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Veröffentlicht am 12.11.2025

Endlich emotional mittendrin

The Darlington - Ethan & Grace
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Als die Darlington-Reihe von Laura Kneidl angekündigt wurde, da war ich schon sehr aufgeregt. Der Auftakt rund um Kate und Henry hat mich aber nicht vollends überzeugen können. Ich war aber optimistisch, ...

Als die Darlington-Reihe von Laura Kneidl angekündigt wurde, da war ich schon sehr aufgeregt. Der Auftakt rund um Kate und Henry hat mich aber nicht vollends überzeugen können. Ich war aber optimistisch, weil wir schon viel von Grace und Ethan angeboten bekommen haben und das versprach auf jeden Fall viel Chemie.

Ich kann auf jeden Fall bestätigen, dass ich mit dem zweiten Band richtig in der Reihe angekommen bin. Hier haben die einzelnen Teile für mich echt wunderbar zusammengepasst und ich hatte auch am Ende nicht das Gefühl, dass wir mittendrin aufhören, sondern dass für Grace und Ethan ein angenehmer Punkt gefunden wurde, wo ich damit leben kann, dass sie in Band 3 dann nur noch Nebenfiguren sein würden. Ethan und Grace haben mir zusammen auch so extrem gut gefallen, dass es Rose und Logan schon sehr schwer haben werden, das nochmal zu toppen, aber ich bin auch weiterhin optimistisch, denn nach diesem Inhalt kann man sich für die beiden ein bisschen was denken. Ich bin gespannt, ob sich da Vermutungen bestätigen werden und das ist doch ideal, um die Wartezeit bis zum Abschlussband zu überbrücken.

Es war zu Beginn schon ein echter Schock zu erfahren, was da bei dem Cliffhanger von Band 1 passiert ist. Es war aber ein sehr cleverer Aufhänger für die ganze Entwicklung. Denn so haben wir eine mitreißende Liebesgeschichte, wir haben die Fortsetzung der Ermittlungen und des Prozesses gegen Darlington-Vater Richard und wir haben auch das Rätsel, wer hinter dem Autounfall mit Fahrerflucht steckt. Alle drei für sich haben funktioniert, aber Kneidl hat es auch geschafft, alles gut ineinander zu verweben. Ich bin oft etwas skeptisch, wenn die Liebesgeschichte die vernünftigeren Gedanken ausklammert, aber hier wurde offensiv damit umgegangen, dass Grace auch wollte, dass sie mal nichts fühlen muss, dementsprechend fand ich die Abwechslung aus Loslassen und akribisch Ermitteln gelungen. Ich bleibe an der Stelle gleich mal bei der Fahrerflucht. Ich muss sagen, dass ich auf eine völlig falsche Fährte geraten bin, weswegen die finale Lösung für mich überraschend kam. Ich gehe aber davon aus, dass andere die Puzzleteile besser zusammensetzen konnte, denn als ich es einmal wusste, war alles schon sehr offensichtlich. Aber da ich mich verrannt habe, kann ich es der Autorin kaum vorwerfen, will ich auch gar nicht, denn selbst wenn es im Nachhinein offensichtlich war, aber es war auch logisch und offensichtlich und logisch bedingt sich nicht gegenseitig, wie andere Bücher beweisen.

Die Liebesgeschichte wiederum lebt von einer tollen Chemie. Die Wortgefechte aus Band 1 hatten schon Lust gemacht und dann gleich mit der ersten Szene, die eine ganz andere Nuance hatte, da war ich einfach hin und weg. Ich mochte jeden einzelnen Moment, ich mochte die Mischung aus Provokation, Innigkeit, Vertrauen, Wildheit und Spannung. Ich mochte vor allem sehr, dass nichts erzwungen wurde, um die beiden kurzfristig zu trennen. Es gab Momente, in denen ich dachte, jetzt passiert es und es wird so künstlich aufgezogen wie bei Kate und Henry, aber zum Glück, vielleicht passten Grace und Ethan einfach besser bei Kneidl. Ich finde es toll, weil ich so regelrecht durchs Buch geflogen bin. Auch individuell muss ich sagen, dass alles richtig gemacht wurde. Graces Familiengeschichte wurde nachvollziehbar angepackt. Umgekehrt war Ethans Kampf gegen sich aber nochmal deutlich einnehmender. Seine Beziehung zu seiner Mutter, die Annäherung an Logan, alles top.

Zuletzt haben wir dann noch die Darlington-Geschichte allgemein. Da gab es auch nochmal Überraschungen, aber es war auch wichtig, mehr zu Richard zu erfahren, wie Lisas Denken funktioniert. Auch der Blackroom bleibt noch spannend. Es wurde also was vorangebracht, aber es bleibt noch genug für Band 3 übrig.

Fazit: „The Darlington – Ethan & Grace“ hat mich jetzt mitten rein in die Reihe katapultiert. Die Liebesgeschichte war großartig, aber auch die anderen Bestandteile haben wunderbar zusammengepasst. So habe ich eine Geschichte mit Spannung, Mitfiebern, Mitleiden und Miträtseln bekommen. Es war nicht perfekt, aber perfekt genug.

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Veröffentlicht am 06.11.2025

Phoenix aus der hohlen Luft

Of Flame and Fury
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Nachdem zuletzt die Drachen überall wieder Einzug gehalten haben, hat mich bei „Of Flame and Fury“ sofort die Phoenix-Thematik gereizt. Schon bei Harry Potter war ein Phoenix sehr bedeutungsvoll, wir nutzen ...

Nachdem zuletzt die Drachen überall wieder Einzug gehalten haben, hat mich bei „Of Flame and Fury“ sofort die Phoenix-Thematik gereizt. Schon bei Harry Potter war ein Phoenix sehr bedeutungsvoll, wir nutzen ihn für den Spruch ‚wie der Phoenix aus der Asche‘, aber trotzdem liest man echt wenig von ihnen. Dazu war das Cover des Debüts von Mikayla Bridge echt schön und passend gewählt. Da habe ich doch gerne mal reingelesen.

Zunächst war ich überrascht, dass es sich um einen Standalone-Roman handelt. Zwar soll das zweite Buch der Autorin, das nächstes Jahr erscheint, in derselben Welt spielen, unmittelbar gehören sie nicht zusammen. Wo erlebt man denn sowas noch, weil gerade im Fantasy-Bereich doch sehr gerne Welten ausgebaut werden. Ich fand es einerseits gut, dass die Geschichte hiermit auch gleich wieder abgeschlossen ist, aber andererseits kann ich leider nicht bestätigen, dass die Autorin es geschafft hätte, mit diesen etwa 400 Seiten alles rauszuholen. Ich bin extrem schwer nur reingekommen. Ich habe die ersten 100 Seiten glaube ich über eine Woche verteilt gelesen, weil es nie die Stelle gab, die ich mich richtig am Haken hatte. Das World Building ist zudem sehr einfach gehalten. Im Grunde ist der einzige Kniff, dass es Phoenixe gibt und fertig. Dementsprechend habe ich auch länger gebraucht, um zu verstehen, was die Geschichte eigentlich erzählen will.

Ich musste bei den Phoenix-Rennen ein wenig an Harry Potter und Quidditch denken, auch wenn es nicht absolut vergleichbar war, aber die Beschreibungen hatten recht ähnliche Effekte. Es war nur etwas schade, dass wir eine Perspektive haben, die von Kelyn. Das hat letztlich auch einen Grund, aber es wäre noch etwas anderes gewesen, die Rennen durchgängig durch die Augen des Reiters zu erleben. Die waren nämlich spannend, auch weil sie unterschiedlich aufgebaut waren und so immer wieder neue Elemente hinzukamen. Abseits der Rennen ist das Problem, was die Geschichte eigentlich will, lange erhalten geblieben. Irgendwann haben sich die Puzzleteile zum Glück besser zusammensetzen lassen. Doch auch dort war ich nicht unbedingt glücklich. Man hat zu viele Aspekte der Entwicklung vorhersehen können. Es gab letztlich eine Wendung, mit der ich überhaupt nicht gerechnet habe oder ich war schon nicht mehr 100% aufmerksam, um die Andeutungen zu sehen, ich weiß es nicht. Aber das war nochmal etwas, was mich am Ende an die Geschichte gebunden hat, um im Showdown mitfiebern zu können.

Das Ende finde ich letztlich auch poetisch schön. Es kam alles gut zusammen, für die gewählte Gestalt des Phoenix, aber auch für die zentral vorgestellten Figuren. Die erzählte Liebesgeschichte ist nicht übertrieben dominant, wofür ich dankbar bin, weil es der Geschichte sonst noch mehr Nährboden entzogen hätte. Aber mir ist doch klar, dass von der Geschichte nicht lange etwas im Kopf bleiben wird und das hatte sie einfach besser verdient, weil sie auf dem Markt keine große Konkurrenz hat.

Fazit: „Of Flame and Fury“ stach für mich im Fantasy-Angebot heraus und so war ich gespannt, was ich bekommen würde. Leider ist das Endergebnis eine dünne Geschichte. Die beschriebenen Rennen waren spannend und die kann man sich für die große Leinwand toll vorstellen. Der Rest war aber einfach zu wenig. Wenn schon lange im Dunkeln bleibt, was eigentlich das Zeil ist, dann hätte der Rest schon Perfektion sein müssen. Es ist das Debüt der Autorin, dementsprechend halte ich mir offen, nochmal etwas von ihr zu lesen. Man lernt schließlich mit der Erfahrung. Aber so kann ich keine unbedingte Leseempfehlung aussprechen.

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Veröffentlicht am 04.11.2025

Perfekt für die NA-Zielgruppe

Cozy baking time
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Nachdem ich Anfang des Jahres ziemlich faul geworden bin, viel zu backen, ist nun passend zur gemütlichen Jahreszeit die Lust richtig zurück. Da kam ein Backbuch mit dem Titel „Cozy Baking Time“ doch genau ...

Nachdem ich Anfang des Jahres ziemlich faul geworden bin, viel zu backen, ist nun passend zur gemütlichen Jahreszeit die Lust richtig zurück. Da kam ein Backbuch mit dem Titel „Cozy Baking Time“ doch genau richtig. Mich hat zusätzlich gereizt, dass die Ausgabe bei netgalley damit beworben wurde, ideal für New Adult-Bücher zu sein. Der Autorin Theresa Haubs bin ich online noch nicht begegnet, aber so war es erst recht reizvoll, da mal näher einzutauchen.

Zunächst ist sicherlich auffällig, dass Haubs eine durchgängig direkte Ansprache wählt. Nicht nur im Vorwort wendet sie sich direkt an uns, sondern auch die Tricks und Tipps und dann später die Rezepte klingen, als würde mir meine beste Freundin etwas einflüstern. Das hat für mich noch einmal die Zielgruppe unterstrichen. Es geht um junge Frau, vielleicht sogar in der Tendenz eher Anfängerinnen beim Backen, und dementsprechend ist der Umgangston. Auch wenn ich vielleicht schon ein Stückchen älter bin, aber ich habe das nicht als respektlos empfunden. Ich kann mir aber vorstellen, dass Ältere da lieber die Finger von lassen, wenn ich mir die Generation meiner Eltern zum Thema Duzen vorstelle. Haubs will es persönlich und das kommt auch rüber. So wird sie ihre Fans via Social Media ansprechen und das übernimmt sie in ihr erstes Backbuch.

Verweise auf New Adult finden sich eigentlich nicht. Das ist auch an anderen Stellen als netgalley so nicht beworben worden, aber vielleicht als Idee für die Zukunft, wäre es sicherlich eine Idee, bekannte New Adult-Bücher einzubinden und mögliche passende Rezepte zu entwickeln oder zuzuordnen. Vielleicht sind ja sogar Kooperationen möglich, wer weiß da schon. Da New Adult, Young Adult etc. die Bücherbranche entscheidend mit am Leben erhalten, kann ich mir da schon eine gute Fusion vorstellen. Auch farblich ist viel von gewissen Zielgruppenverlagen wiederzuerkennen. Es gibt viel Pastell und das hat mich auf jeden Fall überzeugt. Die Bilder zu den jeweiligen Rezepten haben auch etwas Heimeliges. Insgesamt finde ich aber, dass es wenig Bilder gibt. Da ich inzwischen ein bisschen was nachgebacken habe, habe ich bei komplizierten Zwischenschritten gedacht, dass ein passendes Bild vielleicht nicht schlecht gewesen wäre. Das zeigt zwar keine Bewegungen, deutet sie aber immerhin an. Ansonsten wäre eine andere Idee, vielleicht Videos zur Verfügung zu stellen, auf die mit QR-Codes zugegriffen werden kann.

Kommen wir jetzt aber zu den Rezepten selbst. Da ich sehr viele Standardrezepte entdeckt habe, hat das für mich den Eindruck verstärkt, dass es sich auch mehr an Anfängerinnen richtet. Vieles habe ich schon in meinem Repertoire. Dennoch muss ich sagen, dass auch bei dem Kirschkuchen mit Mandeln oder bei dem Mohnkuchen Ideen dabei waren, die dem Rezept noch einmal eine frische Note gegeben haben. Hier ein Gewürz, hier eine Marmelade. Da merkt man doch, dass jede Familie eigene Ideen als Tradition weiterträgt. Gerade bei dem Mohnkuchen hat man die Marmelade deutlich herausgeschmeckt und das hat mir gut gefallen. Zwetschgenkuchen kenne ich überwiegend nur mit Hefe oder Rührteig, das hat sich mit dem Mürbeteig auch als Entdeckung erwiesen. Für mich völlig neu waren die Crookies, die sind als Trend wohl an mir vorbeigegangen, aber nun definitiv bei mir auf dem Radar. Es war zwar ein Rezept, bei dem ich mir gerne eine bessere Anleitung erhofft hätte, aber nachdem der Dreh einmal raus war, war das Ergebnis echt lecker. Auch die Scones habe ich ausprobiert, weil das letzte Mal schon echt lange her war, aber das war fix gemacht und war auch in seiner Einfachheit lecker.

Es gibt noch einige Rezepte, die ich noch nicht probiert und damit noch auf meiner Liste habe, aber der bisherige Eindruck sagt, dass die Rezepte eine Gelinggarantie haben. Wo mir die Beschreibungen nicht ausreichten, habe ich auf Erfahrung zurückgegriffen. Dementsprechend sehe ich zwar Schwächen, die man bei weiteren Backbüchern angehen könnte, aber es war eine süße Idee für diese Sammlung.

Fazit: „Cozy Baking Time“ ist für die intendierte Zielgruppe (Jugendliche, junge Frauen) sehr gut gelungen. Die Ansprache ist sehr vertraut, die Wortspiele sind witzig und frech. Die Rezepte sind sehr Standard, aber mit neueren Ideen. Die Beschreibungen sind nicht immer ausreichend und dann auch zu wenig Bilder, insgesamt aber empfehlenswert, gerade wenn man zur Zielgruppe gehört.

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Veröffentlicht am 03.11.2025

Gewaltig und einschüchternd

Alchemised
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Forever, das Imprint, das begleite ich im Grunde von Anfang an und in der Zeit ist es ordentlich gewachsen. Haben anfangs vor allem deutsche Autoren dort eine Chance für ihre Liebesgeschichten bekommen, ...

Forever, das Imprint, das begleite ich im Grunde von Anfang an und in der Zeit ist es ordentlich gewachsen. Haben anfangs vor allem deutsche Autoren dort eine Chance für ihre Liebesgeschichten bekommen, wurden auch immer mehr gefeierte internationale Reihen eingekauft und dennoch stand Forever für mich immer hinter anderen Verlagen, wie Lyx beispielsweise, zurück. Als nun „Alchemised“ als Buch des Jahres angekündigt wurde, da war ich extrem skeptisch. Das deutet schon an, dass ein Hype erzeugt werden soll und wir kennen es alle, Hype-Bücher sind immer mit Vorsicht zu nehmen. Nach und nach sickerten dann mehr Infos für mich durch. Offenbar hat Autorin SenLinYu zunächst eine Harry Potter-Fanfiction geschrieben, die dann nochmal umgeschrieben und zu einer eigenständigen Fantasy-Geschichte umgewandelt wurde. Auch die Seitenzahl hat mich etwas geschockt. Ich habe echt schon ewig nicht mehr über 1000 Seiten gelesen, das waren tatsächlich die alten Harry Potter-Zeiten beziehungsweise Diana Gabaldon-typisch.

Letztlich habe ich mich für das Hörbuch entschieden, was ich im Nachhinein als halb richtig einschätzen würde. Vanida Karuns Stimme mochte ich, aber ich muss schon sagen, dass 40 Stunden damit im Ohr irgendwann zäh werden. Normalerweise haben die Hörbücher so 11 Stunden im Durchschnitt, teilweise haben wir mehrere Stimmen in einem, dementsprechend bin ich da schneller neueren Input gewöhnt. Auch wenn ich die 40 Stunden nicht an einem Stück, sondern über eine Woche gehört habe, aber manches Mal hätte ich mir gerne die Buchausgabe herbeigewünscht. Ein weiterer Punkt ist sicherlich, dass im Buch ein Glossar angegeben ist. Das fällt im Hörbuch leider völlig weg, dementsprechend musste ich mir online die Infos zusammensuchen, denn ohne Glossar geht es leider wirklich nicht. Ob nun das Hörbuch Einfluss auf meine abschließende Bewertung hat, das finde ich schwierig einzuschätzen, aber ich denke doch, dass vor allem der Inhalt den Eindruck verfestigt hat.

Ohne das Vorabwissen, dass es ursprünglich eine Geschichte von Hermine und Draco war, wäre ich da sicherlich nicht drauf gekommen. Mit dem Wissen habe ich aber doch immer mehr Parallelen erkannt. Es hat schon etwas Charme, sich vorzustellen, wenn sich sowas wirklich entwickelt hätte, aber ich habe mich an Hermine und Draco auch nicht zu sehr aufgehangen, denn Helena und Kaine waren für mich sehr eigenständige Figuren. Vor allem bei ihm finde ich auch, dass man Draco schnell vergisst, ich habe ihn charakterlich ganz anders empfunden. Ohne das Glossar war es schon schwierig, in die Geschichte hineinzufinden. Deswegen habe ich irgendwann einen Cut gemacht und mir online alles zusammengesucht, das hat sehr geholfen. Es hilft natürlich auch, ein wenig Wissen aus der Harry Potter-Welt mitzubringen, denn auch wenn es die Autorin nochmal deutlich komplexer ausgearbeitet hat, aber Grundideen sind dennoch wiederzuerkennen. Auch wenn ich „The Handmaid’s Tale“ selbst noch nicht gelesen habe, so kenne ich grob, worum es geht. Davon ist auch sehr viel in der Geschichte wiederzufinden. Der erste Teil ist schon relativ zäh aufgrund der Gefangenen-Situation, weil die Einflüsse sehr begrenzt sind und Helena auf nur wenige Figuren trifft. Das Tempo hilft umgekehrt, sich immer besser einzudenken.

Dennoch habe ich mir mal mehr Tempo gewünscht. Das wird mit Teil 2 erfüllt, weil da erstmal alles auf den Kopf gestellt wird. Hier war für mich Hogwarts omnipräsent, wir haben viele neue Charaktere kennengelernt, aber auch da setze sich irgendwie eine gewisse Zähigkeit durch. Gerade wenn ich weiß, wie viele Stunden ich vor mir habe, da brauche ich neuen Input und dadurch, dass die Geschichte sehr an Helena und dann auch an Kaine klebt, fehlte das einfach. Das Sichtfeld war mir oftmals zu eng, weil es da so viel zu entdecken gab, was ich gerne dann wirklich erkundet hätte, aber immer ging es wieder zur Ausgangssituation zurück. Eigentlich hat die Geschichte mich an diesem Punkt verloren und das ist auch mein Kritikpunkt. Auch wenn diese Liebesgeschichte sehr intensiv ausgearbeitet ist und ich sowas eigentlich immer gut finde, aber für die Seitenzahl war es zu viel, um mich durchgängig zu erhalten.

Zum Glück gab es dann auch einen Teil, der am meisten von Action lebte. Da passierte dann echt viel und dafür war ich sehr dankbar, weil sonst hätte ich vermutlich pausiert. So habe ich es aber durchgezogen. Im Nachhinein bin ich froh, dass ich mich drauf eingelassen habe. Es war mit der ganzen Vorgeschichte etwas Spezielles. Aber es ist kein Muss-Buch, auch weil ich beispielsweise eine Adaption nicht unbedingt sehen müsste.

Fazit: „Alchemised“ ist in aller Munde und wie üblich für ein Hype-Buch gibt es zwei große Lager. Ich gehöre zu den Skeptikern. Mit Hörbuch war es ohne Glossar sicherlich noch komplexer, aber auch ohne äußere Faktoren liegt mein Kritikpunkt an der fehlenden Menge an Action für die Seitenzahl. Die Autorin hat aber etwas geschaffen, was andere ihr erstmal nachmachen müssen, das ist auch klar. Sie hat sich etwas ausgedacht und es mit ihren Figuren richtig durchlebt. Ich habe auch mitgelitten, aber nicht so, wie ich es mir ursprünglich erhofft hatte.

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Veröffentlicht am 29.10.2025

Seelenheilen in den Schären

A Dancer's Kiss (Broken Artists, Band 2)
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Rebekka Weiler habe ich mit der „Broken Artists“-Reihe für mich entdeckt, deswegen war klar, dass ich bei „A Dancer’s Kiss“ natürlich gerne wieder dabei war. Die gemeinsame Geschichte von Mats und Nele ...

Rebekka Weiler habe ich mit der „Broken Artists“-Reihe für mich entdeckt, deswegen war klar, dass ich bei „A Dancer’s Kiss“ natürlich gerne wieder dabei war. Die gemeinsame Geschichte von Mats und Nele ist im ersten Band schon ordentlich angedeutet worden, sodass ich sehr gespannt war, was wir da alles erfahren und miterleben.

Dass Mats Nele in einer schicksalsträchtigen Nacht begegnet ist, das wussten wir bereits, dementsprechend war es von Weiler wichtig, dass sie genau diese Begegnung uns aus beiden Perspektiven erzählt. Es war eine höchst ungewöhnliche Entwicklung, die aber schon unheimlich viel über beide Figuren verraten hat, was ich als sehr positiv wahrgenommen habe. Mats ist echt eine ganz wunderbare Figur. Weil er von Anfang an Empathie bewiesen hat und sich eben nicht auf das fokussiert hat, was seltsam war, sondern auf das, was er intuitiv gefühlt hat. Bei Nele war wiederum offensichtlich, was ihr passiert sein muss und trotzdem wollte man natürlich wissen, wie alles zusammenhängt und wie sich der emotionale Kampf von ihr darstellt. Dieser Schwerpunkt des Buchs ist in dieser Art auch sehr ungewöhnlich, wie ich finde und spätestens mit dem Nachwort von Weiler ist auch klar, warum das Thema sich regelrecht aufgedrängt hat. Es trägt zur Authentizität bei und es hat schließlich eine Aufgabe, die der Autorin am Herzen liegt und das weiß ich sehr zu schätzen.

Ich möchte an dieser Stelle aber auch erstmal ein paar Kritikpunkte einwerfen. Auch Selina Mae hat zuletzt in einer Reihe ihre beiden Protagonisten aus allem rausgebrochen und in den Urlaub verfrachtet. Das schafft natürlich Intimität, das schafft ohne Ende gemeinsame Momente und hat definitiv etwas für sich. Bei einem Einzelband würde ich auch gar nichts sagen, denn dann kennt man das ‚mehr‘ dahinter nicht und ist zufrieden mit dem, was man angeboten bekommt. Aber hier haben wir durch das WG-Leben im ersten Band schon einen Eindruck bekommen, wie es funktioniert, wenn die ganzen Figuren aufeinandertreffen und was das auslöst. Das ist durch das Ferienhaus von Mats Familie natürlich völlig weggenommen. Yva ist zwar durch Gespräche dabei und auch Mats ist bemüht, den Kontakt zu Linus zu halten, sodass wir schon Andeutungen zu seinem Gemütszustand für Band 3 bekommen. Aber dieses Miteinander, was auch die Liebesgeschichte in Band 1 ausgemacht hat, fehlt hier deutlich. Bei Nele habe ich speziell auch darüber nachgedacht, dass gerade ihre familiären Verbindungen so lange etwas nur aus Erzählungen bleibt. Man erlebt da wenig. Hier sieht man also deutlich ein Für und Wider für die Urlaubsidee.

Denn natürlich war es positiv, dass wir nach dem Innenstadtleben in Stockholm nun eine andere Welt in den Schären bekommen. Wenn ich an Schweden denke und von einem möglichen Urlaub dort träume, da will ich auch diese Gegensätze kennenlernen. Es war auch eine wirklich unglaubliche Ruhe, die das Ferienhaus mitsamt Umgebung ausgestrahlt hat. Dazu fand ich es echt fürs Herz, wie viel aus Mats Kindheit wieder aufgelebt wurde. Wenn man die unbeschwerte Kindheit auch mal so sehr vermisst wie ich, da ist es schon wunderbar zu sehen, wie man sowas immer wieder rekreieren kann.

Die gemeinsame Zeit im Ferienhaus wird dann effektiv genutzt, um sich Neles Trauma zu widmen. Ich war in ihrer Haut noch nicht, deswegen kann ich nicht beurteilen, wie realistisch das in Hinblick auf Zwischenschritte und Tempo ist, aber es fühlte sich einfach sehr real an. Ich war gerne dabei, auch wenn es fast die falschen Begriffe dafür sind, weil es natürlich auch hart ist, aber das Miteinander von Mats und Nele macht es intensiv. Diese beiden Figuren sind sich einfach genau richtig begegnet und konnten sich so helfen. Zum Abschluss habe ich nochmal kleinere Kritikpunkte. Die Geschichte von Nele ist auf jeden Fall dominanter, aber Mats hatte eine Reise vor sich. Das war immer wieder zwischendurch zu erkennen, aber leider fiel das am Ende immer mehr raus. Genauso hat mir aber gefehlt, dass wir nach Neles Durchbruch nicht noch mehr Zwischenschritte bekommen haben. So gesehen hatte ich den Eindruck, dass die Geschichte nochmal 50 Seiten gut vertragen hätte. Auch wenn es einen dritten Band noch gibt, in dem Nele und Mats sicherlich nochmal einen Auftritt haben werden, aber es wird nicht mehr ihre Geschichte sein, dementsprechend bleiben die entstandenen Fragen wohl leider offen.

Fazit: „A Dancer’s Kiss“ hat für mich bewiesen, dass ich Rebekka Weiler weiterhin im Auge behalten werden. Sie hat sich nämlich erneut einem sehr sensiblen Thema gewidmet und es einnehmend und berührend verarbeitet. Die Charakterarbeit ist die große Stärke. Es war etwas schade, dass alles so isoliert von anderen Figuren stattfindet und es gab angedeutete Themenfelder, die dann fallen gelassen wurden, aber unterm Strich werde ich mir Band 3 keinesfalls entgehen lassen.

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