredet ihre Freundin nicht abzutreiben. Sie macht den Vorschlag, dass sie das Baby gemeinsam großziehen. Sie mieten eine kleine Wohnung und ...

Als Susanne ungeplant schwanger wurde, steht Eva zu ihr. Sie überredet ihre Freundin nicht abzutreiben. Sie macht den Vorschlag, dass sie das Baby gemeinsam großziehen. Sie mieten eine kleine Wohnung und kümmern sich abwechselnd um die Tochter. Das ist mittlerweile 15 Jahre her. Eva lebt mit Mann und Sohn in einem schönen Haus und Susanne seit wenigen Wochen ebenfalls mit ihrem Lebensgefährten zusammen. Oft ist Sofia, die Tochter Susannes, bei Eva. Sie mag Linus, den kleinen Sohn des Ehepaars und versteht sich auch mit Daniel, dem Vater von Linus bestens. Nach einer Geburtstagsfeier bringt er Sofia nach Hause. Das war zwar so nicht geplant aber der Wunsch der Jugendlichen. Erst am nächsten Morgen erfahren Eva und ihr Mann, dass Sofia nie zuhause angekommen ist. Was geschah in der Nacht? Was hat Daniel mit dem Verschwinden zu tun?

Als die Ermittlerin ihren Mann verdächtigt, ist Eva zunächst entsetzt. Sie glaubt fest an seine Unschuld. Aber es gibt immer mehr Hinweise darauf, dass ihr Mann als Täter in Frage kommt. Für mich war das Lesen ein Auf und Ab. Zwischen Verdächtigen, die glasklar etwas mit dem Verschwinden zu tun haben und der Enttäuschung, dass sich der Verdacht dann schließlich in Luft auflöste. "Wem du traust" überzeugte mich durch die schlüssigen Wendungen. Immer wieder gab es Spuren zum Täter, die sich nur wenige Seiten später als haltlos erwiesen. Der Schluss war mir dann aber doch zu konstruiert. Eine Leseempfehlung gibt es aber trotzdem. Die lebendige und bildhafte Sprache ist ein Garant für beste Unterhaltung.

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Veröffentlicht am 03.12.2025

Commissario Grauner und sein Team sind hier besonders gefordert

Am Hang des Todes
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Kommissar Grauner ist zurück. Vier lange Monate war er auf Weltreise mit seiner Frau. Auch wenn er es nicht gerne zugibt, es hat ihm gut gefallen. Was ihn zuhause erwartet, das erschreckt ihn dann doch ...

Kommissar Grauner ist zurück. Vier lange Monate war er auf Weltreise mit seiner Frau. Auch wenn er es nicht gerne zugibt, es hat ihm gut gefallen. Was ihn zuhause erwartet, das erschreckt ihn dann doch sehr. Seine Kleine hat die Alm völlig verunstaltet, so denkt er. Darüber hinaus gibt es den Auftrag, recht zügig einen Mord aufzuklären. Der junge Philipp Ungerer wurde nämlich erschossen. Beim Weltcup, auf der Piste, während der Abfahrt. Der Schock bei den Eltern und seinen Freunden ist groß. Kann es sein, dass der Mord mit dem Tod des 15jährigen Skifahrers zusammenhängt, der sich vor einem Jahr ereignete?

"Am Hang des Todes" führt die Leser nach Südtirol. Hier ist eine der vielen Hochburgen des Skisports und der jährlich stattfindende Skiweltcup ist über die Grenzen hinaus bekannt. Die Einheimischen stöhnen zwar unter der Last des Tourismus. Geben aber auch zu, dass die Fremden ihnen Geld ins Tal bringen. Wenn es nicht so traurig wäre, dann hätte also auch der Tod des jungen Ungerer eine gute Seite. Aber das gilt nur hinter vorgehaltener Hand. Verdächtige gibt es einige und etliche Spuren führen ins Nichts.

Ein Buch für zwischendurch, das mir gute Unterhaltung bescherte. Immer mal wieder nicht vorhersehbare Wendungen und keine unnötigen Längen. So mag ich Krimis. Kommissar Grauner und seine etwas grummelige Art gefiel mir sehr gut.

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Veröffentlicht am 02.12.2025

Geschichtsunterricht und zugleich spannende Unterhaltung, perfekt

Das Antiquariat am alten Friedhof
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Felix ist im graphischen Viertel in Leipzig aufgewachsen. Mittlerweile lebt er als Bibliothekar in den USA und ist amerikanischer Staatsbürger. Momentan hält er sich auf der Insel Patmos auf. Hier soll ...

Felix ist im graphischen Viertel in Leipzig aufgewachsen. Mittlerweile lebt er als Bibliothekar in den USA und ist amerikanischer Staatsbürger. Momentan hält er sich auf der Insel Patmos auf. Hier soll er einen jungen Mann davon abbringen, die wertvolle Bibliothek der Insel zu zerstören. Wenige Tage nach diesem Einsatz gibt sein Chef ihm einen besonderen Auftrag. Er soll nach Leipzig fliegen und sich dort mit einem Mann unterhalten. Nein, nicht irgendeinem Mann. Dieser behauptet nämlich, dass er einer seiner drei Freunde aus vergangen Tagen sei.

Das graphische Viertel war einmalig in Deutschland. Hier gab es unglaublich viele Unternehmen, die alle etwas mit Büchern zu tun hatten. Im Jahr 1943 wurde es komplett zerstört und nie wieder aufgebaut. Felix ist dort aufgewachsen und als er die Zerstörung sieht, kennt er sich nicht mehr aus. Keine Straße und kaum ein Gebäude, das er wiedererkennt. Nur sein Elternhaus steht noch. Als Ruine.

Endlich geht es wieder nach Leipzig. Abwechselnd in die Jahre 1930 und 1945. Historischen Fakten und aufregende Episoden wechseln sich ab. Hauptsächlich geht es um die vier Freunde, die als Bücherdiebe einem alten Antiquariat das Überleben ermöglichten. Für mich war es Geschichtsunterricht vom Feinsten und ich hoffe sehr, dass Herr Meyer noch einiges zum graphischen Viertel zu berichten hat. Auch wenn es das vierte Buch zum Thema ist. Jeder Band steht für sich und kann ohne Vorkenntnisse gelesen werden.

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