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Veröffentlicht am 02.08.2022

Gelungene Fortsetzung und spannender historischer Krimi

Die Hafenärztin. Ein Leben für das Glück der Kinder (Hafenärztin 2)
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Da ich bereits den ersten Teil der Reihe rund um die Hafenärztin Anne Fitzpatrick sehr gerne gelesen hatte, war die Fortsetzung "Das Leben für das Glück der Kinder" quasi ein MUSS! Zwar fand ich den Untertitel ...

Da ich bereits den ersten Teil der Reihe rund um die Hafenärztin Anne Fitzpatrick sehr gerne gelesen hatte, war die Fortsetzung "Das Leben für das Glück der Kinder" quasi ein MUSS! Zwar fand ich den Untertitel etwas pathetisch und nicht unbedingt aussagekräftig genug, aber das ist auch schon der einzige Kritikpunkt. Henrike Engel hat mit einer weiteren Geschichte, in der die junge Frau, die im historischen Hamburg Anfang des 20. Jahrhunderts als Ärztin für die Benachteiligten Menschen am Rande der Gesellschaft, vor allem für Frauen kämpft, im Mittelpunkt steht, für großartige Leseunterhaltung gesorgt. Von der Stadt im Norden flohen damals viele Menschen auf Ozeandampfern Richtung Amerika und strandeten in diesem Zusammenhang in den sogenannten Auswandererhallen. Plötzlich gibt es dort vor allem unter den Kindern besonders viele Krankheitsfälle, ja sogar einen Todesfall. Doch was steckt dahinter? Anne versucht zu recherchieren, was den Verantwortlichen offenbar so gar nicht recht ist. Unterstützt wird sie wieder von der Pfarrerstochter und angehenden Lehrerin Helene Curtius und Polizeikommissar Berthold Rheydt. Dieser Roman ist einerseits historischer Krimi, aber auch so viel mehr! Er kritisiert die damaligen Zustände, wie ging man mit Menschen am Rande der Gesellschaft um, wie sehr mussten Frauen noch um Gleichberechtigung kämpfen. Dass Protagonistin Anne als selbständige Ärztin praktiziert ist alles andere als selbstverständlich, man, in erster Linie natürlich Männer, versucht ihr Steine in den Weg zu legen, wo immer es nur geht. Die Kriminalhandlung ist durchweg spannend, im letzten Viertel sogar geradezu atemlos, da konnte ich das Buch nicht mehr weglegen! Auch ein Schuss Romantik rund um das Liebesleben von Anne, Helene und Berthold darf nicht fehlen! Die drei Haupt Charaktere sind wieder überaus authentisch skizziert, wie überhaupt alle handelnden Personen. Man meint mitten in der Geschichte mit dabei zu sein, auch wenn wir mittlerweile 100 Jahre später leben. Obwohl ich Hamburg nicht gut kenne, hat mir das verwendete Lokalkolorit sehr gut gefallen. Nicht jedes Detail der vielen Handlungsstränge wird komplett aufgelöst, so fiebere ich bereits jetzt dem dritten Teil über die Hafenärztin entgegen, der Gott sei Dank im November erscheint! An dieser Stelle erst einmal die volle Punktzahl und eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 24.07.2022

Netter Krimi, mäßig spannend, aber mit viel Lokalkolorit

Mord in Montagnola
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Protagonistin Moira, hauptberuflich Dolmetschein, nimmt sich nach der Trennung von ihrem Lebensgefährten, eine kleine Auszeit und reist zu ihrem Vater ins idyllische Tessin. Als sie dort auf ihre Jugendliebe ...

Protagonistin Moira, hauptberuflich Dolmetschein, nimmt sich nach der Trennung von ihrem Lebensgefährten, eine kleine Auszeit und reist zu ihrem Vater ins idyllische Tessin. Als sie dort auf ihre Jugendliebe Luca trifft, der inzwischen Rechtsmediziner ist, wird sie mehr oder weniger unfreiwillig in einen Mordfall hinein gezogen und soll als Übersetzerin fungieren. Zwar schien mir das teilweise ehrlich gesagt etwas an den Haaren herbeigezogen, trotzdem hat es meinem Lesegenuss nicht wirklich Abbruch! Die Verbindung zwischen Moira und Luca köchelt immer etwas unaufdringlich im Hintergrund, was ich recht angenehm konzipiert fand. Mit viel Lokalkolorit hat Mascha Vassena hier als Reihenauftakt einen Krimi in sehr angenehm zu lesendem Schreibstil verfasst. Gelungen fand ich, dass es immer wieder Hinweise darauf gab, dass das Setting am Wohnort von Altmeister Herrmann Hesse angesiedelt ist. Gespannt bin ich schon jetzt, wie die Autorin die Fortsetzungen um Protagonistin Moira gestalten wird! Alles in allem für mich ein netter Krimi mit Urlaubsflair, dafür gibt es von mir natürlich eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 19.07.2022

In meinen Augen ein Muss für bibliophile Menschen

Das Glück auf der letzten Seite
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Mit diesem kleinen aber feinen Roman hat mich Cathy Bonidan wirklich komplett begeistert! Vom ersten Moment an mochte ich einfach alles an diesem Buch! Bereits das Cover ist in meinen Augen sehr sehr ansprechend, ...

Mit diesem kleinen aber feinen Roman hat mich Cathy Bonidan wirklich komplett begeistert! Vom ersten Moment an mochte ich einfach alles an diesem Buch! Bereits das Cover ist in meinen Augen sehr sehr ansprechend, so liebevoll gestaltet, dass ich das Buch in einer Buchhandlung auf jeden Fall zur Hand nehmen würde! Der Klappentext hatte mich neugierig gemacht, und bereits die Leseprobe klang verheißungsvoll. Als ich dann endlich das gesamte Buch vor mir hatte, konnte ich nicht an mich halten und habe es in einem Rutsch durchgelesen. Es ist ausschließlich in Briefform gehalten, auch wenn ich diesbzgl manchmal skeptisch bin, hat es mir in diesem Fall unglaublich gut gefallen. Eine Frau findet in einem Hotel in der Schublade eines Hotels das Manuskript eines Romans und macht sich, wohlgemerkt in altmodischer Briefform auf die Suche nach dem Verfasser desselben. Es stellt sich heraus, dass der ursprüngliche Autor des Geschriebenen dasselbe nicht beendet hatte, sondern dies durch eine weitere Person geschah. Anhand dieser Ausgangslage entspinnt die Autorin eine so wunderbar konzipierte Geschichte, die in meinen Augen für Buchliebhsber ein MUSS darstellt. Ich selbst pflege und liebe in unserer virtuellen Welt den Brauch des (mit Füllfederhalter) von Hand geschriebenen Briefes. Vielleicht allein schon deshalb hat mich dieses Buch entzückt! Der Schreibstil und die verwendete Sprache war einfach genau meinst! Danke dafür an Cathy Bonidan und bitte unbedingt mehr davon! Die volle Punktzahl und eine absolute Leseempfehlung verstehen sich natürlich von selbst!

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Veröffentlicht am 15.07.2022

Spannender Thriller

Nur du und ich
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Aufmerksam geworden war ich in erster Linie durch das ein wenig düster wirkende und damit aber auch perfekt zur Handlung passende Cover sowie den ansprechenden Klappentext, der mich zwar zuerst etwas Anderes ...

Aufmerksam geworden war ich in erster Linie durch das ein wenig düster wirkende und damit aber auch perfekt zur Handlung passende Cover sowie den ansprechenden Klappentext, der mich zwar zuerst etwas Anderes erwarten ließ, doch wurde ich tatsächlich in keiner Weise enttäuscht! Wir lernen Protagonistin Ellie kennen, eine junge Studentin, die seit mittlerweile sechs Monaten eine Affäre, man kann es auch Beziehung nennen, mit ihrem sehr viel älteren Professor der Literatur, Steven, verbindet. Kapitelweise wechselnd aus der Sicht der beiden Hauptpersonen erfahren wir Stück für Stück mehr über das Verhältnis zwischen den beiden, die ein romantisches Wochenende in einem abgelegenen Haus am Meer mitten im Winter verbringen möchten. Doch nur einer der beiden wird dieses Stelldichein überleben. Was verbergen Ellie und Steven, jeder für sich, für ein Geheimnis? Von Beginn an war ich in der Geschichte drin, die Autorin hat mich mit ihrem packenden Schreibstil sofort mitgenommen. Obwohl ich einerseits eigentlich etwas mehr Sympathien für Ellie hatte, vielleicht aufgrund von sogenannter "Frauensolidarität", war ich doch hin und her gerissen, wem ich Glauben schenken sollte. Laure van Rendsburg lockt den Leser immer noch einmal auf eine falsche Fährte, so dass ich tatsächlich bis zum Schluss gerätselt habe, wie sich alles entwickeln wird. Für mich ein toller, spannender Thriller, das Debüt der Autorin, ich hoffe, da kommt noch sehr viel mehr! Danke für perfekte Leseunterhaltung und natürlich gibt es von mir die volle Punktzahl!

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Veröffentlicht am 11.07.2022

Wow - was für ein Buch

Violeta
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Ich war zugegebenermaßen zwiegespalten in der Vorfreude auf das neuste Werk von Isabel Allende! Ich habe schon so einiges von ihr gelesen, eigentlich rückblickend immer mit großer Begeisterung und dachte ...

Ich war zugegebenermaßen zwiegespalten in der Vorfreude auf das neuste Werk von Isabel Allende! Ich habe schon so einiges von ihr gelesen, eigentlich rückblickend immer mit großer Begeisterung und dachte nun insgeheim, "was soll da jetzt noch kommen?", das ist doch marketingtechnisch clever vom Verlag, ausgerechnet zum 80. Geburtstag der Autorin eine Neuerscheinung! Klar war, dass ich dieses Buch lesen musste! Und ich wurde eines Besseren belehrt. Senora Allende kann noch immer erzählen wie wenige andere! Sie hat mich von Anfang an mitgenommen in eine Geschichte, in die ich eintauchen und alles um mich herum vergessen konnte. In die Geschichte rund um das Leben von Violeta del Valle, die uns von ihrem 100jährigen Leben erzählt, geboren zu Zeiten der spanischen Grippe in Südamerika. Ich meine, die Protagonistin kommt in Chile zur Welt, auch wenn der Name des Landes nicht erwähnt wird, oder habe ich, als ich durch die Seiten geflogen bin, etwas überlesen? Die Weltwirtschaftskrise treibt Violetas erfolgsverwöhnten Vater in den Ruin, die Familie muss fliehen. So viele Parallelen zur Gegenwart, die spanische Grippe und Corona, stehen auch wir wieder vor einer großen Krise, was ist hier Fiktion und was Realität? Wohl eine gekonnte Mischung aus beidem! In Violetas Leben geht es mal rauf, mal runter, wie wohl bei uns allen, sie erzählt uns von Wegbegleitern, Familie, Freunden, Männern.....,jede einzelne Figur konnte ich mir so gut vorstellen, den einen mochte ich, den anderen nicht, aber alle waren authentisch. Natürlich ist auch Platz für den politischen Hintergrund, das mochte ich schon immer an den Romanen der Autorin! Ich habe mich gefühlt, als würde mir eine gute Freundin ihre Lebensbeichte berichten. Eins ist klar: für mich ein Highlight, ein Ehrenplatz in meinem Bücherregal, fünf Sterne sind hier viel zu wenig und natürlich eine absolute Leseempfehlung!

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