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Veröffentlicht am 17.03.2026

Vielschichtige Familiengeschichte mit Tiefgang

Real Americans
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Real Americans“ von Rachel Khong ist eine vielschichtige Familiensaga über drei Generationen, die sich für mein Empfinden nicht ganz einfach rezensieren lässt! Der Roman besteht aus drei Abschnitten, in ...

Real Americans“ von Rachel Khong ist eine vielschichtige Familiensaga über drei Generationen, die sich für mein Empfinden nicht ganz einfach rezensieren lässt! Der Roman besteht aus drei Abschnitten, in jedem kommt ein anderes Mitglied zu Wort und erzählt ein Stück der Geschichte aus seiner Perspektive. Zuerst lernen wir Lily kennen, die Tochter chinesischer Einwanderer, beide als Wissenschaftler tätig. Lily lernt Matthew kennen und lieben, Spross eines Pharmaimperiums. Die beiden bekommen einen Sohn, Nick. Die Beziehung der beiden scheitert schnell, u.a. und vor allem aufgrund von ihrer unterschiedlichen sozialen Herkunft. Der zweite Abschnitt wird von Nick erzählt, der lange über die Identität seines Vaters im Unklaren ist, die Mutter Lily ihm verheimlicht. Letztendlich findet er diese über einen Gentest selbst heraus. Im letzten Abschnitt kommt May, Lilys Mutter und Nicks Großmutter zu Wort. Sie wuchs in alles andere als einfachen Umständen im China der Mao-Ära auf, ließ ihre große Liebe zurück, und floh mit einem anderen Mann in die USA, um frei zu leben und wissenschaftlich zu arbeiten. Nach und nach erfahren wir häppchenweise von genetischen Experimenten, Erbgutveränderung und müssen uns auch als Leser mit der Frage auseinandersetzen, was ethisch vertretbar ist, um beispielsweise schwere Krankheiten auszumerzen! Das Buch greift große Themen wie Einwanderung, Rassismus, Assimilation und vieles mehr auf, für mich hätte es durchaus noch länger sein können, weil für meinen Geschmack nicht alle Gedankengänge ausreichend erläutert werden. Die Figuren fand ich zwar authentisch skizziert, doch fehlte es ihnen stellenweise an Tiefe, ich konnte nicht zu allen unbedingte Nähe entwickeln, und sie blieben merkwürdig fremd. Der Schreibstil ist flüssig und angenehm, und man kommt schnell in die Handlung rein, den starken Sog vom Anfang hält die Autorin leider nicht komplett durch, so dass der Roman durchaus einige Längen aufweist. Trotz dieser Schwächen habe ich das Buch gerne gelesen, und es wird definitiv noch lange nachklingen!

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Veröffentlicht am 26.02.2026

Unaufgeregter Wohlfühlroman

Mathilde und Marie
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n seinem neuen Roman "Mathilde und Marie" nimmt uns Torsten Woywod mit in ein kleines Dörfchen in den Ardennen namens Redu. Hier leben nur wenige Menschen, dafür gibt es um so mehr Buchhandlungen, für ...

n seinem neuen Roman "Mathilde und Marie" nimmt uns Torsten Woywod mit in ein kleines Dörfchen in den Ardennen namens Redu. Hier leben nur wenige Menschen, dafür gibt es um so mehr Buchhandlungen, für uns Buch affine Wesen natürlich ein schöner Gedanke. Eine der sogenannten Institutionen des Dorfes ist die alte Jonina, ebenfalls Inhaberin eines der besagten Buchgeschäfte. Auf einer Zugfahrt lernt sie die junge Marie kennen, die vor ihrem offenbar frustrierenden Leben in Paris geflohen ist u. sich eine Auszeit nehmen möchte. Sie nimmt die junge Frau mit nach Redu, u. als sie selbst krankheitsbedingt ausfällt, überlässt sie ihr spontan die Leitung ihres Ladens. Ebenfalls in Rudu lebt die etwas seltsame zurückgezogene Mathilde, die vor kurzem ihren Ehemann verloren hat und sehr unter der Trauer leidet. Offenbar scheint der Verstorbene ein Geheimnis gehabt zu haben, das es zu lüften gilt. Torsten Woywod erzählt die Geschichte dieser kleinen Gemeinschaft mit einer teils bewundernswertem teils für mich etwas anstrengenden Ruhe und Unaufgeregtheit. Durch die junge Marie kommt etwas frischer Wind in das verschlafene Dörfchen, dessen Einwohner diesen dringend nötig zu haben scheinen. Auch Mathilde ist Marie bei ihrer Trauerverarbeitung und Geheimnisaufdeckung behilflich, die beiden freunden sich an, was der Titel ja letztendlich vermuten lässt! Der Autor rät mit seinem Buch quasi zu Entschleunigung und menschlicher Empathie. Dies ist ihm wirklich außerordentlich gut gelungen, er hat einen wahren Ruhepol mit dem Dorf Redu geschaffen, das es übrigens tatsächlich zu geben scheint! Hier gibt es kaum Internetempfang, dafür hören sich die Menschen noch wirklich zu, ein tatsächlich sehr schöner Gedanke! Ein Wohlfühlroman par exellence, wie er quasi im Buch steht! An manchen Stellen war es für meinen Geschmack allerdings ein bisschen zu gemächlich.

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Veröffentlicht am 23.02.2026

Zwiegespalten

Eisnebel
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Theodora, genannt Theo, fährt mit ihrem Verlobten Connor, der aus einer sehr reichen Familie stammt, über die Weihnachtsfeiertage auf deren winterliches Luxusanwesen, bestehend aus mehreren feudalen Skihütten. ...

Theodora, genannt Theo, fährt mit ihrem Verlobten Connor, der aus einer sehr reichen Familie stammt, über die Weihnachtsfeiertage auf deren winterliches Luxusanwesen, bestehend aus mehreren feudalen Skihütten. Doch von Anfang an spürt die junge Frau, dass sie bei Connors Familie nicht willkommen ist, man scheint ihr zu misstrauen und ihr unter anderem zu unterstellen, dass sie ihren Verlobten vor allem wegen dessen Vermögen heiraten möchten. Doch außerdem hat Theo unterschwellig das Gefühl, dass sie an dem Ort, wo sie die Ferien verbringen wollen, früher schon einmal war. Über ihre Kindheit und ihre richtigen Eltern weiß sie allerdings so gut wie nichts, denn sie wurde als kleines Mädchen adoptiert. Fast jedes Familienmitglied hat offenbar sein eigenes Geheimnis und weiß auch das eine oder andere über Theos Vergangenheit. Fühlt sich Theo zu recht verfolgt, oder bildet sie sich dies alles nur ein? Das erste Drittel des Buches fand ich überaus spannend und fühlte mich großartig unterhalten. Doch ab der Mitte wurde es zunehmend langatmig und stellenweise verworren, so dass ich ab und zu versucht war, das Buch genervt in die Ecke zu werfen. Allerdings will man irgendwann natürlich wissen, wie die Autorin das Ganze zu Ende bringt. Eine absolute Leseempfehlung kann ich nicht mit vollem Herzen aussprechen, sondern denke, dass sich jeder sein eigenes Urteil bilden sollte.

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Veröffentlicht am 17.02.2026

Großartiger historischer Roman

Das Haus in Charlottenburg
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In ihrem historischen Roman „Das Haus in Charlottenburg“ nimmt uns Beate Sauer mit ins Berlin zum Ende des 19. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt steht die junge Schneiderin Elise, die mit ihrer verwitweten ...

In ihrem historischen Roman „Das Haus in Charlottenburg“ nimmt uns Beate Sauer mit ins Berlin zum Ende des 19. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt steht die junge Schneiderin Elise, die mit ihrer verwitweten Mutter und noch zwei Geschwistern in sehr ärmlichen Verhältnissen lebt. Als Elise zufällig den Architekten Johann und dessen Freund, der als Arzt an der renommierten Charité arbeitet, kennenlernt, scheint ihr Leben überraschend eine positive Wende zu nehmen. Johann und Louis haben es sich in den Kopf gesetzt, ein sogenanntes Genossenschaftshaus zu bauen. Indem sie dieses Projekt verwirklichen wollen sie für Menschen der unteren Klassen bezahlbaren Wohnraum schaffen. Doch sie haben ihre Rechnung ohne die intrigante Immobilienspekulantin Leonora von Rienäcker, Louis‘ Mutter, gemacht. Die Adlige möchte riesige Mietskasernen bauen und lehnt genossenschaftliche Bauten rigoros ab. Die Ereignisse überschlagen sich auf dramatische Weise. Beate Sauer erzählt all dies in einer ungeheuer spannenden Geschichte mit viel gelungenem Lokalkolorit. Da ich selbst viele Jahrzehnte in Berlin gelebt habe, war das Buch, das ich nur sehr schwer aus der Hand legen konnte, auch aus diesem Grunde nochmal ein großer Genuss! Durch den flüssigen und sehr angenehmen Schreibstil bin ich nur so durch die Seiten geflogen. Die Autorin hat großartige Recherchearbeit geleistet, der Leser erfährt viel Wissenswertes über das damalige Zeitgeschehen, auch das hat mir sehr gut gefallen! Ich kann diesen Roman unbedingt weiterempfehlen, es gibt von mir selbstverständlich die volle Punktzahl und ein großes Dankeschön an Beate Sauer für die perfekte Leseunterhaltung!

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Veröffentlicht am 08.02.2026

Ganz großes Thriller-Kino

Das Signal
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Ja, ich hatte natürlich recht hohe Erwartungen an dieses neue Buch von Ursula Poznanski, immerhin birgt ihr Name für einen hohen Spannungsfaktor! Doch die Autorin konnte diesen Erwartungen mehr als entsprechen ...

Ja, ich hatte natürlich recht hohe Erwartungen an dieses neue Buch von Ursula Poznanski, immerhin birgt ihr Name für einen hohen Spannungsfaktor! Doch die Autorin konnte diesen Erwartungen mehr als entsprechen und hat alles zu voller Zufriedenheit erfüllt! Im Mittelpunkt der Geschichte steht Viola Decker, eine Frau in den besten Jahren, Mitte 30, ihres Zeichens erfolgreiche Innenarchitekten. Geschrieben ist das Ganze aus ihrer Perspektive, wir sind dabei, wie sie im Krankenhaus aus der Narkose erwacht und realisieren muss, dass sie bei einem kürzlich geschehenen Unfall ein Bein verloren hat. Was für ein Schock. Von Beginn an hat man den Eindruck, dass mit ihrem Mann Adam, der sie natürlich häufig besucht, etwas nicht stimmt! hat er etwas zu erfahren u. wenn ja, was? Als Viola aus der Klinik entlassen wird, hat Adam für seine Frau eine Pflegerin namens Otilia engagiert, die ihr im Haushalt zur Hand gehen soll, denn immerhin ist die junge Frau nach dem Verlust des Beines körperlich stark eingeschränkt. Die Pflegekraft erweist sich jedoch eher als Wachhund, doch woran liegt das? Verfolgt sie eigene Ziele, oder steckt Ehemann Adam dahinter. Da Viola eine hochintelligente und selbstständige Frau ist, gibt sie sich nicht mit ihrem Schicksal und der verordneten Passivität ab, sondern nutzt die technischen Möglichkeiten der heutigen Überwachung, um allen, die ihr nahestehen, Ehemann, Pflegerin und zwei Freundinnen zu bespitzeln. Was sie dabei herausfindet, übersteigt ihre kühnsten Befürchtungen. Dass auch Viola selbst in der Vergangenheit offenbar das eine oder andere Geheimnis verbirgt, erfährt der Leser dabei ganz nebenbei. Die Gesamtlage wird dadurch immer verfahrender und steigert sich zum Ende hin zu einem mehr als spannenden Countdown! Der einzige, dem die behinderte Frau vertraut, ist der am Downsyndrom leidenden Nachbarsjunge, der Viola seinen Möglichkeiten entsprechend auf eine berührende Art und Weise zur Seite steht. Ich habe mit der sympathischen Protagonistin bis zur letzten Seite mitgefiebert. Die Autorin baut einige überraschende Plottiwists ein, die den Leser in Atem halten. Hierfür gibt es natürlich die volle Punktzahl und eine absolute Leseempfehlung!

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