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Veröffentlicht am 15.06.2026

Kaum zu durchdringender Stimmungsschatten

Dunbridge Academy - Whoever
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Eigentlich ist die zweite Generation der „Dunbridge Academy“ doch gerade erst losgegangen, da haben wir mit „Whoever“ auch schon den zweiten Band parat stehen. Ich habe im Vorfeld schon geahnt, dass die ...

Eigentlich ist die zweite Generation der „Dunbridge Academy“ doch gerade erst losgegangen, da haben wir mit „Whoever“ auch schon den zweiten Band parat stehen. Ich habe im Vorfeld schon geahnt, dass die Lektüre wieder etwas schwerer für mich werden wird, denn wenn Sarah Sprinz tief verletzte Gefühle erzählt, dann aber so richtig und das hat sich bei Cleo und Alexander eindeutig bestätigt.

Ich musste bei „Whoever“ vom Schreibstil her viel an „Anyone“ denken müssen. Gideon und Grace zu ihrem Happyend zu begleiten, das war schon eine belastende Lektüre, weil da so eine intensive Melancholie war, die sich sofort auch auf meine Stimmung gelegt hat. Hier haben wir es sehr ähnlich, denn Alexander und Cleo waren einmal ein sehr glückliches Paar und davon ist nichts mehr da. Als er nun an die Dunbridge zurückkehrt, da müssen sich die beiden ihren Gefühlen stellen. Sprinz drückt das stilistisch immer durch abgrundtief-traurige Kapitel aus, wo es wirklich in eine Tiefe geht, die man nicht erahnen kann. Daher war es doch etwas schwerer für mich, in diese Geschichte einzutauchen. Ich habe gerne Gefühle, aber wenn man zu denen gehört, die Stimmungen sofort für sich selbst adaptieren, dann ist es schon mal gerne zu viel. Und das war auch hier der Fall. Hinzu kommt, dass Sprinz dann auch gerne mit nicht vollständigen Sätzen arbeitet, mehr mit Satzfetzen. Das ist auch nicht immer leicht zu lesen, weil ich mir dann den Satz in Gedanken vervollständige.

Insgesamt ist der Unterschied zwischen Band 1 und Band 2 der zweiten Generation echt gravierend. Band 1 hatte auch sein Drama, keine Frage, aber es hatte durch die Wortgefechte und den Austausch von lateinischen Weisheiten mehr Humor und aufbrechende Momente dabei. In Band 2 war es sehr schwer diese Leichtigkeit zu erzeugen, vielleicht auch zu empfinden, weil immer ein Schleier über dem Geschehen lag, wirklich immer. Zumal die Handlung dann auch sehr auf das zentrale Paar ausgerichtet war. Im ersten Band hatten auch die Gruppen immer wichtige Szenen, das ging hier unter. Aber positiv war, dass mir die Darstellung von Gus diesmal viel besser gefallen hat. Er hat immer noch das loseste Mundwerk und er hat keinen Filter, aber er hat sich als wirklich guter Freund erweisen. Das war für mich eine der Überraschungen hier. Überraschend war aber auch, was letztlich alles zur Trennung des Paares geführt hat. Da wir Alexander im ersten Band nur durch Erzählungen erleben, sind unweigerlich Spekulationen in meinen Kopf entstanden. Was muss so schlimm gewesen sein, um so endgültig verschwinden zu müssen?

Ich finde leider, dass das mit der finalen Auflösung nicht ideal zusammenpasste. Sprinz sagt in ihrer Danksagung selbst, dass sie sich schon länger das behandelte Thema vornehmen wollte, weil es wichtig sei. Und es IST wichtig und ich fand es inhaltlich mit all seinen Seiten auch gut und nachvollziehbar dargestellt. Aber die Zusammenhänge, was sich danach aufgebaut hat, das war für mich zu sehr Flickenteppich. Ich hatte mir eher etwas vorgestellt, was Alexander individuell betroffen hat, aber nicht, dass es seinen Ursprung in einer Entscheidung von Cleo hatte. Das Thema in einer anderen Konstellation, das hätte mir viel, viel besser gefallen. So war es gut, aber leider auch nicht mehr. Umgekehrt war positiv, dass wir hier das Thema Pferde so konsequent dabei haben. Yvy Kazi hatte gerade erst ihre „Goldchrest Manor“-Reihe und jetzt hat auch Sprinz die alten Wendy-Gefühle aufflammen lassen. Die Beziehung von Alexander und Nox wurde intensiv dargestellt, genauso aber auch die Krankheitsepisoden, weitere Szenen im Stall und auch Cleos Rückkehr zum Reitsport. Das fand ich als Handlungsrahmen neu in der Reihe und hat mir dementsprechend echt gut gefallen.

Zum Abschluss möchte ich auch noch mal zu den zentralen Figuren des Bandes kommen. Ich habe schon gemerkt, dass mein Bild von Alexander sehr davon geprägt war, dass wir ihn in Band 1 nicht erlebt haben und dann nur die Gedanken der anderen zu ihm hatten. Leicht hatte er es so nicht bei mir. Er hat sich auch später nicht vollends in mein Herz spielen können, aber das wird vor allem an der fehlenden Leichtigkeit liegen, weil ich ihn nicht einfach mal als den Jugendlichen ohne Ballast erlebt habe. Cleo dagegen hatte in Band 1 schon so viel Spielwiese. Sie war zwar auf eine Art anstrengend, aber sie hat mich auch gerührt. Daher war ich schon sehr gespannt auf sie. Durch die Auflösung, was alles passiert ist, habe ich sie auch nicht mehr so entspannt sehen können. Nicht wegen ihrer Entscheidung, aber weil ich einfach gesehen habe, was das alles für Konsequenzen hat. Trotzdem ist sie ein Mädchen mit großem Herz und ich fand es toll, dass durch sie auch Colin und Olive wieder so viel zu erleben waren. Gleichzeitig wird auch schon intensiv der nächste Band rund um Oscar und Elsa aufgebaut. Das hat richtig Lust auf mehr gemacht und weil die beiden Bänden auch so eng zusammenhängen, war es auch okay, dass noch nicht alle Handlungsbögen abgeschlossen wurden. Diese Bände fühlen sich wirklich mehr denn je wie ein Universum an.

Fazit: „Whoever“ hat bei mir ähnliche Gefühle wie „Anyone“ ausgelöst. Es fehlte mir am Ende mal ausgiebig Leichtigkeit, denn so lag durchgängig über allen Kapiteln (und es gab sehr viele!) ein dunkler Schatten. Das war für meine eigene Stimmung nicht immer so einfach. Da braucht man beim Lesen dann echt einen gewissen Panzer. Das gewählte Thema war wichtig, aber es war nicht das, was ich im Aufbau der Handlung erwartet hatte. Umgekehrt gab es aber auch Highlights wie der Pferdesport und dass es sich mehr denn je wie eine Familie anfühlt, aber es wird nicht mein Lieblingsband werden.

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Veröffentlicht am 12.06.2026

Romance-Suspense braucht noch mehr Balance

FRAGILE. Niemand kennt dich so wie ich
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Manchmal ist es schon verrückt, dass man englischsprachige Bücher immer wieder in die Kamera gehalten bekommt und dann lange gar nicht merkt, dass es diese inzwischen auch schon auf Deutsch übersetzt gibt ...

Manchmal ist es schon verrückt, dass man englischsprachige Bücher immer wieder in die Kamera gehalten bekommt und dann lange gar nicht merkt, dass es diese inzwischen auch schon auf Deutsch übersetzt gibt und das mit einem völlig anderen Cover und mit einem ganz anders übersetzten deutschen Titel. So geht es mit mir „Fragile – Niemand kennt dich so wie ich“ von Catherine Cowles, das ich mir dann jetzt mal zu Gemüte geführt habe, um mir ein eigenes Bild zu machen.

Ich hatte das Hörbuch und wurde dementsprechend von den Stimmen von Michael Borgard und Simone Scheuer durch die Geschichte begleitet. Es ist natürlich Geschmackssache, aber seine Stimme war nicht so mein Fall, während sie mir doch sehr gut gefallen hat. Trotzdem hat es mich beim Hören nicht beeinflusst, zumal ohnehin alles Gewöhnungssache ist. Ich habe gerade erst „If Books Could Kill“ gelesen und habe mit „Fragile“ mal wieder gemerkt, dass Romantic Suspense einfach ein anderes Genre ist, weil wir vorrangig eine Liebesgeschichte haben und zwischendurch passieren gewisse gruselige, unheimliche Sachen und erst am Ende gibt es dann den großen Showdown. Es ist eine Mischung von Genre, die nicht jeder gut drauf hat. Da ich Cowles als Autorin nicht kenne, bleibt für mich offen, was sie ansonsten so schreibt, aber ich finde, dass „Fragile“ unterstreicht, dass die Autorin sich dort erst zurechtfinden muss. Da es als sechsbändige Reihe angekündigt ist, kann sie sich da auch fleißig erproben. Für mich wird sich erst noch beweisen müssen, dass ich am Ball bleibe. Hier nach Band 1 werde ich sicherlich noch eine Chance geben.

Aber warum hat es mich nicht völlig mitgerissen? Für mich passte vor allem das zusammengesetzte Bild nicht optimal. Deswegen war eigentlich der Einstieg der Beste, denn dort haben wir noch eine sehr fokussierte Erzählung, die uns in die Welt von Sparrow Falls einführt. So haben wir den sehr grummeligen Anson, der lieber Abstand hält und wir haben Rho, die etwas sehr Schlimmes erlebt hat, sich aber trotzdem ein großes, offenes Herz bewahrt hat. Dann wird es aber schon komplex, weil dieses Buch unheimlich viele Figuren hat. Alleine durch die riesige Pflegefamilie, die alle ihre Geschichte bekommen werden, haben wir viele Namen, aber dann noch mehr, denn wir brauchen schließlich auch genug Verdächtige, wer da sein Unheil treibt. Als Buch wäre das vielleicht für mich etwas klarer zu unterscheiden gewesen, aber es nur zu hören, hat es erstmal schwierig gemacht, alles zu sortieren. Zumal man schon im ersten Band deutlich merkt, wie viele Vorausdeutungen Cowles für die Zukunft macht. Ich hätte das intuitiv wahrscheinlich etwas runtergeschraubt und die Pflegegeschwister deutlicher charakterisiert. Auch am Ende war es für mich echt schwer, alle ordentlich auseinanderzuhalten.

Dann haben wir diesen Suspense-Anteil. Natürlich war klar, dass es am Ende nicht irgendeine Figur sein wird, die wir kaum erlebt haben. Es war schon offensichtlich, dass wir einen Verdächtigenkreis von etwas fünf Personen haben und dadurch konnte ich mich als Hörerin mehr auf diese fokussieren und überlegen, wer ist es wohl. Das war jetzt also per se nicht das spannendste. Aber zum Glück ist da doch mehr drin, denn wir haben durch Anson ebenfalls noch einen Serienkiller an Bord und so gibt es genug Fragen. Wie passt alles zusammen? Wen motiviert was? Und was wird alles auf dem Weg hin zu Antworten passieren? Weniger gefallen hat mir dagegen, dass ich zu oft eine entspannte Atmosphäre wahrgenommen habe. Ich könnte mir gut vorstellen, dass Cowles ähnlich wie Elsie Silver Familiendynamiken toll erzählen kann. Aber das ist schwierig, wenn solche Gefahr über allem liegt. Trotzdem bekommt die Großmutter ihre Lacher, trotzdem wirkt Rho stellenweise viel zu glücklich und auch die Liebesgeschichte funkt nicht immer ideal dazwischen, weil es oft so unvernünftig erscheint. Ich mochte die gemeinsame Geschichte von Rho und Anson eigentlich, aber ich habe alles in allem zu viel nachdenken müssen, was gerade nicht iodeal ist. Trotzdem gab es einen guten Showdown, das hat geklappt.

Fazit: „Fragile“ ist jetzt nicht unbedingt der Auftakt einer Romance Suspense-Reihe, der mich restlos vom Hocker haut. Es scheint eher so, als müsste Autorin Catherine Cowles hier noch die richtige Balance finden. Aber es gibt genug Ansätze, um der Reihe in Band 2 definitiv noch eine Chance zu geben.

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Veröffentlicht am 10.06.2026

Liebe auf Augenhöhe

The Front Runner
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Die „Gold Rush Ranch“ ist die erste Reihe von Elsie Silver und gerade beim ersten Band hat man das doch deutlich gemerkt. Die für die Autorin so charakteristischen Grundzutaten sind da, aber sie verharren ...

Die „Gold Rush Ranch“ ist die erste Reihe von Elsie Silver und gerade beim ersten Band hat man das doch deutlich gemerkt. Die für die Autorin so charakteristischen Grundzutaten sind da, aber sie verharren eher noch auf der Oberfläche. Die Reihe hat sich mit Band 2 dann auch bereits gesteigert und Band 2, „The Front Runner“, hat mir dann bewiesen, dass schon ihr drittes Buch ein richtiges Highlight wurde.

Silver hat ein Händchen für Figuren, denen man sehr skeptisch gegenübersteht und das schafft sie auch für beide Geschlechter. Was sie mit Winter in ihrer zweiten Reihe geschafft hat, das hat sie in ihrer ersten Reihe schon mit Stefan Dalca ausprobiert und dann auch bewiesen, dass es großartig klappt. Stefan war in den beiden Reihen davor eine eher düstere Präsenz, die vor allem über Billies große Abneigung noch weiter verstärkt wurde. Nun aber haben wir die Chance, ihm in den Kopf zu blicken und das war echt großartig. Er hat mich von den Männern der Reihe am besten begeistern können, weil er stark wirkte, dennoch verletzlich und sanft und weil er vor allem mit der freigeistigen Mira wunderbar zusammenpasste und ihr ihren Raum gegeben hat. Ich fand es auch spannend, all die Fakten über ihn zu sammeln, seine Schwester Nadia kennenzulernen und dann so nach und nach einem Geheimnis auf die Spur zu kommen, das glücklicherweise nicht schon in Band 1 zu erkennen war. Hier hat sich dann einfach ein Kreis geschlossen, den ich sehr gelungen fand.

Normalerweise bin ich nicht so ein Fan davon, wenn die Geschichte sich so stark an der Liebesgeschichte langhangelt und nicht abseits davon noch Raum schafft, aber hier habe ich es leicht verziehen, weil Stefan und Mira für mich großartig waren. Oft kann man es gar nicht genau begründen, aber die beiden haben es mir einfach angetan. Ich mochte ihre gemeinsamen Erlebnisse, ich mochte all die Arten, wie Stefan Mira überrascht hat, ich mochte auch, wie er ihre Familien kennengelernt hat und ich mochte diese Chemie, die sich auch erst spät entladen hat. Weil die intimen Szenen von Silver nie meine Lieblinge sein werden, bin ich immer froh, wenn sich die Autorin Zeit lässt, denn die Spannung aufbauen, das kann sie. Ich habe da echt an den Seiten geklebt und wollte einfach nur Zeugin werden, wie die beiden glücklich zusammenfinden. Und am meisten habe ich eben gefeiert, dass Mira zwar verliebt anders wurde, aber sie ist immer eine sehr beeindruckende Frau geblieben und ich habe geliebt, wie sehr Stefan das geachtet hat, der nie wie ein Macho rüberkam.

Ja, ich hätte mehr Freundinnen-Szenen gut gebrauchen können. Gerade Billie hat mich doch auch sehr genervt und mir fehlt durch die gemeinsamen Momente der Frauen, dass auch Billie eine Reise antritt. Ich hätte es auch gut gefunden, wenn wir mehr von Stefan und Nadia bekommen hätten, aber ich konnte das Buch dennoch so gut genießen, dass es hier nicht in die Bewertung einfließt. Zumal ich auch weiß, dass Silver das in ihren zukünftigen Reihen besser drauf hat, auch andere Beziehungen zu ergründen und sich entwickeln zu lassen. Auch wenn wir diesmal wenig von der Rennbahn mitbekommen haben, aber durch Miras Tätigkeit hatten wir viele Anknüpfungspunkte zu den Tieren und es wurde super rübergebracht.

Fazit: „The Front Runner“ sticht für mich in der Gold Rush Ranch-Reihe deutlich heraus. Hätte ich Elsie Silver nicht schon durch ihre späteren Reihen lieb gewonnen, so wäre es mit diesem Buch wohl als Erstes passiert. Die Chemie zwischen Mira und Stefan ist großartig und es war stets eine Liebesgeschichte auf Augenhöhe, was super rüber kam. Es wäre sicherlich noch mehr gegangen, aber der dritte Band ist dennoch spielerisch leicht der beste der Reihe.

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Veröffentlicht am 09.06.2026

Da lernt man Tennis lieben

Carrie Soto is back
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Mit „Daisy Jones & The Six“ hat Taylor Jenkins Reid den internationalen Durchbruch geschafft, auch bei mir. Ich habe mich im Anschluss nicht darauf gestürzt, sofort alle Bücher von ihr nachzuholen, aber ...

Mit „Daisy Jones & The Six“ hat Taylor Jenkins Reid den internationalen Durchbruch geschafft, auch bei mir. Ich habe mich im Anschluss nicht darauf gestürzt, sofort alle Bücher von ihr nachzuholen, aber ich habe insgesamt doch schon vier Bücher gelesen. Sie sind alle nicht wirklich miteinander vergleichen, nur in einem Punkt: sie sind immer was besonderes.

„Carrie Soto is Back“ ist in der Welt des Tennis angesiedelt. Als der Film „Challengers“ mit u. a. Zendaya erschien, da haben viele auch über dieses Buch geredet, auch wenn es nicht wirklich miteinander zu vergleichen ist. Aber die Welt des Tennis findet man nicht übertrieben oft in der fiktionalen Welt aufgearbeitet, dementsprechend bringt man die verschiedenen Filme/Serien/Bücher dann doch unweigerlich zusammen. Zudem hat gerade ganz frisch erst Zverev seinen ersten Grand Slam gewonnen, Serena Williams gibt ihr Comeback, es gibt viele Gründe, Tennis gerade wieder mal ganz heiß zu handeln. Und obwohl ich noch nie ein riesiger Fan des Sports war, aber ich kann ihn mir auch gut angucken und so passte das Buch von Reid gerade gut in die Zeit.

Ich hatte das Hörbuch, gelesen von Inka Löwendorf. Die Stimme ist auf eine Art doch speziell und genau deswegen war sie für diese Geschichte ideal besetzt. Denn die unangepasste Carrie hat sie für mich gut verkörpert. Auch die vielen spanischsprachigen Einschübe wurden gut gesprochen, also hat hier für mich alles gepasst. Man hat die Erzählweise von Reid auf jeden Fall gut erkennen können. Wir haben eine Verankerung in der Gegenwart, als Carrie beschließt, dass sie ihr Comeback wagt und dann haben wir zunächst eine längere Darstellung der Vergangenheit. Ich war froh, dass das nicht wie bei „Atmosphere“ immer wieder ineinander geschoben wurde, nein, wir haben die Vergangenheit dann in einem Stück abgearbeitet und das war sehr wichtig, weil Carrie eben kein Everbody’s Darling ist und da hilft es, ihre Geschichte so kompakt angeboten zu bekommen. Auch wenn es viele Zeitsprünge gibt, aber in den jeweiligen Jahren hat Reid ihre Stärken wieder ausgespielt, denn es ist mit wenig viel passiert. Carrie habe ich verstanden, ihren Vater habe ich verstanden und vor allem ihre Beziehung untereinander.

Der zentrale Kern setzt dann aber an, als Carrie nach einer längeren Karriereunterbrechung ihr Comeback wagt, weil sie unbedingt ihren Rekord mit den meisten gewonnen Grand Slam-Titeln zurückhaben will. Es gibt einige Sportstars, die ein Comeback gewagt haben, es gab aber auch genug, bei denen man sich gewünscht hätte, dass sie endlich aufhören. Dementsprechend fand ich es interessant, hier so eine ausgiebige Charakterstudie durch Carrie zu haben. Ich fand es auch interessant, dass nur wenig so kam, wie ich es mir gedacht habe. Ihr Vater war sicherlich von klein auf ein wichtiger Antrieb, aber es wurde auch deutlich, dass er kein unnachgiebiger Vater war, der keine Grenzen gekannt hätte. Er war zuerst Vater und dann Carries Trainer. Genauso hat sicherlich die Darstellung von Nikki Chan überrascht, die Reid ähnlich ehrgeizig wie Carrie hätte darstellen können. Stattdessen war sie ein sehr offener und humorvoller Mensch, der so den Gegnerinnen Wind aus den Segeln genommen hat. Trotzdem wurden auch ihre Dämonen näher dargestellt. Ich mochte auch Beau, der für die Geschichte immer wichtiger und wichtiger wurde, sodass sich die Beziehung zwischen ihm und Carrie entspannt entwickeln konnte.

Carrie wird durch die Medien oft als Antagonistin des Sports inszeniert. Und ja, es gab sicherlich genug Momente und Entscheidungen, die das bewirkt haben, aber es war deswegen umso intensiver, Carrie durch ihre Perspektive kennenzulernen. Sie wird sicherlich niemals mein liebster Buch-Charakter sein, aber ich habe sie immer mehr zu schätzen gelernt, weil sie immer mehr über sich gelernt hat, vor allem, wie ein Leben abseits des Tennis aussehen kann. Ich habe auch sehr viel über Tennis gelernt und ich fand, dass Reid eine ideale Mischung gefunden hat, um Wettkämpfe und Turniere zu beschreiben. Mal hat sie viel überbrückt, dann wiederum waren wir in Matches intensiv dabei. Das kam bei mir sehr an und ich habe immer mitgefiebert.

Fazit: „Carrie Soto is Back“ ist ein weiteres tolles Buch von Taylor Jenkins Reid. Auch Nicht-Tennisfans werden sich dem Erzählsog nicht entziehen können, weil vor allem charakterlich so viel in der Geschichte drinsteckt. Ich habe ein großes Herz für die Handlung entwickelt, weil sie mir auch so viel zurückgeschenkt hat. Ich hoffe sehr auf eine Adaption für die große Leinwand.

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Veröffentlicht am 08.06.2026

Romance, Humor & Thriller

If Books Could Kill
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Mich hat „If Books Could Kill” aus mehreren Gründen angesprochen. Das Cover passte schon großartig zum ausgewählten Titel und es sind zwei Genres, die ich gerne lese, nur nicht unbedingt in einem Kontext. ...

Mich hat „If Books Could Kill” aus mehreren Gründen angesprochen. Das Cover passte schon großartig zum ausgewählten Titel und es sind zwei Genres, die ich gerne lese, nur nicht unbedingt in einem Kontext. Romantic Suspense ist zwar immer schon ein Thema gewesen, auch für mich, aber trotzdem wird da dann nicht so offensiv damit gespielt. Daher war für mich auch klar, bei dem Debüt von Kate Eberle wird Humor sicherlich auch nicht zu kurz kommen.

Die Vorfreude auf das Buch war groß, das Leseerlebnis selbst war dann sehr, sehr ambivalent. Weil ich mochte die Idee einfach sofort, ich mochte den Schreibstil, den humorvollen Ton, aber es war zwischendurch total offensichtlich, dass es nicht 100% zu dem passt, wie mein Hirn funktioniert. Action könnte ich niemals als Buch lesen, weil mir da zu wenig vor meinen Augen entsteht. Dementsprechend liest sich Action für mich wie eine Landschaftsbeschreibung. Also schaue ich lieber so ultraspannende Szenen, weil mir die Arbeit da abgenommen wird. In „If Books Could Kill“ wird auch mit viele spannenden, actionlastigen Szene gearbeitet und ja, es tat sich nicht viel bei mir. Ich weiß, was passiert, ich verstehe die Bedeutung der Worte, aber es bildet sich nicht das Erlebnis wie bei anderen. Und das will ich eigentlich gar nicht bewerten, muss ich aber, weil sich das Leseerlebnis bei mir nicht so entfalten konnte, wie Eberle es ganz gewiss bei genug anderen Lesern schafft. So muss ich den Teil für mich aber ausklammern. Aber relativ objektiv kann ich dazu noch sagen, dass diese Quest-ähnliche mir als Art auch nicht so gut gefallen hat. Thriller leben ja von einem klaren Plan und Ermittlungsarbeit mit Höhen und Tiefen. Hier wirkte es eher einfacher gestrickt und wir halten mal einen Serienmörder nach dem anderen auf.

Ansonsten bleibe ich aber mal beim Inhalt. Der Magieanteil ist hier wirklich gering, löst aber natürlich Möglichkeit aus, die Eberle viel Flexibilität und Kreativität schenken. Das verwebt sie dann auch viel mit einer Metaebene zur Buchwelt, indem eben Genres gemixt werden, indem aktiv über Tropes gesprochen wird und indem Protagonistin Roxie zwischendurch denkt, Inhalte hervorsehen zu können. Das war für mich dann auch Hommage und Kritik in einem, ohne dass eins mit dem anderen nicht zusammenpassen würde. Ich fand auch die Gegensätze zwischen Roxie und Grant clever gewählt, weil sie durch diverse Kurse offensichtliche Skills mitbringt, während er völlig überfordert und auch mit sozialen Ängsten zu kämpfen hat. Er ist damit der Underdog, der erst im Verlauf die Herzen gewinnt, während bei Roxie mehr Ängste und Überforderung auftauchen. Somit gleichen sich die beiden ständig aus und das hat mir gut gefallen.

Mir hat das Buch letztlich mehr als Romance als Thriller gefallen, aber das verwundert wenig. Gerade durch den Humoranteil war immer klar, dass es eine gewisse Grenze gibt. Zwar gab es Opfer und es war nie nur rosarot, aber es gab einen klaren Rahmen, in dem sich die Geschichte bewegt hat. Das große Rätsel rund um Mr. Page war dann auch aufgrund der Metaebene zumindest zu erahnen, aber das fand ich alles nicht schlimm, denn ich habe mich vor allem gefreut, dass die Handlung sich zwischendurch immer Zeit für Tiefgang genommen hat. Da konnten sich die Figuren dann richtig erklären und auch Nebenfiguren haben einen Hintergrund bekommen, der sie aus der sonstigen Atmosphäre genommen hat. Auch wenn ich gewisse Teile nicht ideal konsumieren konnte, so finde ich doch, dass Kate Eberle eine Autorin ist, die man im Auge behalten sollte. Sie will offensichtlich Grenzen verschieben und neuer Wind ist nie verkehrt.

Fazit: „If Books Could Kill“ macht vieles richtig, vor allem durch den Genremix, aber auch die Abwechslung in Tempo, Action, Tiefgang etc. Ich hatte auf einer sehr subjektiven Ebene Probleme mit den Action-Anteilen, weil meine Fantasie da einfach nicht wie gewünscht mitspielt. Dementsprechend bin ich doch beim Lesen mit den Augen öfters gesprungen. Aber für andere wird genau das die Unterhaltung nochmal steigern, denn Kate Eberle hat hier echt etwas gewagt, was funktioniert und was sich durch die Breite super aufstellt.

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