Cover-Bild Streicheln oder Schlachten
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18,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Kösel
  • Themenbereich: Gesellschaft und Sozialwissenschaften
  • Genre: Sachbücher / Politik, Gesellschaft & Wirtschaft
  • Seitenzahl: 240
  • Ersterscheinung: 28.09.2022
  • ISBN: 9783466347827
Marcel Sebastian

Streicheln oder Schlachten

Warum unser Verhältnis zu Tieren so kompliziert ist – und was das über uns aussagt
Wir müssen über unser Verhältnis zu Tieren sprechen – wie uns die neuesten Erkenntnisse der Soziologie dabei helfen

Es ist kompliziert – das bringt wohl den Kern der Mensch-Tier-Beziehungen auf den Punkt. Während sich der Wert von Rind, Schwein und Co. meist in Kilogrammpreisen misst, sind Haustiere geliebte Familienmitglieder und durch nichts aufzuwiegen: Die einen sind für uns Jemand, die anderen Etwas .

Immer mehr Menschen suchen nach dem »richtigen« Umgang mit Tieren, doch das ist gar nicht so einfach. Wie kommt es, dass wir manche Tiere streicheln, andere aber schlachten? Und warum stellen wir diese ungleiche Behandlung in den letzten Jahren immer mehr infrage? Welche Abhängigkeiten von der Tierwelt führen uns Zoonosen wie Covid heute vor Augen?

Basierend auf seiner Forschung erklärt der Experte für Mensch-Tier-Beziehungen Marcel Sebastian, welche historischen, soziologischen und kulturellen Erklärungen es für unser ambivalentes Verhältnis zu unseren Mitlebewesen gibt. Das ist ebenso unterhaltsam wie informativ und hilft garantiert, den eigenen Standpunkt neu zu hinterfragen.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.01.2025

Es ist kompliziert

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Seit vielen Jahren schon esse ich kein Fleisch und keinen Fisch und ersetze immer mehr tierische durch pflanzliche Lebensmittel. Dabei beschäftige ich mich auch immer mehr mit unserer ambivalenten Beziehung ...

Seit vielen Jahren schon esse ich kein Fleisch und keinen Fisch und ersetze immer mehr tierische durch pflanzliche Lebensmittel. Dabei beschäftige ich mich auch immer mehr mit unserer ambivalenten Beziehung zu Tieren. Die einen dürfen bei uns im Bett schlafen und die anderen behandeln wir wie Dinge (und das ist noch nett ausgedrückt). Deshalb landete das Buch „Streicheln oder Schlachten“ von Marcel Sebastian sofort auf meiner Leseliste.

Der Untertitel beschreibt es in einem Satz: „Warum unser Verhältnis zu Tieren so kompliziert ist – und was das über uns aussagt“. Die einen streicheln wir und die anderen essen wir. Auf diese unterschiedlichen Sichtweisen geht der Soziologe Marcel Sebastian in „Streicheln oder Schlachten“ ein. Mittlerweile wird auf der einen Seite der Ruf immer lauter, dass wir unser Verhältnis zu Tieren komplett überdenken und wir aufhören müssen, Tiere zu essen und sie auszubeuten. Auf der anderen Seite wird beschworen, dass wir das Stück „Lebenskraft brauchen und als Rechtfertigung genannt, um mit der Massentierhaltung fortzufahren, weil es schon immer so war, dass die einen die anderen gefressen haben. Diesem nicht leichten Thema nimmt sich Marcel Sebastian an.

Marcel Sebastian gibt in „Streicheln oder Schlachten“ einen guten Rundumblick über unsere schwierige Beziehung zu anderen Tierarten (ja, auch wir sind Tiere). In den einzelnen Kapiteln spricht er die wichtigsten Fragestellungen an und hat mit der Kapitelauswahl auch eine Auswahl der wichtigsten Diskussionspunkte oder Streitauslöser ausgewählt. Er leitet die Entwicklungen von Tieren zu Haus- und zu Nutztieren historisch und kulturell her und macht das, ohne dabei zu polarisieren. Oft hält er einen Spiegel vor wie in dem Beispiel mit der geretteten Entenfamilie und den zukünftigen „Peking-Enten“.

Das Buch ist angenehm, weil der Autor weder die Moral- noch die Hasskeule herausholt, sondern sich auf die soziologische Betrachtung konzentriert. Es wird zunächst eine Bestandsaufnahme vom jeweiligen Bereich gemacht und dann kulturell und geschichtlich betrachtet. „Streicheln oder schlachten“ regt zum Nachdenken an und dies einmal natürlich emotional und sehr problembasiert, denn unser Verhältnis zu Tieren hat auch leider zu vielen Problemen geführt, die ohne unser Zutun nicht gelöst werden können wie Klimakrise, Artensterben, die Ausbreitung von Pandemien und die grausame Massentierhaltung. Aber Marcel Sebastian schreibt nicht mit erhobenem Zeigefinger, eher mit erklärendem und zum Nachdenken und Handeln anregender Feder.

Am Ende des Buches gibt er uns als Leser*innen noch Tipps an die Hand bzw. Aufgaben, um zum Beispiel bewusster mit Nahrung umzugehen und insgesamt über unser Verhältnis zu Tieren nachzudenken und an der Veränderung mitzuwirken.

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Veröffentlicht am 25.04.2024

Eindringliche Fragen

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Auf dieses Buch war ich schon lange neugierig, weil ich diese Frage, die zugleich der Titel des Buchs ist, so wichtig finde und so spannend. Warum streicheln wir Hunde und Katzen, essen aber mit Begeisterung ...

Auf dieses Buch war ich schon lange neugierig, weil ich diese Frage, die zugleich der Titel des Buchs ist, so wichtig finde und so spannend. Warum streicheln wir Hunde und Katzen, essen aber mit Begeisterung Schweine, die mindestens genauso schlau sind? Warum sind manche Tiere unsere Freunde und andere interessieren uns nur als Stück Fleisch auf dem Teller? Mich machen diese Fragen schon lange unruhig und ich finde keine guten Antworten. Schon länger esse ich kaum mehr Fleisch, aber was ist mit Milch, Käse, Eiern, … ? Warum fällt es uns einerseits so schwer, auf tierische Produkte zu verzichten, andererseits verabscheuen wir die Massentierhaltung?

Das Buch stellt sich diesen Fragen ganz konkret und lenkt die Aufmerksamkeit dorthin, wo es wehtut. Es wird anschaulich und ganz deutlich und zeigt die Zerrissenheit unserer Gesellschaft in diesen Fragen auf. Dass Tiere genauso Schmerzen, Freude, Angst, … empfinden wie wir, das stellt (hoffentlich) keiner mehr in Frage. Ist es dann aber richtig, Tiere zu vermarkten, zu züchten, sie für unseren Gewinn und unsere Ernährung zu halten? Eine abschließende Antwort gibt das Buch natürlich nicht, aber viele, viele Anregungen, über die es sich nachzudenken lohnt. Viele Fragen sind sehr eindringlich und wichtig und jeder sollte sie für sich beantworten – aber unter der Voraussetzung, auch die Hintergründe von Tierhaltung, Tierwohl und vielen anderen schwerwiegenden Themen zu kennen. Meiner Meinung nach eine Lektüre, die jeder Mal gelesen haben sollte!

Veröffentlicht am 15.10.2023

Lehrreiches Buch!

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Ein großes Lob für die lehrreichen Kapitel, die sachlich auf die verschiedensten Themen eingehen. Besonders toll fand ich die Mischung aus den vielen Informationen, die breiten Themen, sowie auch die kleinen ...

Ein großes Lob für die lehrreichen Kapitel, die sachlich auf die verschiedensten Themen eingehen. Besonders toll fand ich die Mischung aus den vielen Informationen, die breiten Themen, sowie auch die kleinen Geschichten, wie die Kuh Yvonne. So blieb die Konzentrationsspanne bei so viel Input immer oben.

Nebenbei habe ich immer wieder Zitate aus dem Buch herausgeschrieben, die mir im Gedächtnis bleiben und die ich besonders prägnant fand.

—> ,,Sie sterben anonym und jenseits des öffentlichen Interesses.“

Solche Aussagen regen das Nachdenken an, anstatt beschuldigt zu werden. Das imponiert mir sehr und macht Mut weiter zu lesen.

Auch wenn ich schon vegetarisch bin hat es mir geholfen den Weg Richtung vegan weiter anzustreben. Sollte ich auch mal in eine Diskussion geraten hilft mir dieses Buch fundiertes Fachwissen mit einbringen zu können ohne direkt wertend zu werden.

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Veröffentlicht am 24.10.2022

So viel mehr als ein Sachbuch

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Wow - dieses Buch hat mich mehr als überzeugt! Es bietet so viel mehr als herkömmliche Sachbücher! Marcel Sebastian hat mich in seinem Ratgeber, ob man Tiere essen darf, von der ersten Seite an abgeholt, ...

Wow - dieses Buch hat mich mehr als überzeugt! Es bietet so viel mehr als herkömmliche Sachbücher! Marcel Sebastian hat mich in seinem Ratgeber, ob man Tiere essen darf, von der ersten Seite an abgeholt, und zwar ohne den üblichen erhobenen Zeigefinger und ohne die moralische Keule, sondern durch extrem überzeugende Argumente, das habe ich wirklich so noch nie bei einem Buch zu diesem Themenkomplex erlebt. Zugegebenermaßen habe ich mich schon lange und oft mit der Frage beschäftigt, ob man Tiere tatsächlich essen kann und darf, doch seit Beginn dieser Lektüre hier lasse ich tatsächlich die Finger von Fleisch, ich konnte gar nicht anders. In der Vergangenheit habe ich sehr gerne die Tatsache, woher dieses Schnitzel oder Steak auf meinem Teller kommt, verdrängt und davor die Augen verschlossen, denn die Auseinandersetzung mit den Gedanken an das Innere eines Schlachthofes ist nun mal nicht angenehm, aber auch das Tier, aus dem Biofleisch wird, ist nicht totgestreichelt worden. Ganz sachlich und quasi fast wertfrei klärt der Autor über ethische und moralische Fragen auf, vermittelt unglaublich viel Fachwissen, nach dessen Aneignung der Leser letztendlich selbst entscheiden kann, wie er seine Ernährung zukünftig gestalten möchte. Wie pervers es eigentlich ist, dass wir Unmengen von Geld ausgeben, um Hunden und Katzen ihr Dasein angenehm zu gestalten, aber Schweine oder Rinder mit einem Bolzenschuss betäuben und töten, während es doch hingegen an der Tagesordnung ist, dass in Asien der Hund auf der Speisekarte steht. All das schildert Sebastian so sachlich und dennoch eindringlich, er vermittelt Fakten auf eine überhaupt nicht trockene Art und Weise. Ich habe wahnsinnig viel gelernt, werde dieses Buch, das mit Sicherheit noch lange nachklingt, noch oft zur Hand nehmen und habe bereits bzw. werde DEFINITIV meinen Einkauf und die eigene Ernährung erheblich ändern. Danke dafür an den Autor und eine absolute Leseempfehlung, dieses Buch sollte tatsächlich jeder lesen!

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Veröffentlicht am 16.10.2022

Umdenken!

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Der Autor, Marcel Sebastian, behandelt in diesen Buch ein sehr komplexes und gleichzeitig ein sehr sensibles Thema was wirklich jeden angeht. Anders als in anderen Publikationen will uns der Autor nicht ...

Der Autor, Marcel Sebastian, behandelt in diesen Buch ein sehr komplexes und gleichzeitig ein sehr sensibles Thema was wirklich jeden angeht. Anders als in anderen Publikationen will uns der Autor nicht seine Meinung aufdrücken, sondern er möchte eigentlich den Leser dazu auffordern mehr über dieses Thema nachzudenken und sich selbst zu hinterfragen. Dieses Herangehen an das Thema gefällt mir gut. Zugegebener Maßen war ich sehr skeptisch was dieses Buch aussagen will. Noch einer der schreibt wie wir uns richtig verhalten sollen dachte ich zuvor, aber ich wurde eines Besseren belehrt. Dieses Buch regt zum Nachdenken an ohne mit dem erhobenen Zeigefinger zu drohen.

Meiner Meinung nach kann jeder essen was er will und sollte nicht deswegen von anderen verurteilt werden, egal ob Fleischesser, Vegetarier oder Veganer. Aber ein bisschen über „bewusstes Essen“ nachzudenken könnte einiges in der heutigen Gesellschaft bewirken. Obwohl ich mich seit Jahren für den Tierschutz und Umweltschutz engagiere, finde ich es immer noch erschreckend dass Tiere als Ware bezeichnet werden und über viele hunderte von Kilometern zu Schlachthäusern transportiert werden. Ich würde dieses gut recherchierte Buch gerne einigen Leuten ans Herz legen, aber ich befürchte, es werden wohl nur die wenigsten wirklich lesen. Es muss sich noch so einiges in unserer Gesellschaft ändern und dieses Buch hat das wunderbar sachlich und neutral rüber gebracht.

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