Profilbild von marcello

marcello

Lesejury Star
offline

marcello ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit marcello über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 25.03.2026

Viele vegetarische Rezepte

Keine Zeit? Kein Problem!
0

Ich bin bei dem GU-Kochbuch „Keine Zeit? Kein Problem!“ sofort aufmerksam geworden, aber weniger wegen des Haupttitels, sondern vielmehr wegen des Untertitels, der gesunde Rezepte ohne großen Aufwand versprochen ...

Ich bin bei dem GU-Kochbuch „Keine Zeit? Kein Problem!“ sofort aufmerksam geworden, aber weniger wegen des Haupttitels, sondern vielmehr wegen des Untertitels, der gesunde Rezepte ohne großen Aufwand versprochen hat. Wer was für gesund hält, das kann sich ja tatsächlich doch sehr unterscheiden, je nach Philosophie, weswegen ich dann doch sehr gespannt, was es so zu entdecken gibt.

Tatsächlich entspricht die Grundidee des Kochbuchs sehr meinem Geschmack. Es sind sehr wenig Rezepte mit Fleisch enthalten, was mir sehr positiv aufgefallen ist, weil es auch die Wahrscheinlichkeit erhöht hat, auf mehr vegetarische Rezepte zu stoßen, deren Grundidee ich noch nicht kenne und die mich geschmacklich überraschen können. Aber eins nach dem anderen. In einem Vorwort erklärt der Ernährungsdoc Matthias Riedel seine Idee für dieses Kochbuch, anschließend gibt es Infos zu den verschiedenen Nährstoffen. Danach folgen Ausführungen zur artgerechten Ernährung. Dies fällt je nach Krankheit und Unverträglichkeiten unterschiedlich aus, aber es geht auch darum, wie man welchen Bedarf abdeckt. Während es bis dahin noch sehr allgemein war und für viele sicherlich auch nichts Neues beinhaltet, ist dann das Tellerprinzip doch sehr spezifisch. Ich denke mir angesichts solcher Vorgaben echt ungerne Zusammenstellungen auf meinem individuellen Teller aus, weswegen ich es gut finde, dass Riedl hier nach seinen eigenen Vorgaben Rezepte entwickelt hat. Nicht alle Zusammenstellungen haben mich angesprochen, aber das ist wohl auch normal. Aber weit mehr als die Hälfte hat bei mir den Gedanken ausgelöst, dass ich das doch gerne mal ausprobieren würde.

Nach einigen Küchentipps, die man als Erfahrener nicht braucht, geht es dann an die Rezepte, die unterteilt sind nach der Zutatenanzahl. Es geht mit sechs los und wird dann immer weniger. Für mich ist die Zutatenanzahl eigentlich nicht ausschlaggebend, weswegen ich eine solche Einteilung für unsinnig halte, aber vielleicht bin ich da auch nicht der Durchschnitt. Da halte ich es eher mit Jamie Oliver und dem zeitlichen Aufwand. Schlimm ist es aber natürlich nicht. Die eigentlichen Rezepte sind dann optisch gut hergerichtet. Die gewählten Bilder sind ästhetisch, es gibt sofort Grafiken, die mit ‚vegetarisch‘, ‚glutenfrei‘ etc. eine zusätzliche Einordnung anbieten. Danach folgt dann schon Zutatenliste mit Anweisung. Da die meisten Rezepte wirklich gut zu beherrschen sind, habe ich dementsprechend grafisch nichts vermisst.

Ich habe inzwischen auch einiges nachgekocht und bevor ich auf die jeweiligen Rezepte eingehe, möchte ich noch zwei Kritikpunkte erwähnen. Zum einen ist das die Beobachtung, dass einige Rezepte sich doch sehr ähneln. Es sind einige Nudelgerichte drin und da gibt es beispielsweise einmal Spinat und dann Grünkohl dazu. Ansonsten ähnelt es sich mit Parmesan und Pinienkernen aber sehr. Das finde ich dann etwas einfallslos und hätte eher eine Art Tipp genutzt, dass man das Gemüse auch mit folgenden anderen Sorten austauschen könnte. So wirkt es so, als hätte man die Seiten noch füllen müssen. Ein anderer Kritikpunkt betrifft eher das Lektorat. Ich habe das nicht überall überprüfen können, gehe aber auch davon aus, dass es eher eine Ausnahme-Beobachtung und keine Regelmäßigkeit darstellt. Aber bei zwei Rezepten mindestens gibt es in der Zutatenliste und der Beschreibung dann Widersprüche, weil entweder ein anderer Begriff fällt oder weil eine Zutat gar nicht mehr auftaucht, sodass geraten werden kann, wo diese wie eingebaut werden muss. Das ist doch etwas schade.

Jetzt aber zu den Rezepten. Die Nudelrezepte hatte ich schon angesprochen und trotz Einfallslosigkeit (Stichwort Ähnlichkeit) fand ich doch, dass es leckere Ideen waren, um klassische Nudeln mit einer Tomatensauce abzulösen. Auch wenn es dann etwas trockener wirkt, aber gleichzeitig ist im Mundraum viel mehr auf einmal los. Das Buch setzt aber auch auf Nudeln aus Gemüse. Das ist bislang doch echt an mir vorbeigegangen, aber ich habe Linsennudeln jetzt ausprobiert. Ja, man muss bei der Garzeit aufpassen und ist es geschmacklich was ganz anderes, aber keinesfalls schlechter, einfach nur anders. Erwähnen möchte ich auch die Käse-Quark-Pancakes mit Erbsen. Ich esse gerne herzhafte Waffeln und Muffins, da waren die Pancakes jetzt eine schöne Ergänzung. Es ist in der Pfanne dann schon mal Fummelsarbeit, aber geschmacklich war es lecker und frisch. Eine coole Idee fand ich auch den herzhaften Kaiserschmarrn mit Hackfleisch. Es ist wie erwähnt eines der wenigen Fleisch-Rezepte und das Einzige mit Fleisch, was ich ausprobiert habe. Es war aber wirklich gut zu machen und hat sehr gut geschmeckt. Ich habe auch den Eintopf mit Lauch-Apfel und Bohnen ausprobiert. Das hat ebenfalls sehr gut geschmeckt. Apfel und Lauch ist immer zusammen empfehlenswert, aber auch mit den Bohnen hat es sehr gut gepasst. Abschließend möchte ich noch Ofenmöhren mit Hummus und Feta erwähnen. Ich hatte Hummus noch nicht selbst gemacht, ging aber sehr einfach und hat zu den Möhren und dem Feta wunderbar geschmeckt.

Fazit: „Keine Zeit? Kein Problem“ hat mich mit vielen vegetarischen Rezepten unterhalten, die auch recht fix zu kochen sind. Ich habe informativ nicht viel mitnehmen können und ich fand manche Rezepte auch fehlerhaft und wiederholend, aber alles andere stimmte für mich. Das Wichtigste war eh der Geschmack und da haben mich eigentlich alle Rezepte überzeugt, die ich ausprobiert habe.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
Veröffentlicht am 24.03.2026

Second Chance am Arbeitsplatz

Mornings in Boston - The Truth We Hide
0

Ich bin im letzten Jahr gerne in die Welt von „Mornings in Boston“ von Anna Lane eingetaucht, habe aber nach Band 1 doch gemerkt, dass ich nur eine gute Basis bekommen habe, mir aber ansonsten einfach ...

Ich bin im letzten Jahr gerne in die Welt von „Mornings in Boston“ von Anna Lane eingetaucht, habe aber nach Band 1 doch gemerkt, dass ich nur eine gute Basis bekommen habe, mir aber ansonsten einfach noch vieles besser ausgestaltet fehlte. Mit „The Truth We Hide“ ist der zweite Band jetzt relativ schnell nachgelegt worden, sodass ich doch gespannt war, ob ich schon Verbesserungen sehe.

Ich würde auf jeden Fall sagen, dass Band 2 den Auftakt in der Tasche hat, gerade weil ich Scarlett extrem gut ausgearbeitet empfunden habe. Ihre Vergangenheit und ihre zwei verschiedenen und gegensätzlichen Lebensweisen werden gut erklärt und ich fand ihre Reise auch mitreißend. Sie muss sich nicht erst noch finden, aber sie muss ihren Frieden mit der Vergangenheit machen und sie muss lernen, dass ihr Äußeres nur eine Verstärkung ihrer Persönlichkeit ist, nicht aber eine Abschwächung, weil sie direkt und hartnäckig gemocht wird. Auch Jasper hat mich mehr als Connor fasziniert, dennoch muss ich bei ihm sagen, gerade weil er ebenfalls eine schreckliche Vergangenheit hatte, dass man die Balance besser hätte finden können. Gerade seine gemeinsame Geschichte mit Erin hat mich sehr interessiert, war aber nur sehr marginal. Außerdem sind erst ganz am Ende ein paar Eindrücke von Jaspers Erlebnissen beschrieben, was ich dann auch eher reingequetscht fand. Auch wenn Scarlett und er wirklich sehr verschiedene Leben haben und hatten, so sind die Parallelen doch evident und deswegen hätte man die Aufarbeitung ebenso gemeinsam gestalten können.

Dann möchte ich bei einem Punkt noch etwas meckern, aber danach werde ich versprochenermaßen noch auf all das eingehen, was mich überzeugt hat. Ich fand, dass es ein ziemliches Auf und Ab war, wie die Morningshow eingebunden wurde. Mal war es viel hintereinander, dann kam ewig nichts mehr. Auch hier wäre etwas mehr Balance nicht schlecht gewesen. Wenn ich so ein Setting haben, dann bitte auch bedienen. Aber ich fand es gut, wie gerade über die gefährlichen Reportereinsätze von Scarlett und Jasper auch Spannung und Emotionalität erzeugt wurde. In Band 1 war es oft eher statisch, hier war es aber definitiv sehr in Bewegung und das hat gut gepasst. Die ganzen Geheimnisse der Gegenwart und die der Vergangenheit werden am Ende in einem Showdown zusammengeführt. Hier hätte ich mir Mornings in Boston als ideale Bühne vorgestellt. Lane hat sich für eine andere Lösung entschieden, aber ich denke, dass es über die Heimatshow der beiden noch besser aufgezogen hätte werden können.

Einen riesigen Sprung habe ich gemerkt, wie sehr mir die Welt doch ans Herz gewachsen ist. Das hat sich besonders an Penelopes Geburtstagsfeier zum Ausdruck gebracht, denn dort kommen alle zusammen und es fühlte sich wie eine kleine Familie an. Das macht auch nochmal extrem Lust auf den Abschlussband. Ich war auch sehr begeistert, wie die Freundschaft von Scarlett und Grayson ausgestaltet wurde. Man erlebt es wirklich so oft, dass Freundschaften zwischen Mann und Frau wie ein Damoklesschwert über allem hängen, aber hier war es sehr natürlich und es war auch cool, wie Jasper damit umgegangen ist. Das hat für mich Reife ausgestrahlt, gerade auch weil wir durch Graysons Familie viele intolerante Menschen kennenlernen. Mir hat aber auch gefallen, wie sich die Beziehung zwischen Scarlett und Jasper ausgestaltet hat. Second Chance ist ja ein Trope, der gerne polarisiert, aber das ist hier eine Geschichte, in der einfach sehr viel gegen sie gearbeitet hat. Aber die Tiefe zwischen den beiden war von Anfang an zu spüren, sodass ich auch urteilen kann, dass der Chemie-Check diesmal bestanden wurde.

Fazit: „The Truth We Hide“ aus der Reihe “Mornings in Boston” hat zwar auch noch gewisse Schwächen, gerade was das Arbeitsplatz-Setting angeht, aber es ist auch eine Steigerung durch mehr Tiefgang, durch mehr Chemie und durch mehr Wohlfühlatmosphäre. Da bin ich beim Abschlussband doch auf jeden Fall dabei.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 23.03.2026

Mysteriöser Cole

A Photo Finish
0

Da ich mich mit der „Gold Rush Ranch“ nicht besonders ausführlich inhaltlich beschäftigt habe, war ich bei „A Photo Finish“ froh, dass es endlich Klick gemacht hat, dass Violet nicht irgendeine Violet ...

Da ich mich mit der „Gold Rush Ranch“ nicht besonders ausführlich inhaltlich beschäftigt habe, war ich bei „A Photo Finish“ froh, dass es endlich Klick gemacht hat, dass Violet nicht irgendeine Violet ist, sondern Violet Eaton, die die Schwester der Eaton-Brüder ist, deren Liebesgeschichten in der Chestnut Springs-Reihe erzählt werden. Ja, ich hätte es schon in Band 1 merken können, aber weil ich doch viel lese, sind Namen leider eher Schall und Rauch. Mit dem Wissen dann war es auf jeden Fall cool, dass aus Elsie Silvers Sicht chronologisch die Reihe der Eaton-Brüder vorbereitet wurde und sich die Welten da so überschneiden.

Dennoch ist „A Photo Finish“ eine sehr ungewöhnliche Liebesgeschichte, was sicherlich am Kennenlernen von Violet und Cole liegt, aber auch sehr an Coles individueller Persönlichkeit. Er war in Band 1 schon wahrlich kein Sonnenschein. Das war sein Bruder Vaughn auch nicht, aber im Gegensatz zu ihm wirkte er nochmal viel kälter und unnahbarer. Also klar, dass Band 2 jetzt nicht mit völlig veränderten Persönlichkeiten arbeitet und Cole war doch auch weiterhin lange zugeknöpft und unnahbar. Auch wenn wir seine Perspektive haben, aber es war dennoch schwierig, ihn richtig gut zu verstehen, denn sein großes Geheimnis musste so lange wie möglich verheimlicht werden. Geheimnisse gehen aber meist auf Kosten von Sympathien, das ist mir schon sehr oft aufgefallen und dieses Buch bildet keine Ausnahme. Auch wenn sein Schicksal, seinen Vater auf den Rennbahn sterben gesehen zu haben, etwas anrührt, aber es ist dennoch etwas wenig, um da für ihn als Individuum und dann vor allem das Paar mitzufiebern.

Violet gleich vieles aus, auch weil man echt viel von den Eatons in ihr wiedererkennt. Gleichzeitig konnte ich gut nachvollziehen, warum sie eine Herausforderung abseits gesucht hat. Das einzige Mädchen und dann Frau zu sein, gibt sicherlich wenig Entfaltungsmöglichkeit und so kommt sie dann auch rüber. Sie schwankt zwischen Schüchternheit und Ehrgeiz, zwischen Unsicherheit und großer Klappe und bei ihr passen die Gegensätze gut. Ähnlich wie in Band 1 fand ich es auch toll, wie konsequent die Pferde eingebunden wurde. Wir haben neben DD auch einen Neuzugang und ich finde es einfach sehr spannend, dass nach Billie nun auch Violet ihr Herzenspferd bekommen hat. Zudem ist es anrührend, wie hier auch Cole eine Verbindung aufbaut, denn das war der erste Aspekt, wo ich den Umschwung bei seiner Charakterisierung bemerkt habe. Die Tiere sind hier echt Ausdruck von persönlichen Entwicklungen und Offenbarungen.

Mit der Offenbarung von Coles Geheimnis, ja, da wurde ich auch erwischt. Auch wenn ich das in Romance nicht brauche, so muss ich doch zugeben, dass Silver hier wirklich einen rausgehauen hat. Es hat auch viele Puzzleteile dann an die richtige Stelle gerückt, es hat Verständnis erzeugt und des hat dann auch Violet und Cole als Paar etwas geschenkt. Da die Liebesgeschichten von Silver doch sehr körperlich sind, fand ich hier das Geheiminis clever, weil es eine andere Seite erzählt und vor allem in der Konsequenz bedeutet, dass Silver ihre intimen Szenen noch so sehr ausleben mag, aber der Tiefgang, der steht immer über allem. In Band 1 fand ich auch noch deutlicher, dass man merken konnte, dass die Gold Rush Ranch-Reihe vor den Erfolgsreihen liegt, weil es oberflächlicher war. Das würde ich hier als Kritik nicht in den Mund nehmen. Das zeigt auch den qualitativen Sprung, den Silver offenbar gemacht hat.

Fazit: „A Photo Finish“ hat mich nicht sofort einfangen können, weil die Altlasten zu Coles Charakterisierung erst aufgearbeitet werden müssen und weil vor der Enthüllung eines Geheimnisses alles möglichst mysteriös wirken soll. Irgendwann bricht aber alles auf und es passt zwischen dem Paar sehr gut. Ich finde aber auch, dass sich die Rennstall-Thematik weiterhin sehr gut trägt. Ich bin auf den Abschlussband jetzt echt gespannt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.03.2026

Runde Abschlüsse im Darlington

The Darlington - Logan & Rose
0

Das Darlington öffnet das letzte Mal seine Tore und bietet uns das Happyend für das letzte Paar, Logan & Rose, und zusätzlich werden noch alle offenen Themen abgeschlossen. Ist da alles zufriedenstellend?

Ich ...

Das Darlington öffnet das letzte Mal seine Tore und bietet uns das Happyend für das letzte Paar, Logan & Rose, und zusätzlich werden noch alle offenen Themen abgeschlossen. Ist da alles zufriedenstellend?

Ich habe mich bei diesem Band tatsächlich am meisten auf Logan gefreut. Er war in den beiden Bänden zuvor eine Präsenz, die mich neugierig gemacht hat, weil er mit sich selbst am meisten im Reinen gewirkt hat. Das hat sich absolut bestätigt und ich fand seine ganze Art sehr wohltuend. Auch wenn ich gerne schon mal meckere, dass ich es schade finde, wenn ein solches Ungleichgewicht bei einem Paar existiert, dass gefühlt nur einer von beiden alles schultern muss, so wirkt es bei Logan und Rose so, aber wenn man genauer hinsieht, hat auch Logan noch einiges zu verarbeiten, zu erfahren und zu resultieren. Aber er wirkt dabei sehr reif und konsequent und einfach lieb. Ethan hatte etwas sehr Charmantes und hat mich damit gepackt, dass er so eine Wandlung durchgemacht hat. Da wirkt Henry auch noch im Nachgang sehr langweilig. Das hatte ich in Band 1 schon so empfunden und ich bin echt froh, dass die anderen beiden Brüder mehr Pepp reingebracht haben. Auch wenn Henry in diesem Band nochmal tolle Momente hat, aber es war angenehm, dass Logan sich trotz seiner schwierigen Kindheit/Jugend gefunden hat und dass er die Menschen um sich herum mit Respekt und Anstand behandelt. Zudem hat er ein starkes Gerechtigkeitsbedürfnis, das ihn konsequent handeln lässt. Ich mochte ihn wirklich sehr.

Dafür hatte ich diesmal etwas Probleme mit der Frau, Rose, die aber nicht sonderlich schlimm waren. Aber es gab immer mal Momente, in denen ich sie – gerade im Vergleich zu Logan – sehr extrem fand. In den Bänden zuvor konnte man sich Roses zwei große Geheimnisse schon denken, dafür war das wirklich zu offensichtlich gestaltet, deswegen war ich dankbar, dass es auch hier sofort preisgegeben wird, zumindest ein Geheimnis. Das zweite wird erst später verbal enthüllt, aber es war schon so stark angedeutet, dass es da kaum noch überraschend gewesen sein dürfte. Nun mit den Geheimnissen in ihren Kopf zu schauen, da waren durchaus verständliche Sichtweisen zu bemerken, aber gleichzeitig fand ich es auch sehr komplex. Ich finde es durchaus richtig, dass Laura Kneidl bemüht ist, das schwierige Thema des Missbrauchs über verschiedene Perspektiven aufzunehmen. Mutige Frauen in der Öffentlichkeit, mutige Frauen im Verborgenen, der Umgang mit sich selbst und Partnern nach dem einschneidenden Erlebnis, das sind alles Dinge, in denen es kein schwarz/weiß geben kann und darf. Aber Rose wirkt sehr schwarz/weiß in genug Situationen und das kam daher nicht immer ideal aus. Umgekehrt hatte sie wirklich tolle Eltern und damit hat sie eine Basis, auf die sie immer vertrauen kann.

Zum Erzählstil möchte ich noch etwas sagen. Wir wussten ja schon früh, dass Rose die Frau ist, die Logan den Kopf verdreht hat, aber es war natürlich auch gut, dass wir nochmal live dabei waren, wie sie sich begegnet sind. Ich hätte aber wahrscheinlich am Anfang mir Zeit für die Vergangenheit genommen und hätte danach auf die Gegenwart gesetzt. Es gibt viele Bücher des Genres, wo zwischen den Zeitebenen hin- und hergewechselt wird. Das ergibt für mich vor allem dann Sinn, wenn beide Ebenen so geschickt ineinanderlaufen, dass sie sich mit Informationen ideal ergänzen. Das war hier nicht der Fall. Dementsprechend fand ich die Rückblicke zwar süß, weil das Paar Chemie hat, aber gleichzeitig wollte ich dann in der Gegenwart wissen, wie es weitergeht. Aber völlig gestört hat es mich nicht, weil zu viel in der Geschichte stimmte. Alles gegen den Darlington-Vater wurde nämlich sauber zu Ende gebracht. Auch mit keinem völligen Happyend, aber mit einer realistischen Darstellung. Auch die Geschichte von Mutter Darlington wurde etwas umgelenkt, sodass man Hoffnung für sie haben kann, ohne sie aber um 180° zu drehen. Ich fand es insgesamt wirklich sehr angemessen, wie Kneidl lose Fäden geschnappt hat, denn die Themen waren stellenweise echt schwer und da muss es zwar Lichtblicke geben, aber keine unrealistischen Entwicklungen.

Eins fand ich noch etwas schade. Es war so der Band, der sich am meisten vom Hotel und dem Alltag gelöst hat, aber dank „The Bear“ wissen wir, dass Kochen ein spannendes Thema ist, dementsprechend hätte ich dazu gerne noch etwas mehr gehabt. Gerade weil Rose sich da auch weiterentwickeln wollte, hätte es ja gepasst, dass sie sich zusammen ausprobieren. Aber das wäre ein Bonus gewesen, aber nichts, was sein musste.

Fazit: „The Darlington – Logan & Rose“ hat für mich die Reihe sehr zufriedenstellend beendet. Es gab Dinge, die ich mir mehr oder anders gewünscht hätte, aber das wird auch immer mehr, wenn man eine Reihe dann über drei Bände begleitet, weil man sich mehr eindenken darf. Aber ich verliere dabei trotzdem nicht den Bezug zu dem, was ich bekommen habe und das ist vor allem etwas, was sich gut mit den anderen Bänden ergänzt, was trotzdem nochmal andere Seiten hat und was mir alle Fragezeichen genommen hat. So sage ich mit wehmütigem Herzen Bye zum Darlington.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.03.2026

Genial für eine Adaption

Wenn sie wüsste
0

Wenn alle aus der Buchbubble um einen herum immer nur von Freida McFadden berichten und man selbst noch nichts gelesen hat, dann ist das schon resolut, aber letztlich hat mich die Ankündigung des Films ...

Wenn alle aus der Buchbubble um einen herum immer nur von Freida McFadden berichten und man selbst noch nichts gelesen hat, dann ist das schon resolut, aber letztlich hat mich die Ankündigung des Films dann doch brechen lassen und so habe ich bei „Wenn sie wüsste“ nun doch noch zugegriffen.

Es war auf jeden Fall ein sehr wilder Ritt, der nicht mal 24 Stunden angedauert hat. Das hatte ich aber im Vorfeld schon mitgenommen, dass es sehr schnell zu lesende Bücher sind und das kann ich nur bestätigen. Es hat mich sehr an Chris Carter erinnert, der auch immer mit kurzen Kapiteln arbeitet. Das ist einfach Trumpf, weil man so auch immer weiterlesen will. Etwas anderes, was mir aufgefallen ist: „Wenn sie wüsste“ ist ja schon ein paar Jahre alt, ich bin also late to the party. Aber letztes Jahr habe ich „Eine falsche Lüge“ von Sophie Stava gelesen. Im Rückblick würde ich sagen, da hat aber wohl jemand ein wenig abgeguckt. Denn ich sehe schon große Parallelen in den beiden Büchern, nur dass ich sie quasi in der falschen Reihenfolge gelesen habe.

Komplett abgeschrieben ist es nicht, aber es sind doch sehr ähnliche Mechanismen, weswegen ich „Wenn sie wüsste“ an einigen Stellen doch etwas vorausahnen konnte, was ich etwas schade fand, weil ich vielleicht sonst ein ähnliches Leseerlebnis wie die meisten anderen gehabt hätte. Aber es zeigt letztlich auch, dass es ein sehr beliebtes Genre ist, was dann aber anfällig ist, auf Dauer nicht mehr zu funktionieren, weil man die Fans quasi erzieht, immer nur noch um die Ecke zu denken. Also kommt es mehr auf die Kleinigkeiten an und da kann ich sagen, dass McFadden vieles richtig macht. Sie erzeugt von Anfang an eine angespannte Atmosphäre, weil ständig etwas passiert. Millie, die wir die meiste Zeit durch das Geschehen begleiten, ist zwar keine direkt sympathische Figur, aber es war spannend, wie man trotzdem mit ihr Mitleid entwickelte, gleichzeitig aber sie auch ein wenig anschreien wollte, weil sie mit eigenen Entscheidungen ebenfalls das Biest weiter genährt hat. Generell ist die Figurenzeichnung sehr interessant, weil alle drei zentralen Rollen sehr viel in einem auslösen und das zeigt letztlich, dass sie im Grundsatz spannend gestaltet sind und keinesfalls einseitig.

Die Perspektivenwechsel bieten den zusätzlichen Kick und es ist dann auch über verschiedene Zeitebenen hinweg einfach sehr gut, dass die Puzzleteile alle zusammenpassen. Mit der Kinoverfilmung im Hinterkopf, die wirklich relativ nah an der Vorlage ist, kann ich auch sagen, dass sich die Qualität damit ebenfalls bestätigt. McFadden hat einfach etwas erzeugen können, was sich auch wunderbar hat adaptieren lassen. Über das relativ enge Geschehen in dem Haus, über die kleine Anzahl an Figuren und dann die Erzählweise, die nie eine Gedankenpause erlaubt hat.

Fazit: Auch wenn „Wenn sie wüsste“ für mich wohl näher an einem Erscheinungstermin besser funktioniert hätte, weil McFadden da mit ihrem Stil noch mehr rausgestochen hätte, so kann ich doch isoliert betrachten, dass es ein sehr guter Thriller ist, der vor allem über den Sog und die Konzeption punktet.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere