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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.07.2026

Drei Abenteuer die begeistern

Idefix und die Unbeugsamen 09
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Es ist immer wieder ein besonderes Gefühl, zu einem Comic zu greifen und die Vorfreude war hier absolut berechtigt. Dieser Comic hat mich von der ersten Seite an begeistert und keineswegs enttäuscht.

Der ...

Es ist immer wieder ein besonderes Gefühl, zu einem Comic zu greifen und die Vorfreude war hier absolut berechtigt. Dieser Comic hat mich von der ersten Seite an begeistert und keineswegs enttäuscht.

Der Band bietet gleich drei Kurzgeschichten, die abwechslungsreich und unterhaltsam inszeniert sind. Besonders schnell wachsen einem Idefix und seine tierischen Freunde ans Herz. Ihre unterschiedlichen Charaktere und liebevoll dargestellten Eigenheiten sorgen dafür, dass jede Szene lebendig wirkt und man sich sofort in ihre Welt hineinziehen lässt.

Die ersten beiden Geschichten stechen für mich besonders hervor. Sie sind spannend erzählt, voller Charme und nehmen den Leser mit auf wirklich gelungene Abenteuer. Hier stimmt einfach das Gesamtpaket aus Humor, Tempo und Emotion.

Ein ganz besonderer Pluspunkt ist die zeichnerische Leistung von Fenech. Die Panels sind unglaublich detailreich gestaltet, so sehr, dass man sich gerne Zeit nimmt, um alles genau zu entdecken. Gerade in einem eher flotten Comic ist das keine Selbstverständlichkeit. Besonders beeindruckend sind die Mimik und die Ausdrucksstärke der Tiere. Es gelingt auf bemerkenswerte Weise, ihnen Persönlichkeit und Emotion zu verleihen, eine Aufgabe, die ich mir selbst als äußerst schwierig vorstelle.

Insgesamt ein rundum gelungener Comic, der sowohl durch seine Geschichten als auch durch seine visuelle Umsetzung überzeugt und einfach Freude beim Lesen macht.

Veröffentlicht am 08.07.2026

Wenn der Funke nicht überspringt

Sunshine Man
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Eigentlich habe ich mich sehr auf dieses Buch gefreut, und die ersten Kapitel konnten mich auch direkt fesseln. Die Ausgangsidee ist unglaublich stark: Ein Mörder wird aus dem Gefängnis entlassen und sie ...

Eigentlich habe ich mich sehr auf dieses Buch gefreut, und die ersten Kapitel konnten mich auch direkt fesseln. Die Ausgangsidee ist unglaublich stark: Ein Mörder wird aus dem Gefängnis entlassen und sie trägt den verzweifelten Wunsch in sich, die Welt wieder ein Stück geradezurücken mit ihrem Vorhaben. Diese düstere und zugleich faszinierende Prämisse hat mich sofort gepackt.

Allerdings haben mich die eingestreuten Briefe aus dem Gefängnis immer wieder aus dem Lesefluss gerissen. Während ich versucht habe, mich in die Gedankenwelt hineinzuversetzen, wirkten sie auf mich eher verwirrend als bereichernd.

Besonders der Mittelteil zog sich für mein Empfinden sehr in die Länge. Die Spannung, die anfangs so präsent war, ließ zunehmend nach, und auch der Schreibstil konnte mich auf Dauer nicht mehr überzeugen. Seit diesem Jahr habe ich mir vorgenommen, mich nicht mehr durch Bücher zu „kämpfen“, und so habe ich das Lesen schließlich abgebrochen.

Trotzdem kann ich nachvollziehen, warum andere Leserinnen und Leser das Buch sehr mochten. Die Idee dahinter ist stark, und Geschmäcker sind nun einmal verschieden. Manchmal passt es einfach nicht – und das ist auch völlig in Ordnung.

Veröffentlicht am 24.06.2026

Freundschaft im Schatten der Krone

Der Gesang des Falken
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Der Roman führt uns an den französischen Königshof zu Beginn des 16. Jahrhunderts, eine Welt voller Machtspiele, Intrigen und klarer gesellschaftlicher Hierarchien. Im Mittelpunkt stehen Marcelle, die ...

Der Roman führt uns an den französischen Königshof zu Beginn des 16. Jahrhunderts, eine Welt voller Machtspiele, Intrigen und klarer gesellschaftlicher Hierarchien. Im Mittelpunkt stehen Marcelle, die uneheliche Tochter eines Stallmeisters, und Anne Boleyn, die als Ehrenmädchen am Hof lebt und später als englische Königin Geschichte schreiben wird.

Zwischen den beiden jungen Frauen entwickelt sich eine enge und tiefgehende Freundschaft, die das emotionale Zentrum der Handlung bildet. Durch ihre Beziehung wird der Hof nicht nur als politischer Schauplatz, sondern auch als persönlicher Lebensraum voller Hoffnungen, Grenzen und leiser Rebellion erfahrbar.

Besonders hilfreich ist die einleitende Übersicht der wichtigsten Figuren, die den Einstieg in die komplexe Hofgesellschaft erleichtert. Auch das Nachwort überzeugt, da es klar zwischen historischen Fakten und literarischer Fiktion unterscheidet und damit den historischen Kontext zusätzlich einordnet.

Der Schreibstil ist angenehm flüssig und schafft es, das Leben am Hof lebendig und anschaulich darzustellen. Dabei wird deutlich, wie stark das damalige Leben von männlicher Dominanz geprägt war und wie sehr Intrigen und Machtkämpfe den Alltag bestimmten.

Gleichzeitig zeigt der Roman die leisen, aber wichtigen Bestrebungen der beiden Frauen nach Selbstbestimmung. Erste Ansätze eines freieren Lebens werden spürbar, auch wenn sie noch vorsichtig und tastend bleiben.

Insgesamt verbindet „Der Gesang des Falken“ historische Fakten und fiktionale Elemente auf gelungene Weise. Starke weibliche Figuren, ein spannender historischer Hintergrund und die Atmosphäre der Renaissance machen den Roman zu einer gelungenen und gut recherchierten Lektüre.

Veröffentlicht am 25.05.2026

Mein erstes Highlight von Kyra Groh

The Iced Caramel Coffee Agreement
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Das Buch war für mich eine perfekte Wohlfühllektüre, die genau die Frühlingsgefühle ausgelöst hat, die ich gerade gebraucht habe. Schon das Cover und das Setting in Lower Whilby hatten eine warme, leichte ...

Das Buch war für mich eine perfekte Wohlfühllektüre, die genau die Frühlingsgefühle ausgelöst hat, die ich gerade gebraucht habe. Schon das Cover und das Setting in Lower Whilby hatten eine warme, leichte Atmosphäre, in die ich mich sofort fallen lassen konnte. Besonders begeistert hat mich jedoch der Humor, denn selten musste ich beim Lesen so oft schmunzeln. Die Dialoge wirkten unglaublich lebendig und haben der Geschichte eine besondere Leichtigkeit verliehen.
Auch die Dynamik zwischen Eleanore und Dex hat das Buch für mich ausgemacht. Die beiden harmonierten auf eine so natürliche und charmante Weise miteinander, dass es einfach Freude gemacht hat, ihre Geschichte zu begleiten. Zwischen den humorvollen Momenten gab es gleichzeitig viele Szenen voller Nähe und Gefühl, wodurch sich die Beziehung der beiden sehr echt angefühlt hat. Besonders gelungen fand ich außerdem die Spice Szenen, die für mich zu den besten gehören, die ich bisher gelesen habe, weil sie nicht nur intensiv waren, sondern auch perfekt zur Chemie der Figuren gepasst haben.
Lower Whilby selbst wirkte wie ein Ort, an den man gerne zurückkehren möchte, und genau dieses Gefühl hat das Buch bei mir hinterlassen. Es wird definitiv nicht mein letztes Buch von Kyra Groh gewesen sein. Zu den weiteren Bänden werde ich bestimmt greifen, wenn ich wieder etwas zum Lachen, Mitfühlen und Wohlfühlen lesen möchte.

Veröffentlicht am 20.05.2026

Wie Bilder sprechen

Lass den Tag nicht vorübergehen
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Manchmal ist es gar nicht so leicht zu erklären, warum ein Buch einen nicht erreicht, selbst dann, wenn es eigentlich viele Elemente mitbringt, die man sonst sehr schätzt. So ging es mir mit diesem Roman.
Ich ...

Manchmal ist es gar nicht so leicht zu erklären, warum ein Buch einen nicht erreicht, selbst dann, wenn es eigentlich viele Elemente mitbringt, die man sonst sehr schätzt. So ging es mir mit diesem Roman.
Ich lese gerne leise Geschichten, solche, in denen nicht viel passiert, die sich Zeit nehmen, Figuren zu entwickeln und Stimmungen einzufangen. Auch hier hatte ich anfangs genau dieses Gefühl. Die ersten Dialoge waren fein beobachtet, hatten Tiefe und einen gewissen Charme, der mich neugierig gemacht hat. Gerade als selbst künstlerisch aktiver Mensch konnte ich mich in die Grundthematik gut hineinversetzen.
Und doch stellte sich mit der Zeit eine gewisse Distanz ein. Ich wurde mit den Figuren, allen voran mit Theodor, nicht wirklich warm. Es fehlte mir eine emotionale Verbindung, ein Mitfühlen, das mich durch die Geschichte getragen hätte. Obwohl ich nachvollziehen konnte, wie sehr er für seine Kunst lebt, blieb er mir seltsam fern.
Vielleicht lag es daran, dass die Handlung sehr ruhig bleibt, ohne mir genug innere Bewegung zu bieten. Oder daran, dass die Figuren zwar bedacht gezeichnet sind, aber für mich nicht ganz greifbar wurden.
So musste ich das Buch letztlich abbrechen, nicht, weil es schlecht geschrieben wäre oder keine Qualität hätte, sondern weil es schlicht nicht meine Geschichte war. Und manchmal ist genau das der ehrlichste Grund.